Überblick
Der Kurs Automating and Programming Cisco Service Provider Solutions (SPAUTO, Prüfung 300-535) vermittelt fortgeschrittene Kenntnisse und praktische Fähigkeiten zur Automatisierung und Programmierung von Cisco-Service-Provider-Netzwerken. Teilnehmende lernen, moderne Netzwerkprogrammierbarkeitsprinzipien, Protokolle, Tools und Mechanismen einzusetzen, um Service-Provider-Netzwerkumgebungen effizient zu implementieren, zu konfigurieren, zu überwachen und zu betreiben. Der Kurs ersetzt das traditionelle, fehleranfällige CLI-basierte Gerätmanagement durch modellgetriebene Ansätze, die es ermöglichen, Hunderte oder Tausende von Geräten in einem einzigen Vorgang zu verwalten. Unterricht, Unterlagen und Examen sind auf Englisch. Der Kurs bereitet auf die Prüfung 300-535 SPAUTO vor und ist Bestandteil des CCNP Service Provider-Zertifizierungsprogramms von Cisco. Voraussetzung sind solide Kenntnisse in Netzwerkgrundlagen und Service-Provider-Konzepten, wie sie typischerweise durch CCNA oder Berufserfahrung erworben werden.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul führt in die Grundlagen der Netzwerkprogrammierbarkeit und modellgetriebenen Verwaltung ein. YANG-Datenmodelle als Herzstück moderner Automatisierungsarchitekturen werden systematisch eingeführt und in Bezug zu Service-Provider-Netzwerken gesetzt.
- Yet Another Next Generation (YANG) Datenmodelle: Struktur, Typen und Namespaces
- YANG Validierungstools und Entwicklungsumgebungen
- Unterschied zwischen herstellerspezifischen und Standard-YANG-Modellen (IETF, OpenConfig)
- Einführung in modellgetriebenes Netzwerkmanagement als Ersatz für CLI-Verwaltung
Das zweite Modul behandelt die Netzwerkverwaltungsprotokolle NETCONF und RESTCONF als primäre Schnittstellen für die automatisierte Gerätekonfiguration. Teilnehmende lernen, wie diese Protokolle in Service-Provider-Umgebungen eingesetzt werden.
- NETCONF (Network Configuration Protocol): Architektur, Operationen und Datenstruktur
- RESTCONF als HTTP-basierte Alternative zu NETCONF
- Abrufen und Ändern von Konfigurationen über NETCONF und RESTCONF
- Validierung von Konfigurationsänderungen und Fehlerbehandlung
Das dritte Modul deckt modellgetriebene Telemetrie mit gRPC und gNMI ab. Diese Technologien ermöglichen Echtzeit-Monitoring von Netzwerkgeräten in einem Push-basierten Modell und ersetzen traditionelles SNMP-Polling.
- Grundprinzipien der modellgetriebenen Telemetrie gegenüber klassischem Monitoring
- Google Remote Procedure Call (gRPC): Architektur und Anwendung im Netzwerkmonitoring
- Google Network Management Interface (gNMI): Subscription-Modelle und Datenpfade
- Aufbau von Telemetrie-Pipelines für Service-Provider-Umgebungen
Das vierte Modul stellt Orchestrierungswerkzeuge und Automatisierungsplattformen für großskalige Service-Provider-Netzwerke vor. NSO als Cisco-Kernplattform für Netzwerkorchestierung wird detailliert behandelt.
- Network Services Orchestration (NSO): Architektur, Service-Modelle und Device-Manager
- NFV Lifecycle Management mit Elastic Services Controller (ESC)
- WAN Automation Engine (WAE) für Netzwerkbetriebsautomatisierung
- XR Transport Control (XTC) für Verkehrsautomatisierung und Traffic Engineering
Praxis-Block — Automatisierungslösungen und Prüfungsvorbereitung
- Konfiguration von NETCONF-Sessions mit Python und netconf-console
- Entwicklung von RESTCONF-Abfragen und Konfigurationsänderungen über REST-APIs
- Implementierung von Ansible-Playbooks für Cisco-Service-Provider-Geräte
- Aufbau von Telemetrie-Abonnements mit gNMI auf Cisco IOS-XR
- Entwicklung und Test von NSO-Service-Packages
- Automatisierung von Gerätekonfigurationen mit NetMiko auf großem Maßstab
- Integration von gRPC-Streams in Monitoring-Systeme
- Analyse und Optimierung von WAN-Traffic mit WAE
- Simulation von NFV-Deployments mit dem Elastic Services Controller
- Prüfungssimulation mit SPAUTO 300-535-typischen Fragen
- Englische Fachterminologie für Automatisierungstools und Cisco-Dokumentation
- Abgrenzung SPAUTO zu anderen CCNP SP-Konzentrationsprüfungen
Nach Abschluss der praktischen Übungseinheiten werden alle Kernkonzepte in integrierten Szenarien zusammengeführt. Die Teilnehmenden planen und implementieren eine vollständige Automatisierungslösung für eine fiktive Service-Provider-Infrastruktur und bereiten sich so optimal auf die Prüfungssituation vor. Die Vorbereitung auf das 300-535 SPAUTO-Examen rundet den Kurs ab. Prüfungsrelevante Themen werden gebündelt wiederholt, Übungsaufgaben und Musterfragen bearbeitet und Unsicherheiten gezielt beseitigt.
