Überblick
Dieser Kurs kombiniert den Cisco-Concentration-Track Designing Cisco Data Center Infrastructure (DCID) v7.0 mit der herstellerunabhängigen CompTIA Security+ Zertifizierungsvorbereitung. DCID ist eine Concentration-Prüfung im CCNP Data Center Programm und adressiert explizit die Design-Perspektive: Statt Implementierungsschritte zu trainieren, geht es darum, Rechenzentrumslösungen architektonisch zu entwerfen und zu bewerten. Fallstudien, Architekturübungen und designorientierte Aktivitäten stehen im Mittelpunkt des Cisco-Anteils. Der CompTIA Security+-Anteil ergänzt die Designkompetenz um das Sicherheitsfundament. Der Lehrgang findet im Vollzeitformat im Combined-Learning-Modus über ein bis drei Monate statt.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Netzwerk-Design für Cisco Data Center-Umgebungen Der Schwerpunkt dieses Blocks liegt nicht auf der technischen Konfiguration, sondern auf der Planung und Architekturierung. Wie sieht ein skalierbares, hochverfügbares Netzwerkdesign für ein modernes Cisco-Rechenzentrum aus? Sie erarbeiten Designentscheidungen für Layer-2- und Layer-3-Topologien, bewerben Redundanzkonzepte und analysieren Anforderungen für unterschiedliche Unternehmensgrößen.
- Rechenzentrumsdesign-Prinzipien: Modularität, Hochverfügbarkeit, Skalierbarkeit
- Spine-Leaf-Topologien vs. klassische Three-Tier-Architekturen: Vergleich und Einsatzszenarien
- VXLAN und ACI als Overlay-Ansätze im DC-Design
- Cisco Nexus-Plattformwahl: 9000er, 7000er, 5000er im Vergleich nach Anwendungsfall
- Design für Multi-Tenancy und Netzwerkvirtualisierung
Modul 2 — Cisco UCS-Design: Compute und Unified Fabric Cisco UCS (Unified Computing System) ist eine konvergente Infrastrukturplattform, die Compute, Netzwerk und Storage-Anbindung in einer einheitlichen Architektur vereint. Dieser Block fokussiert das Design — welche UCS-Komponenten für welche Anforderungen geeignet sind, wie Service Profiles architektonisch entworfen werden und wie Cisco Unified Fabric die Trennung von LAN und SAN überbrückt.
- B-Series Blade Server vs. C-Series Rack Server: Designentscheidungen nach Workload
- Cisco UCS Manager als zentrales Verwaltungsframework: Designprinzipien für Service Profiles und Pools
- Fabric Interconnects und deren Rolle in der UCS-Architektur
- Cisco Unified Fabric: FCoE als konvergente Netzwerklösung
- Hochverfügbarkeitsdesign für UCS-Chassis und Fabric Interconnects
Modul 3 — Storage-Design und Verwaltungstools Storage-Entscheidungen sind im Rechenzentrumsdesign kritisch für Performance, Ausfallsicherheit und Kosten. Dieser Block behandelt das Design von SANs und deren Integration in die Gesamtarchitektur. Zusätzlich werden die relevanten Cisco-Verwaltungstools eingeführt, die für das Design und die Betriebsplanung unverzichtbar sind.
- Fibre-Channel-SAN-Design: Zoning-Strategien, Fabric-Redundanz, VSAN-Konzepte
- iSCSI-Design als ergänzende oder alternative Storage-Lösung
- Cisco DCNM (Data Center Network Manager): Einsatzszenarien und Designintegration
- Cisco UCS Director: Orchestrierung und Workflow-Design für DC-Automatisierung
- Datensicherungs- und Recovery-Designaspekte (Backup-Architekturen, Snapshots)
Modul 4 — CompTIA Security+: Sicherheitsdesign herstellerunabhängig Für Architekten und Designer von Rechenzentren ist Security+ besonders relevant, weil Sicherheitsanforderungen bereits in der Designphase berücksichtigt werden sollten — nicht erst nachträglich. Dieser Block vermittelt das konzeptuelle Rüstzeug, das für sicherheitsorientiertes DC-Design notwendig ist.
- Bedrohungslandschaft: APT-Angriffsmuster, Ransomware-Verbreitung, Supply-Chain-Angriffe
- Netzwerk-Sicherheitsdesign: DMZ, Mikrosegmentierung, Zero-Trust-Prinzipien
- Identität und Zugang: RBAC, PAM, Multi-Faktor-Authentifizierung im Enterprise-Kontext
- Risikomanagement im DC-Designprozess: Risikoabwägung und Kontrollauswahl
- Kryptografie im Netzwerkdesign: TLS, IPsec, Zertifikatsverwaltung
Praxisblock — Designübungen und Fallstudien Der DCID-Kurs ist designorientiert: Fallstudien und Aktivitäten sind so konstruiert, dass Teilnehmer Architekturentscheidungen begründen, Alternativen abwägen und Designanforderungen in konkrete Technologieentscheidungen übersetzen müssen.
