Überblick
Softwareentwicklung leidet oft nicht an fehlendem Talent, sondern an fehlendem Fluss. Code wartet auf Review, Reviews warten auf Freigabe, Freigaben warten auf Tests — und am Ende dauert ein Feature, das zwei Tage Entwicklungsaufwand kostet, drei Wochen bis zum Produktivsystem. DevOps adressiert genau dieses strukturelle Problem: Es bricht die historische Trennung zwischen Entwicklungs- und Betriebsteams auf und ersetzt sie durch gemeinsame Verantwortung, automatisierte Pipelines und eine Kultur des kontinuierlichen Lernens. Dieses Seminar zeigt, wie Atlassian Jira als Werkzeug diese Transformation unterstützt — von der Anforderungserfassung bis zum Live-Deployment.
Kursinhalte & Lernziele
DevOps-Grundlagen und Kulturwandel DevOps ist keine Technologie, sondern eine Denkweise. Dieser Block legt das konzeptionelle Fundament: Was hat die Trennung von Dev und Ops historisch bewirkt, und warum funktioniert sie für moderne, schnell iterative Produkte nicht mehr? Sie lernen die wichtigsten DevOps-Prinzipien kennen und diskutieren anhand von Fallstudien, wie Organisationen diesen Wandel vollzogen haben.
- Ursprung und Motivation der DevOps-Bewegung
- Die drei Wege von DevOps: Flow, Feedback und kontinuierliches Lernen
- DevOps vs. klassisches IT-Service-Management — Gemeinsamkeiten und Unterschiede
- Kulturelle Voraussetzungen: psychologische Sicherheit, Blameless Postmortems und Team-Topologien
- Überblick über das DevOps-Toolchain-Ökosystem
Jira für DevOps-Teams Atlassian Jira ist weit mehr als ein Bug-Tracker. Dieser Block zeigt, wie Sie Jira als zentrales Steuerungsinstrument eines DevOps-Prozesses einsetzen — von der Backlog-Pflege bis zur Incident-Nachverfolgung.
- Jira-Projekttypen: Scrum-, Kanban- und Next-Gen-Projekte im Vergleich
- Board-Konfiguration für DevOps-Workflows mit Entwicklungs-, Test- und Deployment-Spalten
- Issue-Typen, Workflows und Übergangsbedingungen maßgeschneidert konfigurieren
- Jira Automation: Regeln für automatische Statuswechsel, Benachrichtigungen und Eskalationen
- Integration mit Bitbucket, GitHub und GitLab — Pull Requests direkt im Jira-Ticket sichtbar machen
- Jira-Berichte: Velocity, Burndown, Cycle Time und Cumulative Flow Diagram interpretieren
CI/CD-Integration und Automatisierung Continuous Integration und Continuous Delivery sind das technische Herzstück jeder DevOps-Transformation. Dieser Block verbindet die Jira-Steuerungsebene mit den Build- und Deploy-Pipelines.
