Überblick
Dieser Lehrgang kombiniert zwei eigenständige Zertifizierungsstränge zu einem intensiven Qualifizierungsprogramm: die Cisco-Concentration-Prüfung 300-835 CLAUTO (Automating and Programming Cisco Collaboration Solutions) als Teil des CCNP Collaboration sowie die herstellerunabhängige Sicherheitszertifizierung CompTIA Security+. Wer bereits das CCNP-Core-Examen 350-801 CLCOR abgelegt hat oder parallel plant, schließt mit der CLAUTO-Prüfung seinen CCNP Collaboration Specialist ab. Gleichzeitig baut der Security+-Anteil ein solides, branchenweit anerkanntes Fundament in IT-Sicherheit auf.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Cisco Collaboration Automation — Grundlagen und Plattformübersicht Die Cisco Unified Communications-Familie bietet eine breite API-Landschaft, die in diesem Modul systematisch erschlossen wird. Sie erhalten zunächst eine Übersicht über die Architektur der relevanten Plattformen und ihre Schnittstellen, bevor Sie die ersten eigenen Automationsszenarien umsetzen.
- Überblick über die CCNP Collaboration Concentration CLAUTO und die geprüften Kompetenzbereiche
- Architektur von Cisco Unified Communications Manager und dessen AXL-API
- Grundprinzipien der REST-API-Kommunikation: HTTP-Methoden, Statuscodes, Authentifizierungsverfahren
- SOAP-basierte Kommunikation mit Cisco-UC-Diensten
- Datenmodellierung in XML und JSON für den API-Datenaustausch
- Python als Automationssprache: relevante Bibliotheken (requests, zeep, xmltodict)
Modul 2: Automatisierung von Cisco Collaboration Endpoints und Webex-Diensten Cisco Webex Teams und Webex Meetings bieten umfangreiche Bot- und Webhook-Schnittstellen. Parallel dazu lassen sich Cisco IP Phones und Collaboration Endpoints über herstellerspezifische APIs in bestehende Workflows einbinden.
- Cisco Webex Teams API: Räume, Nachrichten, Memberships und Webhooks programmatisch verwalten
- Bot-Entwicklung für Cisco Webex Teams mit Python
- Cisco Webex Meetings XML API: Meeting-Verwaltung und Reporting
- Cisco Collaboration Endpoints: xAPI-Kommandos und Statusabfragen per HTTP
- Cisco IP Phone Services: XML-Anwendungen und Push-Benachrichtigungen
- Cisco Finesse REST API: Agenten-Status und Desktop-Automatisierung im Contact-Center-Umfeld
Modul 3: Fortgeschrittene Automatisierungskonzepte und Cisco Unity Connection Dieses Modul vertieft die Automatisierung von Voicemail- und Messaging-Diensten sowie die Orchestrierung komplexer UC-Abläufe. Cisco Unity Connection stellt eine eigene REST-API bereit, die in integrierten Automationspipelines genutzt wird.
- Cisco Unity Connection API: Postfach-Verwaltung, Grußformeln und Benachrichtigungsregeln per Skript
- Cisco Unified Communications Manager API: Massenbearbeitung von Nutzern, Leitungen und Geräten
- Fehlerbehandlung und Logging in Python-basierten UC-Automatisierungsskripten
- Versionierung und Wiederverwendbarkeit von Automationscode
- Simulation von UC-API-Abläufen in Lab-Umgebungen
Modul 4: CompTIA Security+ — IT-Sicherheit herstellerunabhängig CompTIA Security+ ist eine der meistgefragten Einstiegs- und Zwischenstufen-Zertifizierungen im IT-Sicherheitsbereich. Das Modul strukturiert die sieben Themengebiete der Prüfung und verzahnt sie mit den netzwerktechnischen Kenntnissen des CLAUTO-Teils.
- Bedrohungslandschaft: Arten von Schadsoftware, Social Engineering, Insider-Bedrohungen
- Angriffsvektoren auf Netzwerk-, Anwendungs- und Systemebene
- Sicherheitstools und -technologien: Firewalls, IDS/IPS, SIEM, Endpoint-Schutz
- Architektur und Design sicherer Infrastrukturen: Zero Trust, Cloud-Sicherheitsprinzipien
- Identitäts- und Zugangsverwaltung: MFA, RBAC, Verzeichnisdienste
- Risikomanagement: Risikoklassifizierung, Compliance-Grundlagen, Notfallplanung
- Kryptografie und PKI: symmetrische und asymmetrische Verfahren, Zertifikatsmanagement
Praxisteil: Laborübungen und kombinierte Szenarien Die praktischen Übungseinheiten orientieren sich eng an den Prüfungszielen beider Zertifizierungen. Realistische Lab-Szenarien verbinden UC-Automatisierung mit Sicherheitsüberlegungen.
