Überblick
Der Kurs Cloud-Administrator Cloud-Netzwerke und Datenbanken verbindet zwei zentrale Säulen moderner Cloud-Infrastruktur: Netzwerkadministration und Datenbankmanagement. Während viele Cloud-Kurse nur einen Anbieter und nur einen Themenbereich abdecken, vermittelt dieser Lehrgang fundierte Kenntnisse sowohl in AWS als auch in Azure — und zwar für beide Kernbereiche gleichzeitig: die Planung und Verwaltung virtueller Netzwerke auf der einen Seite, die Bereitstellung und Sicherung von Cloud-Datenbanken auf der anderen. Das Multi-Cloud-Profil macht den Kurs besonders für Umgebungen interessant, in denen Entscheidungen plattformübergreifend getroffen werden müssen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Grundlagen von Cloud-Netzwerken Dieses Modul legt das Verständnis für die Architektur und Funktionsweise von Cloud-Netzwerken. Virtuelle Infrastruktur in der Cloud funktioniert nach anderen Prinzipien als klassische On-Premises-Netzwerke — dieses Fundament wird hier aufgebaut, bevor die konkreten Dienste beider Plattformen behandelt werden.
- Grundprinzipien von Cloud-Netzwerken: Isolation, Elastizität und Software-Defined Networking
- AWS Virtual Private Cloud: Aufbau, Subnetze, Route Tables und Internet Gateways
- Azure Virtual Network: VNet, Subnetz-Design, User Defined Routes
- Subnetze, CIDR-Blöcke und die Planung von Adressräumen
- VPN-Architekturen: Site-to-Site, Point-to-Site und Direct Connect
- Sicherheitsrichtlinien auf Netzwerkebene: Security Groups und Network ACLs in AWS, NSGs in Azure
Modul 2: Netzwerkmanagement und Automatisierung Produktive Cloud-Netzwerke müssen überwacht, skaliert und automatisiert verwaltet werden. Dieses Modul zeigt, wie Netzwerkkonfigurationen als Code beschrieben und über Automatisierungstools ausgerollt werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt hybriden Architekturen, die On-Premises und Cloud verbinden.
- Netzwerkkonfiguration in AWS und Azure über Management-Konsolen und CLI
- Infrastruktur als Code für Netzwerkressourcen mit AWS CloudFormation und Azure ARM/Bicep
- Automatisierung wiederkehrender Netzwerkaufgaben mit Azure CLI und AWS CLI
- Netzwerküberwachung mit AWS CloudWatch und Azure Network Watcher
- Traffic-Steuerung: Elastic Load Balancer in AWS, Azure Load Balancer und Application Gateway
- Firewall-Verwaltung: AWS WAF, Azure Firewall und Intrusion Detection
Modul 3: Datenbanken in Cloud-Umgebungen Datenbanken sind das Herzstück fast jeder Anwendung. In der Cloud gibt es für nahezu jeden Anwendungsfall einen verwalteten Datenbankdienst — dieser Block gibt einen systematischen Überblick über die wichtigsten relationalen und nicht-relationalen Angebote in AWS und Azure und lehrt, wie diese bereitgestellt, konfiguriert und gesichert werden.
- AWS RDS: Bereitstellung, Parameter-Groups, Read Replicas und Multi-AZ-Deployments
- Amazon DynamoDB: Partition-Keys, Capacity Modes und globale Tabellen
- Amazon Redshift für analytische Workloads: Cluster-Konfiguration und Datenintegration
- Azure SQL Database: Service-Tier, Elastic Pools und High-Availability-Konfigurationen
- Azure Cosmos DB: Konsistenzmodelle, APIs und globale Replikation
- Datenbankkonzepte: ACID-Eigenschaften, Partitionierungsstrategien und Replikationsmodi
- Backup und Restore: automatisierte Backups, Point-in-Time Recovery und Datenbankmigrationen
Modul 4: Sicherheit, Governance und Compliance Datenbanken und Netzwerke in der Cloud unterliegen denselben Datenschutz- und Compliance-Anforderungen wie On-Premises-Systeme. Dieser Block behandelt, wie Sicherheitsarchitekturen für Cloud-Ressourcen aussehen — von der Verschlüsselung im Ruhezustand bis zur Auditierung von Zugriffen.
