Überblick
Wer Cloud-Infrastrukturen nicht nur nutzen, sondern verantwortungsvoll entwerfen will, braucht ein fundiertes Verständnis von Architekturprinzipien, Netzwerktechnik und den konkreten AWS-Diensten, die diese Prinzipien umsetzbar machen. Diese Weiterbildung verknüpft Cloud-Netzwerkgrundlagen mit der vollständigen Vorbereitung auf die AWS Certified Solutions Architect – Associate-Prüfung (Prüfungscode SAA-C03). Am Ende des Kurses sind Teilnehmende in der Lage, auf AWS-Basis skalierbare, sichere und kosteneffiziente Systemarchitekturen zu entwerfen, Kundenlösungen zu bewerten und die Prüfung abzulegen, mit der Amazon Web Services das Architektenwissen auf Associate-Niveau zertifiziert.
Kursinhalte & Lernziele
AWS-Architekturprinzipien und Well-Architected Framework Der Einstieg vermittelt das konzeptionelle Gerüst für alle weiteren Themen: Die fünf Säulen des AWS Well-Architected Frameworks — Betriebsexzellenz, Sicherheit, Zuverlässigkeit, Performance-Effizienz und Kostenoptimierung — werden als Bewertungsmaßstab für Architekturentscheidungen eingeführt. Gleichzeitig lernen Teilnehmende, wie AWS-Regionen, Availability Zones und Edge-Standorte zusammenwirken und welche Designmuster für Hochverfügbarkeit typisch sind.
- Regionen, AZs, Local Zones, Wavelength und Edge-Standorte
- Design für Ausfallsicherheit: Multi-AZ vs. Multi-Region
- Disaster-Recovery-Strategien: Backup & Restore, Pilot Light, Warm Standby, Multi-Site
- Kosten- und Performance-Trade-offs in der Architekturplanung
- Anwendung des AWS Well-Architected Tool zur Bewertung eigener Architekturen
Compute, Netzwerk und Speicher Im zweiten Block stehen die Kerndienste im Vordergrund, die jede AWS-Architektur trägt. EC2-Instanztypen werden nach ihrem Einsatzzweck unterschieden, Netzwerkkonfigurationen in VPCs schrittweise aufgebaut, und Speicherdienste nach ihren Zugriffsmustern und Kostenstrukturen bewertet.
- EC2: Instanzfamilien, Placement Groups, Spot Instances, Reserved Instances, Savings Plans
- Auto Scaling Groups und Application Load Balancer / Network Load Balancer
- VPC-Design: CIDR-Planung, public und private Subnets, Internet Gateway, NAT Gateway, VPC Peering
- S3: Speicherklassen (Standard, Intelligent-Tiering, Glacier Instant Retrieval, Glacier Deep Archive), Bucket-Policies, Object-Lifecycle-Regeln, S3 Transfer Acceleration
- EBS: Volumen-Typen (gp3, io2, st1, sc1), Snapshots, Encryption at Rest
- EFS als gemeinsam genutztes Dateisystem für Linux-Workloads
Datenbanken und Anwendungsdienste Dieser Block behandelt verwaltete Datenbankdienste und die AWS-Dienste, die Anwendungsarchitekturen modular und skalierbar machen. Die Unterschiede zwischen relationalen und NoSQL-Datenbanken werden praxisnah anhand von Anwendungsfällen erarbeitet.
- RDS: unterstützte Engines, Multi-AZ, Read Replicas, automatisierte Backups
- Aurora: Cluster-Architektur, Aurora Serverless v2, Global Database
- DynamoDB: Partition Keys, Sort Keys, GSIs, DAX als In-Memory-Cache
- ElastiCache (Redis und Memcached) für Session-Management und Caching-Schichten
- SQS, SNS und EventBridge als Entkopplungs- und Messaging-Dienste
- Lambda und API Gateway für serverlose Anwendungsarchitekturen
Sicherheit, Monitoring und Kostenmanagement Sicherheit ist kein nachgelagertes Thema auf AWS, sondern ein Querschnittsprinzip. Dieser Block behandelt Identitäts- und Zugriffsverwaltung, Verschlüsselung sowie die Werkzeuge, mit denen Betriebskosten und Systemzustand kontinuierlich überwacht werden.