- Grundlagen von CI/CD: Prinzipien, Voraussetzungen und typische Pipeline-Architektur
- Jira-Deployment-Tracking: Automatische Verlinkung von Deployments mit Jira-Issues
- Feature Flags und Trunk-Based Development als Voraussetzung für hohe Deployment-Frequenz
- Shift-Left-Testing: Automated Tests früh in die Pipeline integrieren
- Release-Management und Versionsplanung in Jira
- Monitoring und Alerting mit Rückkopplung in Jira-Issues
Praxisworkshop — DevOps-Transformation mit Jira
- Ist-Analyse eines fiktiven Entwicklungsprozesses und Identifikation kritischer Engpässe
- Neugestaltung des Jira-Boards nach DevOps-Prinzipien
- Automatisierungsregeln erstellen und testen
- Metriken definieren und ein Jira-Dashboard für das Management aufbauen
- CI/CD-Pipeline skizzieren und Jira-Integration planen
- Blameless Postmortem für einen simulierten Produktionsausfall durchführen
- DevOps-Reifegrad bewerten und einen schrittweisen Einführungsplan entwickeln
- Übergabe zwischen Dev und Ops im Jira-Workflow abbilden
- Kommunikation von Deployment-Status an Stakeholder über Jira-Benachrichtigungen
- Dokumentationsstrategien für DevOps-Prozesse in Confluence
- Lessons Learned aus realen DevOps-Transformationen
- Deployment Frequency und Lead Time vor und nach Prozessverbesserung messen und vergleichen
Der Workshop-Teil arbeitet durchgehend mit realitätsnahen Szenarien, die typische Herausforderungen mittelgroßer Softwareorganisationen widerspiegeln. Ziel ist es, dass Sie am Ende des Seminars nicht nur verstehen, was DevOps bedeutet, sondern konkret wissen, wie Sie in Jira anfangen können, Ihren Prozess zu verbessern. Atlassian stellt für Jira selbst kein eigenes Herstellerzertifikat im engeren Sinne aus, das mit anderen Anbieter-Zertifizierungen wie Microsoft oder PMI vergleichbar wäre — das Seminar fokussiert daher auf praktische Kompetenz und anwendbares Wissen.
Lernziele:
- Sie beschreiben die Kernprinzipien von DevOps und erklären, warum klassische Silos zwischen Dev und Ops die Liefergeschwindigkeit bremsen
- Sie konfigurieren Jira-Projekte so, dass sie einen vollständigen DevOps-Workflow abbilden
- Sie automatisieren wiederkehrende Prozessschritte über Jira-Automatisierungsregeln und verknüpfen sie mit CI/CD-Tools
- Sie identifizieren Engpässe im Entwicklungsprozess mithilfe von Jira-Berichten und Cumulative Flow Diagrammen
- Sie gestalten Workflows, die Entwicklungs-, Test- und Betriebsschritte nahtlos integrieren
- Sie definieren und messen relevante DevOps-Metriken wie Deployment Frequency, Lead Time und Change Failure Rate
- Sie koordinieren abteilungsübergreifende Zusammenarbeit über Jira-Boards und Confluence-Integration
- Sie leiten aus Retrodata konkrete Maßnahmen zur kontinuierlichen Prozessverbesserung ab
- Sie erklären, wie Shift-Left-Testing die Fehlerrate in späten Entwicklungsphasen senkt
- Sie analysieren, welche Jira-Konfiguration für Ihr spezifisches Team-Setup am wirkungsvollsten ist
- Sie entwickeln einen Einführungsplan für DevOps-Praktiken in einer bestehenden Organisation
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Seminar richtet sich an alle, die in der Softwareentwicklung Verantwortung tragen und die Lücke zwischen Dev und Ops schließen wollen.
- Softwareentwicklerinnen und -entwickler, die verstehen möchten, wie ihr Code den Weg bis in die Produktion beschleunigt
- IT-Projektmanager und Scrum Master, die Jira bereits einsetzen und tiefer in DevOps einsteigen wollen
- Operations-Ingenieure und Systemadministratoren, die näher an den Entwicklungsprozess rücken möchten
- Teamleads und Engineering Manager, die ihre Delivery-Pipelines messbar verbessern wollen
- DevOps-Einsteiger ohne spezifische Vorbildung, die einen strukturierten Einstieg suchen
Grundkenntnisse in der Softwareentwicklung und ein generelles Verständnis von IT-Infrastruktur sind sinnvoll. Kenntnisse in agilen Methoden wie Scrum oder Kanban helfen beim Einordnen der Inhalte, sind aber keine Pflicht. Jira-Vorkenntnisse sind nicht erforderlich — das Werkzeug wird im Seminar praxisnah eingeführt.
Ablauf & Abschluss
Das Seminar wird im Combined-Learning-Format durchgeführt: Konzeptphasen wechseln sich mit direkten Hands-on-Übungen in Jira ab. Fallstudien aus realen DevOps-Projekten ergänzen die theoretischen Inhalte. Gruppenübungen fördern den Austausch zwischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus unterschiedlichen Unternehmenskontexten, was besonders beim Thema Organisationskultur wertvolle Perspektivwechsel ermöglicht. Das Format eignet sich für Vollzeit-Lernende.
