Überblick
Der Kurs CCNP Service Provider SPVI (300-515) — Implementing Cisco Service Provider VPN Services — richtet sich an Netzwerkfachkräfte, die im Umfeld von Telekommunikationsunternehmen und Service Providern tätig sind oder werden möchten. Im Fokus steht die Implementierung von Virtual Private Network (VPN)-Diensten auf Basis von Multiprotocol Label Switching (MPLS) — der zentralen Technologie, mit der Service Provider ihren Kunden sichere und skalierbare Netzwerkverbindungen bereitstellen. Der Kurs basiert auf dem offiziellen Cisco-Kurs "Implementing Cisco Service Provider VPN Services" (SPVI) v1.0 und bereitet gezielt auf die Prüfung 300-515 vor, die zur Zertifizierung "Cisco Certified Specialist — Service Provider VPN Services Implementation" sowie als Konzentrationsprüfung für den CCNP Service Provider führt.
Kursinhalte & Lernziele
Der erste Themenblock vermittelt die MPLS-Grundlagen, die als Fundament für alle weiteren Kursinhalte dienen. Die Teilnehmenden verstehen die Konzepte des Label Switching und wie Datenpakete im MPLS-Backbone transportiert werden.
- MPLS-Grundlagen: Konzepte, Terminologie und Vorteile gegenüber klassischem IP-Routing
- MPLS-Datenebene: Label-Stack, Imposition, Swap und Disposition von Labels
- MPLS-Steuerungsebene: LDP (Label Distribution Protocol) und RSVP für Traffic Engineering
- MPLS-Komponenten: Provider Edge (PE), Provider (P), Customer Edge (CE) Router
- Konfiguration und Verifikation grundlegender MPLS-Funktionen
Im zweiten Themenblock wird die Implementierung von Layer-3-MPLS-VPNs behandelt — die am häufigsten eingesetzte VPN-Technologie bei Service Providern. Die Teilnehmenden lernen, wie mehrere Kunden gleichzeitig über dasselbe MPLS-Backbone bedient werden, ohne dass es zu Routing-Konflikten kommt.
- VRF-Konzept: Virtual Routing and Forwarding als Grundlage der MPLS-VPN-Isolation
- MP-BGP (Multiprotocol BGP) als Signalisierungsprotokoll für L3VPN
- Route Distinguisher (RD) und Route Target (RT): Steuerung des VPN-Route-Austauschs
- PE-CE-Routing-Konfiguration: OSPF, EIGRP, BGP und statisches Routing zwischen PE und CE
- End-to-End-Verifizierung von L3VPN-Szenarien
Der dritte Themenblock behandelt Layer-2-VPN-Dienste sowie fortgeschrittene VPN-Architekturen. Die Teilnehmenden lernen, wie Service Provider ihren Kunden transparente Layer-2-Verbindungen anbieten und wie über mehrere Provider-Domänen hinweg kommuniziert werden kann.
- L2VPN-Grundlagen: VPWS (Virtual Private Wire Service) für Punkt-zu-Punkt-L2-Verbindungen
- VPLS (Virtual Private LAN Service) für Mehrpunkt-zu-Mehrpunkt-L2-Verbindungen
- IPv6-MPLS-VPN: 6VPE und 6PE-Implementierungsszenarien
- Inter-AS-MPLS-VPN: Option A (VRF-zu-VRF), Option B (eBGP zwischen ASBR), Option C (Mehrhop-eBGP)
Der vierte Themenblock umfasst spezialisierte VPN-Dienste und Optimierungsthemen.
- IP-Multicast-VPN (mVPN): Konfiguration von MDT (Multicast Distribution Trees) in MPLS-Netzen
- Shared-Services-VPN: Bereitstellung gemeinsam genutzter Dienste wie Internet-Breakout oder Rechenzentrum-Anbindung
- MPLS Traffic Engineering: RSVP-TE, Constraint-Based Routing und Fast-Reroute
- QoS in MPLS-Netzwerken: DSCP-to-MPLS-EXP-Bit-Markierung und Per-Hop-Behaviors
Im umfangreichen Praxis-Block konfigurieren die Teilnehmenden alle Technologien eigenständig in virtualisierten Labor-Umgebungen.
