Überblick
Dieser Kurs vermittelt das vollständige Handwerkszeug für den Betrieb von System Center 2012 R2 Operations Manager (SCOM), Microsofts langjähriger Plattform für das Monitoring von IT-Infrastruktur, Anwendungen und Cloudressourcen. Der Kurs basiert auf dem Microsoft Official Curriculum (MOC) 10964 und entspricht dem Versionsstand von System Center 2012 R2. Wer diesen Lehrgang belegt, sollte wissen, dass SCOM 2012 R2 eine ältere Generation der Plattform darstellt: Der Mainstream Support endete 2017, Extended Support lief 2022 aus. Der Lehrgang ist damit für Umgebungen relevant, in denen Legacy-SCOM-Installationen noch aktiv betrieben werden, sowie als konzeptionelle Grundlage für Fachkräfte, die ältere Infrastrukturen ablösen oder migrieren. Aktuelle SCOM-Versionen (2019, 2022) und Azure-native Monitoring-Lösungen (Azure Monitor, Log Analytics) sind nicht Bestandteil dieses Kurses.
Kursinhalte & Lernziele
Deployment und Architektur einer SCOM-Verwaltungsgruppe Die Verwaltungsgruppe ist die zentrale Organisationseinheit in SCOM. Dieser Block behandelt Planung und Aufbau: von der Hardware-Dimensionierung über die SQL-Server-Konfiguration für die Operational Database und Data Warehouse Database bis zur Installation der Management-Server, Gateway-Server und Agents.
- Architektur der Verwaltungsgruppe: Management Server, Gateway Server, Operations DB, Data Warehouse DB
- Sizing und SQL Server-Anforderungen für SCOM-Datenbankrollen
- Installation und Konfiguration der SCOM-Infrastrukturkomponenten
- Agent-Deployment: push-basiert, manuell und Group-Policy-gesteuert
- Hochverfügbarkeitsoptionen: SQL Always On und Management Server Redundanz
- Migration von Operations Manager 2007 R2: Upgrade-Pfade und Seitenmigration
Management Packs und Monitoring-Konzeption Das Management-Pack-System ist das Herzstück von SCOM: Es definiert, was überwacht wird, wie Zustände bewertet werden und welche Aktionen bei Alarmen ausgelöst werden. Dieser Block erklärt die Struktur und zeigt, wie eigene Management Packs erstellt werden.
- Aufbau eines Management Packs: Klassen, Beziehungen, Objektermittlungen
- Regeln versus Überwachungen: Unterschied und Einsatzszenarien
- Ausführende Konten und ausführende Profile für sichere Credential-Verwaltung
- Management Pack-Erstellung mit dem SCOM Management Pack Authoring Tool
- Sealed vs. Unsealed Management Packs und Override-Konzepte
- Importieren, Exportieren und Versionieren von Management Packs
Fabric- und Anwendungsüberwachung Neben klassischer Server-Überwachung bietet SCOM 2012 R2 Fabric-Monitoring für virtualisierte Rechenzentren und Cloud-Ressourcen sowie Application Performance Monitoring für .NET- und Java-Applikationen.
- Fabric-Monitoring: Integration mit System Center Virtual Machine Manager für Hyper-V-Monitoring
- Netzwerkgeräte-Monitoring via SNMP und WMI
- Anwendungsüberwachung mit Application Performance Monitoring (APM) für .NET und Java
- Synthetische Transaktionen: URL-Monitoring, TCP-Port-Checks, Distributed Application Diagrams
- End-to-End Service Level Tracking: SLA-Definitionen und Verfügbarkeitsberichte
- Integration mit Windows Azure (historische Funktion: Azure-VM-Monitoring via Management Pack)
Dashboards, Reporting und Konsolenanpassung Monitoring-Daten haben nur Wert, wenn sie verständlich visualisiert und an die richtigen Teams kommuniziert werden. Dieser Block behandelt Visualisierung und Reporting.
- Operations Manager-Konsole: Monitoring-, Administration- und Reporting-Ansichten
- Dashboard-Widgets: Zustandswidgets, Leistungsdiagramme, Alertlisten
- SharePoint-Webpart für das SCOM-Dashboard zur Integration in Unternehmensportale
- Service Level Tracking Reporting: Verfügbarkeits- und Leistungsberichte automatisieren
- Konsolenanpassung für verschiedene Support-Ebenen (L1, L2, L3)
- Benutzerdefinierte Monitoring-Ansichten und Ordnerstruktur
Integration und Notfallwiederherstellung SCOM operiert selten isoliert – die Integration mit anderen System Center-Komponenten und die Vorbereitung auf Ausfälle gehören zum Betriebsalltag jedes SCOM-Administrators.
