Überblick
Der Cloud Data Administrator-Kurs richtet sich an IT-Fachkräfte, die Daten in Cloud-Umgebungen professionell verwalten, absichern und optimieren wollen. Im Unterschied zu allgemeinen Cloud-Archititektur-Programmen liegt der Fokus hier nicht auf der Gestaltung der gesamten Cloud-Infrastruktur, sondern auf der konkreten Arbeit an Datenbankdiensten, Datenmigrationsprojekten und Datensicherheitsstrategien. Microsoft Azure und Amazon Web Services sind die beiden Hauptplattformen des Kurses – ihre jeweiligen Datenbankdienste, Automatisierungstools und Monitoring-Werkzeuge stehen im Mittelpunkt der praktischen Übungen. Das Programm schließt mit der Vorbereitung auf Herstellerzertifizierungen wie den Azure Database Administrator Associate und den AWS Certified Database Specialty ab.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul vermittelt die Grundlagen der Cloud-Datenverwaltung und stellt sicher, dass alle Teilnehmenden ein gemeinsames Verständnis der relevanten Konzepte und Architekturen mitbringen. Auch wer bereits Erfahrung in klassischer Datenbankadministration hat, muss verstehen, wie Cloud-Datenkonzepte sich von On-Premises-Lösungen unterscheiden – in Bezug auf Skalierung, Abrechnung, Verantwortungsteilung und Redundanz.
- Einführung in Cloud-Datenarchitekturen: relationaler vs. nicht-relationaler Ansatz, managed vs. self-managed
- Überblick über Datenbanktypen: SQL, NoSQL, Column-Store, In-Memory
- Datenmigration in die Cloud: Lift-and-Shift, Re-Platforming, Assessment-Tools
- Datenzugriff und Sicherheitskonzepte in der Cloud: Shared-Responsibility-Modell
- Überblick über AWS Data Services und Azure Data Services im Vergleich
Das zweite Modul konzentriert sich vollständig auf Microsoft Azure-Datendienste. Azure bietet eine breite Palette an Datenbankdiensten für unterschiedliche Anwendungsfälle – von transaktionalen Workloads über Echtzeit-Analytics bis zu globalen NoSQL-Anwendungen. Das Modul vermittelt sowohl den konzeptionellen Auswahlrahmen als auch die praktischen Administrationsfähigkeiten.
- Azure SQL Database und Managed Instances: Bereitstellung, Konfiguration, Performance-Tuning
- Cosmos DB: Konsistenzmodelle, API-Auswahl (SQL, MongoDB, Cassandra), globale Verteilung
- Azure Data Lake Storage Gen2: Hierarchisches Dateisystem, Zugriffssteuerung, Integration mit Synapse
- Automatisierung mit PowerShell und Azure CLI: Skripte für Datenbank-Provisionierung und -Wartung
- Backup-, Restore- und Geo-Replikationsstrategien für Azure-Datenbankdienste
- Monitoring mit Azure Monitor und Log Analytics: Abfrageleitfaden, Alerting, Dashboards
Das dritte Modul widmet sich der AWS-Datenverwaltung und vermittelt die praktischen Fähigkeiten, Amazon-Datenbankdienste professionell zu betreiben. AWS bietet einen der breitesten Datenbankdienstkataloge auf dem Markt, und die Auswahl des richtigen Dienstes für die jeweilige Anforderung ist eine Kernkompetenz des Cloud Data Administrators.
- Einführung in AWS-Datenbankservices: Auswahlkritikpunkte für RDS, Aurora, DynamoDB, ElastiCache
- Verwaltung von RDS und Aurora: Instance-Typen, Multi-AZ, Read Replicas, Parameter Groups
- DynamoDB: Partitionsdesign, Kapazitätsmodi (Provisioned vs. On-Demand), DynamoDB Streams
- Data Warehousing mit Amazon Redshift: Cluster-Design, Columnar Storage, Workload Management
- Backup, Restore und Skalierungsstrategien auf AWS: Automated Backups, Snapshots, Cross-Region
- Überwachung und Kostenoptimierung: CloudWatch-Metriken, Performance Insights, Reserved Instances
Das vierte Modul adressiert Datensicherheit, Compliance und Automatisierung als übergreifende Disziplinen, die bei jedem Cloud-Datenbankprojekt von Anfang an mitgedacht werden müssen. Datenschutzvorgaben und Compliance-Anforderungen sind in vielen Branchen nicht optional, sondern rechtlich bindend.
