Überblick
Dieser Kurs positioniert sich bewusst anders als AWS-spezifische Cloud-Architektur-Programme: Statt sich auf eine einzige Plattform zu konzentrieren, vermittelt er das Denken und Handeln über mehrere Cloud-Anbieter hinweg. Das Programm verbindet Cloud-Architekturprinzipien, Datenarchitektur und Multi-Cloud-Governance zu einem kohärenten Lehrgang. Teilnehmende lernen, wie komplexe Datenstrategien über AWS, Azure und Google Cloud hinweg entwickelt werden, wie Cloud-Infrastrukturen plattformübergreifend automatisiert bereitgestellt werden und welche Governance-Modelle Unternehmen vor Vendor-Lock-In schützen. Der Lehrgang richtet sich an Fortgeschrittene und ist anspruchsvoll in Bezug auf Breite und Tiefe des Stoffs.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul behandelt Architekturprinzipien und Cloud-Design-Grundlagen auf einem Niveau, das über Einführungskurse deutlich hinausgeht. Wer hier einsteigt, sollte bereits Cloud-Grundkenntnisse mitbringen – das Modul beginnt nicht bei Null, sondern setzt eine Grundorientierung voraus und treibt das Verständnis in Richtung praxisnaher Architekturentscheidungen. Der vergleichende Blick auf drei Anbieter ist dabei von Anfang an strukturgebendes Prinzip.
- Einführung in Cloud-Architektur und plattformübergreifende Designprinzipien
- Service-Modelle und Architekturkonzepte (IaaS, PaaS, SaaS) im Anbietervergleich
- Multi-Region- und Hybrid-Architekturen: Wann welche Strategie passt
- Hochverfügbarkeit, Sicherheit und Kostenoptimierung plattformübergreifend umsetzen
- Governance- und Design-Frameworks: AWS Well-Architected Framework, Azure Architecture Center, Google Cloud Architecture Framework im Vergleich
- Praxisbeispiel: Vergleich einer identischen Architekturanforderung auf AWS, Azure und Google Cloud
Das zweite Modul widmet sich der Datenarchitektur und dem Cloud-Datenmanagement. Daten sind in modernen Cloud-Architekturen das eigentliche Kernproblem: Die richtigen Datenbanktypen zu wählen, Datenflüsse zwischen Systemen zu orchestrieren und Compliance-Anforderungen einzuhalten erfordert spezialisiertes Wissen, das sich nicht automatisch aus allgemeiner Cloud-Erfahrung ergibt. Dieses Modul vermittelt genau diese Spezialisierung.
- Datenarchitekturmodelle in der Cloud: relational, dokumentenbasiert, column-store, graph
- AWS-Datendienste: RDS, DynamoDB, Redshift, S3 als Data-Lake-Basis
- Azure-Datendienste: Azure SQL Database, Cosmos DB, Synapse Analytics
- Google BigQuery als analytische Plattform im Multi-Cloud-Vergleich
- Data Lakes und ETL-Prozesse: Aufbau, Orchestrierung und Monitoring
- Datensicherheit, Governance und Compliance: Verschlüsselung, Zugriffskontrollen, Auditierung
- Kostenoptimierung und Storage-Strategien für unterschiedliche Datenzugriffsmuster
Das dritte Modul adressiert Cloud-Infrastruktur und Automatisierung und stellt Infrastructure as Code ins Zentrum. In Multi-Cloud-Umgebungen ist manuelle Konfiguration keine tragfähige Option – nur automatisierte, versionierbare und wiederholbare Bereitstellung macht Multi-Cloud operationell beherrschbar. Terraform ist dabei das plattformübergreifende Werkzeug der Wahl.
- Infrastructure as Code Grundlagen: Deklarative vs. imperative Ansätze, Zustandsverwaltung
- Terraform für Multi-Cloud-Bereitstellung: Provider-Konzept, Module, State Management
- CloudFormation für AWS-spezifische Infrastruktur, Azure Resource Manager für Azure-Deployments
- Netzwerkdesign und Virtualisierung: VPC (AWS), VNets (Azure), Cloud VPC (GCP), Load Balancing
- Containerisierung mit Docker und Kubernetes in Multi-Cloud-Umgebungen (EKS, AKS, GKE)
- Skalierung, Monitoring und Kostenkontrolle automatisierter Infrastruktur
Das vierte Modul behandelt Multi-Cloud-Strategien und Governance als strategische Disziplin. Multi-Cloud ist keine technische Selbstverständlichkeit – sie erfordert bewusste Entscheidungen zu Interoperabilität, Datenresidenz, Sicherheitsrichtlinien und Kostensteuerung. Dieses Modul macht Teilnehmende mit den konzeptionellen und technischen Mitteln vertraut, mit denen Unternehmen Multi-Cloud-Architekturen nachhaltig betreiben.