- Analyse einer vorgegebenen DC-Topologie und Identifikation von Design-Schwachstellen
- Entwurf einer Spine-Leaf-Architektur für ein mittelgroßes Unternehmensrechenzentrum
- Design eines UCS-Deployments mit Service Profiles und Pools für einen definierten Workload
- Auswahl einer SAN-Architektur auf Basis spezifischer Anforderungen (Latenz, Throughput, Kosten)
- Einschätzung der Skalierbarkeit eines DC-Designs für 2x Wachstum
- Designentscheidung zwischen VXLAN und ACI für ein Multi-Tenant-Szenario
- Bewertung der Hochverfügbarkeitsoptionen für UCS Fabric Interconnects
- Sicherheitsdesign-Review: Welche Änderungen sind an einem vorgegebenen Netzwerkplan notwendig?
- Risikoabwägung zwischen drei konkurrierenden Design-Alternativen für ein SAN
- Entwurf einer IAM-Strategie für Zugang zu kritischen DC-Systemen
- Identifikation potenzieller Angriffsvektoren in einem gegebenen DC-Design
- Dokumentation einer Designentscheidung mit Begründung und Alternativenabwägung
Die designorientierte Methodik des DCID-Kurses unterscheidet ihn deutlich vom Core-Track (DCCOR): Während DCCOR tiefe Implementierungskenntnisse prüft, bewertet DCID die Fähigkeit, Architekturen zu planen und zu rechtfertigen. Diese Kompetenz ist für Senior-Rollen im DC-Umfeld — Architects, Lead Engineers, Pre-Sales — besonders relevant. Das Security+-Modul verankert das Sicherheitsdenken von Anfang an in der Designperspektive.
Lernziele:
- Sie entwerfen Netzwerkarchitekturen für Cisco-Rechenzentren auf Basis von Nexus-Technologien
- Sie wählen und begründen Design-Entscheidungen für Cisco UCS-Lösungen auf B-Series- und C-Series-Basis
- Sie planen Storage-Area-Network-Designs mit Fibre Channel und bewerten Alternativen
- Sie konzipieren Virtualisierungs- und Compute-Infrastrukturen mit Blick auf Skalierbarkeit und Ausfallsicherheit
- Sie nutzen Cisco UCS Manager, DCNM und UCS Director als Netzwerkmanagement-Werkzeuge
- Sie erhalten 40 Continuing Education (CE) Credits für die CCNP-Rezertifizierung mit dem bestandenen DCID-Examen
- Sie bewerten Sicherheitsanforderungen und integrieren Sicherheitskonzepte in DC-Designentscheidungen
- Sie analysieren Risiken in Rechenzentrums-Designs und schlagen Gegenmaßnahmen vor
- Sie verstehen Bedrohungsklassifizierungen und können Schwachstellen in Netzwerkarchitekturen identifizieren
- Sie kennen kryptografische Konzepte und deren Relevanz für sichere DC-Kommunikation
- Sie beschreiben Identitäts- und Zugangsverwaltungsstrukturen in Enterprise-Umgebungen
- Sie wenden Risikomanagement-Grundsätze auf praxisnahe Designszenarien an
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs spricht Fachleute an, die in DC-Designrollen tätig sind oder dorthin wechseln wollen. Besonders geeignet ist er für folgende Profile.
- Data-Center-Architects und Senior Engineers mit Cisco-Hintergrund
- Pre-Sales Engineers, die Designentscheidungen gegenüber Kunden argumentieren müssen
- Lead Engineers in DC-Projekten, die Architekturdokumente erstellen und verantworten
- Netzwerkspezialisten mit Cisco-Kenntnissen, die ihre Designkompetenz systematisch ausbauen wollen
- IT-Professionals, die CCNP Data Center via Concentration-Prüfung komplettieren möchten
Empfohlen werden fundierte Kenntnisse in Cisco-Rechenzentrumstechnologien, idealerweise auf dem Niveau des CCNP Data Center Core (DCCOR) oder vergleichbar. Verständnis von Nexus-Switching, UCS-Grundlagen, FC-SANs und Virtualisierungskonzepten wird vorausgesetzt. Da DCID eine Concentration-Prüfung ist, richtet sie sich an Teilnehmer mit solider Praxisbasis. Der Vollzeit-Lehrgang erfordert die nötige Zeitkapazität für begleitende Selbststudiumphasen.
