Überblick
Der Kurs Implementing Cisco Enterprise Advanced Routing and Services (ENARSI) bereitet Netzwerkfachkräfte gezielt auf die Prüfung 300-410 vor, die zur Zertifizierung CCNP Enterprise und zur Spezialisierung Cisco Certified Specialist — Enterprise Advanced Infrastructure Implementation führt. Im Mittelpunkt stehen fortgeschrittene Routing-Protokolle, Infrastrukturtechnologien und Netzwerksicherheitsmechanismen, die weit über die Grundlagen hinausgehen. Teilnehmer erwerben das Wissen und die praktischen Fähigkeiten, die notwendig sind, um anspruchsvolle Unternehmensnetzwerke zu planen, zu konfigurieren, zu betreiben und bei Fehlern systematisch zu analysieren. Der Kurs baut direkt auf den im ENCOR-Lehrgang behandelten Kernthemen auf und vertieft diese um spezialisierte Routing- und Service-Konzepte.
Kursinhalte & Lernziele
Der Kurs ist in mehrere inhaltlich abgeschlossene Themenbereiche gegliedert, die aufeinander aufbauen und den vollständigen Prüfungsstoff der 300-410 ENARSI abdecken. Layer 3 Technologies — OSPF, EIGRP und BGP: Dieser Block behandelt die tiefgehende Implementierung und Fehlerbehebung der wichtigsten Unicast-Routing-Protokolle. Teilnehmer lernen, wie OSPFv2 und OSPFv3 in mehrstufigen Hierarchien mit verschiedenen Area-Typen eingesetzt werden, und vertiefen EIGRP im Named-Mode sowohl für IPv4 als auch IPv6. BGP wird mit Attributen, Policies und Routing-Policies für den Einsatz in Unternehmensumgebungen behandelt.
- OSPFv2 und OSPFv3: Area-Typen, Stub, NSSA, Multi-Area
- EIGRP Named Mode: Dual-Stack, Authentifizierung, Summarization
- BGP-Attribute und Route-Manipulation über Route Maps
- Redistribution zwischen Routing-Protokollen mit Metrik-Anpassung
- Path-Control mit Policy Based Routing (PBR) und IP SLA
- Troubleshooting komplexer Routing-Szenarien
VPN-Technologien und Wide Area Connectivity: Dieses Modul fokussiert sich auf die in Unternehmensnetzen verbreiteten WAN- und VPN-Verbindungstechnologien. DMVPN-Designs werden von Phase 1 bis Phase 3 vollständig behandelt, ergänzt durch FlexVPN und klassische IPSec-Konfigurationen. Alle Konzepte werden anhand praxisnaher Szenarien vertieft.
- DMVPN Phase 1, 2 und 3: Hub-and-Spoke und Full-Mesh
- IPSec-Tunnelkonfiguration und Crypto Maps
- GRE-Over-IPSec für verschlüsselte Standortverbindungen
- FlexVPN und IKEv2-Grundlagen
- VRF Lite für logische Netzwerktrennung
- Troubleshooting bei VPN-Verbindungsfehlern
Infrastructure Security und Services: Neben dem Routing befasst sich dieser Teil mit Netzwerksicherheitsmechanismen und zentralen Infrastrukturdiensten, die für den sicheren und stabilen Betrieb von Unternehmensnetzwerken notwendig sind. Control Plane Policing, AAA und SNMP werden ebenso behandelt wie Hochverfügbarkeitsprotokolle.
- Control Plane Policing (CoPP) zum Schutz des Management-Planes
- AAA mit TACACS+ und RADIUS für die Zugangskontrolle
- HSRP, VRRP und GLBP für First Hop Redundancy
- DHCP Snooping, Dynamic ARP Inspection und IP Source Guard
- NTP-Authentifizierung und SNMPv3-Konfiguration
- Troubleshooting bei Infrastructure-Security-Konfigurationen
MPLS und Multicast-Grundlagen: Als ergänzendes Modul vermittelt dieser Block die Grundlagen der MPLS-Technologie im Unternehmenskontext sowie multicast-basiertes Routing mit PIM. Obwohl diese Themen im Prüfungsumfang weniger gewichtet sind, sind sie für ein vollständiges Bild der Netzwerkinfrastruktur unerlässlich.
- MPLS-Labels, Label Switching Paths und LDP
- MPLS VPN und grundlegende PE-CE-Konzepte
- PIM Sparse Mode und Dense Mode
- IGMP und Multicast-Gruppen-Management
- Troubleshooting bei MPLS- und Multicast-Konfigurationen
Praxis-Übungsszenarien im Labor Ein wesentlicher Bestandteil des Kurses sind hands-on Laborübungen, in denen Teilnehmer die gelernten Konzepte unmittelbar anwenden. Die Szenarien sind so gestaltet, dass sie reale Enterprise-Umgebungen simulieren.
