Überblick
Service-Provider-Netzwerke sind das Rückgrat des modernen Internets. Sie verbinden Unternehmen, Rechenzentren und Endanwender über globale IP-Infrastrukturen, die höchste Anforderungen an Verfügbarkeit, Skalierbarkeit und Sicherheit stellen. Der Kurs zur Prüfung 350-501 — Implementing and Operating Cisco Service Provider Network Core Technologies (SPCOR) — vermittelt die technischen Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten, die Netzwerktechniker benötigen, um Cisco-Service-Provider-Infrastrukturen auf CCNP-Niveau zu konfigurieren, zu verifizieren, Fehler zu beheben und zu optimieren. Gleichzeitig bereitet der Kurs gezielt auf die Prüfung 350-501 vor, die Teil der CCNP-Service-Provider-Zertifizierung und der Cisco Certified Specialist — Service Provider Core Zertifizierung ist.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Service-Provider-Architektur und IP-Grundlagen Zu Beginn erhalten die Teilnehmenden einen vollständigen Überblick über die Architektur moderner Service-Provider-Netzwerke und die zugrunde liegenden IP-Konzepte, die in der CCNP-SP-Prüfung vorausgesetzt werden.
- Aufbau und Komponenten eines Service-Provider-Netzwerks (Core, Edge, Access)
- MPLS-Grundlagen: Labels, Label Switching, FEC und LDP
- IP-Routing im SP-Kontext: ISIS und OSPF als Interior Gateway Protocols
- BGP für Service Provider: IBGP, EBGP, Route Reflectors und Confederations
- Traffic Engineering mit RSVP-TE und Segment Routing
- IPv6-Integration und Dual-Stack-Betrieb in SP-Netzen
Modul 2: MPLS, VPN-Services und Layer-2-Technologien Dieser Modul-Block behandelt die zentralen Dienste, die Service Provider über ihre MPLS-Infrastruktur anbieten: L3VPNs für Unternehmenskunden, L2VPNs für transparente Leitungsersetzung und moderne EVPN-Architekturen.
- MPLS L3VPN: VRF, MP-BGP und Route Distinguisher/Target
- MPLS L2VPN: VPWS, VPLS und pseudowire-Konfiguration
- EVPN: Grundlagen, EVPN-VPWS und EVPN-VPLS
- Segment Routing mit SR-MPLS und SRv6
- Multicast im SP-Netz: PIM, MVPN und mLDP
- QoS in SP-Netzen: DiffServ, DSCP-Markierungen und Queuing-Strategien
Modul 3: Netzwerksicherheit und Automatisierung Moderne SP-Netze erfordern umfangreiche Sicherheitsmechanismen und werden zunehmend über programmatische Schnittstellen konfiguriert und überwacht.
- Sicherheitsarchitektur für SP-Netze: Infrastructure ACLs, CoPP, uRPF
- DDoS-Schutz und BGP Blackholing (RTBH) in SP-Umgebungen
- MPLS-Sicherheit: TTL-Manipulation, Label-Spoofing-Schutz
- Netzwerkautomatisierung: NETCONF, YANG-Modelle und RESTCONF
- Telemetrie und Monitoring: Streaming Telemetry, SNMP und NetFlow
- Cisco IOS-XR und IOS-XE in SP-Umgebungen konfigurieren und verwalten
Modul 4: Troubleshooting und Prüfungsvorbereitung Der abschließende Modul-Block kombiniert systematische Fehlerdiagnose mit gezielter Vorbereitung auf die Prüfung 350-501 SPCOR.
- Troubleshooting-Methodik für komplexe MPLS/VPN-Szenarien
- BGP-Troubleshooting: Nachbarschaftsprobleme, Policy-Fehler, Route-Leaks
- MPLS-Fehleranalyse: LDP-Session-Probleme, Label-Distribution-Fehler
- QoS-Troubleshooting: Queuing-Probleme und DSCP-Markierungsfehler
- Prüfungsformat und Fragetypen der 350-501 SPCOR
- Prüfungsstrategien, Zeitmanagement und häufige Fallstricke
Praxisblock: Laborübungen in realen SP-Szenarien Die Laborübungen sind das Herzstück der Prüfungsvorbereitung. Die Teilnehmenden konfigurieren und troubleshooten vollständige SP-Szenarien auf Cisco-Equipment oder in Simulationsumgebungen.
