Überblick
Der Azure Data Scientist Associate ist eine der zentralen Zertifizierungen im Microsoft-Portfolio für alle, die maschinelles Lernen und Data Science auf der Azure-Cloud-Plattform umsetzen. Dieser Kurs bereitet gezielt auf die Prüfung DP-100 vor und vermittelt die Kenntnisse, die Microsoft für den Nachweis praktischer Kompetenz in der Planung und Umsetzung von Data-Science-Lösungen auf Azure voraussetzt. Im Mittelpunkt stehen Azure Machine Learning, Datenvorbereitung, Modell-Training, Deployment und das Management von ML-Workflows — Fähigkeiten, die in der Praxis moderner KI-Projekte unmittelbar benötigt werden.
Kursinhalte & Lernziele
Azure Machine Learning Workspace und Infrastruktur Azure ML ist die zentrale Plattform für Data-Science-Projekte auf Microsoft Azure. In diesem Modul lernen Sie, wie Workspaces angelegt und konfiguriert werden, welche Compute-Typen für welche Aufgaben geeignet sind und wie Experimente, Artefakte und Modelle innerhalb des Workspaces organisiert werden. Die Verbindung zu Datenspeichern — Blob Storage, Data Lake, SQL-Datenbanken — wird praxisnah eingerichtet.
- Azure ML Workspace erstellen und Zugriffsrechte vergeben
- Compute Instances vs. Compute Clusters: Einsatzszenarien verstehen
- Datastores und Datasets in Azure ML registrieren
- Azure ML Studio als grafische Oberfläche nutzen
- Versionierung von Code, Daten und Modellen im Workspace
- Verbindung zu Azure Key Vault und Application Insights
Datenaufbereitung und Feature Engineering Datenwissenschaft beginnt mit sauberen, aussagekräftigen Daten. Dieser Block behandelt, wie Rohdaten in Azure ML-Pipelines transformiert, auf Qualität geprüft und für das Modell-Training aufbereitet werden. Transformations-Skripte werden als wiederverwendbare Pipeline-Schritte gekapselt, sodass Datensätze für parallele Experimente effizient verwaltet werden können.
- Datenbereinigung und fehlende Werte behandeln
- Numerische und kategoriale Feature-Transformation
- Normalisierung, Standardisierung und Encoding-Verfahren
- Aufbau von Azure ML Data Preparation Pipelines
- Verwendung von TabularDataset und FileDataset
- Profiling von Datensätzen mit Azure ML Datenprofilen
Modell-Training, AutoML und Hyperparameter-Tuning Das Herzstück jeder Data-Science-Lösung ist der Trainingsprozess. In diesem Block erarbeiten Sie, wie eigene Python-Skripte als Experimente in Azure ML ausgeführt werden, wie AutoML den Algorithmus-Auswahlprozess automatisiert und wie HyperDrive effizient verschiedene Hyperparameter-Kombinationen durchsucht. Der direkte Bezug zur DP-100-Prüfungsstruktur wird dabei durchgehend hergestellt.
- Trainings-Experimente mit dem Azure ML SDK erstellen und starten
- Automatisiertes Machine Learning (AutoML): Konfiguration und Ergebnisauswertung
- HyperDrive: Parametersuche mit Gittersuche, Zufallssuche und Bayesscher Optimierung
- Metriken loggen und Experimente im Azure ML Studio vergleichen
- Modelle mit sklearn, XGBoost und anderen Frameworks in Azure ML trainieren
- Early Termination Policies für effizientes Hyperparameter-Tuning
Modell-Deployment und ML-Pipelines Ein Modell entfaltet seinen Nutzen erst, wenn es in Produktion betrieben wird. Dieser Block behandelt, wie registrierte Modelle als Web-Service in Azure Container Instances oder Azure Kubernetes Service deployt werden, wie Batch-Inferenz-Pipelines für große Datenmengen aufgebaut werden und wie ML-Pipelines zeitgesteuert und ereignisgesteuert ausgeführt werden.
