Überblick
Diese Weiterbildung qualifiziert Fachkräfte zum international anerkannten Datenschutzexperten auf Basis der beiden IAPP-Zertifizierungen CIPP/E (Certified Information Privacy Professional/Europe) und CIPM (Certified Information Privacy Manager). Beide Prüfungen werden von der International Association of Privacy Professionals (IAPP) abgenommen und gelten weltweit als Goldstandard im Datenschutz- und Privacy-Management. Der europäische Datenschutz hat sich durch die DSGVO grundlegend gewandelt. Unternehmen, Behörden und Organisationen benötigen Fachkräfte, die nicht nur rechtliche Normen kennen, sondern auch operative Datenschutzprogramme entwickeln, implementieren und steuern können. Dieser Kurs vermittelt genau diese kombinierte Kompetenz. Optional kann die Maßnahme um Microsoft-Office-365-Kenntnisse erweitert werden, was die digitale Einsatzfähigkeit in modernen Arbeitsumgebungen stärkt.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — CIPP/E: Europäischer Datenschutz Das erste Modul fokussiert sich vollständig auf das europäische Datenschutzrecht und die operative Umsetzung der DSGVO. Die Teilnehmenden erarbeiten sich ein tiefes Verständnis der rechtlichen Anforderungen und ihrer praktischen Implikationen für Organisationen aller Art.
- Entstehungsgeschichte und Grundprinzipien des europäischen Datenschutzes
- Anwendungsbereich, Definitionen und Kernartikel der DSGVO
- Rechtmäßigkeit der Verarbeitung und Rechtsgrundlagen im Überblick
- Rechte betroffener Personen: Auskunft, Löschung, Einschränkung, Datenübertragbarkeit
- Pflichten für Verantwortliche und Auftragsverarbeiter
- Datenschutz durch Technikgestaltung und Voreinstellungen (Privacy by Design/Default)
- Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA): Wann erforderlich, wie durchführbar?
- Meldepflichten bei Datenpannen gegenüber Aufsichtsbehörden und Betroffenen
- Internationale Datentransfers und angemessenes Schutzniveau (SCCs, BCRs)
- Rolle und Aufgaben des Datenschutzbeauftragten
- Aufsichtsbehörden in Europa und ihre Befugnisse
- Vorbereitung auf und Ablegen der CIPP/E-Prüfung der IAPP
Modul 2 — CIPM: Datenschutz-Management und Privacy-Programme Das zweite Modul wechselt von der rechtlichen auf die organisatorische und strategische Ebene. Hier lernen die Teilnehmenden, Datenschutz nicht nur zu kennen, sondern aktiv als Managementdisziplin zu betreiben.
- Aufbau und Strukturierung eines betrieblichen Datenschutzprogramms
- Datenschutz-Governance: Rollen, Verantwortlichkeiten, Berichtslinien
- Risikorahmenwerke und Datenschutz-Risikoanalyse
- Entwicklung von Datenschutzrichtlinien und -verfahren
- Datenschutz im Unternehmenszyklus: von der Produktentwicklung bis zur Stilllegung
- Schulungs- und Sensibilisierungskonzepte für Mitarbeitende
- Auditplanung und interne Überprüfungen des Datenschutzprogramms
- Incident-Response-Prozesse und Kommunikation bei Datenpannen
- Datenschutz-Kennzahlen (KPIs) und kontinuierliche Verbesserung
- Vorbereitung auf und Ablegen der CIPM-Prüfung der IAPP
Modul 3 — Microsoft Office 365 (optional) Auf Wunsch kann die Maßnahme um Microsoft-Office-365-Kenntnisse ergänzt werden. Dies ermöglicht es den Teilnehmenden, ihre Datenschutzexpertise unmittelbar in der digitalen Unternehmensrealität einzusetzen, wo Microsoft-365-Dienste weit verbreitet sind.