- Sicherheitskonzepte für Cloud-Daten: Verschlüsselung in Transit und at Rest
- Schlüsselverwaltung mit AWS KMS und Azure Key Vault
- Zugriffskontrolle mit AWS IAM Policies und Azure RBAC
- Netzwerksegmentierung und Mikro-Segmentierung als Sicherheitsebene
- Compliance-Frameworks: DSGVO-Anforderungen, ISO 27001 und SOC 2 in Cloud-Umgebungen
- Automatisiertes Auditing mit AWS CloudTrail und Azure Activity Log
Praxis-Block: Cloud-Netzwerk- und Datenbankszenarien
- AWS VPC aufbauen: öffentliches und privates Subnetz, Internet Gateway und NAT Gateway konfigurieren
- Azure Virtual Network mit Subnetz-Peering und Network Security Groups anlegen
- Site-to-Site-VPN-Verbindung zwischen einer simulierten On-Premises-Umgebung und AWS einrichten
- AWS RDS-Instanz bereitstellen: Parameter-Group, automatisches Backup und Multi-AZ aktivieren
- Azure SQL Database erstellen, Firewall-Regel setzen und Verbindung aus einer Anwendung herstellen
- DynamoDB-Tabelle anlegen und globale sekundäre Indizes für eine Abfragestrategie konfigurieren
- Cosmos DB mit MongoDB-API bereitstellen und Konsistenzebene testen
- Datenbankbackup simulieren und Point-in-Time-Recovery durchführen
- IAM-Policy für datenbankbeschränkten Lesezugriff in AWS erstellen und testen
- Azure Key Vault-Secret in einer Datenbankverbindung referenzieren
- CloudWatch- und Azure Monitor-Alerts für Datenbankauslastung einrichten
- Abschlussprojekt: sichere Multi-Tier-Umgebung mit Netzwerk, Datenbank und Monitoring dokumentieren und präsentieren
Das Abschlussprojekt verbindet alle Modulinhalte zu einem kohärenten Gesamtszenario: Die Teilnehmenden bauen eine skalierbare, sichere Cloud-Umgebung auf, in der Netzwerk, Datenbank, Zugriffskontrolle und Monitoring ineinandergreifen.
Lernziele:
- Virtuelle Netzwerke in AWS (VPC) und Azure (VNet) aufbauen und konfigurieren
- Subnetze, Routing-Tabellen und NAT-Gateways in Multi-Cloud-Umgebungen verwalten
- VPN-Verbindungen und Direct-Connect-Architekturen für hybride Szenarien einrichten
- Netzwerksicherheitsrichtlinien mit Security Groups und Network ACLs durchsetzen
- Relationale Cloud-Datenbanken bereitstellen: AWS RDS und Azure SQL Database
- NoSQL-Datenbanken in der Cloud einsetzen: AWS DynamoDB und Azure Cosmos DB
- Datenbankkonzepte wie ACID, Partitionierung und Replikation in Cloud-Kontexten anwenden
- Backup-, Restore- und Migrationsstrategien für Cloud-Datenbanken planen und ausführen
- Monitoring und Leistungsoptimierung für Datenbank- und Netzwerkressourcen einrichten
- Identitäts- und Zugriffsmanagement mit AWS IAM und Azure Active Directory konfigurieren
- Compliance-Anforderungen (DSGVO, ISO 27001, SOC) in Cloud-Architekturen umsetzen
- Automatisierung mit AWS CloudFormation und Azure CLI für wiederkehrende Verwaltungsaufgaben nutzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an eine breite Zielgruppe aus der IT, vom Einsteiger bis zum fortgeschrittenen Administrator.
- IT-Administratoren, die Cloud-spezifische Netzwerk- und Datenbankkompetenzen aufbauen wollen
- Systemtechnikerinnen und Systemtechniker, die hybride Cloud-Umgebungen verwalten
- Datenbankverantwortliche, die von On-Premises zu Cloud-Datenbanken wechseln wollen
- Netzwerkadministratoren, die Cloud-Netzwerke verstehen und verwalten möchten
- Quereinsteiger mit technischem Grundverständnis, die sich auf Cloud-Administration spezialisieren
Grundlegende IT-Kenntnisse — etwa im Bereich Netzwerke, Betriebssysteme oder Datenbankgrundlagen — erleichtern den Einstieg. Der Kurs ist so aufgebaut, dass er ab Einsteigerniveau funktioniert. Wer noch keine Netzwerkkenntnisse mitbringt, profitiert von einem vorbereitenden Netzwerkgrundlagen-Kurs. AWS- oder Azure-Vorkenntnisse sind kein Pflichtkriterium, erleichtern aber den Lernfortschritt im mittleren Kursabschnitt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet Theorieblöcke mit sofort anschließenden Praxiseinheiten in Live-Cloud-Umgebungen. Jedes Modul beginnt mit einem konzeptuellen Teil, der die Zusammenhänge erklärt, und endet mit einer konkreten Übungsaufgabe im AWS- oder Azure-Portal. Der Multi-Cloud-Ansatz erlaubt direkten Vergleich der Plattformen und fördert das Verständnis für plattformübergreifende Konzepte. Der Kurs ist für Vollzeit- und Teilzeitbelegung verfügbar.
