Überblick
Künstliche Intelligenz verändert die Entwicklung digitaler Lernmedien grundlegend – nicht nur in der Produktion, sondern in der gesamten konzeptionellen und strategischen Arbeit von Digital Learning Managern. Dieser Kurs vermittelt, wie KI-Werkzeuge gezielt in den Entwicklungsprozess digitaler Lernangebote integriert werden: von der Konzeption lernerorientierter Personas über den Einsatz von Prompt Engineering für Content-Erstellung bis hin zur Einordnung aktueller KI-Trends in die Bildungslandschaft. Im Unterschied zum Bootcamp-Kurs zur Digital Learning Developer-Ausbildung liegt der Fokus hier nicht auf der handwerklichen Autorenwerkzeug-Kompetenz, sondern auf der strategischen, konzeptionellen und KI-informierten Dimension des Berufsbilds. Wer diesen Kurs absolviert, versteht, wie KI die Arbeit in der Lernmedienentwicklung verändert und wie diese Transformation aktiv gestaltet werden kann.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 - Einführung in digitales Lernen und das Berufsbild im Wandel Dieser Einstiegsblock schafft ein fundiertes Verständnis dafür, was digitale Lernmedienentwicklung heute bedeutet und wie das Berufsbild durch KI transformiert wird. Teilnehmende lernen die relevanten Rollen kennen und verorten sich selbst in diesem sich wandelnden Feld.
- Einsatzbereiche und Lernformate im digitalen Lernen: E-Learning, Blended Learning, Microlearning, Mobile Learning
- Rollen und Verantwortlichkeiten: Digital Learning Developer, Instructional Designer, Learning Experience Designer
- Überblick über die Entwicklung von Digital Learning von frühen Online-Kursen zu KI-adaptiven Plattformen
- Auswirkungen von KI auf Aufgabenprofile in der Lernmedienentwicklung
- Kompetenzlücken und Chancen für Einsteiger im KI-informierten Digital Learning
- Ethische Grundfragen beim KI-Einsatz in Bildung und Weiterbildung
Modul 2 - Einführung in KI und Prompt Engineering für Lernmedien Das technische und sprachliche Fundament für den KI-Einsatz in der Lernmedienentwicklung. Dieser Block führt in die Funktionsweise moderner KI-Systeme ein und zeigt, wie Prompt Engineering als praktische Kernkompetenz eingesetzt wird, um Lerninhalte effizienter zu entwickeln.
- Grundbegriffe der KI: Large Language Models, generative KI, Bild- und Audio-KI
- Wie KI-Textsysteme funktionieren: Wahrscheinlichkeiten, Kontext, typische Schwachstellen
- Prompt Engineering: Grundtechniken wie Zero-Shot, Few-Shot, Chain-of-Thought
- Prompts für bildungsrelevante Aufgaben: Lernzielformulierung, Quizfragen, Fallstudien, Erklärungen
- Qualitätssicherung KI-generierter Lerninhalte: Was KI-Output einer redaktionellen Prüfung bedarf
- Überblick über KI-Tools mit Relevanz für die Lernmedienentwicklung in Text, Bild, Audio und Video
Modul 3 - Personas und zielgruppenorientiertes Lerndesign Eine der wirkungsvollsten Methoden für nutzerzentriertes Lerndesign ist die Arbeit mit Personas. Dieser Block zeigt, wie Personas für Lernkontexte entwickelt und mit KI-Unterstützung aufgebaut werden – als strategisches Werkzeug für didaktische Entscheidungen.
- Was Lerner-Personas sind und warum sie im Bildungskontext wichtiger sind als im Marketing
- Datengrundlagen für Persona-Entwicklung: Zielgruppenanalyse, Interviews, Anforderungsworkshops
- KI-gestützte Persona-Erstellung: Techniken und Prompt-Strukturen als Bonus-Modul
- Übertragung von Persona-Insights auf Lernziele, Modulstruktur und Interaktionsdesign
- Verschiedene Lernkontexte: Unternehmensschulung, Berufsschule, Online-Kursplattform
- Barrierefreiheit und Diversität als Designprinzipien im nutzerzentrierten Lerndesign
Modul 4 - Trends im Digital Learning und strategische Konzeption Die Lernmedienwelt entwickelt sich schnell. Dieser Block gibt Teilnehmenden die Fähigkeit, aktuelle Entwicklungen einzuschätzen und daraus fundierte konzeptionelle Empfehlungen abzuleiten.