Lernziele:
Teilnehmende kennen nach Abschluss des Kurses YANG-Datenmodelle, ihre Struktur und Validierungsmethoden und können diese in Service-Provider-Umgebungen einsetzen. Sie beherrschen die Verwaltungsprotokolle NETCONF und RESTCONF und können damit Netzwerkkonfigurationen automatisiert abrufen, ändern und validieren. Die Absolventen sind vertraut mit modellgesteuerter Telemetrie über gRPC und Google Network Management Interface (gNMI) und können Monitoring-Lösungen auf dieser Basis aufbauen. Sie können SSH-basierte Automatisierungstools wie NetMiko und Ansible für Cisco Service Provider-Umgebungen konfigurieren und einsetzen. Die Teilnehmenden verstehen die Network Services Orchestration (NSO) als Orchestrierungsplattform und können grundlegende NSO-Workflows entwickeln. Sie kennen Network Function Virtualization (NFV) Lifecycle Management mit dem Elastic Services Controller (ESC) und können NFV-Deployments koordinieren. Absolventen können Verkehrsautomatisierung mit XR Transport Control (XTC) konfigurieren und Netzwerkbetriebsautomatisierung mit WAN Automation Engine (WAE) planen. Sie sind in der Lage, eine modellgetriebene Netzwerkmanagement-Architektur für Service-Provider-Umgebungen zu konzipieren und umzusetzen. Teilnehmende können Lösungen entwickeln, die manuelles CLI-basiertes Management ersetzen und Fehlerquellen minimieren. Sie sind optimal auf die englischsprachige CCNP SPAUTO 300-535-Prüfung vorbereitet und kennen Prüfungsformat und -schwerpunkte. Außerdem können Absolventen Netzwerkprogrammierbarkeit als strategischen Ansatz im Carrier-Umfeld positionieren und gegenüber Stakeholdern kommunizieren.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Netzwerkingenieure und Automatisierungsspezialisten im Service-Provider-Umfeld, die ihre klassischen Netzwerkkenntnisse um moderne Programmierbarkeits- und Automatisierungskompetenzen erweitern möchten. Vorkenntnisse in Carrier-Netzwerken und Cisco-Technologien werden vorausgesetzt.
- Netzwerkingenieure und -administratoren mit Erfahrung in Service-Provider-Umgebungen
- NetDevOps Engineers, die Carrier-Netzwerke automatisieren möchten
- Cisco-zertifizierte Fachleute (CCNA, CCNP SP), die ihre Kenntnisse um Automatisierung erweitern
- Network Architects, die modellgetriebene Netzwerkmanagement-Architekturen planen
- IT-Professionals mit Interesse an NetDevOps und Infrastructure as Code im Carrier-Bereich
Fundierte Kenntnisse in Netzwerkgrundlagen, Service-Provider-Topologien und Cisco IOS-XR sind Voraussetzung. CCNA-Zertifizierung oder vergleichbare Berufserfahrung wird empfohlen. Kenntnisse einer Skriptsprache (bevorzugt Python) sind von Vorteil, da viele Automatisierungsübungen Python-basierte Tools einsetzen. Da Kurssprache, Unterlagen und Examen auf Englisch sind, werden solide Englischkenntnisse für technische Dokumentation benötigt. Das individuelle Beratungsgespräch klärt, ob Vorkenntnisse ausreichend sind und wie ein maßgeschneiderter Lernplan aussieht.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird überwiegend im Combined Learning-Format mit betreuten Online-Phasen und praktischen Übungseinheiten angeboten. Ein erheblicher Teil der Kurszeit ist praktischen Laborübungen gewidmet, in denen Automatisierungsszenarien mit realen Cisco-Tools und -Protokollen umgesetzt werden. Online-Seminar-Formate stehen alternativ zur Verfügung. Die englische Kurssprache bereitet gezielt auf die englischsprachige Prüfungsumgebung vor.
