Überblick
Transact-SQL (T-SQL) ist die Abfragesprache von Microsoft SQL Server und Azure SQL Database — einer der meistverbreiteten Datenbankplattformen im Unternehmensbereich. Wer T-SQL beherrscht, kann Daten nicht nur abfragen, sondern auch verarbeiten, transformieren und in wiederverwendbare Programmlogik verpacken. Dieser Kurs vermittelt auf der Grundlage des offiziellen Microsoft-Lehrplans DP-080 alle wesentlichen Techniken für das Schreiben korrekter, effizienter und wartbarer T-SQL-Abfragen — von der ersten SELECT-Anweisung über komplexe Joins und Unterabfragen bis hin zu gespeicherten Prozeduren, Window-Funktionen und Datentransformationen mit PIVOT und CUBE.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Grundlagen von SQL Server und T-SQL Bevor Abfragen geschrieben werden, müssen die Architektur des SQL-Server-Systems und die konzeptuellen Grundlagen der Abfragesprache verstanden sein. Dieser Block schafft das notwendige Fundament.
- Architektur und Kernkomponenten von Microsoft SQL Server
- Grundprinzipien von T-SQL: Mengenlogik, relationale Grundlagen, Prädikatenlogik
- Datentypen in SQL Server: numerische, Zeichenketten-, Datums- und spezialisierte Typen
- NULL-Werte: Verhalten in Vergleichen, Aggregationen und logischen Ausdrücken
- SQL Server Management Studio (SSMS) und Azure Data Studio als Arbeitsumgebung
- Überblick über Azure SQL Database als Cloud-Pendant zu SQL Server
Modul 2 — Daten abfragen: SELECT, Joins und Filter Der Schwerpunkt dieses Blocks liegt auf dem lesenden Datenzugriff. Alle wesentlichen Abfragekonstrukte werden systematisch eingeführt und anhand realer Szenarien geübt.
- SELECT-Grundstruktur: Spaltenliste, Aliase, Berechnungen im SELECT
- WHERE-Bedingungen: Vergleichsoperatoren, BETWEEN, IN, LIKE, IS NULL
- Sortierung mit ORDER BY und Paginierung mit OFFSET-FETCH
- INNER JOIN, LEFT OUTER JOIN, RIGHT OUTER JOIN, FULL OUTER JOIN und CROSS JOIN
- Self-Joins und nicht-äquijoins für spezielle Abfragekonstellationen
- Eingebaute Funktionen: Zeichenkettenfunktionen, Datumsfunktionen, Konvertierungen
Modul 3 — Aggregation, Unterabfragen und Views Sobald Grundabfragen sicher sitzen, erweitern fortgeschrittene Strukturen die Ausdrucksstärke erheblich. Dieser Block behandelt die Werkzeuge für komplexere Datenanalysen.
- GROUP BY und Aggregatfunktionen: COUNT, SUM, AVG, MIN, MAX
- HAVING als Filter auf Gruppenebene
- Unterabfragen im WHERE-, FROM- und SELECT-Teil von Abfragen
- Korrelierte Unterabfragen und ihre Leistungsimplikationen
- Common Table Expressions (CTEs) mit WITH-Syntax
- Views erstellen, abfragen und pflegen; Tabellenwertfunktionen als parametrisierte Views
Modul 4 — Fortgeschrittene T-SQL-Techniken und Programmierkonstrukte Das abschließende Modul führt in die Programmierfähigkeiten von T-SQL ein und vermittelt Techniken, die über reine Abfragen hinausgehen.
- Window-Funktionen: ROW_NUMBER, RANK, DENSE_RANK für Ranking über Partitionen
- LAG, LEAD, FIRST_VALUE, LAST_VALUE für zeitreihenbasierte Analysen
- Aggregatfunktionen als Window-Funktionen (SUM OVER, AVG OVER)
- PIVOT und UNPIVOT für die Umformung von Zeilen in Spalten und umgekehrt
- ROLLUP und CUBE für mehrdimensionale Summenzeilen
- Gespeicherte Prozeduren: Struktur, Parameter, Fehlerbehandlung mit TRY-CATCH
- T-SQL-Programmierkonstrukte: Variablen, IF-ELSE, WHILE-Schleifen, Batch-Verarbeitung
Praxisblock — Abfragen für reale SQL-Server-Szenarien schreiben Alle Kurseinheiten werden durch gezielte Übungsszenarien auf einer Beispieldatenbank vertieft.
