Überblick
Wer Datenbanken administriert, schützt heute nicht mehr nur Tabellen und Abfragen, sondern kritische Unternehmensinfrastruktur. Datenbanken sind häufig das Primärziel von Cyberangriffen, weil sie dort gespeichert sind, was Unternehmen am stärksten exponiert: Kundendaten, Finanzdaten, Betriebsgeheimnisse. Diese Weiterbildung bündelt zwei komplementäre Qualifizierungen in einem Curriculum: die Azure-Datenbankadministration auf dem Niveau der Microsoft-Prüfung DP-300 und die methodische Reaktion auf Sicherheitsvorfälle nach dem EC-Council-Standard ECIH. Damit entsteht ein Kompetenzprofil, das in modernen IT-Teams besonders gefragt ist — jemand, der nicht nur performante und hochverfügbare Datenbankumgebungen aufbaut, sondern auch weiß, was zu tun ist, wenn diese angegriffen werden.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — DP-300: Azure-Datenbankadministration Azure hat die Art, wie Unternehmen Datenbanken betreiben, grundlegend verändert. Dieser Block deckt die gesamte Breite der Microsoft-Prüfung DP-300 ab — von der Architekturplanung bis zur laufenden Betriebsoptimierung. Besonderer Wert wird auf den Unterschied zwischen selbst verwalteten SQL Server-Instanzen und vollständig verwalteten Azure-Diensten gelegt.
- Azure-Datenbankarchitekturen: Single Database, Elastic Pool, Managed Instance und SQL Server auf VM
- Bereitstellung und Konfiguration von Azure SQL-Ressourcen mit ARM-Templates und Azure CLI
- Sicherheitskonfiguration: Azure Active Directory-Integration, Always Encrypted, Dynamic Data Masking und Row-Level Security
- Performance-Monitoring mit Query Store, Extended Events und Azure Monitor
- Index-Design und Query-Tuning: Ausführungsplan-Analyse und Statistiken
- Hochverfügbarkeit: Always On Availability Groups, Geo-Replication und Auto-Failover-Gruppen
- Backup und Restore: Point-in-Time-Recovery, Long-Term Retention und Datenbankexport
- Migration: Azure Database Migration Service, Data Migration Assistant und Schema-Conversion-Tool
Modul 2 — ECIH: Certified Incident Handler Angriffe auf Datenbanken folgen erkennbaren Mustern — SQL Injection, Ransomware-Verschlüsselung, Exfiltration durch kompromittierte Accounts. Das ECIH-Modul vermittelt die Methodik, um genau solche Vorfälle professionell zu bewältigen. Das Curriculum entspricht dem EC-Council-Standard und bereitet auf die ECIH-Zertifizierungsprüfung vor.
- Incident-Handling-Lifecycle: Vorbereitung, Identifikation, Eindämmung, Beseitigung, Wiederherstellung und Nachbereitung
- Incident-Response-Plan: Rollen, Verantwortlichkeiten, Kommunikationsstrukturen und Eskalationspfade
- Netzwerkforensik: Analyse von Traffic-Captures, Log-Korrelation und SIEM-Integration
- Malware-Analyse: statische und dynamische Methoden, Sandbox-Einsatz
- Forensische Spurensicherung: Chain of Custody, Disk-Imaging und Artefakt-Extraktion
- Cloud-Security-Incidents: Spezifika von Azure, AWS und GCP im Ernstfall
- Insider-Bedrohungen erkennen und auf Datenbankebene forensisch untersuchen
- Rechtliche Pflichten bei Datenpannen: DSGVO-Meldepflichten und strafrechtliche Aspekte
Laborübungen und Fallstudien Beide Module sind eng miteinander verzahnt — Datenbank-Administrationsaufgaben und Incident-Response-Szenarien behandeln denselben Infrastrukturtyp aus zwei verschiedenen Perspektiven.