Der Kurs erstreckt sich über mehrere Monate in Vollzeit, was dem umfangreichen Praxisteil und der Tiefe der Automatisierungs- und Integrationsinhalte Rechnung trägt. Der genaue Zeitplan lässt sich auf Anfrage anpassen.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten nach erfolgreichem Abschluss eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Da Atlassian für Jira selbst kein standardisiertes externes Zertifizierungsprogramm wie einen IHK- oder Herstellerabschluss bereitstellt, liegt der Schwerpunkt auf dem nachweisbaren praktischen Können, das in Portfolio, Vorstellungsgesprächen und unmittelbarer Projektarbeit sichtbar wird.
Nutzen & Perspektiven
Die Fähigkeit, DevOps-Prinzipien in einem real eingesetzten Tool wie Jira zu operationalisieren, ist auf dem Arbeitsmarkt konkret nachgefragt. Unternehmen suchen nicht nach Menschen, die über DevOps reden können, sondern nach solchen, die wissen, wie man Jira-Boards so aufsetzt, dass Engpässe sichtbar werden, Automatisierungsregeln greifen und Deployment-Frequenzen messbar steigen. Genau das vermittelt dieses Seminar. Der praktische Fokus bedeutet, dass Sie das Gelernte unmittelbar in Ihrer täglichen Arbeit einsetzen können — egal ob Sie in einem kleinen Startup arbeiten, das seinen ersten CI/CD-Prozess aufbaut, oder in einem Konzern, der eine bestehende Toollandschaft modernisiert. DevOps skaliert, und Jira ist in nahezu jeder Unternehmensgröße verfügbar. Langfristig verändert das Seminar auch die Art, wie Sie über Softwareentwicklung nachdenken: weg vom Projekt, das in Silos entsteht, hin zu einem kontinuierlichen Fluss von Idee bis Produktion. Wer diesen Wandel in seiner Organisation vorantreiben kann, übernimmt eine strategisch bedeutsame Rolle — unabhängig davon, ob im Titel "DevOps Engineer", "Platform Engineer" oder "Engineering Manager" steht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welches Zertifikat erhalte ich nach dem Seminar?
Sie erhalten eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Da Atlassian für Jira kein standardisiertes externes Herstellerzertifikat anbietet, liegt der Schwerpunkt auf praktischer, direkt einsatzbarer Kompetenz.
Muss ich Jira-Vorkenntnisse mitbringen?
Nein. Jira wird im Seminar von Grund auf praxisnah eingeführt. Grundkenntnisse in der Softwareentwicklung und ein Verständnis von IT-Infrastruktur sind hilfreicher als Jira-Erfahrung.
Welche DevOps-Metriken werden im Seminar behandelt?
Das Seminar deckt die wichtigsten DORA-Metriken ab: Deployment Frequency, Lead Time for Changes, Change Failure Rate und Time to Restore Service. Dazu kommen Jira-spezifische Metriken wie Cycle Time und Cumulative Flow.
Für welche Unternehmensgrößen ist das Seminar geeignet?
Das Seminar eignet sich für alle Unternehmensgrößen: von Startups, die einen ersten CI/CD-Prozess aufbauen, bis zu Konzernen, die bestehende Toollandschaften modernisieren. Jira ist in nahezu jeder Unternehmensgröße verfügbar und skaliert entsprechend.
Wie unterscheidet sich DevOps von klassischem IT-Service-Management?
Klassisches ITSM und DevOps teilen Ziele wie Stabilität und Qualität, aber unterscheiden sich fundamental im Rhythmus: ITSM tendiert zu kontrollierten, langsamen Änderungszyklen, während DevOps auf kontinuierliche, automatisierte Lieferung in kurzen Zyklen setzt. Das Seminar beleuchtet beide Perspektiven und zeigt, wo sie sich ergänzen.
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