Überblick
Dieser Kurs vermittelt das fundierte Wissen und die praktischen Fertigkeiten, die notwendig sind, um PostgreSQL-Datenbanken in die Azure-Cloud zu migrieren und dort zuverlässig zu betreiben. Die Teilnehmenden lernen, wie sie Azure Database for PostgreSQL einrichten, konfigurieren und optimieren, bestehende Datenbankinfrastrukturen aus On-Premises- oder anderen Cloud-Umgebungen nahtlos überführen und dabei Sicherheits- sowie Compliance-Anforderungen einhalten. Der Kurs orientiert sich am offiziellen Microsoft-Lernpfad DP-3021 und bildet damit eine solide Grundlage für den Einsatz im beruflichen Alltag sowie für weiterführende Azure-Zertifizierungen.
Kursinhalte & Lernziele
Azure Database for PostgreSQL – Grundlagen und Bereitstellung Der erste Block legt das Fundament für alle folgenden Themen. Die Teilnehmenden lernen die verschiedenen Bereitstellungsoptionen kennen, verstehen die zugrunde liegende Servicearchitektur und können eine produktionsreife Umgebung von Grund auf aufbauen. Besonders die Unterschiede zwischen Flexible Server und der älteren Single-Server-Option werden praxisnah herausgearbeitet.
- Überblick über Azure Database for PostgreSQL und seinen Platz im Azure-Ökosystem
- Bereitstellung via Azure Portal, CLI und ARM-Templates
- Auswahl von Compute-, Speicher- und SKU-Konfigurationen nach Lastprofil
- Netzwerk-Integration: Public Access, Private Endpoints, VNet-Integration
- Verbindungsverwaltung mit PgBouncer Connection Pooling
- Konfiguration von Serverparametern und Maintenance-Fenstern
Sicherheit, Compliance und Zugriffssteuerung Datenbankumgebungen in der Cloud unterliegen strengen Anforderungen an Datenschutz und Zugriffskontrolle. Dieser Block behandelt alle relevanten Sicherheitsebenen und vermittelt Best Practices für den unternehmensweiten Einsatz. Die Integration in bestehende Identity-Management-Strukturen steht dabei im Vordergrund.
- Azure Active Directory-Authentifizierung einrichten und Rollen zuweisen
- Row-Level Security und PostgreSQL-Rollen korrekt modellieren
- SSL/TLS-Konfiguration und Erzwingung verschlüsselter Verbindungen
- Customer-Managed Keys und Azure Key Vault-Integration
- Audit-Protokollierung mit pgaudit und Azure Diagnostic Logs
- Compliance-Anforderungen (DSGVO, ISO 27001) auf Datenbankebene abbilden
Performance-Optimierung und Monitoring Datenbankleistung ist ein entscheidender Faktor für die Benutzererfahrung und die Betriebskosten. In diesem Modul erarbeiten die Teilnehmenden systematische Ansätze zur Leistungsanalyse und zur proaktiven Problemvermeidung. Dabei werden sowohl automatisierte Azure-Tools als auch PostgreSQL-eigene Mechanismen eingesetzt.
- Azure Monitor-Metriken und Diagnoseprotokolle interpretieren
- Query Store zur Analyse langsamer Abfragen und Regressionserkennung nutzen
- Intelligente Leistungsempfehlungen (Intelligent Performance) anwenden
- Autovacuum-Konfiguration für große Tabellen und hohe Schreiblast optimieren
- Index-Strategien: B-Tree, GIN, BRIN im produktiven Einsatz
- Read-Replicas für Leselasten und geografische Verteilung einrichten
Migrationsplanung und -durchführung Die Migration bestehender PostgreSQL-Datenbanken in Azure erfordert sorgfältige Planung, geeignete Werkzeugauswahl und eine klare Strategie zur Minimierung von Ausfallzeiten. Dieser Block vermittelt den vollständigen Migrationsprozess von der Bewertung bis zur Produktivsetzung.
- Migrationsprojekt mit Azure Migrate und dem Assessment-Tool planen
- Azure Database Migration Service (DMS) für Offline- und Online-Migrationen einsetzen
- pg_dump, pg_restore und pgcopy für strukturierte Datenmigration verwenden
- Logische Replikation für Near-Zero-Downtime-Migrationen konfigurieren
- Schema-Konvertierung bei Herkunft aus anderen Datenbanksystemen
- Post-Migrationsvalidierung: Datenintegrität, Performance-Benchmarks, Anwendungstest
Praxisblock: Hands-on-Szenarien und typische Aufgaben In praxisorientierten Labs bearbeiten die Teilnehmenden realitätsnahe Szenarien, die den gesamten Lebenszyklus einer Azure-PostgreSQL-Datenbank abdecken. Die virtuellen Laborumgebungen ermöglichen gefahrloses Ausprobieren und vertiefen das Verständnis durch unmittelbares Feedback.