- Verschlüsselungstechniken: AWS KMS, Azure Key Vault, transparent data encryption, in-transit-Verschlüsselung
- Zugriffskontrollen: Row-Level Security, Column Masking, IAM-Rollen, Azure RBAC
- Compliance-Richtlinien: DSGVO-Anforderungen an Datenspeicherung, ISO 27001, SOC 2
- Automatisierung mit AWS Lambda und Azure Logic Apps für Daten-Lifecycle-Management
- Data Lifecycle Management: Retention Policies, Archivierung, automatisches Tiering
- Sicherheitsüberwachung und Auditing: AWS CloudTrail, Azure Activity Log, Datenbank-Audit-Logs
Das fünfte Modul schließt das Programm mit einem Abschlussprojekt und der Zertifizierungsvorbereitung ab. Teilnehmende bauen eine reale Multi-Cloud-Datenplattform auf, die sowohl Azure- als auch AWS-Datendienste integriert, und bereiten sich gezielt auf die angestrebten Herstellerzertifizierungen vor.
- Abschlussprojekt: Aufbau und Betrieb einer hybriden Datenmanagement-Umgebung über AWS und Azure
- Vorbereitung auf Azure Database Administrator Associate (DP-300) und AWS Certified Database Specialty
- Simulation realer Datenszenarien: Migration, Performance-Problem, Sicherheitsvorfall
- Dokumentation und Präsentation der Projektarchitektur
Lernziele:
- Grundlegende und fortgeschrittene Cloud-Datenarchitekturen verstehen und einordnen
- Datenmigrationen in die Cloud planen, durchführen und absichern
- Azure SQL Database und Azure Managed Instances konfigurieren, verwalten und optimieren
- Cosmos DB und Azure Data Lake Storage für unterschiedliche Anforderungsprofile einsetzen
- Azure-Automatisierungstools – PowerShell und Azure CLI – für Datenbankoperationen einsetzen
- Backup-, Restore- und Disaster-Recovery-Strategien für Azure-Datenbankdienste implementieren
- AWS RDS, Aurora und DynamoDB konfigurieren, skalieren und im Betrieb überwachen
- Data-Warehousing-Szenarien mit Amazon Redshift aufbauen und verwalten
- Verschlüsselungstechniken und Zugriffskontrollen für Cloud-Datenbanken umsetzen
- Compliance-Anforderungen (DSGVO, ISO 27001, SOC) in Cloud-Datenlösungen einhalten
- Dateninfrastrukturen mit AWS Lambda und Azure Logic Apps automatisieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich primär an Fachkräfte mit Datenbankadministrations- oder IT-Infrastruktur-Hintergrund, die ihre Kenntnisse in Cloud-Umgebungen anwenden und vertiefen wollen. Quereinsteiger mit soliden IT-Grundlagen sind ebenfalls willkommen.
- Datenbankadministratoren, die ihre Kenntnisse in Azure und AWS-Cloud-Dienste überführen wollen
- Systemtechniker und Cloud-Spezialisten mit Interesse am Datenbankbetrieb
- IT-Fachkräfte, die Cloud-Datenlösungen für ihr Unternehmen aufbauen und verantworten wollen
- Quereinsteiger mit IT-Grundlagen und Interesse an Datenmanagement und Cloud-Infrastruktur
Grundkenntnisse in SQL und Datenmodellierung erleichtern den Einstieg erheblich, da das Modul zu Azure und AWS direkt mit der Verwaltung von Datenbankdiensten beginnt. Kenntnisse in Datenbankadministration (On-Premises) sind von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich. Ein vorbereitender Kurs wie Azure Data Fundamentals (DP-900) oder AWS Cloud Practitioner Essentials ist empfehlenswert, um Cloud-Grundbegriffe bereits mitzubringen. Der Kurs eignet sich für Fortgeschrittene – wer noch keine Berührungspunkte mit Datenbanken oder Cloud-Diensten hatte, sollte zunächst einen Einstiegskurs belegen.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung wird im Combined-Learning-Format angeboten, wobei Teilzeit die Regelform bei vielen Anbietern darstellt; Vollzeit ist ebenfalls möglich. Die praktischen Module zu Azure und AWS arbeiten direkt mit den Cloud-Konsolen, Automatisierungsskripten und Monitoring-Tools. Praxisbeispiele aus realen Datenszenarien – Datenbankbereitstellung für eine Webanwendung, Aufbau einer skalierbaren RDS-Lösung, Verschlüsselungsstrategie mit KMS und Key Vault – geben den Übungen einen konkreten beruflichen Rahmen. Das Abschlussprojekt ist prüfungsvorbereitend und fordert von Teilnehmenden, alle Kursinhalte eigenständig in einer zusammenhängenden Lösung anzuwenden.
