Überblick
Der Kurs Implementing Cisco Advanced Call Control and Mobility Services (CLACCM) v1.0 bereitet IT-Fachleute auf die fortgeschrittenen Aufgaben in der Cisco Unified Communications-Administration vor. Im Mittelpunkt steht Cisco Unified Communications Manager (UCM) mit seinen erweiterten Funktionen für globalisiertes Anrufrouting, Mobilitätsdienste, Call Admission Control und Gateway-Technologien für Außenstandorte. Teilnehmer lernen, wie komplexe, skalierbare und ausfallsichere Kommunikationsinfrastrukturen geplant, implementiert und betrieben werden, die mehrere Standorte, Mobilitätslösungen und heterogene Gateway-Technologien miteinander verbinden. Der Kurs schließt mit einer gezielten Prüfungsvorbereitung für die Cisco-Zertifizierungsprüfung 300-815 CLACCM ab, die als Konzentrationsprüfung im CCNP Collaboration-Programm anerkannt ist.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul behandelt globalisiertes Anrufrouting und Dial-Plan-Management in UCM-Umgebungen mit mehreren Standorten und Clustern. Ein gut geplanter Wählplan ist die Grundlage jeder skalierbaren Cisco-Collaboration-Infrastruktur und bestimmt, wie Anrufe intern und extern geroutet werden.
- Grundprinzipien des Cisco UCM-Routings: Route Groups, Route Lists, Route Patterns
- Globalisiertes Anrufrouting: E.164-Normalisierung und einheitliche Rufnummernschemata
- Global Dial Plan Replication (GDPR): Planung, Implementierung und Synchronisation
- Intercluster-Routing und Intercluster-Trunks (ICT) zwischen mehreren UCM-Clustern
- SIP/URI-Dialing: Planung und Implementierung von URI-basierten Rufnummernkonzepten
- Call Admission Control (CAC): Locations-basiert und RSVP-basiert
Das zweite Modul widmet sich den Mobilitätsdiensten, die es Nutzern ermöglichen, von verschiedenen Geräten und Standorten aus erreichbar zu sein. Diese Funktionen sind in modernen Arbeitsumgebungen mit mobilen Mitarbeitern unverzichtbar.
- Cisco Unified Mobility: Single Number Reach, Mobile Connect und Mobile Voice Access
- Extension Mobility: gerätebezogene Profile und standortübergreifende Nutzung
- Device Mobility: standortabhängige Konfigurationszuweisung für roamende Geräte
- Direktwahl und Anrufübergabe (Call Handoff) zwischen Mobilgeräten und Bürotelefonen
- Konfiguration von Mobility-Richtlinien und Benutzerprofilmanagement
- Diagnose und Troubleshooting von Mobility-Szenarien mit UCM-Trace-Analyse
Das dritte Modul behandelt Gateway-Technologien für Außenstandorte sowie fortgeschrittene Routing-Funktionen. Cisco SRST und UCM Express sorgen dafür, dass Außenstandorte auch bei WAN-Ausfällen kommunikationsfähig bleiben, während CUBE die Verbindung zu externen SIP-Trunks sicherstellt.
- Cisco Unified Communications Manager Express (UCM Express): Einrichtung und Verwaltung
- Survivable Remote Site Telephony (SRST): Konfiguration und Failover-Szenarien
- Cisco Unified Border Element (CUBE): SIP-Trunking, Medien- und Signalisierungsinteroperabilität
- Signalisierungsprotokolle im Vergleich: SIP, SCCP, H.323 und MGCP
- Anrufabdeckung: Call Coverage Groups, Weiterleitungsregeln und Hunt-Pilots
- Tageszeit-Routing: Partitions und Calling Search Spaces zeitgesteuert konfigurieren
Die folgenden praktischen Laborübungen vertiefen alle behandelten Themenblöcke durch realitätsnahe Szenarien. Die Laborübungen dieses Blocks simulieren reale Enterprise-Collaboration-Umgebungen und bereiten auf die typischen Aufgabenstellungen der Cisco 300-815-Prüfung vor.
