Überblick
Die Concentration-Prüfung 300-820 CLCEI — Implementing Cisco Collaboration Cloud and Edge Solutions — fokussiert auf die Cisco Expressway Series und damit auf einen der zentralen Bausteine moderner, hybrid-betriebener Kollaborationsinfrastrukturen. Während die verwandte CLICA-Prüfung auf interne Applikationen wie Unity Connection und IM and Presence zielt, richtet sich CLCEI explizit auf die Randnetz- und Cloud-Ebene: Business-to-Business-Anrufe, Mobile and Remote Access (MRA), sicherer Fernzugriff und Authentifizierungsoptionen für externe Teilnehmer stehen im Mittelpunkt. Dieser Kurs verbindet diese technisch anspruchsvolle Spezialisierung mit der herstellerunabhängigen CompTIA Security+ Zertifizierung.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Cisco Expressway Series: Architektur und Grundkonfiguration Die Expressway Series besteht aus zwei Kernkomponenten: Expressway-C (Core, im internen Netzwerk) und Expressway-E (Edge, in der DMZ). Dieses Zusammenspiel ermöglicht es, Collaboration-Traffic sicher über Unternehmensgrenzen zu transportieren, ohne klassische Firewall-Traversal-Probleme zu erzeugen. Dieser Block legt das konzeptionelle und praktische Fundament.
- Traversal-Architektur: Expressway-C und Expressway-E im Zusammenspiel
- Firewall-Traversal-Protokolle (H.460.18/19, TURN/ICE)
- Zonen- und Suchregelkonzept in Expressway
- Lizenzierungsmodelle und Kapazitätsplanung
- TLS-Zertifikatsverwaltung für Expressway-Deployments
- Grundkonfiguration und initiales Rollout in einer Testumgebung
Modul 2 — Business-to-Business-Kommunikation und Interoperabilität B2B-Kommunikation über SIP ermöglicht direkte, verschlüsselte Verbindungen zwischen Unternehmen ohne öffentliche PSTN-Infrastruktur. Dieser Block behandelt die technische Umsetzung von B2B-Anrufen, Videokonferenzen und Content-Sharing mit externen Partnern.
- SIP-Trunking für B2B-Szenarien konfigurieren
- SIP-Option-Tags und Interop mit Nicht-Cisco-Systemen
- H.323-zu-SIP-Interworking über Expressway
- BFCP (Binary Floor Control Protocol) für Content Sharing
- Problemanalyse bei fehlgeschlagenen B2B-Verbindungen
- Sicherheitsaspekte bei B2B: Authentifizierung und Verschlüsselung
Modul 3 — Mobile and Remote Access und Cloud-Integration MRA ist eine der meistgenutzten Expressway-Funktionen: Sie ermöglicht es Mitarbeitenden, von außerhalb des Firmennetzwerks vollständig auf UC-Dienste zuzugreifen — ohne VPN. Dieser Block behandelt MRA-Architektur, OAuth-basierte Authentifizierung und die Integration mit Cisco Webex.
- MRA-Architektur: ICE, TURN und Expressway-E als Edge-Proxy
- OAuth 2.0-Tokenflüsse für MRA-Authentifizierung
- Jabber-Client-Konfiguration für MRA
- Hybridservices mit Cisco Webex (Cloud Calling, Messaging)
- Cisco Meeting Server Expressway-Interworking
- Fehleranalyse bei MRA-Verbindungsproblemen
Modul 4 — CompTIA Security+ (herstellerunabhängig) Parallel zu den Cisco-spezifischen Inhalten wird das herstellerunabhängige Sicherheitswissen nach CompTIA Security+ Standard aufgebaut. Dieser Block ist bewusst von den Cisco-Modulen getrennt formuliert, da er andere konzeptionelle Ebenen anspricht — besonders relevant für alle, die IT-Sicherheitsverantwortung übernehmen wollen, die über Cisco-Systeme hinausgeht.
- Bedrohungslandschaft: APTs, Zero-Day-Exploits, Insider-Threats
- Schwachstellenmanagement und Penetration-Testing-Konzepte
- Secure-Network-Design-Prinzipien: Segmentierung, Defense in Depth
- Cloud-Sicherheitsmodelle (IaaS, PaaS, SaaS) und geteilte Verantwortung
- Incident-Response-Phasen und Forensik-Grundlagen
- Gesetzliche Anforderungen: DSGVO, NIS2 und branchenspezifische Compliance
Praxisblock — Konfigurationslabs und Troubleshooting-Szenarien Die Labs in diesem Kurs sind auf die spezifischen Komplexitäten der Expressway-Technologie ausgerichtet. Firewall-Traversal-Probleme, Zertifikatsfehler und OAuth-Tokenprobleme gehören zu den häufigsten Herausforderungen in der Praxis und werden deshalb systematisch trainiert.
