Überblick
DevSecOps Essentials (DSE) ist eine praxisorientierte Weiterbildung, die Fachleute aus Softwareentwicklung, IT-Betrieb und IT-Sicherheit befähigt, Sicherheitsmaßnahmen nahtlos in den gesamten DevOps-Lebenszyklus zu integrieren. Statt Sicherheit als nachgelagerte Prüfinstanz zu behandeln, vermittelt der Kurs die Denk- und Arbeitsweise, bei der Security von der ersten Codezeile bis zum produktiven Betrieb mitgedacht wird. Dieser Ansatz, der im englischsprachigen Raum als „Shift Left Security" bezeichnet wird, ist heute für Organisationen aller Größen ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Mit dem enthaltenen Prüfungsexamen erwerben Teilnehmende zudem ein international anerkanntes Zertifikat, das ihre Expertise gegenüber Arbeitgebern und Auftraggebern nachweist.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – Grundlagen von DevSecOps und der Security-Mindset-Wandel Die Weiterbildung beginnt mit einer fundierten Einführung in das Konzept DevSecOps und beleuchtet, warum der klassische Ansatz, Sicherheit am Ende des Entwicklungsprozesses zu prüfen, in modernen agilen Umgebungen versagt. Teilnehmende lernen die zentralen Prinzipien des Frameworks kennen und verstehen, wie Sicherheitsverantwortung auf alle Mitglieder eines DevOps-Teams verteilt wird.
- Geschichte und Entstehung von DevSecOps aus dem Zusammenschluss von Dev, Sec und Ops
- Kernprinzipien: Shift Left, kontinuierliche Sicherheit und geteilte Verantwortung
- Vergleich traditioneller Sicherheitsansätze mit DevSecOps-Praktiken
- Rollen und Verantwortlichkeiten in DevSecOps-Teams
- Einführung in das OWASP Top-10-Rahmenwerk und typische Schwachstellenkategorien
- Kulturwandel als Voraussetzung: psychologische Sicherheit und Lernkultur im Team
Modul 2 – Sichere CI/CD-Pipelines und Automatisierung Ein Kernthema der Weiterbildung ist die Einbindung von Sicherheitskontrollen in automatisierte Build- und Deployment-Prozesse. Teilnehmende erlernen, wie Security-Gates in Pipeline-Stufen integriert werden, ohne die Liefergeschwindigkeit des Teams erheblich zu beeinträchtigen. Dabei werden sowohl Open-Source-Werkzeuge als auch kommerzielle Lösungen betrachtet.
- Statische Anwendungssicherheitstests (SAST) in den Build-Prozess einbinden
- Dynamische Anwendungssicherheitstests (DAST) für laufende Anwendungen konfigurieren
- Dependency-Scanning und Software-Composition-Analysis (SCA) zum Erkennen verwundbarer Bibliotheken
- Secrets-Management: sichere Handhabung von Passwörtern, API-Schlüsseln und Zertifikaten
- Automatisierte Qualitäts- und Sicherheitsgates: Pass/Fail-Kriterien definieren
- Artifact-Signing und Supply-Chain-Security als Schutz gegen kompromittierte Builds
Modul 3 – Container-, Cloud- und Infrastruktursicherheit Moderne Anwendungen laufen überwiegend in containerisierten Umgebungen oder Public-Cloud-Plattformen. Dieses Modul vermittelt, wie Docker-Images, Kubernetes-Cluster und Cloud-Dienste nach aktuellen Best Practices gehärtet werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Konzept „Infrastructure as Code Security", bei dem Konfigurationsdateien denselben Sicherheitsstandards wie Anwendungscode unterliegen.
- Image-Scanning und Container-Härtung für Docker und Kubernetes
- Kubernetes-RBAC, Network Policies und Pod Security Standards richtig einsetzen
- Infrastructure as Code (IaC) mit Terraform oder Ansible auf Sicherheitsschwächen analysieren
- Cloud Security Posture Management (CSPM): Fehlkonfigurationen in AWS, Azure und GCP erkennen
- Zero-Trust-Netzwerkmodell und Mikrosegmentierung in containerisierten Umgebungen
- Compliance als Code: automatisierte Prüfung gegen Benchmarks wie CIS Controls oder ISO 27001
Modul 4 – Risikomanagement, Compliance und Incident Response Sicherheit bedeutet nicht nur technische Kontrollen, sondern auch organisatorische Prozesse für den Ernstfall. Das Modul behandelt Methoden zur strukturierten Risikoanalyse, die Einbettung von Compliance-Anforderungen in den Entwicklungsalltag und das schnelle Erkennen und Eindämmen von Sicherheitsvorfällen.