- Flexible-Server-Instanz von Grund auf bereitstellen und absichern
- Bestehende On-Premises-PostgreSQL-Datenbank via DMS migrieren
- Backup-Strategie konfigurieren und Point-in-Time-Restore durchführen
- Read-Replica erstellen, Replikationsverzögerung überwachen und Failover testen
- Connection-Pooling-Einstellungen unter Lastszenarien optimieren
- Slow-Query-Analyse durchführen und Indexempfehlungen implementieren
- Azure Monitor-Dashboard mit benutzerdefinierten Alarmen einrichten
- DSGVO-konformes Audit-Logging aktivieren und Protokolle auswerten
- Skalierung der Compute-Kapazität ohne Anwendungsausfall durchführen
- Netzwerkzugriff auf Private Endpoint umstellen
- SSL-Zertifikat rotieren und Verbindungszeichenfolgen aktualisieren
- Abschluss-Lab: vollständige Migration mit Cutover und Validierung
Nach dem Praxisblock konsolidieren die Teilnehmenden ihre Erkenntnisse in einer gemeinsamen Fallstudie, in der ein fiktives Unternehmen seine gesamte Datenbankinfrastruktur in Azure überführt. Dabei werden alle erlernten Techniken und Best Practices verknüpft. Die Laborumgebung wird von erfahrenen Trainern betreut, die auf individuelle Fragen eingehen und typische Fehlerquellen in der Praxis kommentieren. So entsteht ein tiefes, nachhaltiges Verständnis über den bloßen Klickpfad hinaus.
Lernziele:
- Grundprinzipien und Architektur von Azure Database for PostgreSQL verstehen und erklären können
- Flexible Server- und Single-Server-Bereitstellungsmodelle korrekt auswählen und einrichten
- Netzwerkkonfiguration, Firewallregeln und Virtual Network Integration umsetzen
- Authentifizierung über Azure Active Directory und integrierte Datenbankkonten verwalten
- Datenverschlüsselung in Ruhe und in Übertragung sowie Schlüsselverwaltung konfigurieren
- Leistungsüberwachung mit Azure Monitor und Query Store durchführen
- Index-Tuning, Query-Optimierung und Autovacuum-Einstellungen anpassen
- Migrationswerkzeuge wie Azure Database Migration Service und pgcopy auswählen und einsetzen
- Online-Migrationen mit minimaler Ausfallzeit planen und ausführen
- Backup-, Restore- und Hochverfügbarkeitsstrategien für produktive Datenbanken umsetzen
- Skalierbarkeit durch Read-Replicas und Connection Pooling mit PgBouncer realisieren
- Anwendungsanbindung, Verbindungszeichenfolgen und Treiberkompatibilität sicherstellen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an IT-Fachleute, die PostgreSQL bereits einsetzen oder einsetzen möchten und ihre Infrastruktur in die Azure Cloud verlagern oder dort neu aufbauen wollen.
- Datenbankadministratoren mit PostgreSQL-Erfahrung, die in die Cloud migrieren möchten
- Cloud-Architekten und DevOps-Engineers, die Azure-Datenbanklösungen entwerfen
- Solution-Architects, die Migrationsprojekte planen und umsetzen
- IT-Pros mit Erfahrung in anderen Cloud-Datenbanken, die zu Azure wechseln
- Personen, die sich auf die Prüfung DP-300 oder DP-900 vorbereiten
Grundlegende PostgreSQL-Kenntnisse sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme. Die Teilnehmenden sollten SQL-Abfragen formulieren, einfache Datenbankstrukturen anlegen und Basiskonfigurationen vornehmen können. Grundlegende Vertrautheit mit Azure-Konzepten wie Ressourcengruppen, Subscriptions und dem Azure Portal erleichtert den Einstieg erheblich, ist aber nicht zwingend erforderlich. Vor Seminarbeginn findet ein Beratungsgespräch statt, in dem ein individueller Lernplan erstellt wird.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format angeboten, das Präsenz- und Online-Anteile sinnvoll verbindet und so sowohl Flexibilität als auch unmittelbare Betreuung sicherstellt. Praktische Labs in virtuellen Umgebungen bilden den Kern der Ausbildung und machen mindestens die Hälfte der Kurszeit aus. Theorievermittlung erfolgt durch strukturierte Lehreinheiten, ergänzt durch Fallbeispiele aus realen Migrationsprojekten. Kleingruppen ermöglichen eine individuelle Betreuung und fördern den fachlichen Austausch unter den Teilnehmenden.