- Expressway-C/E-Paar deployen und grundlegende Zonen konfigurieren
- Selbstsignierte und CA-signierte Zertifikate in Expressway einbinden
- B2B-Testanruf zu einem Partnerystem einrichten und debuggen
- MRA mit Jabber-Client konfigurieren und OAuth-Flow nachvollziehen
- Webex-Hybridservice in einer Testumgebung aktivieren
- Firewall-Traversal-Problem anhand von Logs systematisch einkreisen
- SIP-Trace auswerten und Fehlerursache identifizieren
- MRA-Verbindungsfehler durch schrittweise Überprüfung der Expressway-Logs lösen
- B2B-Interoperabilität mit einem Nicht-Cisco-System testen
- CompTIA-Szenario: Sicherheitsarchitektur für ein hybrides UC-Deployment bewerten
- Zertifikatsablauf in einer Expressway-Umgebung simulieren und beheben
- Cloud-Sicherheitskonzept für eine Webex-Hybridinfrastruktur skizzieren
Die Labumgebungen bilden realistische Netzwerktopologien ab, einschließlich simulierter Firewall-Perimeter und DMZ-Konfigurationen, um die Expressway-Logik authentisch erfahrbar zu machen.
Lernziele:
- Cisco Expressway-Architektur verstehen und Core- sowie Edge-Komponenten konfigurieren
- Business-to-Business-Anrufe (B2B) über SIP-Trunks und Expressway-C/E einrichten
- Mobile and Remote Access (MRA) für sichere Fernzugriffe auf UC-Ressourcen implementieren
- Authentifizierungsoptionen der Expressway Series (OAuth, Zertifikate, SSO) konfigurieren
- Cisco Meeting Server (CMS) und Interworking-Szenarien mit Expressway planen
- Video- und Voice-Workloads sicher über Unternehmensperimeter transportieren
- Bedrohungsszenarien und Angriffsvektoren gemäß CompTIA Security+ einordnen
- Sicherheitsarchitekturen für Cloud- und Edge-Szenarien bewerten und konzipieren
- Identitäts- und Zugangsverwaltung einschließlich Zertifikatsinfrastruktur für hybride Umgebungen aufbauen
- Kryptografische Protokolle verstehen und im Kontext von UC-Verschlüsselung anwenden
- Datenschutz- und Compliance-Anforderungen für Kommunikationssysteme einordnen
- Risikomanagement-Grundlagen auf IT-Sicherheitsprojekte anwenden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Collaboration- und Netzwerkfachleute, die mit Cisco-Systemen an der Grenze zwischen internem Netzwerk und Cloud oder externen Teilnehmern arbeiten.
- Collaboration Engineers mit Erfahrung in Cisco UCM und Expressway
- UC-Administratoren, die B2B- und MRA-Deployments betreuen
- Netzwerkadministratoren, die Cisco-Collaboration-Traffic über Perimeter-Grenzen managen
- IT-Sicherheitsfachleute, die Edge-Security für UC-Systeme verantworten
- Personen, die das CCNP Collaboration mit der Concentration 300-820 CLCEI abschließen möchten
Grundkenntnisse in Cisco UCM, SIP-Protokollen und Netzwerkgrundlagen werden vorausgesetzt. Empfohlen ist ein Verständnis der Inhalte der CCNP-Collaboration-Core-Prüfung 350-801 CLCOR, da CLCEI als Concentration-Prüfung auf diesen Grundlagen aufbaut. Erfahrung mit Firewall- und DMZ-Konzepten ist von Vorteil, da Expressway eng mit der Netzwerkrandarchitektur zusammenarbeitet.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs ist besonders praxisorientiert, da die Expressway-Technologie zahlreiche Konfigurationsdetails aufweist, die sich nur durch eigenes Ausprobieren wirklich erschließen. Theoretische Erklärungen werden daher stets direkt mit Lab-Arbeit verknüpft. Das Combined-Learning-Format erlaubt es, laborintensive Phasen in Präsenz zu konzentrieren und konzeptionellere Inhalte — insbesondere den CompTIA-Security+-Teil — in flexiblen Online-Einheiten zu absolvieren.
Der Kurs wird als Vollzeitmaßnahme über mehr als einen Monat bis zu drei Monate angeboten. Die Dauer ist durch den dualen Inhalt begründet: 300-820 CLCEI verlangt tiefes praktisches Üben mit Expressway-Konfigurationen, und CompTIA Security+ umfasst sieben Themendomänen, die eigenständig und systematisch erarbeitet werden müssen.