- Komplexe Mehrfach-Join-Abfrage für einen Umsatzbericht schreiben
- NULL-Handling in Aggregationen korrekt berücksichtigen
- Rekursive CTE für hierarchische Daten (Organigramm, Stückliste)
- Unterabfrage vs. CTE: Vergleich von Lesbarkeit und Ausführungsplan
- View für ein Standard-Reporting-Szenario anlegen und verwalten
- Window-Funktion für laufende Summe und Quartalsvergleich einsetzen
- PIVOT-Abfrage für eine Kreuztabelle mit dynamischen Spalten
- Gespeicherte Prozedur für einen parametrisierten Kundenreport entwickeln
- Fehlerbehandlung in einer gespeicherten Prozedur mit TRY-CATCH implementieren
- DML-Skript mit Transaktionssteuerung (BEGIN TRANSACTION, COMMIT, ROLLBACK) schreiben
- Ausführungsplan in SSMS analysieren und Abfrage optimieren
- Abschlussprojekt: vollständiger Datenbankbericht mit CTE, Window-Funktionen und Prozedur
Die Praxisübungen folgen dem Aufbau des offiziellen DP-080-Kursplans und decken alle Themenfelder ab, die in Folge-Zertifizierungen wie DP-900 oder DP-300 als Vorwissen erwartet werden.
Lernziele:
- Die zentralen Funktionen und Komponenten von SQL Server und die T-SQL-Sprachgrundlagen erklären
- Mengenlogik und Prädikatenlogik als konzeptionelle Basis von SQL-Abfragen verstehen und anwenden
- SELECT-Anweisungen für Einzeltabellen und für Mehr-Tabellen-Szenarien mit verschiedenen JOIN-Typen schreiben
- Filterbedingungen, Sortierung und Datumsfunktionen effektiv in Abfragen einsetzen
- Den Umgang von SQL Server mit Datentypen und NULL-Werten sicher beherrschen
- DML-Anweisungen (INSERT, UPDATE, DELETE, MERGE) korrekt formulieren und einsetzen
- Eingebaute Funktionen (String-, Datums-, mathematische und Konvertierungsfunktionen) in Abfragen nutzen
- Aggregationsabfragen mit GROUP BY, HAVING und gängigen Aggregatfunktionen schreiben
- Unterabfragen (Subqueries) und Common Table Expressions (CTEs) für strukturierte Abfragelogik einsetzen
- Views und Tabellenwertfunktionen erstellen und als Abstraktionsschicht verwenden
- Window-Funktionen für Ranking, Offset und Aggregate über Partitionen anwenden
- Datentransformationen mit PIVOT, UNPIVOT, ROLLUP und CUBE umsetzen
- Gespeicherte Prozeduren erstellen und T-SQL-Programmierkonstrukte wie Variablen, Bedingungen und Schleifen einsetzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs ist auf Personen ausgerichtet, die mit SQL-Server-Datenbanken arbeiten oder arbeiten werden und ihre T-SQL-Kompetenz systematisch aufbauen möchten.
- Datenbankadministratorinnen und -administratoren, die ihre Abfragekompetenz vertiefen
- Datenbankentwickler, die T-SQL programmatisch einsetzen wollen
- Datenschreibkräfte und -analysten, die Berichte direkt aus SQL-Server-Datenbanken erzeugen
- IT-Fachkräfte, die in Projekten mit SQL-Server-Infrastruktur eingesetzt werden
- Entwicklerinnen und Entwickler, die aus anderen Datenbankumgebungen (MySQL, PostgreSQL) auf SQL Server umsteigen
Grundlegende Kenntnisse relationaler Datenbankkonzepte (Tabellen, Zeilen, Spalten, einfache Abfragen) sind hilfreich, aber der Kurs beginnt bei den Grundlagen und baut Schritt für Schritt auf. Erfahrung mit einer anderen Datenbanksprache ist vorteilhaft, aber kein Muss. Ein Verständnis grundlegender Datenbankprinzipien aus der Praxis oder einem vorherigen Kurs erleichtert den Einstieg. Für den Praxisteil wird Zugang zu SQL Server Management Studio oder Azure Data Studio benötigt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt, das strukturierte Lehrphasen mit intensiver Hands-on-Praxis verbindet. T-SQL lernt man nicht durch Lesen, sondern durch Schreiben: Ein wesentlicher Teil der Kurszeit entfällt auf das eigenständige oder betreute Schreiben, Testen und Verbessern von Abfragen. Teilnehmende arbeiten in einer realen SQL-Server-Umgebung und sehen sofort, wie Abfragen ausgeführt werden und was ihre Ergebnisse sind. Das schafft das direkte Feedback, das das Lernen einer Abfragesprache beschleunigt. Der Kurs wird sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit angeboten.
Die Kursdauer hängt vom gewählten Format ab. Das Vollzeitformat ermöglicht eine kompakte Durchführung; das Teilzeitformat verteilt dieselben Inhalte auf einen längeren Zeitraum und ist für Berufstätige geeignet, die T-SQL neben dem Berufsalltag erlernen möchten.