- Arbeit mit Word 365 für professionelle Datenschutzdokumentation
- Datenanalyse und Auswertungen mit Excel 365
- Zusammenarbeit und Kommunikation in Datenschutzteams mit Microsoft Teams 365
- Datenschutzrelevante Einstellungen und Compliance-Funktionen in Microsoft 365
- Integration von Datenschutzpraktiken in den digitalen Arbeitsalltag
Praxiseinheiten und Fallstudien Datenschutz entfaltet seinen Wert erst in der praktischen Anwendung. Dieser Kurs verknüpft daher theoretisches Wissen systematisch mit realistischen Szenarien aus dem Unternehmensalltag.
- Analyse realer DSGVO-Verstöße und Aufsichtsbehörden-Entscheidungen
- Erstellung einer vollständigen DSFA für ein fiktives digitales Produkt
- Entwicklung eines betrieblichen Datenschutzprogramms für ein mittelständisches Unternehmen
- Simulation einer Datenpannen-Meldung an eine Aufsichtsbehörde
- Erarbeitung von Musterverträgen zur Auftragsverarbeitung
- Prüfungssimulationen für CIPP/E und CIPM anhand offizieller Prüfungsformate
- Analyse von Datentransfer-Szenarien und geeigneten Schutzmaßnahmen
- Erstellung von Schulungsmaterialien für interne Datenschutzschulungen
- Überprüfung von Einwilligungstexten und Datenschutzerklärungen auf DSGVO-Konformität
- Bewerbungsunterstützung und individuelle Karriereberatung nach Programmabschluss
- Persönlicher Lernplan, abgestimmt auf Vorkenntnisse und berufliche Perspektiven
Lernziele:
Nach Abschluss der Weiterbildung beherrschen die Teilnehmenden folgende Kompetenzen.
- die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in ihrer Gesamtheit zu verstehen und anzuwenden
- Rechte betroffener Personen korrekt zu handhaben und Auskunftsprozesse zu gestalten
- Datenschutz-Folgenabschätzungen (DSFA) eigenständig durchzuführen
- betriebliche Datenschutzprogramme aufzubauen, zu strukturieren und zu verwalten
- Risikorahmenwerke und Datenschutz-Frameworks zu entwickeln und anzupassen
- die Aufgaben und Verantwortlichkeiten eines Datenschutzbeauftragten auszufüllen
- interne Datenschutzaudits zu planen und durchzuführen
- Datenschutzverletzungen zu erkennen, zu dokumentieren und zu melden
- Mitarbeitende zu Datenschutzthemen zu schulen und zu sensibilisieren
- die CIPP/E-Prüfung der IAPP erfolgreich abzulegen
- die CIPM-Prüfung der IAPP erfolgreich abzulegen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte, die im Bereich Datenschutz, Compliance und Information Governance tätig sind oder werden möchten und international anerkannte Zertifizierungen anstreben.
- Datenschutzbeauftragte, die ihre Qualifikation formal absichern und ausbauen möchten
- Juristen, Compliance-Manager und Risk-Officer mit Datenschutzbezug
- IT-Fachkräfte, die in Datenschutz- und Security-Rollen wechseln möchten
- Fachkräfte aus Verwaltung, Gesundheitswesen oder Finanzsektor mit Datenschutzverantwortung
- Berater und Dienstleister, die Datenschutz-Mandate übernehmen möchten
Formale Bildungsvoraussetzungen sind nicht festgelegt. Kenntnisse im Bereich Recht, IT oder Unternehmensführung sind hilfreich und erleichtern das Verständnis der komplexen Materie. Vor Kursbeginn findet ein individuelles Beratungsgespräch statt, in dem ein auf die Vorkenntnisse zugeschnittener Lernplan erstellt wird. Erfahrungen in der betrieblichen Praxis aus Compliance, IT oder juristischen Kontexten sind von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich. Die Maßnahme ist modular aufgebaut und kann individuell angepasst werden.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung wird im Combined-Learning-Format durchgeführt, das Online-Selbstlernphasen mit direkt betreuten Kurseinheiten kombiniert. Dieser Ansatz ermöglicht flexibles Lernen ohne Ortsbindung und sichert gleichzeitig den notwendigen Austausch mit Lehrenden und anderen Teilnehmenden. Beide IAPP-Prüfungsmodule werden durch gezielte Prüfungsvorbereitungseinheiten begleitet. Die Maßnahme ist in Vollzeit und in Teilzeit buchbar.