- Modelle in Azure ML Model Registry registrieren und versionieren
- Echtzeit-Endpunkte auf Azure Container Instances deployen
- AKS-Deployment für produktionsreife Skalierung
- Batch-Inferenz-Pipelines aufbauen und planen
- ML-Pipelines mit PipelineStep-Modulen strukturieren
- Monitoring von Endpunkten: Datendrift und Leistungsüberwachung
Praxisaufgaben im DP-100-Aufgabenformat Die erarbeiteten Kenntnisse werden anhand von Aufgaben gefestigt, die typische DP-100-Fragestellungen abbilden. Dieser Block durchzieht die gesamte Weiterbildung als begleitende Übungsschicht — jeder Themenblock endet mit Aufgaben, die den gelernten Stoff in prüfungsnahen Azure-Szenarien anwenden.
- Aufgaben zu Workspace-Konfiguration und Compute-Auswahl
- Szenarien zur Datenaufbereitung und Feature-Engineering-Entscheidungen
- Case Studies zu AutoML vs. manuellem Training: Vor- und Nachteile abwägen
- Aufgaben zu Deployment-Konfigurationen und Endpunkt-Überwachung
- Responsible AI in der Praxis: Fairness-Metriken und Modell-Erklärbarkeit
- Datenschutz in Azure ML: Differential Privacy und vertrauliches Computing
Durch die konsequente Verknüpfung von theoretischen Konzepten und praktischen Azure-Aufgaben ist dieser Kurs darauf ausgerichtet, dass Sie die DP-100-Prüfung mit solidem Verständnis ablegen können — nicht auf der Basis auswendig gelernter Antworten, sondern mit dem Rückhalt echter Anwendungserfahrung auf der Plattform.
Lernziele:
- Azure Machine Learning Workspaces einrichten, konfigurieren und verwalten
- Compute-Ressourcen für Training und Inferenz in Azure ML gezielt auswählen und bereitstellen
- Datensätze in Azure ML registrieren, versionieren und für Training-Pipelines zugänglich machen
- Feature Engineering und Datenvorverarbeitungs-Pipelines mit Azure-Werkzeugen aufbauen
- Modelle mit automatisiertem Machine Learning (AutoML) trainieren und bewerten
- Eigene Trainings-Skripte entwickeln und als Azure ML-Experimente ausführen
- Hyperparameter-Tuning mit HyperDrive durchführen
- Modelle registrieren, versionieren und in der Azure ML-Model-Registry verwalten
- Trainierte Modelle als Echtzeit- und Batch-Endpunkte in Azure deployen
- ML-Pipelines erstellen, planen und überwachen
- Responsible-AI-Prinzipien auf Azure anwenden: Fairness, Erklärbarkeit, Datenschutz
- Den vollständigen DP-100-Prüfungsstoff anhand praxisnaher Azure-Aufgaben durcharbeiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Fachleute mit Erfahrung in Datenwissenschaft oder Machine Learning, die ihre Kenntnisse gezielt auf die Azure-Plattform übertragen und mit dem DP-100-Zertifikat formal nachweisen möchten.
- Datenwissenschaftlerinnen und Datenwissenschaftler, die bisher mit lokalen oder anderen Cloud-Umgebungen gearbeitet haben und auf Azure wechseln
- Machine-Learning-Engineers, die produktionsfähige ML-Workflows in Azure aufbauen möchten
- KI-Entwicklerinnen und KI-Entwickler mit Python-Kenntnissen, die Azure ML in Projekten einsetzen
- Software-Entwicklerinnen und -Entwickler, die Data-Science-Aufgaben in ihren Aufgabenbereich integrieren
- IT-Fachkräfte in Cloud-nahen Rollen, die das DP-100-Zertifikat für Karriereschritte benötigen
Solide Python-Kenntnisse sind unerlässlich — mindestens auf dem Niveau, Python-Skripte eigenständig zu schreiben, Bibliotheken wie pandas und scikit-learn zu nutzen und Fehlermeldungen zu interpretieren. Grundkenntnisse in Machine Learning (Supervised/Unsupervised Learning, Train/Test-Splits, gängige Metriken) werden vorausgesetzt. Azure-Basiskenntnisse — der Umgang mit dem Azure-Portal, grundlegendes Verständnis von Ressourcengruppen und Abonnements — erleichtern den Einstieg erheblich. Ein Kurs auf dem Niveau von AZ-900 (Azure Fundamentals) ist als Vorbereitung empfehlenswert, aber keine formale Pflicht.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs läuft im Combined-Learning-Format, das angeleiteten Unterricht mit praxisorientierter Arbeit in der Azure-Umgebung kombiniert. In den angeleiteten Einheiten werden Azure-ML-Konzepte erklärt, demonstriert und in gemeinsamen Aufgaben angewendet. Die Mischung aus Teilzeit- und Vollzeit-Blöcken ermöglicht es, neben beruflichen Verpflichtungen am Kurs teilzunehmen.