Ablauf & Abschluss
DCID ist der Cisco-Anteil, der sich durch designorientierte Fallstudien auszeichnet: Statt reiner Konfigurationsübungen werden Szenarien erarbeitet, in denen Architekturentscheidungen begründet, Alternativen verglichen und Anforderungen in Designspezifikationen übersetzt werden müssen. Das Combined-Learning-Format verbindet betreute Unterrichtseinheiten mit angeleiteten Fallstudienarbeiten und Selbststudiummaterialien. Der Security+-Anteil ergänzt diese Designperspektive um prüfungsnahe Sicherheitsszenarien.
Der Lehrgang dauert in Vollzeit zwischen mehr als einem Monat und bis zu drei Monaten. Mit dem Bestehen der DCID-Prüfung (300-610) werden 40 CE Credits angerechnet, die für die Rezertifizierung von CCNP-Zertifizierungen eingesetzt werden können. Beide Prüfungsvorbereitungen — DCID und CompTIA Security+ — sind vollständig im Lehrplan enthalten.
Nach Kursabschluss erhalten Teilnehmer ein trägerinternes Lehrgangs- oder Teilnahmezertifikat. Die angestrebten externen Zertifizierungen sind die Cisco-Prüfung 300-610 DCID als Concentration-Abschluss für CCNP Data Center sowie die CompTIA Security+ Prüfung. Beide Prüfungen werden eigenständig bei akkreditierten Testcentern abgelegt.
Nutzen & Perspektiven
Design-Kompetenz ist in Rechenzentrumsrollen oft der entscheidende Schritt von einem ausführenden Engineer zu einer leitenden oder beratenden Position. DCID adressiert genau diese Ebene: Die Fähigkeit, Architekturentscheidungen mit Fachargumenten zu untermauern, Kundenanforderungen in belastbare Designs zu übersetzen und Kompromisse zwischen Kosten, Skalierbarkeit und Sicherheit zu navigieren. Für Pre-Sales Engineers und Architects ist dieses Wissen direkt im Arbeitsalltag anwendbar. Die 40 CE Credits, die mit DCID erworben werden, sind für Rezertifizierungszwecke ein konkreter Vorteil gegenüber alternativen Weiterbildungsformen. Zusammen mit dem CompTIA Security+-Abschluss entsteht ein Profil, das technische Tiefe mit Sicherheitsgrundlage verbindet — eine Kombination, die in modernen DC-Projekten zunehmend erwartet wird. Wer in der Cisco-Zertifizierungslandschaft die CCNP-Data-Center-Abdeckung komplettieren möchte, findet in DCID einen sinnvollen Concentration-Track, der sich klar vom Core-Examen unterscheidet und spezifisch die Architektenperspektive schult. Die Verbindung mit Security+ macht den Lehrgang zu einer Vorbereitung, die über das unmittelbare Prüfungsziel hinauswirkt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet DCID (300-610) von der Core-Prüfung DCCOR (350-601)?
DCCOR prüft Implementierungs- und Betriebskenntnisse quer durch alle DC-Domänen (Netzwerk, Compute, Storage, Automatisierung). DCID ist eine Concentration-Prüfung mit Fokus auf Design: Teilnehmer müssen Architekturentscheidungen begründen, Alternativen abwägen und Anforderungen in DC-Designs übersetzen — eine komplementäre, stärker architektonische Perspektive.
Ist DCID eine Pflichtprüfung für CCNP Data Center?
Nein. DCID ist eine von mehreren möglichen Concentration-Prüfungen. CCNP Data Center erfordert das Bestehen von DCCOR (Core) und einer beliebigen Concentration. DCID ist die design-fokussierte Option; es gibt weitere Concentration-Tracks mit anderen Schwerpunkten.
Wie viele CE Credits bekomme ich mit der bestandenen DCID-Prüfung?
Mit dem Bestehen von 300-610 DCID werden 40 Continuing Education Credits angerechnet. Diese können für die Rezertifizierung bestehender Cisco CCNP-Zertifizierungen eingesetzt werden.
Welche Cisco-Verwaltungstools werden im DCID-Kurs behandelt?
Der Kurs behandelt Cisco UCS Manager als Framework für Service Profiles und Compute-Verwaltung, Cisco Data Center Network Manager (DCNM) für Netzwerkmanagement sowie Cisco UCS Director für Orchestrierung und Workflow-Automatisierung im DC-Betrieb.
Für wen ist die Kombination aus DCID und Security+ besonders geeignet?
Besonders geeignet ist sie für DC-Architects und Senior Engineers sowie Pre-Sales Consultants, die Designentscheidungen gegenüber Kunden argumentieren und dabei auch Sicherheitsanforderungen fundiert einbeziehen müssen. Die Kombination aus Designkompetenz und Sicherheitsgrundlage ist für leitende Rollen in DC-Projekten unmittelbar relevant.
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