Überblick
Der Kurs CCNP Data Center DCACI (300-620) — Implementing Cisco Application Centric Infrastructure vermittelt umfassendes Fachwissen zur Implementierung, Konfiguration und Verwaltung von Cisco Application Centric Infrastructure (Cisco ACI) auf Basis der Nexus 9000 Series Switches. ACI ist Ciscos softwaredefinierter Netzwerkansatz für das moderne Rechenzentrum und ermöglicht eine zentral gesteuerte, richtlinienbasierte Netzwerkverwaltung, die erheblich mehr Flexibilität, Automatisierung und Transparenz bietet als klassische Data-Center-Netzwerke. Teilnehmende erarbeiten alle Inhalte des offiziellen Cisco-Curriculums zum Konzentrationskurs 300-620 und bereiten sich systematisch auf die Zertifizierungsprüfung vor.
Kursinhalte & Lernziele
Der erste thematische Block legt das konzeptionelle Fundament für Cisco ACI. Teilnehmende verstehen zunächst, wie sich ACI von traditionellen Netzwerkparadigmen unterscheidet, und erarbeiten die zentralen Architekturkomponenten: APIC-Controller-Cluster, Spine- und Leaf-Switches sowie das Fabric-Underlay auf Basis von IS-IS und VXLAN/EVPN. Dieses Verständnis ist die Voraussetzung für alle weiteren Konfigurationsarbeiten.
- Cisco ACI Architekturüberblick: APIC, Spine, Leaf, In-Band und Out-of-Band
- Spine-Leaf-Topologie und deren Skalierungseigenschaften im Rechenzentrum
- Underlay: IS-IS als Routing-Protokoll, VXLAN als Overlay, iVXLAN und EVPN
- APIC-Installation und Cluster-Konfiguration, Initialisierung der Fabric
- Fabric Discovery und initiale Policy-Konfiguration über die APIC-GUI und REST-API
Der zweite Block behandelt das ACI-Policy-Modell und die Konfiguration von Tenants, VRFs, Bridge Domains und EPGs. Das Policy-Modell ist das Herzstück von ACI und unterscheidet sich fundamental von traditioneller VLAN-basierter Segmentierung. Korrekt modellierte Policies sind die Grundlage für sichere, skalierbare und wartbare Data-Center-Netzwerke.
- Tenant-Hierarchie: Tenant, VRF, Bridge Domain, Application Profile, EPG
- Contracts und Filter: Kommunikationssteuerung zwischen EPGs
- Internal vs. External EPGs und Anwendungsszenarien
- Inter-Tenant-Kommunikation und gemeinsam genutzte Services
- Subnetz-Konfiguration in Bridge Domains: Unicast Routing und Proxy ARP
Der dritte Block fokussiert auf externe Konnektivität und VMM-Integration. In realen Rechenzentrumsumgebungen muss ACI mit bestehenden Netzwerkinfrastrukturen und Virtualisierungsplattformen zusammenarbeiten. Dieser Block deckt L3Out-Verbindungen zu externen Routern, die Anbindung von Legacy-VLANs und die Integration mit VMware vCenter oder Microsoft SCVMM ab.
- L3Out-Konfiguration: OSPF, BGP und statisches Routing zu externen Netzwerken
- External Routed Networks und externe EPGs mit Contracts verbinden
- L2Out-Verbindungen für Layer-2-Erweiterungen in die ACI-Fabric
- VMM-Integration mit VMware vSphere: DVS-Erstellung, Port-Group-Provisionierung
- Microsoft Hyper-V und OpenStack als alternative VMM-Plattformen
Der vierte Block behandelt erweiterte ACI-Funktionen, Monitoring und Betrieb. Hier erarbeiten Teilnehmende Service-Graph-Konzepte, Multi-Site-ACI und die Überwachung der Fabric-Gesundheit. Fehlersuche und -behebung nehmen einen wesentlichen Teil ein, da diese Kenntnisse sowohl im Prüfungskontext als auch im Betrieb entscheidend sind.