- Integration mit System Center Orchestrator für automatisierte Remediation
- Team Foundation Server-Integration für IntelliTrace-Analysen (historischer Kontext)
- System Center Advisor-Integration (heute durch Azure Monitor Insights ersetzt)
- Notfallwiederherstellung: Datenbank-Backup und -Wiederherstellung
- Management Server-Wiederherstellung bei Ausfall
- Troubleshooting-Werkzeuge: Windows Event Log, SCOM-interne Logs, Health Service-Diagnose
Praktischer Laborteil Die Labs simulieren reale Betriebsszenarien auf Basis von System Center 2012 R2. Teilnehmende arbeiten direkt in konfigurierten Lab-Umgebungen und setzen die theoretischen Konzepte in die Praxis um.
- Verwaltungsgruppe von Grund auf aufbauen und konfigurieren
- SCOM-Agents auf Windows-Servern deployen und verwalten
- Bestehendes Management Pack importieren und Overrides konfigurieren
- Benutzerdefiniertes Management Pack für eine fiktive Applikation erstellen
- APM für eine .NET-Applikation aktivieren und Leistungsdaten analysieren
- Synthetische Transaktion einrichten und Verfügbarkeit dokumentieren
- Dashboard mit mehreren Widgets aufbauen und in SharePoint einbetten
- Backup der Operational Database und Wiederherstellungsprozedur testen
- Migrations-Szenario: Upgrade von einer OM2007-R2-Testinstallation durchführen
- Troubleshooting-Szenario: nicht reagierenden Agent diagnostizieren und reparieren
- Alarmverarbeitungsregeln und Eskalationsbenachrichtigungen konfigurieren
- Integrations-Lab: SCOM-Alert an System Center Orchestrator übergeben
Lernziele:
- Eine System Center 2012 R2 Operations Manager-Verwaltungsgruppe planen, deployen und konfigurieren
- Von Operations Manager 2007 R2 auf System Center 2012 R2 migrieren
- Management Packs konzeptionell verstehen und eigene Management Packs erstellen
- Objektermittlungen, Regeln, Überwachungen, Zielklassen und ausführende Konten einrichten
- Fabric-Monitoring für Rechenzentrums- und Cloud-Ressourcen (Netzwerk, Speicher, Compute) konfigurieren
- .NET- und Java-basierte Anwendungen mit Application Performance Monitoring überwachen
- End-to-End-Dienstüberwachung mit synthetischen Transaktionen und verteilten Anwendungsdiagrammen einrichten
- Dashboards, Service Level Tracking und SharePoint-Webparts zur Visualisierung konfigurieren
- SCOM-Konsole für unterschiedliche Support-Teams anpassen
- Integration von SCOM mit weiteren System Center 2012 R2-Komponenten (DPM, VMM, Orchestrator)
- Verwaltungsgruppen bei Fehlern diagnostizieren und Notfallwiederherstellungsverfahren durchführen
- Windows Azure-Integration und System Center Advisor-Anbindung nutzen (historische Funktion, heute durch Azure Monitor abgelöst)
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich ausdrücklich an Fachkräfte, die mit SCOM 2012 R2 arbeiten oder eine bestehende SCOM-Umgebung dieser Generation betreuen, migrieren oder ablösen müssen. Für Personen, die ein modernes Monitoring-Konzept aufbauen wollen, ist eine Weiterbildung in Azure Monitor und Log Analytics der sinnvollere Weg.
- IT-Administratoren und Systemingenieure, die SCOM 2012 R2 im Betrieb haben
- Fachkräfte, die eine Legacy-SCOM-Umgebung auf SCOM 2019/2022 oder Azure Monitor migrieren sollen
- Consultants, die Kunden bei der Pflege oder Ablösung bestehender SCOM-Installationen unterstützen
- IT-Prüfer und Auditoren, die bestehende SCOM-Implementierungen bewerten
Grundlegende Windows-Server-Administration ist Voraussetzung: Teilnehmende sollten mit Active Directory, SQL Server-Grundlagen, Windows-Netzwerken und dem Event Log vertraut sein. Kenntnisse in virtualisierten Umgebungen (Hyper-V oder VMware) sind für den Fabric-Monitoring-Teil hilfreich. SCOM-Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt, sind aber von Vorteil.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs folgt dem MOC-Format: strukturierte Lehrereinheiten (Instructor-Led Training) wechseln sich mit geführten Lab-Phasen in vorbereiteten Lab-Umgebungen ab. Die praktischen Labore decken alle wesentlichen Kurskapitel ab und stellen sicher, dass Konzepte nicht nur gehört, sondern direkt angewendet werden. Das Combined-Learning-Format ermöglicht die Teilnahme sowohl im Präsenzkursraum als auch im virtuellen Klassenzimmer.
Der Kurs ist als mehrtägige bis mehrwöchige Schulung konzipiert und wird in Vollzeit absolviert. Die Kursdauer liegt typischerweise zwischen mehr als einer Woche und einem Monat. Das MOC 10964 entspricht in seiner Tiefe einem vollständigen Administratorlehrgang und ist nicht als Kurzübersicht zu verstehen.