- Adaptive Learning: Wie KI den Lernpfad personalisiert und was das für Content-Design bedeutet
- KI-Tutoring und Chatbots in der Weiterbildung: Potenziale und aktuelle Grenzen
- Generative KI zur Erstellung von Kursmedien in Text, Bild, Video und Simulation
- Zukunft der Lernmanagementsysteme im KI-Zeitalter
- Konzeptionelle Entwicklung eines KI-informierten Lernprojekts von der Idee zum Umsetzungsplan
- Präsentation und Kommunikation von KI-Lernkonzepten gegenüber Stakeholdern
Praxis-Block: Konzeptionsprojekte und KI-Anwendungen Im Praxis-Block wenden Teilnehmende das Gelernte auf selbst gewählte Konzeptprojekte an. Der Fokus liegt auf der konzeptionellen und strategischen Ebene.
- Entwicklung einer vollständigen Lerner-Persona für einen konkreten Lernkontext
- Konzeption eines Lernmoduls mit KI-Unterstützung vom Storyboard bis zur Feinstruktur
- Erstellung eines Prompt-Sets für häufige Aufgaben in der eigenen Lernmedienarbeit
- Qualitätsprüfung und redaktionelle Überarbeitung von KI-generiertem Lerninhalt
- Recherche und Bewertung eines aktuellen KI-Trends im Bildungsbereich
- Erstellung einer Kurz-Präsentation zu einem KI-Anwendungsfall im Digital Learning
- Peer-Feedback auf Konzeptentwürfe anderer Teilnehmender
- Ethik-Reflexion zu Grenzen des KI-Einsatzes in einem konkreten Bildungsszenario
- Entwicklung einer strategischen Empfehlung zur KI-Integration für eine fiktive Organisation
- Abschluss-Portfolio: Dokumentation der Kursarbeit als Vorlage für Bewerbungsgespräche
- Diskussion über KI-Regulierung und Bildungsstandards im europäischen Kontext
- Selbstständige Recherche eines KI-Tools und dessen Eignung für Lernmedienprojekte
Alle Projektarbeiten werden schriftlich dokumentiert und können im Portfolio für Bewerbungsgespräche als Nachweis konzeptioneller Kompetenz verwendet werden.
Lernziele:
Nach erfolgreichem Abschluss dieses Kurses sind Teilnehmende in der Lage, folgende Kompetenzen anzuwenden.
- Das Berufsbild des Digital Learning Developers im Kontext von KI-Transformation einordnen und die eigene Rolle darin definieren
- KI-Werkzeuge für die Erstellung von Lernmedien gezielt einzusetzen – von Text-Generierung bis zur Bildproduktion
- Prompt Engineering für bildungsrelevante Anwendungsfälle anzuwenden und zu optimieren
- Lerner-Personas auf Datenbasis zu entwickeln und für die didaktische Konzeption zu nutzen
- Aktuelle Trends im Digital Learning zu beurteilen und in konkrete Konzepte zu übersetzen
- Den Unterschied zwischen KI-unterstütztem und rein traditionellem Lernmediendesign zu erläutern und kommunizieren
- Ethische Fragen des KI-Einsatzes in der Bildung zu reflektieren und mit Stakeholdern zu diskutieren
- Digitale Lernformate konzeptionell für verschiedene Zielgruppen und Lernkontexte zu entwickeln
- Anforderungsanalysen für KI-gestützte Lernprojekte durchzuführen
- KI-generierte Inhalte qualitätssichernd zu prüfen und redaktionell zu bearbeiten
- Strategische Empfehlungen zur KI-Integration in bestehende Bildungsangebote formulieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen, die die strategisch-konzeptionelle Dimension der Lernmedienentwicklung mit KI-Kompetenz verbinden möchten – nicht primär an jene, die praktisch produzieren wollen.
- Personen mit medialem oder kaufmännischem Hintergrund, die sich im Bereich Digital Learning weiterbilden und KI gezielt als Werkzeug nutzen möchten
- Mitarbeitende in Bildungs-, Trainings- oder Kommunikationsabteilungen, die verstehen wollen, wie KI ihre Arbeit verändert
- Quereinsteiger mit Digitalaffinität und Interesse an Bildungstechnologie und Lerndesign
- Personen, die eine Koordinations- oder Konzeptionsrolle in Digital-Learning-Projekten anstreben
- Freelancer im Bildungsbereich, die ihr Dienstleistungsportfolio um KI-gestützte Konzeptarbeit erweitern möchten
Eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Studium im medialen oder kaufmännischen Bereich ist empfohlen. Gute PC-Kenntnisse und eine ausgesprochene Affinität zum digitalen Raum sind Grundvoraussetzungen. Erste Erfahrungen mit Social Media und ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten erleichtern den Einstieg. Vorkenntnisse in KI oder Digital Learning sind nicht zwingend erforderlich – der Kurs führt in beide Felder systematisch ein.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet inhaltliche Lernphasen mit konzeptionellen Projektarbeiten. Theoretische Einführungen zu KI-Grundlagen und Lerndesign wechseln sich mit angeleiteten Anwendungsübungen ab – insbesondere zu Prompt Engineering und Persona-Entwicklung. Online-Sessions mit Dozierenden ermöglichen Diskussionen über aktuelle KI-Entwicklungen, die sich in diesem Bereich rasant verändern. Die Methodik spiegelt dabei das Thema: KI-Tools werden nicht nur beschrieben, sondern aktiv im Kurs eingesetzt und erprobt.