- Aufbau eines vollständigen MPLS-Service-Provider-Netzes von Grund auf
- Implementierung eines L3VPN mit drei Kundenstandorten und BGP PE-CE-Routing
- Konfiguration eines OSPF-basierten PE-CE-Routing mit Route-Redistribution
- Einrichtung von VPLS zwischen mehreren Kundenstandorten
- IPv6-VPN-Szenario mit 6VPE-Konfiguration
- Inter-AS-MPLS-VPN nach Option B zwischen zwei Provider-Domänen
- mVPN-Konfiguration für einen simulierten Multicast-Dienst
- Traffic-Engineering-Pfad mit expliziter Route über RSVP-TE
- QoS-Konfiguration mit MPLS-EXP-Bit-Markierung und Traffic-Shaping
- Troubleshooting-Szenarien: BGP-Routing-Fehler, VRF-Konfigurationsfehler, MPLS-Label-Probleme
- Mock-Prüfungen zur 300-515 SPVI-Vorbereitung
- Review-Session mit Fokus auf häufige Prüfungsthemen
Der Kurs schließt mit einer intensiven Prüfungsvorbereitungsphase ab, in der typische Prüfungsfragen analysiert und Zeitmanagement-Strategien erarbeitet werden. Die Teilnehmenden erhalten Feedback zu verbleibenden Wissenslücken und können gezielt nacharbeiten.
Lernziele:
- Verstehen der grundlegenden MPLS-Konzepte: Datenebene, Steuerungsebene, Label-Verteilung
- Implementieren von Layer-3-MPLS-VPNs mit Virtual Routing and Forwarding (VRF)
- Konfigurieren von Layer-2-MPLS-VPN-Diensten (L2VPN, VPLS, VPWS)
- Implementieren von IPv6-MPLS-VPN-Szenarien in produktiven Umgebungen
- Einrichten von IP-Multicast-VPNs (mVPN) für multicast-fähige Service-Provider-Netze
- Konfigurieren von Shared-Services-VPNs für gemeinsam genutzte Infrastrukturen
- Verstehen und Implementieren von Inter-AS-MPLS-VPN-Optionen (Option A, B, C) über mehrere Provider-Domänen
- Optimieren der Netzwerkbandbreitennutzung durch Traffic-Engineering mit MPLS TE
- Durchführen von Fehlersuche und Troubleshooting in MPLS-VPN-Umgebungen
- Implementieren von QoS-Richtlinien im MPLS-Kontext
- Analysieren von Routing-Tabellen, VRF-Tabellen und MPLS-Labels zur Fehlerbehebung
- Vorbereitung auf die Prüfung 300-515 SPVI
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an erfahrene Netzwerkfachkräfte, die im Umfeld von Telekommunikationsunternehmen, Internet Service Providern oder großen Unternehmensnetzen tätig sind und ihre MPLS-Kenntnisse auf zertifizierbarem Niveau aufbauen oder vertiefen möchten.
- Service-Provider-Netzwerktechniker und -ingenieure
- Enterprise-Netzwerkarchitekten, die MPLS-VPN-Dienste von Providern evaluieren oder integrieren
- CCNP-zertifizierte Fachkräfte mit Interesse an der Service-Provider-Spezialisierung
- Ingenieure in Rechenzentren und WAN-Umgebungen
- Fachkräfte, die die CCNP Service Provider-Zertifizierung anstreben
Fundierte Kenntnisse in TCP/IP-Netzwerken, Routing-Protokollen (OSPF, BGP, EIGRP) und Cisco IOS-Konfiguration werden vorausgesetzt — idealerweise auf CCNA- oder CCNP Enterprise-Niveau. Grundkenntnisse in MPLS sind hilfreich, werden aber nicht zwingend vorausgesetzt. Vor Kursbeginn findet ein individuelles Beratungsgespräch statt, in dem Vorkenntnisse bewertet und ein persönlicher Lernplan erstellt wird.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined Learning-Format angeboten und verbindet Live-Theorieunterricht durch Cisco-zertifizierte Trainer mit ausgedehnten virtuellen Laborübungen. Die Laborphasen simulieren reale Service-Provider-Umgebungen und erlauben die vollständige Konfiguration aller behandelten Technologien. Prüfungsvorbereitungsmaterialien und Mock-Prüfungen sind fest in den Kursablauf integriert. Der Kurs ist sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit buchbar.