Der Kurs ist auf mehrere Wochen ausgelegt; die genaue Dauer variiert je nach Anbieter und gewähltem Lernzeitmodell (Vollzeit oder Teilzeit). Die fünf Module sind sequenziell aufgebaut: Grundlagen, Azure-Spezialisierung, AWS-Spezialisierung, Sicherheit und Compliance, Abschlussprojekt. Diese Struktur stellt sicher, dass alle Bausteine für eine verantwortungsvolle Cloud-Datenadministration vorhanden sind, bevor das Abschlussprojekt gestartet wird.
Das Programm bereitet auf zwei anerkannte Herstellerzertifizierungen vor: den Azure Database Administrator Associate (DP-300, Microsoft) und den AWS Certified Database Specialty (Amazon Web Services). Beide Prüfungen werden extern beim jeweiligen Zertifizierungsanbieter abgelegt. Ergänzend stellt der Kursanbieter ein trägerinternes Lehrgangszertifikat aus.
Nutzen & Perspektiven
Datenbanken sind das operative Herzstück fast jeder Unternehmensanwendung – und die Migration und der Betrieb von Datenbankdiensten in der Cloud gehören zu den anspruchsvollsten und meistgesuchten Spezialisierungen im Cloud-Umfeld. Der Cloud Data Administrator nimmt eine strategisch wichtige Position ein: Er oder sie stellt sicher, dass Daten in der Cloud verfügbar, sicher und performant bleiben – und dass Compliance-Anforderungen eingehalten werden. Die Kombination aus Azure und AWS als Lernplattformen reflektiert die Realität vieler IT-Abteilungen, die beide Anbieter parallel nutzen. Wer nur Azure oder nur AWS kennt, ist in hybriden Umgebungen eingeschränkt. Dieser Kurs vermittelt die Kompetenz, auf beiden Plattformen zu operieren und die jeweiligen Stärken situationsgerecht einzusetzen. Die Zertifizierungsvorbereitung für DP-300 und AWS Database Specialty macht das Programm auch als formalen Qualifikationsnachweis attraktiv. Beide Zertifizierungen sind herstellerspezifisch, aber auf dem Arbeitsmarkt anerkannte Signale für nachgewiesene operative Datenbankexpertise in der Cloud.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet diesen Kurs von einem Cloud-Architektur-Kurs?
Ein Cloud-Architektur-Kurs entwirft das Gesamtbild einer Cloud-Infrastruktur. Der Cloud Data Administrator-Kurs konzentriert sich auf den operativen Betrieb von Datenbankdiensten: Bereitstellung, Konfiguration, Backup, Monitoring und Sicherheit von Datenbanken in Azure und AWS. Das ist eine spezialisierte, operative Rolle – nicht die architektonische Designperspektive.
Auf welche Zertifizierungen bereitet der Kurs vor?
Der Kurs bereitet auf den Azure Database Administrator Associate (Microsoft, Prüfungscode DP-300) und den AWS Certified Database Specialty (Amazon Web Services) vor. Beide Prüfungen werden extern beim Zertifizierungsanbieter abgelegt. Das trägerinterne Lehrgangszertifikat wird zusätzlich ausgestellt.
Brauche ich vorher SQL-Kenntnisse?
SQL-Grundkenntnisse erleichtern den Einstieg erheblich, da der Kurs direkt mit der Verwaltung relationaler Datenbankdienste (Azure SQL, RDS) startet. Auch Kenntnisse in Datenmodellierung sind hilfreich. Quereinsteiger mit soliden IT-Grundlagen können einsteigen, sollten aber idealerweise vorbereitende Grundlagenkurse absolviert haben.
Warum behandelt der Kurs sowohl Azure als auch AWS?
Viele Unternehmen nutzen beide Plattformen parallel oder stehen vor der Entscheidung zwischen ihnen. Die Kompetenzen für Azure-Datenbankdienste (SQL, Cosmos DB, Synapse) und AWS-Datenbankdienste (RDS, DynamoDB, Redshift) sind zwar plattformspezifisch, basieren aber auf gemeinsamen Konzepten. Wer beide Plattformen kennt, ist operativ flexibler und für hybride IT-Umgebungen besser aufgestellt.
Ist der Kurs für Vollzeit oder Teilzeit?
Teilzeit ist die Regelform bei vielen Anbietern; Vollzeit ist ebenfalls möglich. Das Combined-Learning-Format lässt sich an unterschiedliche Lernzeitmodelle anpassen. Die genauen Konditionen variieren je nach Anbieter und sollten vor Anmeldung abgeklärt werden.
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