- Aufbau einer hochverfügbaren Azure SQL-Umgebung mit Auto-Failover
- Performance-Analyse eines langsamen Queries mit dem Query Store
- Konfiguration von Row-Level Security für eine mehrmandantenfähige Datenbankarchitektur
- Migration einer SQL Server 2019-Datenbank zu Azure SQL Managed Instance
- Simulation eines SQL-Injection-Angriffs und forensische Rekonstruktion des Angriffspfads
- Analyse von Datenbankprotokollen auf unbefugte Zugriffsversuche
- Erstellung eines Incident-Response-Plans für eine datenbankintensive Unternehmensanwendung
- Durchführung eines tabellarischen Business-Impact-Assessments nach einem Datenbankausfall
- Überprüfung einer Azure-Datenbankumgebung auf Security-Misconfigurations
- Dokumentation einer vollständigen ECIH-Fallstudie von Ersterkennung bis Abschlussbericht
- Konfiguration von Azure Defender for SQL und Evaluierung der generierten Alerts
- Wiederherstellung einer manipulierten Datenbank aus einer forensisch gesicherten Backup-Kopie
Das Zusammenspiel beider Kompetenzblöcke ist dabei mehr als eine Aufzählung — es entsteht ein integriertes Sicherheitsverständnis, das in der Praxis gefordert wird, wenn Datenbankvorfälle unter Zeitdruck bewältigt werden müssen.
Lernziele:
- Relationale Datenbanken in Microsoft Azure planen, deployen und administrieren
- Azure SQL Database, Azure SQL Managed Instance und SQL Server auf VMs verwalten
- Query-Performance durch Indexstrategien und Ausführungsplan-Analyse optimieren
- Hochverfügbarkeits- und Disaster-Recovery-Konzepte in Azure implementieren
- Datenbanksicherheit durch Authentifizierung, Autorisierung und Datenmaskierung konfigurieren
- Migration von On-Premises-Datenbanken in die Azure-Cloud strukturiert planen und durchführen
- Den vollständigen Incident-Handling-Lifecycle nach ECIH-Methodik anwenden
- Sicherheitsvorfälle erkennen, klassifizieren, eindämmen und forensisch untersuchen
- Digitale Spurensicherung (Digital Forensics) unter Wahrung der Beweisintegrität durchführen
- Malware-Infektionen, Cloud-Sicherheitslücken und Insider-Bedrohungen methodisch behandeln
- Rechtliche Rahmenbedingungen für Incident Response und Forensik kennen
- Wiederherstellungsmaßnahmen nach Sicherheitsvorfällen koordinieren und dokumentieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung ist für IT-Fachkräfte konzipiert, die fundierte Datenbankadministrationskenntnisse besitzen oder aufbauen wollen und diese mit einem strukturierten Incident-Response-Kompetenzrahmen verbinden möchten.
- Datenbankadministrator:innen mit On-Premises-Hintergrund, die in die Cloud migrieren
- SQL-Server-Fachkräfte, die Azure-Expertise nachweisen möchten
- IT-Sicherheitsexpert:innen mit Interesse an datenbankspezifischer Forensik
- Cloud-Engineer:innen, die Datenbankverantwortung übernehmen
- Systemadministrator:innen in sicherheitskritischen Unternehmensumgebungen
Vorausgesetzt werden solide Kenntnisse in relationalen Datenbanken und SQL. Erfahrung mit SQL Server oder anderen relationalen Datenbanksystemen (Oracle, PostgreSQL) ist von Vorteil. Grundkenntnisse in Cloud-Konzepten — idealerweise Azure-Grundlagenwissen auf dem Niveau von AZ-900 — erleichtern den Einstieg in den DP-300-Block. Für den ECIH-Part sind IT-Sicherheitsgrundlagen und Netzwerkkenntnisse hilfreich. Die Teilnahme setzt keine vorherigen Zertifizierungen voraus.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet als virtueller Präsenzunterricht im Vollzeitformat statt — live, interaktiv und geführt von praxiserfahrenen Trainer:innen. Beide Zertifizierungsblöcke werden durch Laborübungen in realen oder simulierten Azure-Umgebungen begleitet. Fallstudien aus dem Bereich Datenbankforensik und Incident Response machen abstrakte Angriffs- und Verteidigungsszenarien greifbar. Für die technische Teilnahme stehen bei Bedarf vollausgestattete Arbeitsplätze in Schulungscentern mit Dual-Monitor-Setup zur Verfügung; HomeOffice-Teilnahme ist genehmigt.