- Vollständige Einrichtung eines globalisierten Wählplans mit E.164-Normalisierung
- Konfiguration von GDPR zwischen zwei simulierten UCM-Clustern
- Implementierung von Single Number Reach und Mobile Connect für mobile Nutzer
- Extension Mobility und Device Mobility in einer Multi-Standort-Umgebung einrichten
- SIP/URI-Routing zwischen UCM und einem externen SIP-Proxy
- Call Admission Control mit Locations-basiertem CAC für eine Zweig-Topologie
- SRST-Konfiguration auf einem ISR-Router für einen simulierten Außenstandort
- CUBE für SIP-Trunking mit einem externen Provider konfigurieren
- Tageszeit-Routing für unterschiedliche Erreichbarkeitsszenarien implementieren
- Anrufabdeckung mit Hunt-Pilots und Coverage Groups einrichten
- Trace-Analyse und Troubleshooting von Intercluster-Anrufproblemen
- Prüfungssimulation mit Szenarien aus allen Themenblöcken des 300-815-Examens
Gegen Ende des Praxis-Blocks werden alle Konfigurationsszenarien in einem integrativen Unternehmens-Szenario zusammengeführt. Dabei planen und implementieren die Teilnehmer eine vollständige Multi-Standort-UCM-Infrastruktur mit Mobilitätsdiensten, CAC und SRST-Fallback. Die abschließende Prüfungssimulation gibt konkretes Feedback zum Lernfortschritt und zeigt verbleibende Wissenslücken auf.
Lernziele:
Nach Abschluss des Kurses können die Teilnehmer globalisierte Anrufrouting-Architekturen in Cisco UCM planen und implementieren, die mehrere Standorte und internationale Rufnummernschemata abdecken. Sie beherrschen die Einrichtung und Verwaltung von Global Dial Plan Replication (GDPR) zur standortübergreifenden Synchronisation von Wählplänen zwischen mehreren UCM-Clustern. Sie sind in der Lage, Cisco Unified Mobility und Extension Mobility zu konfigurieren, sodass Mitarbeiter von verschiedenen Geräten und Standorten aus erreichbar sind. Sie verstehen Device Mobility und können es einsetzen, um roamenden Nutzern standortabhängige Konfigurationen zuzuweisen. Sie können SIP/URI-basiertes Anrufrouting einrichten und die Vorteile von URI-Dialing gegenüber klassischem Rufnummern-Routing erläutern. Sie beherrschen die Konfiguration von Call Admission Control (CAC), um Bandbreitennutzung und Anrufqualität in WAN-Verbindungen zu steuern. Sie sind in der Lage, Cisco Unified Communications Manager Express und Survivable Remote Site Telephony (SRST) als Fallback-Lösung für Außenstandorte zu konfigurieren. Sie können Cisco Unified Border Element (CUBE) für SIP-Trunking und Interoperabilität zwischen verschiedenen UC-Plattformen einsetzen. Sie verstehen Signalisierungs- und Medienprotokolle wie SIP, SCCP und H.323 und können Interoperabilitätsprobleme diagnostizieren. Sie beherrschen die Konfiguration von Anrufabdeckung und Tageszeit-Routing für flexible Erreichbarkeitsszenarien. Sie kennen die prüfungsrelevanten Inhalte der 300-815 und können typische Prüfungsaufgaben lösen. Schließlich sind sie befähigt, das erworbene Wissen eigenständig auf reale Cisco Collaboration-Projekte anzuwenden und Infrastrukturen sicher in Betrieb zu nehmen.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an erfahrene Cisco-Collaboration-Fachleute, die bereits mit Cisco UCM vertraut sind und ihre Kenntnisse in Richtung fortgeschrittener Anrufsteuerung und Mobilitätsdienste vertiefen möchten. Er ist ideal für Personen, die den CCNP Collaboration anstreben oder bestehende Infrastrukturen auf Enterprise-Niveau weiterentwickeln wollen.
- Cisco UC Engineers und Voice Engineers mit mehrjähriger UCM-Erfahrung
- Collaboration Architects, die komplexe Multi-Standort-Infrastrukturen planen
- IT-Administratoren mit Schwerpunkt auf Cisco Telefonie und VoIP
- Netzwerkingenieure, die in Cisco Collaboration-Projekten eingesetzt werden
- Personen, die bereits CCNP Collaboration CLCORE bestanden haben und eine Konzentrationsprüfung ablegen möchten
Für die Teilnahme werden fundierte Kenntnisse in der Administration von Cisco Unified Communications Manager, ein Verständnis von SIP und VoIP-Protokollen sowie Erfahrung in der Cisco Collaboration-Administration vorausgesetzt. Das Einsteigerniveau entspricht dem des CCNA Collaboration oder gleichwertiger mehrjähriger Praxiserfahrung. Grundkenntnisse in Netzwerkinfrastruktur und Routing-Protokollen sind ebenfalls hilfreich. Ein individuelles Beratungsgespräch vor Kursbeginn klärt den Wissensstand und erstellt einen passenden Lernplan.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format durchgeführt und kombiniert Selbstlernphasen mit betreuten Online-Seminaren und Laborübungen. Praxisnahe Hands-on-Labs in simulierten und echten Cisco-Umgebungen stehen im Mittelpunkt. Prüfungssimulationen und gezielte Übungsaufgaben bereiten auf das Format der Cisco 300-815-Prüfung vor. Der Kurs ist sowohl im Vollzeit- als auch im Teilzeitformat verfügbar, sodass er sich auch für Berufstätige eignet.