- Eine MPLS-Kerninfrastruktur mit LDP von Grund auf aufbauen und verifizieren
- ISIS als IGP im SP-Core konfigurieren und Routenkonvergenz testen
- BGP-Route-Reflector-Hierarchie einrichten und MP-BGP für VPNs aktivieren
- Ein MPLS L3VPN für einen Unternehmenskunden vollständig implementieren
- Ein L2VPN (VPLS) zwischen zwei PE-Routern konfigurieren
- Segment Routing aktivieren und SR-TE-Policy für Traffic Engineering einsetzen
- MVPN für Multicast-Dienste im SP-Netz konfigurieren
- QoS-Policies (DSCP-Markierung, Queuing) auf Core- und Edge-Routern implementieren
- Infrastructure ACLs und CoPP für SP-Router-Sicherheit konfigurieren
- BGP Blackholing (RTBH) für DDoS-Schutz einrichten und testen
- NETCONF/YANG für automatisierte Konfigurationsänderungen nutzen
- Einen vollständigen Troubleshooting-Workflow für ein kaputtes MPLS-L3VPN durchführen
Nach dem Praxisblock absolvieren die Teilnehmenden Prüfungssimulationen, um ihren Wissensstand zu evaluieren und Schwachstellen gezielt zu identifizieren. Der Trainer gibt individuelles Feedback und empfiehlt gezielte Vertiefungsbereiche vor der offiziellen Cisco-Prüfung.
Lernziele:
Nach Abschluss dieses Kurses sind die Teilnehmenden in der Lage, Cisco Service Provider Core-Technologien auf professionellem Niveau zu verstehen und anzuwenden. Die folgenden Kompetenzen werden im Kurs gezielt trainiert.
- IP-Netzwerkinfrastrukturen von Service Providern planen, konfigurieren und verifizieren
- MPLS-Kernarchitektur und -Protokolle (LDP, RSVP-TE) konfigurieren und troubleshooten
- VPN-Services (L3VPN, L2VPN, EVPN) in Service-Provider-Umgebungen implementieren
- Segment Routing und Traffic Engineering für moderne SP-Netze einsetzen
- ISIS und OSPF als IGP in SP-Umgebungen konfigurieren und optimieren
- BGP als EGP für SP-Netzwerke einschließlich Policy und Community-Attributen beherrschen
- Multicast-Dienste in SP-Netzen konfigurieren und verifizieren
- QoS-Konzepte (Quality of Service) in Service-Provider-Infrastrukturen umsetzen
- Netzwerksicherheit und Schutzmechanismen in SP-Umgebungen implementieren
- Netzwerkautomatisierung und Programmierbarkeit in SP-Netzen einsetzen
- Systematische Fehleranalyse und Troubleshooting-Methoden für komplexe SP-Szenarien anwenden
- Die Prüfung 350-501 SPCOR inhaltlich und methodisch vorbereiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an erfahrene Netzwerktechniker, die in Service-Provider-Umgebungen arbeiten oder in diesen Bereich wechseln möchten und die CCNP Service Provider-Zertifizierung anstreben.
- Service-Provider-Engineers und Netzwerktechniker mit CCNA- oder vergleichbaren Kenntnissen
- Network Architects in Carrier- und Telekommunikationsumgebungen
- ISP-Techniker, die ihre Kenntnisse auf CCNP-Niveau formalisieren möchten
- Network Engineers, die von Enterprise- in SP-Umgebungen wechseln
- IT-Professionals, die Cisco CCNP Service Provider-Zertifizierung für Karrierezwecke anstreben
Solide Grundkenntnisse in IP-Routing und -Switching auf CCNA-Niveau oder gleichwertigem Stand sind Voraussetzung. Erfahrung mit Cisco-Konfiguration (IOS, IOS-XR oder IOS-XE) sowie Kenntnisse in BGP, OSPF und ISIS-Grundlagen werden erwartet. Vor Kursbeginn findet ein Beratungsgespräch statt, bei dem ein individueller Lernplan je nach Vorkenntnissen und Zielsetzung erstellt wird.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird überwiegend als Combined Learning durchgeführt und kombiniert Theorie-Einheiten mit umfangreichen Laborübungen. Die Labore bilden reale SP-Szenarien nach und nutzen Cisco-Hardware oder Simulationsplattformen (z. B. GNS3, CML). Prüfungssimulationen und Mock-Exams helfen, den aktuellen Kenntnisstand zu evaluieren. Online-Seminar-Formate sind bei einzelnen Anbietern verfügbar. Teilzeit-Optionen eignen sich für Berufstätige, die parallel zum Job lernen.