Der Kurs ist vorrangig als Vollzeitmaßnahme über mehr als eine Woche bis zu einem Monat konzipiert; einige Varianten erstrecken sich über mehr als einen Monat bis drei Monate. Teilzeitformate sind auf Anfrage möglich. Starttermin und Lerngeschwindigkeit werden im individuellen Beratungsgespräch festgelegt. Unterstützung bei der Jobsuche und Überarbeitung von Bewerbungsunterlagen ist eingeschlossen.
Nach Bestehen der englischsprachigen Prüfung 300-535 SPAUTO erhalten Absolventen das international anerkannte Cisco-Herstellerzertifikat als Bestandteil der CCNP Service Provider-Zertifizierung. Zusätzlich wird ein Lehrgangszertifikat des Bildungsträgers ausgestellt. Das CCNP SP-Zertifikat gilt weltweit als Nachweis hochspezialisierter Netzwerkkompetenz im Carrier-Bereich und ist bei Telekommunikationsunternehmen und Internet-Service-Providern besonders gefragt.
Nutzen & Perspektiven
Die Nachfrage nach Netzwerkingenieuren mit Automatisierungskenntnissen im Service-Provider-Umfeld wächst rasant. Unternehmen, die Carrier-Netzwerke betreiben, suchen intensiv nach Fachleuten, die nicht nur klassische Netzwerktechnik beherrschen, sondern auch in der Lage sind, NetDevOps-Prinzipien umzusetzen und repetitive Aufgaben durch Automatisierung zu skalieren. Mit dem SPAUTO-Zertifikat dokumentieren Absolventen genau diese gefragte Kombination. Der direkte Nutzwert des Kurses zeigt sich in der Fähigkeit, manuelle CLI-basierte Arbeitsprozesse durch skalierbare Automatisierungslösungen zu ersetzen. Dies reduziert Fehler, verkürzt Konfigurationszeiten und erhöht die Betriebszuverlässigkeit in komplexen Service-Provider-Infrastrukturen erheblich. Arbeitgeber wissen, dass SPAUTO-zertifizierte Fachleute Tools wie NSO, Ansible und NETCONF produktiv einsetzen können. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist die Maßnahme in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach individueller Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz für Beschäftigte, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD) sowie Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Im Aufnahmegespräch wird über alle relevanten Fördermöglichkeiten informiert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist das SPAUTO-Examen 300-535?
Das 300-535 SPAUTO-Examen ist eine Konzentrationsprüfung im Rahmen der CCNP Service Provider-Zertifizierung von Cisco. Es prüft Kenntnisse und Fähigkeiten zur Automatisierung und Programmierung von Cisco Service Provider-Netzwerken mit modernen Tools und Protokollen.
Welche Vorkenntnisse brauche ich für den SPAUTO-Kurs?
Fundierte Netzwerkgrundlagen und Kenntnisse in Service-Provider-Topologien sind Voraussetzung; CCNA-Zertifizierung oder vergleichbare Berufserfahrung wird empfohlen. Grundkenntnisse in Python sind vorteilhaft. Ausreichende Englischkenntnisse für technische Dokumentation und das Examen werden benötigt.
Welche Automatisierungstools werden in diesem Kurs behandelt?
Der Kurs deckt YANG, NETCONF, RESTCONF, gRPC, gNMI, Ansible, NetMiko, Network Services Orchestration (NSO), XR Transport Control (XTC), WAN Automation Engine (WAE) und Elastic Services Controller (ESC) ab — alle zentralen Werkzeuge der Cisco-Service-Provider-Automatisierung.
Wie verhält sich SPAUTO zu anderen CCNP SP-Prüfungen?
SPAUTO ist eine der fünf Konzentrationsprüfungen für das CCNP Service Provider-Zertifikat. Es konzentriert sich speziell auf Netzwerkautomatisierung und -programmierung. Die Kernprüfung 350-501 SPCOR wird separat abgelegt und ist nicht Teil dieses Kurses, bildet aber eine empfohlene Grundlage.
Kann dieser Kurs über Fördermittel finanziert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist die Maßnahme in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Auch Qualifizierungschancengesetz, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und Förderungen der Deutschen Rentenversicherung kommen je nach Situation in Betracht. Im Aufnahmegespräch wird individuell beraten.
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