- Konfiguration von OSPFv3 in einer Dual-Stack-Umgebung mit mehreren Areas
- EIGRP-Redistribution in eine OSPFv2-Domain mit Filterung über Prefix Lists
- Aufbau eines vollständigen DMVPN-Phase-3-Netzes mit IPSec-Verschlüsselung
- BGP-Policy-Konfiguration mit Route Maps, MED und Local Preference
- Implementierung von VRF Lite für die Mandantentrennung im LAN
- Control Plane Policing-Konfiguration gegen DoS-Angriffe
- HSRP-Failover-Test mit Tracking und Preemption
- DHCP-Snooping-Aktivierung und Verifizierung in einer geswitchten Umgebung
- Fehleranalyse eines nicht funktionierenden IPSec-Tunnels mittels Debug-Befehlen
- Konfiguration von AAA mit TACACS+-Server und Fallback auf lokale Datenbank
- NTP-Hierarchie mit Authentication und Stratum-Validierung
- Abschluss-Szenario: Komplexes Netzwerk mit Routing, VPN und Security in einer Umgebung
Nach den Laborübungen reflektieren die Teilnehmer die eingesetzten Technologien und diskutieren alternative Lösungsansätze. Diese Reflexionsphase stärkt das konzeptionelle Verständnis und bereitet optimal auf die Prüfungssituationen vor. In den abschließenden Kurseinheiten werden gezielt Prüfungsstrategien vermittelt. Teilnehmer üben, innerhalb der Zeitvorgaben der Cisco-Prüfung präzise und systematisch zu antworten.
Lernziele:
Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses sind Teilnehmer in der Lage, die folgenden Kompetenzen zuverlässig einzusetzen.
- Fortgeschrittene OSPF-Konfigurationen für IPv4 und IPv6 in komplexen Unternehmensumgebungen umzusetzen
- EIGRP in Dual-Stack-Szenarien sowie Named EIGRP korrekt zu konfigurieren und zu verifizieren
- BGP-Routing in mehrstufigen Unternehmensnetzwerken zu implementieren und zu optimieren
- Redistribution zwischen verschiedenen Routing-Protokollen sicher durchzuführen und auftretende Konflikte zu beheben
- Policies für Path-Control mittels PBR, IP SLA und Prefix Lists zu definieren
- VRF Lite und MPLS-Konzepte im Unternehmenskontext zu verstehen und anzuwenden
- DMVPN-Topologien (Phase 1 bis 3) zu planen, aufzubauen und zu testen
- IPSec-Tunnel und GRE-Over-IPSec-Konfigurationen eigenständig durchzuführen
- Infrastructure Security-Konzepte wie Control Plane Policing und AAA zu implementieren
- Netzwerkdienste wie DHCP, DNS, NTP und HSRP/VRRP korrekt einzurichten
- Systematische Fehleranalyse in allen behandelten Protokoll-Bereichen durchzuführen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an erfahrene Netzwerkfachkräfte, die ihre Karriere im Bereich Enterprise Networking auf ein höheres Niveau heben möchten und die CCNP-Enterprise-Zertifizierung anstreben.
- Network Engineers mit mehrjähriger Praxiserfahrung in der Planung und dem Betrieb von Unternehmensnetzwerken
- Cisco-Spezialisten mit bestandenem CCNA oder ENCOR, die eine Concentration-Zertifizierung erwerben möchten
- Senior Network Administrators, die ihre Routing- und VPN-Kenntnisse systematisch vertiefen
- IT-Fachkräfte, die auf eine Rolle als Enterprise Network Architect vorbereitet werden wollen
- Netzwerkberater, die ihre Kunden zu fortgeschrittenen Cisco-Lösungen beraten und Projekte leiten
Für eine erfolgreiche Teilnahme sind solide Grundkenntnisse in Netzwerktechnologien unbedingt erforderlich. Teilnehmer sollten über eine gültige CCNA-Zertifizierung oder gleichwertige nachgewiesene Kenntnisse verfügen. Englischkenntnisse auf mindestens B2-Niveau sind erforderlich, da das offizielle Cisco-Kursmaterial vollständig in englischer Sprache vorliegt. Der Kurs setzt voraus, dass die im ENCOR behandelten Kernthemen entweder durch den entsprechenden Kurs oder durch Berufserfahrung verinnerlicht wurden. Praktische Erfahrung mit der Cisco IOS-Kommandozeile sowie Vertrautheit mit grundlegenden Routing- und Switching-Konzepten sind Voraussetzung. Vor Kursbeginn findet ein individuelles Beratungsgespräch statt, in dem ein Lernplan auf die jeweiligen Vorkenntnisse und beruflichen Ziele abgestimmt wird.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird überwiegend im Format Combined Learning durchgeführt, das Präsenzelemente mit Online-Lernphasen kombiniert. Die Unterrichtseinheiten folgen einem strukturierten Wechsel aus Theorieblock, Demonstration und betreutem Labor, sodass jedes Konzept unmittelbar in die Praxis überführt wird. Erfahrene Cisco-zertifizierte Trainer begleiten die Teilnehmer durch alle Kursmodule und stehen für Fragen und Vertiefungen zur Verfügung. Online-Seminar-Varianten ermöglichen flexibles Lernen mit Live-Instructor-Sessions und direktem Austausch. Alle Teilnehmer erhalten Zugang zu offiziellen Cisco-Kursunterlagen sowie zu virtuellen Laborumgebungen, in denen die Praxisübungen eigenständig durchgeführt werden können.