Die typische Kursdauer liegt bei mehreren Wochen in Vollzeit. In Teilzeit verlängert sich die Dauer entsprechend dem individuellen Lernplan. Individuelle Starttermine sind auf Anfrage möglich.
Nach Kursabschluss erhalten die Teilnehmenden ein Lehrgangszertifikat des Anbieters. Das offizielle Cisco-Zertifikat "Cisco Certified Specialist — Service Provider VPN Services Implementation" wird durch Bestehen der externen Prüfung 300-515 SPVI erlangt. Dieses Zertifikat erfüllt gleichzeitig die Anforderung der Konzentrationsprüfung für den CCNP Service Provider. Die Prüfung findet bei einem autorisierten Cisco-Prüfungszentrum statt; Prüfungsgebühr und -anmeldung erfolgen separat.
Nutzen & Perspektiven
MPLS-VPN-Technologien sind das Rückgrat moderner Telekommunikationsnetze und großer Unternehmensinfrastrukturen. Fachkräfte, die diese Technologien in der Tiefe beherrschen, sind bei Service Providern, Telekommunikationsunternehmen und großen IT-Dienstleistern hoch angesehen. Die CCNP-Service-Provider-Spezialisierung im VPN-Services-Bereich ist eine der selteneren und daher besonders wertvollen Zertifizierungen auf dem Cisco-Zertifizierungspfad. Der Kurs vermittelt nicht nur Prüfungswissen, sondern echte Betriebskompetenz: Die Laborphasen sind so gestaltet, dass sie die tatsächliche Komplexität von Service-Provider-Netzwerken widerspiegeln. Absolvierende sind in der Lage, eigenständig komplexe MPLS-VPN-Architekturen zu planen, zu implementieren und zu betreiben — eine Fähigkeit, die in der Praxis schwer zu finden ist und entsprechend vergütet wird. Bei AZAV-zertifizierten Anbietern kann der Kurs über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters gefördert werden. Je nach persönlicher Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, die Berufsförderung der Bundeswehr oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine frühzeitige Beratung bei der zuständigen Behörde hilft dabei, alle verfügbaren Förderwege zu nutzen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist MPLS und warum ist es für Service Provider relevant?
MPLS (Multiprotocol Label Switching) ist eine Routing-Technologie, die den Datentransport in Netzwerken durch Labels anstelle von IP-Adressen steuert. Service Provider nutzen MPLS, um mehreren Kunden gleichzeitig sichere, isolierte VPN-Verbindungen über eine gemeinsame Infrastruktur anzubieten — effizienter und skalierbarer als klassisches IP-Routing.
Welche Zertifizierung erhalte ich nach dem SPVI-Kurs?
Nach Bestehen der externen Prüfung 300-515 SPVI erlangt man die Cisco Certified Specialist-Zertifizierung "Service Provider VPN Services Implementation". Diese erfüllt gleichzeitig die Anforderung der Konzentrationsprüfung für den CCNP Service Provider. Der Kurs schließt mit einem Lehrgangszertifikat des Anbieters ab.
Welche Vorkenntnisse sind für den Kurs notwendig?
Fundierte Kenntnisse in Routing-Protokollen wie OSPF und BGP sowie Erfahrung mit Cisco IOS-Konfiguration sind erforderlich — idealerweise auf CCNA- oder CCNP-Niveau. MPLS-Grundkenntnisse sind hilfreich, aber nicht zwingend vorausgesetzt. Im individuellen Beratungsgespräch wird der Kenntnisstand bewertet.
Kann der Kurs gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Auch Förderungen über das Qualifizierungschancengesetz oder die Deutsche Rentenversicherung kommen je nach Situation infrage. Eine Beratung bei der zuständigen Behörde klärt die persönliche Fördersituation.
Wie unterscheidet sich der Kurs von einem CCNP Enterprise-Kurs?
CCNP Enterprise konzentriert sich auf Unternehmensnetzwerke (Campus, WAN, Wireless). CCNP Service Provider und speziell der SPVI-Kurs richten sich an Fachkräfte in Telekommunikationsunternehmen und Service Providern, die MPLS-basierte Dienste für externe Kunden betreiben — mit deutlich komplexeren Multi-Tenant-Architekturen und Inter-AS-Szenarien.
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