Der Kurs deckt fünf umfangreiche Themenblöcke ab und ist daher von mittlerer Gesamtdauer. Das Abschlussprojekt nimmt zusätzliche Zeit in Anspruch. Genaue Stundenzahlen sind bei den Anbietern zu erfragen.
Auf Basis der Kursquellen bereitet der Lehrgang auf die Zertifizierungsprüfungen AWS Solutions Architect Associate und Microsoft DP-300 (Azure Database Administrator Associate) vor. Diese Prüfungen werden separat bei den jeweiligen Zertifizierungsstellen abgelegt. Zusätzlich erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Lehrgangszeugnis.
Nutzen & Perspektiven
Wer Cloud-Infrastruktur verwaltet, steht in der Praxis regelmäßig vor Aufgaben, die Netzwerk- und Datenbankwissen gleichzeitig erfordern: Eine Datenbankinstanz, die nicht erreichbar ist, hat häufig eine Netzwerkursache — Security Groups, fehlende Routen, VPN-Probleme. Der Kurs schult genau dieses integrierte Verständnis, statt Netzwerk und Datenbank getrennt zu lehren. Der Multi-Cloud-Ansatz mit AWS und Azure ist ein weiteres Differenzierungsmerkmal: Die meisten Unternehmen nutzen nicht ausschließlich einen Anbieter, und Administratorinnen und Administratoren, die beide Plattformen kennen, sind flexibler einsetzbar. Gerade bei Migrationsprojekten oder der Bewertung plattformübergreifender Architekturen ist dieses Wissen unmittelbar wertvoll. Die Vorbereitung auf zwei anerkannte externe Zertifizierungen (AWS und Microsoft) rundet das Profil ab und gibt Teilnehmenden konkrete Qualifikationsnachweise, die im Arbeitsmarkt unmittelbar sichtbar sind.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Deckt der Kurs nur Azure oder auch AWS ab?
Der Kurs ist Multi-Cloud-orientiert und deckt sowohl AWS als auch Azure ab. Netzwerkkomponenten werden für beide Plattformen verglichen (AWS VPC vs. Azure VNet), gleiches gilt für Datenbankdienste (AWS RDS/DynamoDB vs. Azure SQL/Cosmos DB) und Identity-Management (IAM vs. Azure Active Directory).
Auf welche Zertifizierungen bereitet der Kurs vor?
Laut Kursquellmaterial zielt die Abschlussvorbereitung auf AWS Solutions Architect Associate und Microsoft DP-300 (Azure Database Administrator Associate). Diese Prüfungen werden separat bei den jeweiligen Anbietern abgelegt.
Ist der Kurs auch für Einsteiger geeignet?
Ja. Das Kursniveau reicht von Einsteiger bis Fortgeschritten, beginnend mit Grundlagen der Cloud-Netzwerke. Wer über IT-Grundkenntnisse verfügt, kann direkt einsteigen. Ein vorbereitender Netzwerkgrundlagen-Kurs wird empfohlen, ist aber nicht Pflicht.
Wie werden Netzwerk- und Datenbankinhalte verknüpft?
Der Kurs verbindet beide Domänen bewusst: Datenbankdienste in der Cloud hängen unmittelbar von Netzwerkkonfiguration ab — Subnetting, Security Groups, VPN-Verbindungen und Zugriffsrichtlinien beeinflussen, wie und ob Datenbankcluster erreichbar sind. Das Abschlussprojekt kombiniert beide Bereiche in einem integrierten Szenario.
Welche Inhalte hat das Abschlussprojekt?
Im Abschlussprojekt bauen Teilnehmende eine sichere, skalierbare Cloud-Umgebung auf, die Netzwerkarchitektur (VPC/VNet, Security Groups, VPN) mit Datenbankbereitstellung (automatisiertes Backup, Skalierung) und Monitoring kombiniert. Das Ergebnis wird dokumentiert und präsentiert.
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