Die Regelstudienzeit beträgt bei Vollzeitteilnahme mehr als eine Woche bis zu einem Monat. Im Teilzeitformat kann sich die Gesamtdauer auf bis zu drei Monate verlängern. Beide Varianten decken denselben inhaltlichen Umfang ab und bereiten vollständig auf die Cisco-Prüfung 300-815 vor. Lernplan und Starttermin werden im individuellen Beratungsgespräch vereinbart.
Nach Abschluss des Kurses erhalten Teilnehmer ein Lehrgangszertifikat des Anbieters. Das international anerkannte Cisco-Herstellerzertifikat (als Teil des CCNP Collaboration oder CCIE Collaboration) wird nach erfolgreichem Bestehen der externen Cisco-Prüfung 300-815 CLACCM ausgestellt. Der Kurs ist gezielt auf die Anforderungen dieser Prüfung ausgerichtet; die eigentliche Prüfung wird separat bei Cisco abgelegt.
Nutzen & Perspektiven
Fortgeschrittene Cisco-Collaboration-Kenntnisse sind in Unternehmen mit komplexen Kommunikationsinfrastrukturen hoch begehrt. Fachleute, die globalisiertes Anrufrouting, Mobilitätsdienste und Gateway-Technologien souverän beherrschen, übernehmen Verantwortung für kritische Unternehmenskommunikation und sind für interne IT-Teams wie für externe Dienstleister unverzichtbar. Das CCNP Collaboration-Zertifikat ist ein international anerkannter Nachweis für fortgeschrittene Cisco UC-Kompetenz. Es öffnet Türen zu höher dotierten Positionen wie Collaboration Architect oder Senior UC Engineer und stärkt das berufliche Profil gegenüber Arbeitgebern und Auftraggebern. Wer bereits das CCNP-Kernmodul (CLCORE) bestanden hat, rundet mit CLACCM seine Zertifizierung ab und erreicht den vollen CCNP Collaboration-Titel. Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit grundsätzlich möglich. Darüber hinaus kommen je nach persönlicher Situation das Qualifizierungschancengesetz, Förderungen der Deutschen Rentenversicherung oder die Berufsförderung der Bundeswehr in Betracht. Ein individuelles Beratungsgespräch klärt die konkret nutzbaren Förderwege und erleichtert den Einstieg in die Weiterbildung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Auf welche Prüfung bereitet dieser Kurs vor?
Der Kurs bereitet auf die Cisco-Zertifizierungsprüfung 300-815 Implementing Cisco Advanced Call Control and Mobility Services (CLACCM) vor. Diese Prüfung ist eine der Konzentrationsprüfungen im CCNP Collaboration-Programm und kann auch im Rahmen des CCIE Collaboration als Konzentrationsprüfung gewertet werden.
Was ist der Unterschied zwischen CLACCM und dem Kern-CCNP?
Der CCNP Collaboration besteht aus einer Kernprüfung (350-801 CLCORE) und einer Konzentrationsprüfung nach Wahl. CLACCM ist eine solche Konzentrationsprüfung, die auf fortgeschrittene Anrufsteuerung und Mobilitätsdienste spezialisiert ist. Wer bereits CLCORE bestanden hat, benötigt nur noch eine Konzentrationsprüfung wie CLACCM für den CCNP-Titel.
Was bedeutet Global Dial Plan Replication?
Global Dial Plan Replication (GDPR) ist eine Cisco-UCM-Funktion, die es ermöglicht, Wählpläne zwischen verschiedenen UCM-Clustern automatisch zu synchronisieren und zu replizieren. Damit können Nutzer standortübergreifend unter einheitlichen Rufnummern erreichbar sein, ohne manuelle Konfiguration an jedem Standort. Der Kurs behandelt Planung, Implementierung und Fehlerbehebung von GDPR in verteilten Unternehmensumgebungen.
Was ist SRST und warum ist es für Außenstandorte wichtig?
Survivable Remote Site Telephony (SRST) ist eine Cisco-Funktion, die es ermöglicht, dass Telefone an Außenstandorten auch dann funktionieren, wenn die WAN-Verbindung zum zentralen UCM-Cluster unterbrochen ist. Der lokale Router übernimmt dabei die Anrufsteuerung für den Standort. SRST ist in Unternehmensumgebungen mit verteilten Standorten ein kritisches Hochverfügbarkeitsmerkmal.
Kann der Kurs gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit grundsätzlich möglich. Darüber hinaus kommen das Qualifizierungschancengesetz, Leistungen der Deutschen Rentenversicherung oder die Berufsförderung der Bundeswehr in Betracht. Ein individuelles Beratungsgespräch klärt die konkreten Fördermöglichkeiten.
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