- Bedrohungsmodellierung mit STRIDE und PASTA für Entwicklungsteams
- Risikobasierte Priorisierung von Schwachstellen mit CVSS-Scores und Business-Impact
- DSGVO, BSI-Grundschutz und branchenspezifische Sicherheitsanforderungen in den Entwicklungsprozess integrieren
- Security Information and Event Management (SIEM) im Überblick
- Incident-Response-Playbooks für DevOps-Teams entwickeln und erproben
- Post-Mortem-Kultur: aus Sicherheitsvorfällen lernen ohne Schuldzuweisungen
Praktische Anwendung und Prüfungsvorbereitung Der Kurs schließt mit einem intensiven Praxisteil, in dem Teilnehmende DevSecOps-Konzepte in simulierten Szenarien anwenden und gleichzeitig gezielt auf die Zertifizierungsprüfung vorbereitet werden. Übungsaufgaben, Fallstudien und Prüfungsfragen aus vergangenen Prüfungsrunden helfen dabei, Wissenslücken systematisch zu schließen.
- Aufbau einer vollständigen DevSecOps-Demo-Pipeline in einer Laborumgebung
- Durchführung eines simulierten Sicherheitsaudits an einer Beispielanwendung
- Analyse realer Sicherheitsvorfälle aus der Praxis (Case Studies)
- Strukturiertes Üben mit Original-Prüfungsfragen und Zeitmanagement-Techniken
- Individuelle Lernstandserhebung und gezieltes Schließen von Wissenslücken
- Feedback-Runden zur Vertiefung schwieriger Konzepte
- Simulation des Prüfungsablaufs unter realistischen Bedingungen
- Tipps zur Prüfungsstrategie: Textverständnis, Ausschlussverfahren und Zeitverteilung
- Vorbereitung auf häufig gestellte szenariobasierte Fragen
- Nachbesprechung von Übungsprüfungen mit Erläuterungen zu richtigen und falschen Antworten
- Abschluss-Kurzreferenzen und Cheat-Sheets für die Prüfung
- Beratung zu nächsten Schritten in der DevSecOps-Karriere
Der Praxisteil festigt das theoretische Wissen und ermöglicht es den Teilnehmenden, ihre neu erworbenen Fähigkeiten selbstsicher in realen Projekten einzusetzen. Gleichzeitig werden die Studierenden Schritt für Schritt auf die internationale Zertifizierungsprüfung vorbereitet, sodass sie diese mit der bestmöglichen Vorbereitung ablegen können.
Lernziele:
- Sicherheitsprinzipien des DevSecOps-Frameworks sicher erläutern und im eigenen Arbeitsumfeld anwenden
- Automatisierte Sicherheitstests in CI/CD-Pipelines konzipieren und einbinden
- Typische Angriffsvektoren auf Software und Infrastruktur identifizieren und bewerten
- Sicherheitslücken in frühen Entwicklungsphasen erkennen, priorisieren und beheben
- Werkzeuge für statische Codeanalyse (SAST) und dynamische Anwendungstests (DAST) einsetzen
- Container- und Cloud-Umgebungen nach bewährten Sicherheitsstandards konfigurieren
- Risikobasierte Entscheidungen im Spannungsfeld zwischen Entwicklungsgeschwindigkeit und Sicherheit treffen
- Compliance-Anforderungen aus Regulierung und Branchenstandards in technische Kontrollen übersetzen
- Sicherheitsüberwachung und Incident-Response-Prozesse im DevOps-Kontext aufbauen
- Secure-Coding-Richtlinien definieren und Teams bei der Umsetzung begleiten
- Das Reifegradmodell für DevSecOps auf die eigene Organisation anwenden und Verbesserungspotenziale ableiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs DevSecOps Essentials richtet sich an Fachleute, die im Bereich Softwareentwicklung, IT-Betrieb oder IT-Sicherheit tätig sind und ihre Kenntnisse im Bereich Security-Integration ausbauen möchten.
- Softwareentwickler und Software-Architekten, die Sicherheit von Anfang an in ihren Code einbauen wollen
- DevOps-Engineers, die CI/CD-Pipelines um Security-Kontrollen erweitern möchten
- IT-Sicherheitsbeauftragte und Security-Analysten, die den Übergang in agile Entwicklungsumgebungen gestalten
- Cloud-Engineers, die container- und cloudbasierte Anwendungen sicher betreiben
- IT-Manager und Teamleiter, die ein DevSecOps-Programm in ihrer Organisation etablieren wollen
Teilnehmende sollten über grundlegende Kenntnisse in der Softwareentwicklung oder im IT-Betrieb verfügen. Vertrautheit mit Konzepten wie Versionskontrolle, Build-Systemen und grundlegenden Netzwerkprotokollen ist hilfreich, aber kein absolutes Muss. Vor Kursbeginn findet ein individuelles Beratungsgespräch statt, in dem Vorkenntnisse erfasst und ein passender Lernplan erstellt wird. Bei Bedarf werden Vorbereitungsmaterialien empfohlen, um etwaige Lücken vor Kursbeginn zu schließen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird überwiegend im Combined-Learning-Format durchgeführt, das Online-Selbstlernphasen mit betreuten Seminarphasen verbindet. Ergänzend werden Online-Seminare angeboten, die eine vollständig fernbasierte Teilnahme ermöglichen. Die Methodenmischung aus Lehrvorträgen, praktischen Laborübungen und Gruppenarbeiten sorgt für ein abwechslungsreiches und nachhaltiges Lernerlebnis. Teilnehmende erhalten Zugang zu einer digitalen Lernumgebung mit Übungsmaterialien, Prüfungssimulationen und Ansprechpartnern.