Das MOC 10964 ist ein offizieller Microsoft-Lehrplan, bereitet jedoch nicht direkt auf eine aktive Zertifizierungsprüfung vor, da die zugehörige MCSE Private Cloud-Zertifizierungsreihe von Microsoft 2021 eingestellt wurde und seitdem nicht mehr erworben werden kann. Nach Kursabschluss erhalten Teilnehmende ein Lehrgangszertifikat über die absolvierte Schulung. Wer eine aktuelle Microsoft-Zertifizierung im Monitoring-Bereich anstrebt, sollte auf die Azure-Monitor-Zertifizierungspfade (z. B. AZ-204 oder SC-200) ausweichen.
Nutzen & Perspektiven
System Center Operations Manager 2012 R2 ist eine ausgereifte, über Jahre in Unternehmensrechenzentren bewährte Monitoring-Plattform. Wer eine solche Umgebung betreibt, kennt den Wert tiefgehender Kenntnis: Management Packs sind komplex, Fabric-Monitoring verlangt präzise Konfiguration, und Fehlerdiagnose in einer großen Verwaltungsgruppe ist ohne solides Grundwissen zeitaufwendig. Dieser Kurs schließt diese Lücke für SCOM-Administratoren, die ihre Kompetenz formalisieren oder Lücken schließen wollen. Für Fachkräfte, die eine SCOM-2012-R2-Umgebung ablösen oder migrieren sollen, bietet der Kurs einen weiteren Nutzen: Wer die bestehende Infrastruktur vollständig versteht, kann einen Migrationsplan fundiert entwickeln. Die gelernten Konzepte – Verwaltungsgruppe, Management Packs, APM, Fabric-Monitoring – sind konzeptionell auch auf neuere SCOM-Versionen übertragbar, auch wenn sich Details geändert haben. Es ist jedoch wichtig, den Kurs mit realistischen Erwartungen zu belegen: System Center 2012 R2 ist ein Produkt der Vergangenheit. Die hier vermittelte Plattform entspricht nicht dem aktuellen Stand – Microsofts Monitoring-Strategie hat sich in Richtung Azure Monitor, Log Analytics und Azure Sentinel weiterentwickelt. Dieser Kurs ist damit eine wertvolle Ressource für die Pflege bestehender Umgebungen, kein Einstieg in modernes Cloud-Monitoring.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist System Center 2012 R2 Operations Manager noch aktuell?
Nein, der Extended Support für SCOM 2012 R2 endete 2022. Neuere Versionen (SCOM 2019, 2022) und Azure-native Lösungen wie Azure Monitor haben diese Version abgelöst. Dieser Kurs richtet sich an Fachkräfte, die bestehende 2012-R2-Umgebungen betreiben oder migrieren.
Welche Zertifizierungsprüfung bereitet dieser Kurs vor?
Das MOC 10964 bereitet nicht auf eine aktive Zertifizierungsprüfung vor. Die zugehörige MCSE-Private-Cloud-Zertifizierungsreihe wurde von Microsoft 2021 eingestellt. Nach Kursabschluss erhalten Teilnehmende ein Lehrgangszertifikat.
Kann ich die erlernten Konzepte auf neuere SCOM-Versionen übertragen?
Viele Kernkonzepte – Verwaltungsgruppe, Management Packs, APM, Fabric-Monitoring – sind konzeptionell auch auf SCOM 2019 und 2022 übertragbar. Details der Oberfläche und einige Funktionen haben sich in neueren Versionen jedoch verändert.
Was sind die Alternativen zu SCOM für modernes Monitoring?
Microsoft empfiehlt für neue Monitoring-Projekte Azure Monitor, Log Analytics, Azure Sentinel (für Sicherheits-Monitoring) und Application Insights. Diese Dienste sind cloud-nativ und werden aktiv weiterentwickelt, während SCOM 2012 R2 das Ende seines Supportlebenszyklus erreicht hat.
Brauche ich SCOM-Vorkenntnisse für diesen Kurs?
Vorkenntnisse mit SCOM sind hilfreich, aber keine Voraussetzung. Der Kurs beginnt mit der grundlegenden Architektur und dem Deployment einer Verwaltungsgruppe. Wichtiger sind solide Windows-Server-Administration-Kenntnisse sowie SQL Server-Grundkenntnisse.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
IT-Berufe sind seit fünf Jahren der größte Fachkräfteengpass am deutschen Arbeitsmarkt. Der Bestand offener IT-Stellen ist 2024 auf einen Rekordstand gestiegen; AI- und Cloud-Skills werden in den nächsten Jahren weiter überdurchschnittlich nachgefragt.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- IT-Manager/IT-Managerin752 Stellen
- Chief-Information-Security-Officer103 Stellen
- Chief-Digital-Officer11 Stellen
- Business-Continuity-Manager/Business-Continuity-Managerin5 Stellen