- Python-Skript zur automatisierten Nutzerverwaltung in Cisco UCM über AXL
- Aufbau eines Webex-Teams-Bots, der auf Trigger-Nachrichten mit API-Aktionen reagiert
- REST-Abfrage des Gerätestatus mehrerer Cisco Collaboration Endpoints
- Konfiguration von Webhooks für Webex Meetings und Auswertung der Event-Payload
- Fehleranalyse in einer fehlgeschlagenen SOAP-Kommunikation mit Unity Connection
- Klassifizierung eines Angriffsszenarios nach Security+-Rahmenwerk
- Identifikation von Schwachstellen in einem fiktiven Netzwerk-Audit
- Zuordnung von Kryptografieverfahren zu konkreten Anwendungsfällen
- Planung einer MFA-Implementierung für einen UC-Administrationsbereich
- Analyse eines Sicherheitsvorfalls mit SIEM-Protokolldaten
- Dokumentation eines Automationsskripts nach Best Practices
Die Laborumgebung spiegelt praxisnahe Enterprise-Szenarien wider und gibt Ihnen Gelegenheit, die gelernten Konzepte unter realistischen Bedingungen zu testen. Das unmittelbare Feedback in den Übungseinheiten hilft, Wissenslücken frühzeitig zu identifizieren und gezielt zu schließen.
Lernziele:
- Sie verstehen, wie Cisco-Collaboration-Plattformen über REST- und SOAP-APIs programmatisch gesteuert werden
- Sie automatisieren Prozesse in Cisco Unified Communications Manager, Cisco Unity Connection und Cisco Finesse mithilfe von Python-Skripten
- Sie verarbeiten Daten in den Formaten XML und JSON, die in der API-Kommunikation dieser Plattformen zentral sind
- Sie integrieren Cisco Webex Teams und Cisco Webex Meetings in automatisierte Kommunikationsabläufe
- Sie kennen die Architektur und die Erweiterungspunkte der Cisco Collaboration Endpoints und können diese programmgesteuert konfigurieren
- Sie verarbeiten und strukturieren Antworten von Cisco-APIs in Python-Anwendungen
- Sie identifizieren und klassifizieren Bedrohungsszenarien nach dem CompTIA Security+-Rahmenwerk
- Sie beschreiben Angriffstypen, Schwachstellen und Gegenmaßnahmen auf Netzwerk- und Systemebene
- Sie erläutern die Grundsätze der Identitäts- und Zugangsverwaltung im Unternehmenskontext
- Sie wenden Konzepte der Kryptografie, Public-Key-Infrastruktur (PKI) und sicherer Protokolle an
- Sie führen eine grundlegende Risikoanalyse durch und ordnen Sicherheitsmaßnahmen nach Risikoprioritäten ein
- Sie verbinden Netzwerk-Automatisierungskenntnisse mit Sicherheitswissen zu einem integrierten Berufsprofil
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs ist für IT-Fachkräfte konzipiert, die in Unternehmen mit Cisco-basierten Kommunikationsinfrastrukturen arbeiten oder diese Rolle anstreben. Typische Hintergründe sind Netzwerkadministration, UC-Systembetreuung und IT-Support in Umgebungen mit Cisco-Kollaborationslösungen.
- Netzwerk- und Systemadministratoren mit Cisco UC-Erfahrung
- Collaboration Engineers, die ihre Fähigkeiten zur Automatisierung ausbauen möchten
- IT-Fachkräfte, die eine CCNP-Concentration abschließen möchten und den Core bereits besitzen oder parallel ablegen
- Sicherheitsinteressierte Netzwerker, die mit Security+ ein herstellerunabhängiges Sicherheitsfundament aufbauen wollen
- Entwickler mit Networking-Hintergrund, die Python-Automatisierung im UC-Umfeld einsetzen möchten
Solide Kenntnisse in Cisco Unified Communications sind empfehlenswert, idealerweise auf dem Niveau der Cisco CCNA Collaboration oder durch vergleichbare Berufserfahrung mit Cisco UCM und verwandten Plattformen. Grundlagen der Netzwerktechnik (IP-Adressierung, Protokolle, Switching, Routing) werden vorausgesetzt. Für den Python-Anteil helfen erste Programmiererfahrungen, auch wenn diese im Kurs aufgefrischt werden. Das Core-Examen 350-801 CLCOR ist für den CCNP Collaboration formal erforderlich, wird in diesem Kurs aber nicht abgedeckt.
Ablauf & Abschluss
Der Lehrgang wird im Combined-Learning-Format in Vollzeit durchgeführt. Theoretische Lektionen zu API-Konzepten, Python-Skripten und Security+-Inhalten wechseln sich mit strukturierten Labor-Übungen in einer Cisco-Testumgebung ab. Die Vollzeit-Intensivstruktur ermöglicht es, innerhalb weniger Wochen prüfungsreife Kenntnisse aufzubauen und beide Zertifizierungen zeitnah abzulegen. Digitale Lernmaterialien und Übungsaufgaben stehen auch zwischen den Präsenzphasen zur Verfügung.