Die übliche Kursdauer beträgt zwei bis sechs Wochen, je nach gewähltem Lernformat und individueller Vorkenntnissituation. Vollzeitvarianten können in kompakteren Zeitfenstern absolviert werden, während Teilzeitformate eine berufsbegleitende Planung über mehrere Wochen ermöglichen. Der genaue zeitliche Umfang wird im Beratungsgespräch vor Kursbeginn individuell festgelegt.
Nach erfolgreich abgelegter Prüfung erhalten Teilnehmende ein international anerkanntes Herstellerzertifikat im Bereich DevSecOps Essentials sowie ein Lehrgangszertifikat des Anbieters. Die Prüfung ist im Kurspaket enthalten und wird nach Abschluss der Lernphasen abgelegt. Beide Nachweise sind am Arbeitsmarkt etabliert und werden von IT-Arbeitgebern weltweit als Qualifikationsnachweis anerkannt. Das Herstellerzertifikat wird durch eine externe, standardisierte Prüfung erworben und bleibt dauerhaft gültig.
Nutzen & Perspektiven
DevSecOps-Kenntnisse gehören heute zu den gefragtesten Qualifikationen im IT-Arbeitsmarkt. Unternehmen aller Branchen investieren massiv in die Absicherung ihrer Softwarelieferketten und suchen aktiv nach Fachleuten, die Entwicklungsgeschwindigkeit und Sicherheit in Einklang bringen können. Mit dem DSE-Zertifikat dokumentieren Absolventinnen und Absolventen genau diese Fähigkeit und verbessern ihre Wettbewerbsposition bei Bewerbungen und internen Aufstiegsgesprächen erheblich. Darüber hinaus profitieren Organisationen direkt von den neu erworbenen Fähigkeiten: Frühzeitig erkannte Sicherheitslücken sind um ein Vielfaches günstiger zu beheben als Schwachstellen, die erst im produktiven Betrieb entdeckt werden. Teilnehmende lernen deshalb nicht nur Werkzeuge, sondern auch die prozessuale Denkweise, die es ermöglicht, Sicherheit als kontinuierliche Qualitätsdimension in Teams zu verankern und kollegial zu kommunizieren. Für die persönliche Karriereplanung bietet die Weiterbildung zudem einen klaren Orientierungsrahmen: Der Kurs schließt mit einem individuellen Beratungsangebot zu Jobsuche, Bewerbungsunterlagen und nächsten Lernschritten. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist die Weiterbildung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach individueller Situation kommen auch Förderungen nach dem Qualifizierungschancengesetz, Leistungen der Deutschen Rentenversicherung oder Berufsförderungsmittel der Bundeswehr infrage.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist DevSecOps und warum ist es wichtig?
DevSecOps steht für die Verbindung von Development, Security und Operations. Statt Sicherheit erst am Ende eines Projekts zu prüfen, wird sie von Anfang an in jeden Schritt des Entwicklungszyklus eingebettet. Das reduziert Kosten für nachträgliche Korrekturen und erhöht die Qualität und Zuverlässigkeit von Softwareprodukten.
Welche Zertifizierung erlange ich nach dem Kurs?
Nach erfolgreich abgelegter Prüfung erhalten Sie ein international anerkanntes Herstellerzertifikat im Bereich DevSecOps Essentials sowie ein Lehrgangszertifikat des Schulungsanbieters. Beide Nachweise dokumentieren Ihre Kompetenz gegenüber Arbeitgebern und Auftraggebern.
Kann ich den Kurs berufsbegleitend absolvieren?
Ja, der Kurs wird sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit angeboten. Combined-Learning-Formate kombinieren Präsenz- und Online-Phasen flexibel, sodass sich die Weiterbildung gut mit beruflichen Verpflichtungen vereinbaren lässt.
Wird dieser Kurs gefördert?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern kann die Weiterbildung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters finanziert werden. Darüber hinaus kommen je nach individueller Situation Förderungen nach dem Qualifizierungschancengesetz, Leistungen der Deutschen Rentenversicherung oder Berufsförderungsmittel der Bundeswehr in Betracht.
Welche Tools und Technologien werden behandelt?
Der Kurs behandelt praxisrelevante Werkzeuge für statische und dynamische Codeanalyse, Vulnerability-Scanning, Container-Sicherheit und die Einbindung von Security-Gates in CI/CD-Pipelines. Konkrete Tool-Empfehlungen richten sich nach den aktuellen Marktstandards zum jeweiligen Kurstermin.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
IT-Berufe sind seit fünf Jahren der größte Fachkräfteengpass am deutschen Arbeitsmarkt. Der Bestand offener IT-Stellen ist 2024 auf einen Rekordstand gestiegen; AI- und Cloud-Skills werden in den nächsten Jahren weiter überdurchschnittlich nachgefragt.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Informatik (grundständig)6.643 Stellen
- DevOps Engineer4.903 Stellen
- Security Engineer2.060 Stellen
- EDV-Fachkraft282 Stellen
- DevSecOps Engineer131 Stellen
- Verwaltungsinformatik (grundständig)112 Stellen