Der Kurs ist in seiner Kerndurchführung auf wenige Tage bis maximal ein bis zwei Wochen konzentriert — eine Intensivkurs-Struktur, die für Zertifizierungsvorbereitungen dieses Typs üblich ist. Bei Bedarf stehen auch längere Teilzeit-Varianten zur Verfügung, die sich über mehrere Wochen erstrecken. Die konkrete Dauer wird je nach Starttermin und Anbieter festgelegt.
Ziel des Kurses ist die bestandene Microsoft-Zertifizierungsprüfung DP-100 „Designing and Implementing a Data Science Solution on Azure", die zum Titel „Microsoft Certified: Azure Data Scientist Associate" führt. Die Prüfung wird bei einem autorisierten Microsoft-Prüfungszentrum abgelegt und ist nicht Bestandteil des Kurses selbst. Neben dem Microsoft-Zertifikat erhalten Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen trägerinternen Teilnahmenachweis für den Kurs.
Nutzen & Perspektiven
Der Azure Data Scientist Associate ist eine der meistgefragten Cloud-Zertifizierungen im Bereich maschinelles Lernen — insbesondere für Unternehmen, die ihre KI- und Data-Science-Projekte auf Microsoft Azure aufbauen. Mit der DP-100-Zertifizierung wird nachgewiesen, dass nicht nur die Werkzeuge von Azure ML bekannt sind, sondern dass vollständige ML-Workflows von der Datenvorbereitung bis zum Deployment eigenständig realisiert werden können. Der praktische Wert liegt vor allem in der Tiefe: Azure ML ist eine ernsthafte Produktionsplattform mit umfangreicher SDK-Integration, Pipeline-Orchestrierung und Deployment-Optionen. Wer diese Plattform beherrscht, kann in Unternehmensumgebungen eigenständig und wartbar ML-Systeme betreiben — eine Fähigkeit, die deutlich über das Trainieren von Modellen in lokalen Notebooks hinausgeht. Da Azure zu den am stärksten wachsenden Cloud-Plattformen in Deutschland und Europa gehört, ist das DP-100-Zertifikat ein Qualifikationsnachweis mit nachhaltiger Relevanz für Data Scientists, die in Enterprise-Umgebungen tätig sind oder werden wollen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Python-Kenntnisse sind wirklich notwendig?
Mindestens das Niveau, eigenständig Python-Skripte zu schreiben, pandas für Datenmanipulation und scikit-learn für grundlegende ML-Aufgaben zu nutzen. Das Azure ML SDK baut auf diesen Kenntnissen auf — wer Python noch lernt, wird im Kurs nicht mithalten können.
Muss ich AZ-900 vor diesem Kurs absolvieren?
AZ-900 ist keine formale Voraussetzung, aber empfehlenswert. Wer noch nie mit dem Azure-Portal gearbeitet hat, wird im Kurs Zeit damit verbringen, sich zurechtzufinden, statt sich auf Azure ML zu konzentrieren. Die Grundbegriffe — Ressourcengruppen, Abonnements, Dienste — sollten geläufig sein.
Ist die DP-100-Prüfung im Kurspreis enthalten?
Nein, die Microsoft-Prüfung DP-100 wird separat bei einem autorisierten Prüfungszentrum gebucht und bezahlt. Der Kurs bereitet inhaltlich auf die Prüfung vor; das Examen ist ein gesonderter Schritt.
Unterscheidet sich DP-100 von DP-900 oder DP-203?
Ja, deutlich. DP-900 (Azure Data Fundamentals) ist ein Einstiegszertifikat ohne Tiefe. DP-203 (Azure Data Engineer Associate) fokussiert auf Datenpipelines und Storage-Lösungen. DP-100 ist spezifisch für Data Scientists: ML-Experimente, Modell-Training, Hyperparameter-Tuning und Deployment in Azure ML.
Brauche ich ein bezahltes Azure-Abonnement für den Kurs?
Für die praktischen Übungen ist Zugang zu einem Azure-Account erforderlich. Microsoft bietet kostenlose Test-Credits für neue Konten an; ob ein Kurs-Sandbox-Environment bereitgestellt wird, hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Dies sollte vor Kursbeginn geklärt werden.
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