Der Kurs ist als Vollzeit-Maßnahme konzipiert und erstreckt sich über mehr als einen Monat bis maximal drei Monate. Die genaue Laufzeit hängt vom individuellen Startzeitpunkt und Lernfortschritt ab; auf Anfrage sind auch Teilzeit-Varianten möglich.
Nach Abschluss des Kurses legen Sie zwei externe Zertifizierungsprüfungen ab. Die Cisco-Prüfung 300-835 CLAUTO führt bei Bestehen zur Cisco Certified Specialist - Collaboration Automation Zertifizierung und komplettiert zusammen mit dem Core-Examen 350-801 CLCOR den CCNP Collaboration. Zusätzlich erwerben Sie die CompTIA Security+-Zertifizierung, die als herstellerunabhängiger Sicherheitsnachweis international anerkannt ist. Beide Prüfungen werden bei den jeweiligen Zertifizierungsstellen — Cisco bzw. CompTIA — abgelegt und sind keine trägerinternen Bescheinigungen.
Nutzen & Perspektiven
Die Verbindung von Cisco-Collaboration-Automatisierung und herstellerunabhängiger IT-Sicherheit macht diesen Lehrgang zu einer doppelten Qualifizierungsmaßnahme. Wer heute Collaboration-Infrastrukturen verwaltet, wird zunehmend mit API-gesteuerten Arbeitsabläufen konfrontiert — manuelle Konfigurationsprozesse weichen Skript-basierten Automationspipelines. Mit dem CLAUTO-Zertifikat positionieren Sie sich als Fachkraft, die nicht nur Cisco UC-Plattformen betreibt, sondern diese aktiv programmiert und erweitert. Die CompTIA Security+-Komponente ergänzt dieses Profil um eine Dimension, die in nahezu jedem IT-Stellenprofil gefordert wird: ein strukturiertes Verständnis von Bedrohungen, Schutzmaßnahmen und Sicherheitsarchitekturen. Da Security+ herstellerunabhängig ist, lässt sich dieses Wissen unabhängig von zukünftigen Technologiewechseln einsetzen und bleibt dauerhaft verwertbar. Für Unternehmen, die ihre UC-Infrastruktur modernisieren, automatisieren oder in Cloud-basierte Cisco-Dienste integrieren, sind Fachkräfte mit genau diesem kombinierten Profil besonders gefragt. Der Lehrgang schließt eine typische Qualifikationslücke zwischen reiner Administrationstätigkeit und der modernen, API-gesteuerten Verwaltung von Kommunikationsplattformen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifizierungsprüfungen deckt dieser Kurs ab?
Der Lehrgang bereitet Sie gezielt auf die Cisco-Prüfung 300-835 CLAUTO (Automating and Programming Cisco Collaboration Solutions) vor, die als Concentration-Prüfung für den CCNP Collaboration gilt. Zusätzlich erwerben Sie die CompTIA Security+-Zertifizierung, eine herstellerunabhängige Sicherheitsprüfung.
Was ist der Unterschied zwischen dem Core-Examen und dieser Concentration-Prüfung?
Das CCNP Collaboration besteht aus einem Core-Examen (350-801 CLCOR) und einer frei wählbaren Concentration. Dieser Kurs fokussiert sich auf die Concentration 300-835 CLAUTO, also die Automatisierung und Programmierung von Cisco-Collaboration-Umgebungen. Das Core-Examen wird in diesem Lehrgang nicht abgedeckt.
Welche Cisco-Plattformen werden in der CLAUTO-Vorbereitung behandelt?
Sie arbeiten mit Cisco Unified Communications Manager, Cisco Unity Connection, Cisco Finesse, Cisco Collaboration Endpoints sowie Cisco Webex Teams und Cisco Webex Meetings. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der API-basierten Steuerung dieser Plattformen mit Python.
Für wen ist CompTIA Security+ als Ergänzung sinnvoll?
Security+ richtet sich an IT-Fachkräfte, die ein herstellerunabhängiges Sicherheitsfundament nachweisen möchten. Es deckt Themen wie Bedrohungsanalyse, Kryptografie, Identitätsverwaltung und Risikoabschätzung ab und ergänzt die cisco-spezifische Automatisierungs-Expertise des CLAUTO-Teils sinnvoll.
In welchem Format findet der Kurs statt?
Der Lehrgang wird im Combined-Learning-Format in Vollzeit durchgeführt und dauert zwischen einem und drei Monaten. Präsenz- und Online-Phasen werden methodisch kombiniert, um praktische Laborübungen mit theoretischen Lektionen zu verzahnen.
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