Der Kurs bereitet auf die Microsoft-Lernpfad-Inhalte DP-080 vor. Nach Abschluss erhalten die Teilnehmenden eine Lehrgangsbescheinigung des Bildungsträgers. Die DP-080-Kursinhalte sind offizieller Teil des Microsoft-Lernkatalogs und gelten als Grundlage für weiterführende Microsoft-Zertifizierungen wie DP-300 (Azure Database Administrator) oder DP-900 (Azure Data Fundamentals). Eine eigenständige Microsoft-Zertifizierungsprüfung für DP-080 als Standalone-Examen existiert nicht; DP-080 dient als Vorbereitung auf diese weiterführenden Prüfungen.
Nutzen & Perspektiven
T-SQL ist eine der meistgefragten Datenbanksprachen im deutschsprachigen Unternehmensmarkt. Microsoft SQL Server läuft in einer enormen Zahl von Unternehmensanwendungen — von ERP-Systemen über CRM bis zu eigenen Geschäftsanwendungen. Wer T-SQL sicher schreibt, ist in diesen Umgebungen sofort produktiv einsetzbar und kann Datenprobleme eigenständig lösen, anstatt auf einen Datenbankspezialisten warten zu müssen. Die im Kurs behandelten Techniken sind nicht nur auf SQL Server anwendbar: Die konzeptionellen Grundlagen von Mengenlogik, Prädikatenlogik, Aggregation und Window-Funktionen übertragen sich auf andere SQL-Dialekte (PostgreSQL, MySQL, Oracle) und auf analytische Plattformen wie Azure Synapse Analytics oder Databricks. Wer T-SQL gründlich lernt, hat damit gleichzeitig das solideste SQL-Fundament aufgebaut, das für viele Datenbankplattformen gilt. Mittelfristig schließt der DP-080-Lehrplan direkt an weiterführende Zertifizierungspfade von Microsoft an: Die in DP-080 erworbenen Fähigkeiten sind ausdrücklich als Vorwissen für Kurse wie DP-300 (Datenbankadministration auf Azure) und DP-500 (Enterprise-Datenanalyse) vorgesehen, sodass dieser Kurs einen klar strukturierten Karrierepfad in die Datenbankwelt eröffnet.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen SQL und T-SQL?
SQL ist der ISO-Standard für relationale Datenbankabfragen. Transact-SQL (T-SQL) ist Microsofts Erweiterung dieses Standards für SQL Server und Azure SQL Database. T-SQL fügt Programmierkonstrukte hinzu — Variablen, Kontrollfluss (IF/WHILE), Fehlerbehandlung, gespeicherte Prozeduren — und enthält Microsoft-spezifische Funktionen. Wer T-SQL kennt, beherrscht Standard-SQL und kann die SQL-Server-spezifischen Erweiterungen nutzen.
Führt DP-080 zu einer offiziellen Microsoft-Zertifizierung?
DP-080 ist ein offizieller Microsoft-Lernpfad, kein eigenständiges Zertifizierungsexamen. Der Kurs bereitet auf weiterführende Microsoft-Prüfungen wie DP-300 (Azure Database Administrator Associate) oder DP-900 (Azure Data Fundamentals) vor. Nach dem Kurs erhalten Sie eine Lehrgangsbescheinigung des Bildungsträgers.
Welche Programmierkenntnisse brauche ich vorher?
Keine. T-SQL ist eine deklarative Abfragesprache, die ohne allgemeine Programmiervorkenntnisse erlernbar ist. Der Kurs baut von den Grundlagen auf. Wer bereits SQL, Python oder eine andere Programmiersprache kennt, wird schneller Fortschritte machen, es ist aber keine Voraussetzung.
Welche Software brauche ich für den Kurs?
Für die praktischen Übungen wird Zugang zu SQL Server Management Studio (SSMS) oder Azure Data Studio benötigt. Beide sind kostenlos verfügbar. SQL Server selbst kann als Developer Edition kostenlos installiert werden; alternativ steht Azure SQL Database als Cloud-Variante zur Verfügung.
Für welche Folge-Zertifizierungen ist dieser Kurs eine Grundlage?
Die DP-080-Inhalte sind explizit als Vorwissen für DP-300 (Azure Database Administrator Associate), DP-500 (Designing and Implementing Enterprise-Scale Analytics Solutions) und als Grundlage für DP-203 (Data Engineering) ausgewiesen. T-SQL-Kenntnisse werden außerdem in Zertifizierungen wie PL-300 (Power BI) und AI-102 (Azure AI) vorausgesetzt.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
Pflege- und Gesundheits-Fachkräfte sind seit 2018 durchgehend als Engpassberuf gelistet. Demografische Entwicklung treibt die Nachfrage; höhere Tarife in Pflege und Reform der Pflegeausbildung verbessern Einstiegsbedingungen 2025/26 weiter.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Leiter/Leiterin der IT195.785 Stellen
- Facharzt/Fachärztin Fachrichtung Transfusionsmedizin163 Stellen
- Talent-Acquisition-Manager/Talent-Acquisition-Managerin144 Stellen