- Service-Graph: Firewalls und Load Balancer transparent in ACI integrieren
- Multi-Site und Multi-Pod ACI Architekturen überblicken
- ACI Fabric Monitoring: Health Scores, Faults, Events und Atomic Counters
- Troubleshooting-Methodik: Endpoint Tracker, Contract-Tester, Span-Sessions
- Firmware-Management, Rolling Upgrades und Backup/Restore-Verfahren
Praktische Laborübungen (Hands-on)
- Initiale Einrichtung eines APIC-Clusters und Fabric Discovery durchführen
- Einen vollständigen Tenant mit VRF, Bridge Domain und zwei EPGs konfigurieren
- Contracts und Filter für kontrollierte Kommunikation zwischen EPGs erstellen
- L3Out mit OSPF zu einem externen Router aufbauen und testen
- VMware vSphere VMM-Domain anlegen und Port-Groups automatisch provisionieren
- Service Graph für eine virtuelle Firewall konfigurieren und validieren
- Multi-Tenancy mit isolierten VRFs und Common-Services-Tenant umsetzen
- Endpoint-Tracker zur Fehlersuche bei Kommunikationsproblemen einsetzen
- Contract-Tester zur Validierung von Richtlinien nutzen
- Firmware-Update an einer laufenden ACI-Fabric simulieren
- Backup und Restore der APIC-Konfiguration durchführen
- Mock Exam: Prüfungssimulation 300-620 DCACI im Originalformat
Die Laborumgebung bildet eine vollständige ACI-Fabric mit echten Nexus-9000-Geräten oder ACI-Simulator nach, sodass Teilnehmende alle Konfigurationsaufgaben realistisch üben können. Prüfungsrelevante Szenarien werden explizit herausgearbeitet, sodass keine Lücke zwischen Lerninhalt und Prüfungsanforderung entsteht.
Lernziele:
- Cisco Nexus 9000 Series Switches im ACI-Modus initialisieren, konfigurieren und verwalten
- Die ACI-Fabric-Architektur (Spine-Leaf-Topologie, APIC-Controller) verstehen und implementieren
- Fabric Discovery, Policy-Modelle und Endpoint-Groups (EPGs) konfigurieren
- Externe Netzwerke über L3Out-Verbindungen sicher an die ACI-Fabric anbinden
- VMM-Integration (Virtual Machine Manager) mit VMware vSphere und Microsoft Hyper-V einrichten
- Netzwerkrichtlinien, Verträge (Contracts) und Filter konsistent und skalierbar modellieren
- Multi-Tenancy-Konzepte und VRFs in ACI konfigurieren und isolieren
- Service-Graph-Konzepte für Layer-4-bis-7-Dienste (Firewalls, Load Balancer) verstehen und anwenden
- Out-of-Band- und In-Band-Management in ACI-Umgebungen einrichten
- ACI-Fabric überwachen: Fehleranalyse, Health-Scores und Atomic Counters
- Software-Updates, Firmware-Management und Backup/Restore in ACI-Umgebungen durchführen
- Die Cisco-Prüfung 300-620 DCACI erfolgreich ablegen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Netzwerkingenieurinnen und -ingenieure, die in Rechenzentrumsumgebungen arbeiten und ihre Kenntnisse im Bereich softwaredefinierter Netzwerke auf Cisco-ACI-Basis vertiefen und zertifizieren möchten.
- Netzwerktechnikerinnen und -techniker mit Erfahrung in Cisco-Umgebungen
- Data-Center-Engineers, die von klassischer VLAN-Infrastruktur auf ACI migrieren
- Cloud-Architekten und Systemintegratoren, die ACI in Hybrid-Cloud-Szenarien einsetzen
- Netzwerkadministratorinnen und -administratoren mit CCNA oder CCNP Enterprise-Grundlagen
- Fachleute, die den CCNP Data Center Track verfolgen
Teilnehmende sollten über solide Kenntnisse in Netzwerktechnologien und insbesondere in Cisco-Produkten verfügen. Empfohlen werden CCNA-Kenntnisse oder vergleichbare Praxiserfahrung in der Konfiguration von Switches und Routern. Kenntnisse in Virtualisierungstechnologien (VMware, Hyper-V) und grundlegendes Verständnis von Rechenzentrumsarchitekturen sind hilfreich. Vor Kursbeginn findet ein individuelles Beratungsgespräch statt, um den Einstiegspunkt festzulegen und einen maßgeschneiderten Lernplan zu erstellen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format durchgeführt, das Präsenz- und Online-Lernphasen sinnvoll verbindet. Technische Inhalte werden in strukturierten Theorie-Einheiten erarbeitet und unmittelbar in umfangreichen Hands-on-Labors vertieft. Die prüfungsrelevanten Szenarien werden gezielt trainiert, sodass Teilnehmende mit dem Prüfungsformat bestens vertraut sind. Der Kurs findet überwiegend in Vollzeit statt; Teilzeitvarianten sind auf Anfrage verfügbar.