Der Kurs dauert in der Regel mehr als eine Woche bis zu einem Monat, mit einzelnen Angeboten, die sich über ein bis drei Monate erstrecken. Der genaue Umfang ist vom gewählten Anbieter und Lernformat abhängig. Vollzeit-Formate konzentrieren die Inhalte; Teilzeit-Varianten ermöglichen eine berufsbegleitende Vorbereitung auf die Prüfung.
Der Kurs bereitet gezielt auf die externe Cisco-Prüfung 350-501 SPCOR vor, die Teil der CCNP Service Provider-Zertifizierung und der Cisco Certified Specialist — Service Provider Core Zertifizierung ist. Die Prüfung selbst wird separat bei einem autorisierten Cisco-Prüfungszentrum abgelegt. Nach Kursteilnahme erhalten die Teilnehmenden ein internationales Lehrgangszertifikat von New Horizons, das die Kursteilnahme und die Prüfungsvorbereitung dokumentiert.
Nutzen & Perspektiven
Die CCNP Service Provider-Zertifizierung ist die anerkannte Qualifikation für Netzwerktechniker, die im Telekommunikations- und Internet-Service-Provider-Bereich arbeiten. Service-Provider-Netzwerke unterscheiden sich fundamental von Enterprise-Netzen in Skalierung, Protokollkomplexität und Verfügbarkeitsanforderungen — MPLS, BGP, VPNs und Traffic Engineering sind hier keine optionalen Extras, sondern tägliches Handwerkszeug. Wer CCNP Service Provider trägt, signalisiert Arbeitgebern und Kunden, dass er oder sie diese Anforderungen auf Expertenniveau erfüllt. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern kann dieser Kurs über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder der Jobcenter gefördert werden. Das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung (BFD) der Bundeswehr sowie Leistungen der Deutschen Rentenversicherung kommen je nach persönlicher Situation ebenfalls in Betracht. Eine individuelle Beratung klärt die verfügbaren Förderwege. Am Arbeitsmarkt sind CCNP-SP-zertifizierte Netzwerktechniker rar und entsprechend begehrt. Telekommunikationsunternehmen, Internetprovider, große Systemintegratoren und Managed-Service-Provider suchen kontinuierlich nach Fachkräften, die SP-Infrastrukturen auf diesem Niveau betreiben können. Die Kombination aus theoretischem Cisco-Zertifizierungswissen und den praktischen Laborübungen dieses Kurses bereitet optimal auf reale Einsatzgebiete vor.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse brauche ich für den CCNP-SP-Kurs?
Solide IP-Routing-Kenntnisse auf CCNA-Niveau oder vergleichbarem Stand werden vorausgesetzt. Erfahrung mit der Cisco-CLI sowie Grundkenntnisse in BGP, OSPF und ISIS sind erforderlich. Vor Kursbeginn findet ein Beratungsgespräch statt, das den individuellen Kenntnisstand bewertet und einen Lernplan erstellt.
Ist die Cisco-Prüfung 350-501 im Kurspreis enthalten?
Die Prüfung 350-501 SPCOR wird separat bei einem autorisierten Cisco-Prüfungszentrum abgelegt und ist nicht automatisch im Kurspreis enthalten. Der Kurs bereitet inhaltlich und methodisch auf die Prüfung vor; Prüfungsgebühren werden direkt mit dem Prüfungszentrum abgerechnet.
Welche Themen hat die CCNP-SP-Prüfung 350-501?
Die Prüfung prüft Kenntnisse in Core-Architektur, Routing-Protokollen (ISIS, OSPF, BGP), MPLS, VPN-Services (L3VPN, L2VPN, EVPN), Segment Routing, Multicast, QoS, Netzwerksicherheit und Automatisierung in Service-Provider-Umgebungen. Der Kurs deckt alle Prüfungsdomänen systematisch ab.
Welches Zertifikat erhalte ich nach dem Kurs?
Nach der Kursteilnahme erhalten Teilnehmende ein internationales Lehrgangszertifikat von New Horizons. Das eigentliche CCNP Service Provider-Zertifikat von Cisco wird nach erfolgreichem Bestehen der externen Prüfung 350-501 ausgestellt. Beide Dokumente ergänzen sich für den Lebenslauf.
Kann ich diesen Kurs über einen Bildungsgutschein finanzieren?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit möglich. Auch das Qualifizierungschancengesetz und weitere Förderinstrumente kommen in Betracht. Ein Beratungsgespräch vor Kursanmeldung klärt die individuell passenden Fördermöglichkeiten.
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