- Multi-Cloud-Konzepte: Warum Multi-Cloud, welche Risiken, welche Chancen
- Interoperabilität und API-Management zwischen Cloud-Anbietern
- Sicherheits- und Compliance-Anforderungen in Multi-Cloud-Umgebungen: Identitätsverbund, zentrale Richtliniendurchsetzung
- Governance-Modelle und Cloud-Kostenkontrolle: FinOps-Prinzipien, Tagging-Strategien
- Monitoring-Tools im Vergleich: Grafana als übergreifendes Dashboard, CloudWatch (AWS), Azure Monitor, Google Cloud Monitoring
- Praxisbeispiel: Entwicklung einer unternehmensweiten Multi-Cloud-Governance-Richtlinie
Das Abschlussmodul bündelt alle Themenstränge in einem Abschlussprojekt und bereitet auf relevante Herstellerzertifizierungen vor. Teilnehmende entwerfen eine vollständige Multi-Cloud-Architektur für ein fiktives Unternehmen mit Daten-, Infrastruktur- und Governance-Anforderungen.
- Projektarbeit: Entwurf einer globalen Multi-Cloud-Architektur mit automatisiertem Deployment
- Dokumentation und Präsentation der Architekturentscheidungen
- Vorbereitung auf weiterführende Zertifizierungen (AWS Solutions Architect, Azure Solutions Architect Expert AZ-305)
- Karrierepfade im Cloud- und Data-Architecture-Umfeld
- Abschlussbesprechung und individuelle Lückenanalyse
Lernziele:
- Cloud-Architekturen über mehrere Anbieter (AWS, Azure, Google Cloud) hinweg planen und vergleichend bewerten
- Datenarchitekturmodelle für unterschiedliche Anforderungen auswählen und in der Cloud implementieren
- Multi-Cloud-Strategien entwickeln, die Verfügbarkeit, Interoperabilität und Kostenkontrolle berücksichtigen
- Cloud-Infrastrukturen mit Infrastructure as Code (Terraform, CloudFormation, Azure Resource Manager) automatisiert bereitstellen
- Relationale und nicht-relationale Datenbanklösungen auf AWS und Azure auswählen, konfigurieren und verwalten
- Data Lakes, ETL-Prozesse und Datenflüsse in Cloud-Umgebungen entwerfen und absichern
- Datensicherheits- und Compliance-Anforderungen in Multi-Cloud-Umgebungen umsetzen
- Containerbasierte Architekturen mit Docker und Kubernetes in Multi-Cloud-Kontexten einsetzen
- Monitoring-Strategien über Cloud-Anbieter hinweg mit Tools wie Grafana, CloudWatch und Azure Monitor aufbauen
- Multi-Cloud-Governance-Richtlinien entwickeln und Sicherheitsüberwachung plattformübergreifend koordinieren
- Cloud-Kostenkontrolle in Multi-Cloud-Umgebungen systematisch gestalten und optimieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs setzt solide Cloud-Grundkenntnisse voraus und richtet sich an Fachkräfte, die ihr Wissen auf Architektur-, Datenintegrations- und Governance-Ebene ausbauen wollen. Das Programm ist explizit fortgeschritten ausgelegt und nicht als Einstieg geeignet.
- Cloud Engineers und Systemarchitekten, die plattformübergreifende Verantwortung übernehmen wollen
- IT-Consultants, die Unternehmenskunden bei der Multi-Cloud-Strategie beraten
- Datenbankadministratoren und Data Engineers mit Cloud-Ambitionen
- DevOps-Ingenieure, die Infrastructure as Code in Multi-Cloud-Umgebungen standardisieren wollen
- IT-Fachkräfte mit AWS- oder Azure-Hintergrund, die ihre Kenntnisse auf mehrere Anbieter ausdehnen
Solide Grundkenntnisse in Cloud Computing, Netzwerken und IT-Administration sind Voraussetzung. Empfehlenswert ist der vorherige Abschluss eines Grundlagenkurses wie AWS Cloud Practitioner Essentials oder Microsoft AZ-900 Azure Fundamentals. Kenntnisse in mindestens einer Cloud-Plattform (AWS oder Azure) erleichtern den Einstieg erheblich. SQL-Grundkenntnisse sind für das Datenarchitektur-Modul hilfreich. Der Kurs ist nicht für Cloud-Einsteiger ohne jegliche Plattformerfahrung geeignet.
Ablauf & Abschluss
Der Lehrgang wird im Combined-Learning-Format durchgeführt, wobei Vollzeit die Regelform darstellt; Teilzeit ist bei einigen Anbietern verfügbar. Die Unterrichtseinheiten kombinieren konzeptionelle Einführungen mit praxisnahen Beispielarchitekturen, die auf realen Unternehmensszenarien basieren. Der Datenarchitektur-Teil und das Infrastruktur-Modul arbeiten mit direktem Einsatz der Cloud-Tools und Automatisierungsskripten. Das Abschlussmodul integriert alle Stränge in ein Projektformat, das Architekturentscheidungen nachvollziehbar machen und kommunizieren trainiert. Unterrichtssprache ist überwiegend Deutsch; Teile der Kursmaterialien können auf Englisch vorliegen.