Die Weiterbildung dauert mehr als einen Monat bis zu drei Monaten, was dem kombinierten Lernaufwand für zwei eigenständige Zertifizierungsprogramme entspricht. Wer das Vollzeitformat wählt, durchläuft beide Curricula in konzentrierter Abfolge. Individuelle Teilzeit-Varianten sind auf Anfrage möglich.
Nach bestandener DP-300-Prüfung erhalten Teilnehmende das Microsoft-Zertifikat „Administering Relational Databases on Microsoft Azure" (heute Microsoft Certified: Azure Database Administrator Associate). Die ECIH-Prüfung führt zum EC-Council Certified Incident Handler-Zertifikat, das international in Sicherheits- und IT-Betriebsabteilungen anerkannt ist. Zusätzlich wird ein Lehrgangszertifikat des durchführenden Trägers ausgestellt. Die Prüfungsgebühren sind separat zu klären.
Nutzen & Perspektiven
Das Profil eines Azure-Datenbankadministrators mit nachgewiesenem Incident-Response-Kompetenzrahmen ist auf dem deutschen IT-Stellenmarkt vergleichsweise selten — weil es typischerweise zwei Spezialisierungen verbindet, die in verschiedenen Teams sitzen. Wer beide Zertifizierungen vorweisen kann, besetzt eine Schnittstellenrolle, die in sicherheitskritischen Unternehmen mit wachsender Datenmenge besonders gefragt ist: jemand, der die Datenbanken versteht, die angegriffen werden, und die Methodik kennt, mit der auf diesen Angriff reagiert wird. Die DP-300-Zertifizierung allein öffnet Türen zu Azure-Datenbankpositionen, die auf dem Markt gut dotiert sind. Das ECIH-Zertifikat ergänzt dieses Profil um eine Fähigkeit, die inzwischen auch in mittelständischen Unternehmen gefragt ist, die Cloud-Infrastruktur betreiben: professionelle Reaktionsfähigkeit im Ernstfall. Zusammen positionieren sie für Rollen wie Azure DBA, Cloud Security Engineer oder IT-Incident-Coordinator. Langfristig legt diese Weiterbildung eine Basis für weiterführende Spezialisierungen — etwa den Azure Security Engineer (AZ-500), den Certified Cloud Security Professional (CCSP) oder den EC-Council Certified Security Analyst (ECSA). Wer nach dem Abschluss in einer Datenbank-nahen Rolle arbeitet, wird das methodische Sicherheitsdenken aus dem ECIH-Teil in jeder sicherheitsrelevanten Entscheidung nutzen — auch ohne weiteres Studium.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse brauche ich für diesen Kurs?
Solide SQL-Kenntnisse und praktische Erfahrung mit relationalen Datenbanken sind erforderlich. Für den DP-300-Block sind Cloud-Grundlagen hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. Für den ECIH-Block sind grundlegende IT-Sicherheitskenntnisse vorteilhaft.
Welche Zertifikate erhalte ich nach dem Abschluss?
Bei bestandenen Prüfungen erhalten Sie das Microsoft Certified: Azure Database Administrator Associate-Zertifikat (DP-300) und das EC-Council Certified Incident Handler-Zertifikat (ECIH). Ergänzend stellt der Träger ein Lehrgangszertifikat aus.
Sind DP-300 und ECIH separate Prüfungen?
Ja. Beide Zertifizierungen haben eigenständige Prüfungen: die DP-300-Prüfung bei einem Microsoft-akkreditierten Testcenter und die ECIH-Prüfung nach EC-Council-Standard. Die Prüfungsgebühren sind separat vom Kurspreis zu klären.
Warum diese Kombination aus Datenbankadministration und Incident Response?
Datenbanken sind häufige Angriffsziele — ein Azure-DBA, der auch den ECIH-Reaktionsrahmen beherrscht, kann im Ernstfall fundierter handeln als jemand, der nur eine Seite kennt. Die Kombination schafft ein gefragtes Schnittstellenprofil in sicherheitskritischen IT-Umgebungen.
Ist der Kurs auch in Teilzeit möglich?
Das Standardformat ist Vollzeit. Individuelle Teilzeit-Startermine können auf Anfrage beim Anbieter vereinbart werden.
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