- IAM: Benutzer, Gruppen, Rollen, Policies (Identity-based, Resource-based), AWS Organizations und Service Control Policies
- Verschlüsselung: KMS-Schlüsseltypen, Server-side Encryption (SSE-S3, SSE-KMS, SSE-C), Client-side Encryption
- Security Groups und NACLs: Unterschiede, Anwendungsfälle, Stateful vs. Stateless
- AWS Shield, WAF und CloudFront für Edge-Sicherheit
- CloudWatch: Metriken, Logs, Alarme, Dashboards; CloudTrail für API-Audit
- AWS Cost Explorer, Budgets und Trusted Advisor für Kosten- und Effizienzoptimierung
Zertifizierungsvorbereitung SAA-C03
- Aufbau und Bewertungsschema der SAA-C03-Prüfung
- Domänen der Prüfung: Resilient Architectures, High-Performing Architectures, Secure Applications and Architectures, Cost-Optimized Architectures
- Prüfungsähnliche Szenario-Fragen mit Begründung korrekter und falscher Antwortoptionen
- Erkennen häufiger Stolperfallen in Prüfungsfragen (z. B. Verfügbarkeit vs. Langlebigkeit bei S3)
Lernziele:
- AWS-Cloud-Architekturprinzipien sicher beschreiben und auf konkrete Anforderungen anwenden
- Robuste, hochverfügbare Systeme auf AWS planen, einschließlich Multi-AZ- und Multi-Region-Designs
- AWS Compute-Dienste (EC2, Auto Scaling, Elastic Load Balancing) anforderungsgerecht auswählen und konfigurieren
- Speicherlösungen differenzieren: S3 mit seinen Speicherklassen, EBS-Volumen, EFS und Glacier
- Datenbankarchitekturen auf AWS vergleichen: RDS, Aurora, DynamoDB, ElastiCache
- Netzwerkarchitekturen in VPCs umsetzen: Subnetz-Design, Route Tables, Internet Gateway, NAT Gateway
- Sicherheitsarchitekturen entwerfen: IAM, Security Groups, NACLs, KMS-Verschlüsselung
- Kostenoptimierungsstrategien auf AWS anwenden: Reserved Instances, Spot Instances, Savings Plans, Budgets
- AWS-Monitoringdienste nutzen: CloudWatch-Metriken und Alarme, CloudTrail für Audit-Logs
- Hybride Architekturen konzipieren: VPN-Verbindungen und Direct Connect als Optionen einschätzen
- Lösungsvorschläge auf Basis von Kundenanforderungen strukturiert präsentieren
- Die SAA-C03-Prüfung erfolgreich ablegen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs spricht IT-Fachleute an, die Cloud-Infrastrukturen architektieren oder bewerten sollen, und Netzwerkspezialisten, die ihre Kenntnisse in die Cloud übertragen möchten.
- Systemadministratoren und Netzwerktechniker mit Ambitionen auf Cloud-Rollen
- Softwareentwickler und DevOps-Profis, die die Infrastrukturseite ihrer Arbeit besser verstehen wollen
- IT-Consultants und Lösungsarchitekten, die AWS-Kenntnisse zertifiziert belegen müssen
- Technische Projektmanager, die Cloud-Architekturentscheidungen fachlich begleiten
- Berufseinsteiger mit abgeschlossener IT-Ausbildung oder -Studium und solider Grundlage in Netzwerktechnik
Vorausgesetzt werden gute Kenntnisse in Netzwerktechnik (TCP/IP, Routing, Firewalls) sowie praktische Erfahrung mit mindestens einem Betriebssystem. Gute Englischkenntnisse sind notwendig, da AWS-Dokumentation und die Zertifizierungsprüfung englischsprachig sind. Der Anbieter führt ein internes Eignungsgespräch durch; bei Förderung über die Agentur für Arbeit oder ein Jobcenter gelten zusätzlich die Zugangsvoraussetzungen des Kostenträgers. Eine abgeschlossene Berufsausbildung, ein Studium oder vergleichbare Berufserfahrung wird erwartet.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs läuft als Combined Learning, überwiegend in Vollzeit, mit einzelnen Teilzeit-Terminen. Live-Phasen im virtuellen Klassenzimmer wechseln mit angeleiteten Lab-Einheiten in einer AWS-Übungsumgebung ab. Praxisübungen anhand konkreter Architekturszenarien — Kunden-Briefings analysieren, passende AWS-Dienste auswählen, Lösungen begründen — machen den methodischen Kern aus. Die Dauer des Kurses bewegt sich typischerweise im Bereich von mehr als einer Woche bis zu einem Monat.