Das Programm ist auf einen Zeitraum von mehreren Wochen bis zu einigen Monaten angelegt, abhängig vom gewählten Lerntempo und Anbieter. Die fünf aufeinander aufbauenden Module – Architekturprinzipien, Datenarchitektur, Infrastruktur-Automatisierung, Multi-Cloud-Governance und Abschlussprojekt – erfordern ausreichend Zeit für Vertiefung und praktische Anwendung. Der Vollzeitmodus ermöglicht eine konzentrierte Bearbeitung aller Themenbereiche.
Der Kurs bereitet auf international anerkannte Herstellerzertifizierungen vor, darunter AWS Solutions Architect Associate und Microsoft AZ-305 Azure Solutions Architect Expert. Diese werden bei den jeweiligen Herstellern separat geprüft. Ergänzend wird ein trägerinternes Lehrgangszertifikat ausgestellt. Da der Kurs herstellerneutral ausgerichtet ist, richtet sich die Wahl der angestrebten Abschlusszertifizierung nach dem individuellen Karriereprofil der Teilnehmenden.
Nutzen & Perspektiven
Unternehmen setzen heute selten auf nur einen einzigen Cloud-Anbieter. Regulatorische Anforderungen, strategische Überlegungen zu Vendor-Lock-In und unterschiedliche technische Stärken der Plattformen führen dazu, dass Multi-Cloud-Architekturen in vielen Organisationen zum Standardbetrieb gehören. Fachkräfte, die über reine AWS- oder Azure-Kenntnisse hinaus denken und handeln können, sind entsprechend gefragt. Der besondere Mehrwert dieses Kurses liegt in der Verbindung zweier Felder, die in anderen Programmen häufig getrennt behandelt werden: Cloud-Architektur und Datenmanagement. Datenflüsse, Datenbankauswahl und Daten-Governance sind in modernen Cloud-Umgebungen keine nachgelagerten Themen, sondern architektonische Kernentscheidungen. Wer beides zusammen lernt, kann ganzheitlichere und nachhaltigere Architekturen entwerfen. Die Fähigkeit, Infrastructure as Code mit Terraform plattformübergreifend einzusetzen und Multi-Cloud-Governance-Strukturen zu gestalten, macht Absolventen dieses Kurses zu Kandidaten für leitende Cloud-Rollen – nicht nur als Ausführende, sondern als strategische Gestalter der Cloud-Infrastruktur ihrer Organisation.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet diesen Kurs von einem reinen AWS-Cloud-Architektur-Kurs?
Dieser Kurs ist plattformübergreifend ausgerichtet und behandelt AWS, Azure und Google Cloud gleichwertig. Das Ziel ist das Verständnis von Multi-Cloud-Architekturen und herstellerübergreifenden Governance-Strategien. Ein reiner AWS-Kurs geht dafür tiefer in die spezifischen AWS-Services und bereitet gezielt auf die AWS-SAA-Zertifizierung vor. Wer gezielt AWS-Expertise aufbauen will, wählt den AWS-fokussierten Kurs; wer plattformübergreifend denken will, diesen.
Welche Vorkenntnisse brauche ich?
Solide Grundkenntnisse in Cloud Computing sind Voraussetzung. Empfohlen ist der vorherige Abschluss eines Grundlagenkurses wie AWS Cloud Practitioner Essentials oder Microsoft AZ-900. Der Kurs ist als Fortgeschrittenenprogramm konzipiert und eignet sich nicht als Einstieg ohne jegliche Cloud-Erfahrung.
Warum ist Datenarchitektur ein Schwerpunkt in einem Cloud-Architektur-Kurs?
In modernen Cloud-Architekturen sind Datenbankauswahl, Datenflussdesign und Data-Governance architektonische Kernentscheidungen. Der Kurs behandelt Datenarchitektur nicht als Anhang, sondern als gleichwertigen Teil der Cloud-Architektur-Ausbildung – weil reale Cloud-Systeme ohne Datenstrategie unvollständig sind.
Auf welche Zertifizierungen bereitet der Kurs vor?
Das Abschlussmodul bereitet auf weiterführende Herstellerzertifizierungen vor, darunter AWS Solutions Architect Associate und Microsoft AZ-305 Azure Solutions Architect Expert. Diese Prüfungen werden separat beim jeweiligen Anbieter abgelegt. Das trägerinterne Lehrgangszertifikat wird unabhängig davon ausgestellt.
Was ist Infrastructure as Code und warum lernt man es hier?
Infrastructure as Code (IaC) bedeutet, Cloud-Infrastruktur per Skript statt per Klicken in der Konsole bereitzustellen. In Multi-Cloud-Umgebungen ist IaC unverzichtbar, weil manuelle Konfiguration über mehrere Anbieter hinweg nicht skalierbar ist. Terraform ist das zentrale plattformübergreifende Werkzeug; CloudFormation und Azure Resource Manager werden ergänzend für anbieterspecifische Szenarien behandelt.
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