Der Kurs ist als strukturierte Vollzeit-Weiterbildung konzipiert. Die genaue Dauer ist beim jeweiligen Anbieter zu erfragen; vergleichbare Qualifizierungsprogramme im Bereich Digital Learning und KI laufen typischerweise über mehrere Wochen bis wenige Monate. Die Inhalte bauen aufeinander auf, sodass eine kontinuierliche Teilnahme empfohlen wird.
Der Kurs schließt mit einem trägerinternen Zertifikat ab, das die erworbene Kompetenz in KI-gestützter Lernmedienentwicklung dokumentiert. Es handelt sich um keine externe Verbands- oder Herstellerzertifizierung. Das im Kurs erarbeitete Portfolio aus Konzeptprojekten und Prompt-Sets ergänzt das Zertifikat als praxisnaher Bewerbungsnachweis.
Nutzen & Perspektiven
KI verändert die Arbeit von Lernmedienentwicklerinnen und -entwicklern so grundlegend wie der Übergang von Print zu Digital es tat. Wer jetzt die konzeptionelle und strategische Seite dieser Transformation beherrscht, ist in einer starken Position: nicht als passiver Anwender von KI-Tools, sondern als Gestalter von KI-informierten Bildungsangeboten, der versteht, was KI leisten kann, was sie nicht kann und wie sie didaktisch verantwortungsvoll eingesetzt wird. Der konzeptionelle Fokus dieses Kurses schließt eine Lücke im Weiterbildungsmarkt: Viele Programme lehren entweder technische Autorenwerkzeuge oder abstrakte KI-Theorie. Dieser Kurs bringt beides zusammen – auf der Ebene, die für Fach- und Koordinationskräfte im Digital-Learning-Bereich entscheidend ist. Persona-Entwicklung, Prompt Engineering und Trend-Analyse sind Kompetenzen, die sofort auf reale Lernprojekte angewendet werden können. Langfristig positioniert dieser Kurs Teilnehmende für Rollen, die im Bereich Digital Learning zunehmend nachgefragt werden: Digital Learning Manager, KI-Trainer in Bildungseinrichtungen oder Bildungstechnologin mit Konzeptionsverantwortung. Das sind Rollen, die über die reine Modulproduktion hinausgehen und die strategische Ausrichtung von Bildungsangeboten mitgestalten – ein wachsendes Tätigkeitsfeld, das durch die schnelle KI-Diffusion in Lernorganisationen weiter an Bedeutung gewinnt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie unterscheidet sich dieser Kurs vom Digital Learning Developer Bootcamp?
Das Bootcamp vermittelt handwerkliche Produktionskompetenz mit Autorenwerkzeugen (SCORM, LMS-Upload, interaktive Module). Dieser Kurs fokussiert auf die konzeptionelle und strategisch-KI-informierte Dimension: Prompt Engineering, Persona-Entwicklung, Trend-Analyse und die strategische Integration von KI in Bildungsangebote.
Brauche ich Vorkenntnisse in KI?
Nein. Der Kurs führt systematisch in KI-Grundlagen und Prompt Engineering ein. Entscheidend ist Offenheit gegenüber neuen digitalen Werkzeugen und konzeptionelles Interesse an Bildungsdesign.
Welche KI-Tools werden im Kurs behandelt?
Der Kurs gibt einen Überblick über relevante KI-Tools für Lernmedienentwicklung in den Bereichen Text, Bild, Audio und Video und übt Prompt Engineering aktiv. Die konkrete Tool-Auswahl kann je nach Anbieter und aktuellem Marktstand variieren, da sich dieses Feld sehr schnell entwickelt.
Richtet sich der Kurs auch an Personen ohne bisherige E-Learning-Erfahrung?
Ja. Der Kurs ist für Einsteiger in das Berufsfeld Digital Learning konzipiert und führt sowohl in digitale Lernformate als auch in KI-Grundlagen systematisch ein. Kaufmännischer oder medialer Hintergrund ist eine gute Ausgangsbasis.
Welchen Abschluss bekomme ich?
Der Kurs schließt mit einem trägerinternen Zertifikat ab. Ergänzend dazu entsteht im Kurs ein Portfolio aus Konzeptprojekten und Prompt-Sets, das konkrete Arbeitsnachweise für Bewerbungsgespräche liefert.
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