Die Weiterbildung umfasst typischerweise mehr als eine Woche bis zu einem Monat, je nach gewähltem Lernformat und Vorkenntnissen. Vollzeitdurchgänge ermöglichen eine kompakte Wissensvermittlung, während Teilzeitvarianten die Vereinbarkeit mit einer laufenden Berufstätigkeit sicherstellen. Individuelle Start- und Endtermine sind auf Anfrage möglich.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein Lehrgangszertifikat, das die erworbenen Kompetenzen dokumentiert. Darüber hinaus werden sie gezielt auf die offizielle Microsoft-Zertifizierungsprüfung vorbereitet, die als international anerkannter Nachweis der Azure-Datenbankexpertise gilt. Das Herstellerzertifikat von Microsoft nach bestandener Prüfung bestätigt die Qualifikation gegenüber Arbeitgebern und Kunden weltweit.
Nutzen & Perspektiven
Datenbankmigrationen in die Cloud gehören zu den anspruchsvollsten Aufgaben im IT-Betrieb. Wer diesen Kurs absolviert, verfügt über das technische Rüstzeug, um Migrationen sicher, effizient und mit minimaler Unterbrechung des Betriebs durchzuführen. Das erworbene Wissen schützt Unternehmen vor kostspieligen Fehlentscheidungen bei der Wahl der Migrationsstrategie und bei der Konfiguration produktiver Umgebungen. Azure Database for PostgreSQL ist ein vollständig verwalteter Dienst, der Unternehmen erhebliche Betriebskosten einspart und gleichzeitig Hochverfügbarkeit sowie automatische Backups bietet. Fachleute, die diesen Dienst beherrschen, sind in Unternehmen jeder Größe gefragt – von mittelständischen Betrieben, die ihre IT modernisieren, bis hin zu Konzernen, die globale Datenbankinfrastrukturen betreiben. Die Kombination aus Azure-Know-how und PostgreSQL-Expertise ist auf dem Arbeitsmarkt besonders wertvoll. Bei AZAV-zertifizierten Trägern kann diese Weiterbildung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters gefördert werden. Je nach individueller Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, Leistungen zur beruflichen Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine frühzeitige Beratung beim zuständigen Berater sichert den reibungslosen Ablauf des Förderantrags.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Benötige ich PostgreSQL-Vorkenntnisse für diesen Kurs?
Ja, grundlegende PostgreSQL-Kenntnisse sind notwendig. Sie sollten SQL-Abfragen formulieren und einfache Datenbankstrukturen anlegen können. Azure-Grundkenntnisse erleichtern den Einstieg, sind aber kein Muss – der Kurs führt in die relevanten Azure-Konzepte ein.
Welche Zertifizierung kann ich nach dem Kurs ablegen?
Der Kurs bereitet auf die Microsoft-Zertifizierungsprüfung im Bereich Azure Database vor und vermittelt darüber hinaus Wissen, das auch für DP-300 (Administering Relational Databases on Microsoft Azure) relevant ist. Das Herstellerzertifikat nach bestandener Prüfung ist international anerkannt.
Wie läuft die praktische Übungsphase ab?
Die Labs finden in virtuellen Umgebungen statt, die realistische Azure-Szenarien simulieren. Sie migrieren Datenbanken, konfigurieren Sicherheitseinstellungen und analysieren Performance-Probleme – alles ohne eigene Azure-Abonnementkosten. Trainer stehen für individuelle Fragen zur Verfügung.
Kann dieser Kurs über einen Bildungsgutschein gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters möglich. Auch das Qualifizierungschancengesetz oder Leistungen zur beruflichen Rehabilitation können in Frage kommen. Eine Beratung beim zuständigen Berater klärt die individuellen Möglichkeiten.
Gibt es Teilzeitvarianten für Berufstätige?
Ja, der Kurs ist sowohl als Vollzeit- als auch als Teilzeitvariante verfügbar. Individuelle Start- und Endtermine sind auf Anfrage möglich, sodass die Weiterbildung mit einer laufenden Berufstätigkeit vereinbar ist.
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