Nach Abschluss erhalten Sie eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Der Kurs bereitet gezielt auf die externe Cisco-Prüfung 300-820 CLCEI und auf die CompTIA Security+ Prüfung vor. Wer CLCEI zusammen mit der Core-Prüfung 350-801 CLCOR besteht, erlangt das CCNP Collaboration sowie den Spezialisten-Titel Cisco Certified Specialist - Collaboration Cloud and Edge. CompTIA Security+ verleiht eine anerkannte, herstellerunabhängige Sicherheitszertifizierung.
Nutzen & Perspektiven
Die Expressway-Technologie ist ein Alleinstellungsmerkmal im Cisco-Kollaborationsportfolio und kaum durch andere Lösungen substituierbar in Unternehmen, die stark auf Cisco UCM setzen. Wer Expressway-C/E-Deployments beherrscht, besitzt damit ein spezifisches Know-how, das am Markt vergleichsweise selten ist und entsprechend nachgefragt wird — besonders in Unternehmensumgebungen mit anspruchsvollen B2B-Anforderungen oder starker Remote-Work-Nutzung. Die Verknüpfung mit CompTIA Security+ ist bei dieser Spezialisierung besonders sinnvoll: Expressway ist per Definition ein Edge-System, das Collaboration-Traffic über Unternehmensgrenzen transportiert — eine sicherheitskritische Funktion, für die ein solides Verständnis von Kryptographie, Zertifikaten, Authentifizierungsprotokollen und Angriffsszenarien unverzichtbar ist. Das Security+-Wissen ist deshalb nicht nur ein formales Qualifikationsziel, sondern direkt anwendbar. Insgesamt positioniert Sie dieser Kurs für Rollen, die die Schnittmenge zwischen Kollaborationstechnik und IT-Sicherheit abdecken — ein Profil, das in einer Zeit zunehmender UC-Cloud-Migration und wachsender Sicherheitsanforderungen an Kollaborationsinfrastrukturen stark an Relevanz gewinnt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet CLCEI von CLICA im CCNP-Collaboration-Pfad?
CLICA (300-810) fokussiert auf Cisco-Kollaborationsapplikationen wie SSO, Unified IM and Presence, Unity Connection und Unity Express — also auf interne UC-Anwendungen. CLCEI (300-820) konzentriert sich auf die Cisco Expressway Series und damit auf Konnektivität an der Netzwerkgrenze: B2B-Anrufe, Mobile and Remote Access und Cloud-Integration. Beide sind wählbare Concentration-Prüfungen im CCNP Collaboration.
Brauche ich zwingend ein VPN für Mobile and Remote Access mit Expressway?
Nein. Das ist gerade der zentrale Vorteil von MRA mit Cisco Expressway: Mitarbeitende greifen ohne VPN von außerhalb des Unternehmensnetzwerks auf UC-Dienste zu. Expressway-E fungiert als sicherer Edge-Proxy in der DMZ und stellt die Verbindung zum internen Expressway-C her, ohne dass ein separater VPN-Client notwendig ist.
Für welche Unternehmen ist die Expressway-Spezialisierung besonders relevant?
Expressway ist für Unternehmen mit etablierter Cisco UCM-Infrastruktur besonders wichtig, die B2B-Videokommunikation mit Partnern nutzen, starke Remote-Work-Anforderungen haben oder hybride Szenarien mit Cisco Webex betreiben. In diesen Umgebungen ist Expressway-Know-how kaum substituierbar.
Erhalte ich nach bestandener Prüfung direkt das CCNP Collaboration?
Das CCNP Collaboration erfordert zwei bestandene Prüfungen: die Core-Prüfung 350-801 CLCOR und eine Concentration-Prüfung Ihrer Wahl. Wenn Sie 300-820 CLCEI als Concentration ablegen und bereits CLCOR bestanden haben, erwerben Sie das CCNP Collaboration sowie den Spezialisten-Titel Cisco Certified Specialist - Collaboration Cloud and Edge.
Ist dieser Kurs auch für Personen ohne Cisco-Vorwissen geeignet?
Nein, dieser Kurs setzt Vorkenntnisse in Cisco UCM und grundlegenden Collaboration-Technologien voraus. Die Konzentrationsprüfung 300-820 CLCEI ist als Vertiefung konzipiert und baut auf dem Core-Level auf. Einsteiger sollten zunächst mit CCNA Collaboration oder den CLCOR-Inhalten beginnen.
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