Der Kurs hat eine typische Dauer von mehr als einer Woche bis zu einem Monat in der Vollzeit-Variante. Teilzeitvarianten können sich auf bis zu drei Monate erstrecken und ermöglichen die Weiterbildung neben einer bestehenden Berufstätigkeit. Die genaue Stundenzahl und der individuelle Ablaufplan werden im Beratungsgespräch vor Kursbeginn festgelegt und auf die berufliche Situation des Teilnehmers abgestimmt. Für Teilnehmer, die sich intensiv auf die Prüfung vorbereiten möchten, empfiehlt sich die Vollzeit-Variante mit täglichen Laborblöcken.
Der Kurs bereitet auf die offizielle Cisco-Prüfung 300-410 ENARSI vor. Bei erfolgreichem Bestehen dieser Prüfung erhalten Absolventen das international anerkannte Zertifikat Cisco Certified Specialist — Enterprise Advanced Infrastructure Implementation sowie, in Kombination mit der ENCOR-Prüfung, die Zertifizierung CCNP Enterprise. Ergänzend stellt der Kursanbieter ein Lehrgangszertifikat aus, das die Kursteilnahme und die erworbenen Inhalte dokumentiert. Die CCNP-Enterprise-Zertifizierung ist weltweit als Qualifikationsnachweis für fortgeschrittene Netzwerkprofis anerkannt und erhöht die Vermittlungschancen in anspruchsvollen IT-Positionen erheblich.
Nutzen & Perspektiven
Eine CCNP-Enterprise-Zertifizierung mit der ENARSI-Concentration ist ein starkes Signal auf dem Arbeitsmarkt. Network Engineers und Netzwerkadministratoren, die diesen Abschluss vorweisen, sind für Unternehmen jeder Größe attraktiv, da fortgeschrittenes Cisco-Routing-Know-how in komplexen hybriden und Multi-Site-Netzwerken selten und gesucht ist. Der Kurs öffnet Türen zu Positionen wie Enterprise Network Architect, Senior Network Engineer oder Cisco-Netzwerkspezialist bei Systemintegratoren, Telekommunikationsunternehmen und großen Konzernen. Der Kurs bietet nicht nur prüfungsrelevantes Wissen, sondern vermittelt echtes Handwerkszeug für den Netzwerkalltag. Routing-Protokoll-Redistribution, DMVPN-Design und Control Plane Policing sind Themen, die erfahrene Netzwerkfachkräfte täglich brauchen. Wer diese Konzepte sicher beherrscht, kann Netzwerkprojekte eigenverantwortlich leiten, andere Engineers anleiten und bei komplexen Störungen systematisch vorgehen — Fähigkeiten, die in keinem Cisco-Einsteigerkurs vermittelt werden. Bei AZAV-zertifizierten Trägern kann diese Weiterbildung über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder der Jobcenter gefördert werden. Darüber hinaus kommen je nach persönlicher Situation Förderungen nach dem Qualifizierungschancengesetz, Leistungen zur Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Ein individuelles Beratungsgespräch klärt, welche Förderung im konkreten Fall möglich ist und wie der Antrag gestellt wird.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse brauche ich für den ENARSI-Kurs?
Eine gültige CCNA-Zertifizierung oder gleichwertige nachgewiesene Kenntnisse sind Pflicht. Ergänzend wird empfohlen, die ENCOR-Inhalte zu beherrschen. Englischkenntnisse auf B2-Niveau sind ebenfalls erforderlich, da das Kursmaterial auf Englisch vorliegt.
Welches Zertifikat erhalte ich nach dem Kurs?
Nach dem Kurs legen Sie die offizielle Cisco-Prüfung 300-410 ab. Bei Bestehen erhalten Sie das Cisco Certified Specialist — Enterprise Advanced Infrastructure Implementation. In Kombination mit der ENCOR-Prüfung erreichen Sie den CCNP Enterprise. Der Kursanbieter stellt zusätzlich ein Lehrgangszertifikat aus.
Kann der Kurs über einen Bildungsgutschein gefördert werden?
Ja, bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist eine Förderung über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit möglich. Je nach persönlicher Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz oder Leistungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Das Beratungsgespräch vor Kursbeginn klärt die konkreten Fördermöglichkeiten.
Wie lange dauert der Kurs?
In der Vollzeit-Variante dauert der Kurs typisch zwischen einer Woche und einem Monat. Teilzeit-Varianten können sich auf bis zu drei Monate erstrecken. Der individuelle Lernplan wird im Vorgespräch auf Ihre berufliche Situation abgestimmt.
Wie ist der Unterricht aufgebaut?
Der Kurs wird meist im Combined-Learning-Format durchgeführt: Präsenzblöcke oder Live-Online-Sessions wechseln mit betreuten Laborphasen ab. Cisco-zertifizierte Trainer begleiten die Teilnehmer, und es wird mit offiziellen Cisco-Kursunterlagen sowie virtuellen Netzwerklabors gearbeitet.
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