Die Kurseinheiten umfassen nach Angaben des Anbieters mehr als eine Woche und können bis zu einem Monat dauern, abhängig von der Stundenverteilung. Vollzeit-Teilnehmende schließen das Programm deutlich schneller ab als Teilzeit-Teilnehmende. Der Inhalt ist dicht; für die Prüfungsvorbereitung ist eigenständiges Nacharbeiten eingeplant.
Teilnehmende erhalten nach Abschluss ein trägerinternes Zertifikat. Der Kurs bereitet gezielt auf die externe Prüfung AWS Certified Solutions Architect – Associate (SAA-C03) vor, die von Amazon Web Services abgenommen wird. Das AWS-Zertifikat ist nach bestandener Prüfung drei Jahre gültig und weltweit anerkannt. Prüfungsgebühren sind separat zu entrichten.
Nutzen & Perspektiven
Die AWS Certified Solutions Architect – Associate-Zertifizierung ist eine der meistverbreiteten Cloud-Zertifizierungen weltweit und gilt in vielen Unternehmen als Mindestnachweis für technische Cloud-Rollen. Wer diese Prüfung besteht, signalisiert, dass er AWS-Architekturen nicht nur bedienen, sondern eigenverantwortlich entwerfen kann — ein Unterschied, der sich in Jobangeboten und Gehaltsverhandlungen bemerkbar macht. Die Verknüpfung von Cloud-Netzwerktechnik mit der Zertifizierungsvorbereitung hat einen praktischen Vorteil: Netzwerkthemen wie VPC-Design, Subnetz-Planung und hybride Anbindung nehmen in der SAA-C03-Prüfung einen erheblichen Anteil ein. Wer dieses Fundament versteht, hat nicht nur bei der Prüfung einen Vorteil, sondern löst auch im Berufsalltag Architekturprobleme schneller. Beruflich öffnet der Abschluss Wege in Positionen wie Cloud Engineer, Solutions Architect oder IT-Consultant mit Cloud-Schwerpunkt. Da der Kurs auf Associate-Niveau aufbaut und dieses Level zertifiziert abschließt, ist er auch ein solider Ausgangspunkt für weiterführende Spezialisierungen — etwa in Richtung DevOps Engineer Professional oder Solutions Architect Professional.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welcher Prüfungscode gilt aktuell für AWS Solutions Architect Associate?
Der aktuelle Prüfungscode ist SAA-C03. Dieser ersetzt den älteren SAA-C02 und enthält einen stärkeren Fokus auf serverlose Architekturen, Kostenoptimierung und das AWS Well-Architected Framework. Das Zertifikat ist nach bestandener Prüfung drei Jahre gültig.
Ist AWS-Vorerfahrung zwingend notwendig?
AWS-Vorerfahrung ist hilfreich, aber nicht zwingend vorausgesetzt. Wichtig sind fundierte Kenntnisse in Netzwerktechnik (TCP/IP, Routing, Firewalls) und Systemadministration. Wer diese Grundlagen mitbringt, kann AWS-spezifische Konzepte schnell einordnen. Reine Einsteiger ohne technischen Hintergrund sind in diesem Kurs fehl am Platz.
Was unterscheidet den Solutions Architect Associate vom Cloud Practitioner?
Der Cloud Practitioner (CLF-C02) ist ein Einstiegs-Level-Zertifikat, das grundlegendes Cloud-Wissen ohne technische Tiefe nachweist. Der Solutions Architect Associate ist ein technisches Zertifikat, das zeigt, dass man AWS-Architekturen eigenständig entwerfen kann — deutlich höheres Niveau, deutlich mehr Gewicht auf dem Arbeitsmarkt.
Sind Prüfungskosten enthalten?
Laut Anbieter sind Prüfungsgebühren nicht in den Kurskosten enthalten. Die AWS-SAA-C03-Prüfung wird separat bei einem autorisierten Prüfungszentrum oder online über Pearson VUE abgelegt. Die Kosten für die Prüfung werden direkt an AWS entrichtet.
Kann dieser Kurs über einen Bildungsgutschein gefördert werden?
Der Anbieter ist AZAV-zertifiziert; damit ist eine Förderung über Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters unter den üblichen persönlichen Voraussetzungen grundsätzlich möglich. Ob ein Anspruch besteht, klären die zuständige Agentur für Arbeit oder das Jobcenter im Einzelfall.
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