Die Gesamtdauer der Weiterbildung beträgt mehr als einen Monat bis maximal drei Monate, abhängig von Lernform und Tempo. Vollzeitvarianten sind zeitlich komprimierter, Teilzeitoptionen ermöglichen die Vereinbarkeit mit beruflichen oder familiären Verpflichtungen. Der individuelle Zeitplan wird im Beratungsgespräch festgelegt.
Nach bestandenen Prüfungen erhalten die Teilnehmenden zwei international anerkannte IAPP-Zertifizierungen: CIPP/E (Certified Information Privacy Professional/Europe) und CIPM (Certified Information Privacy Manager). Diese Zertifikate gelten weltweit als führende Qualifikationsnachweise im Datenschutz- und Privacy-Management. Zusätzlich stellt der Bildungsträger ein Lehrgangszertifikat aus.
Nutzen & Perspektiven
Die DSGVO hat den europäischen Datenschutz zu einer ernsthaften Compliance-Disziplin gemacht. Datenschutzbehörden verhängen regelmäßig Bußgelder in Millionenhöhe gegen Unternehmen, die die Vorschriften nicht korrekt umsetzen. Qualifizierte Datenschutzfachkräfte mit IAPP-Zertifizierung sind daher stark nachgefragt — und das in nahezu allen Branchen von der Gesundheitsversorgung über den Finanzsektor bis hin zu Technologieunternehmen. Die Kombination aus CIPP/E und CIPM stellt sicher, dass Absolventinnen und Absolventen nicht nur rechtliches Wissen besitzen, sondern auch die managementorientierten Fähigkeiten mitbringen, um Datenschutzprogramme eigenständig zu steuern. Diese doppelte Qualifikation ist ein klares Alleinstellungsmerkmal gegenüber Kolleginnen und Kollegen, die nur eine der Zertifizierungen besitzen. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist diese Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach individueller Situation kommen auch Mittel des Qualifizierungschancengesetzes, der Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), Leistungen zur beruflichen Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was sind CIPP/E und CIPM und warum sind sie wichtig?
CIPP/E und CIPM sind Zertifizierungen der International Association of Privacy Professionals (IAPP), der weltweit größten Datenschutz-Berufsorganisation. Sie gelten als Goldstandard im Datenschutzbereich und sind international auf dem Arbeitsmarkt anerkannt.
Was ist der Unterschied zwischen CIPP/E und CIPM?
CIPP/E fokussiert auf das europäische Datenschutzrecht, insbesondere die DSGVO, und richtet sich an Fachkräfte mit rechtlichem Schwerpunkt. CIPM hingegen ist managementorientiert und behandelt den Aufbau und die Steuerung betrieblicher Datenschutzprogramme.
Ist die Microsoft-Office-365-Erweiterung obligatorisch?
Nein, die Office-365-Module sind optional. Sie können die Maßnahme ausschließlich auf CIPP/E und CIPM fokussieren oder sie um die Office-365-Inhalte erweitern, je nach Ihren beruflichen Zielen.
Für welche Berufsfelder qualifiziert mich dieser Kurs?
Mit CIPP/E und CIPM qualifizieren Sie sich für Rollen als betrieblicher Datenschutzbeauftragter (DSB), Privacy Officer, Compliance Manager oder Data Protection Consultant — in Unternehmen, Behörden und gemeinnützigen Organisationen aller Größen.
Wird die Weiterbildung durch öffentliche Fördermittel unterstützt?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist die Förderung über Bildungsgutscheine möglich. Auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr oder Leistungen der Deutschen Rentenversicherung können je nach Situation relevant sein.
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