Die Weiterbildung umfasst je nach Format mehr als eine Woche bis hin zu drei Monaten. Vollzeitkurse ermöglichen eine intensive Vorbereitung über mehrere Wochen; Teilzeitvarianten strecken die Inhalte über einen längeren Zeitraum. Der genaue Ablauf wird im persönlichen Beratungsgespräch vor Kursbeginn festgelegt.
Teilnehmende legen am Ende die Cisco-Prüfung 300-620 DCACI ab und erwerben bei Bestehen den Konzentrationskurs-Nachweis für den CCNP Data Center Track. Zusätzlich erhalten sie ein Lehrgangszertifikat des Bildungsträgers. Das Cisco-Zertifikat ist international anerkannt und ein wichtiger Nachweis für professionelle Kompetenz im Bereich softwaredefinierter Rechenzentrumsnetzwerke.
Nutzen & Perspektiven
Cisco ACI ist heute in vielen großen Rechenzentren und hybriden Cloud-Umgebungen das bevorzugte Netzwerkkonzept. Fachleute, die ACI sicher konfigurieren und betreiben können, sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt — nicht nur in klassischen IT-Betrieben, sondern auch in Managed-Service-Providern, Cloud-Systemintegratoren und Unternehmen, die ihre Infrastruktur modernisieren. Der CCNP-Nachweis belegt diese Kompetenz auf einem weltweit anerkannten Niveau. Die praxisorientierte Ausbildung stellt sicher, dass Absolventen sofort produktiv werden können: Sie haben echte Netzwerke konfiguriert, Fehler behoben und komplexe Policy-Modelle implementiert. Dieses Hands-on-Wissen unterscheidet zertifizierte Fachleute von Bewerberinnen und Bewerbern, die lediglich theoretische Kenntnisse nachweisen können. Bei Bildungsträgern mit AZAV-Zertifizierung kann dieser Kurs über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder der Jobcenter gefördert werden. Je nach individueller Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Alle Förderfragen werden im Beratungsgespräch vor Kursbeginn individuell geklärt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse sollte ich für diesen Kurs mitbringen?
Empfohlen werden Kenntnisse auf CCNA-Niveau oder vergleichbare praktische Erfahrung mit Cisco-Switches und -Routern. Grundkenntnisse in Virtualisierungstechnologien wie VMware oder Hyper-V sind hilfreich, da VMM-Integration ein wesentlicher Bestandteil des Kurses ist. Im Beratungsgespräch vor Kursbeginn wird der individuelle Lernstand genau erhoben.
Was ist Cisco ACI und warum ist es für Rechenzentren relevant?
Cisco ACI (Application Centric Infrastructure) ist ein softwaredefinierter Netzwerkansatz, der die Verwaltung von Rechenzentrum-Netzwerken zentralisiert und automatisiert. Anstatt jeden Switch einzeln zu konfigurieren, werden Netzwerkrichtlinien zentral im APIC definiert und automatisch auf die Fabric übertragen. Das ermöglicht schnellere Deployments, konsistentere Sicherheitspolicies und bessere Skalierbarkeit.
Welches Zertifikat erhalte ich nach dem Kurs?
Bei Bestehen der Cisco-Prüfung 300-620 DCACI erhalten Sie den Konzentrationskurs-Nachweis für den CCNP Data Center Track. Zusätzlich stellt der Bildungsträger ein Lehrgangszertifikat aus. Die Cisco-Zertifizierung ist international anerkannt und wird von Arbeitgebern weltweit als Qualitätsmerkmal geschätzt.
Kann dieser Kurs gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit möglich. Auch das Qualifizierungschancengesetz oder Leistungen der Deutschen Rentenversicherung können greifen. Das Beratungsgespräch klärt alle Förderwege individuell und unterstützt bei der Antragstellung.
Wie bereitet der Kurs konkret auf die Prüfung 300-620 vor?
Der Kurs folgt dem offiziellen Cisco-Curriculum für 300-620 und ergänzt die Theorie durch umfangreiche Hands-on-Labors an einer vollständigen ACI-Übungsumgebung. Prüfungstypische Szenarien werden explizit geübt, und am Ende des Kurses steht eine Prüfungssimulation im Originalformat, die den realen Schwierigkeitsgrad zuverlässig abbildet.
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