Überblick
Dieser Kurs legt einen deutlichen Akzent auf DevOps: Wer Cloud-Vorhaben koordiniert und dabei mit DevOps-Teams oder agilen Entwicklungsumgebungen interagiert, braucht mehr als einen oberflächlichen Begriff von Pipelines und Automatisierung. DevOps Foundation als eigenständiger Kursanteil vermittelt genau das — konzeptionell fundiert, ohne in technische Konfiguration abzugleiten. Kombiniert mit Cloud-Grundlagen (Azure, Microsoft 365) und solidem Projektmanagement-Basiswissen entsteht eine Qualifikation, die Cloud-Koordinatoren handlungsfähig macht: Sie können mitreden, Entscheidungen nachvollziehen und Projekte strukturieren — auch wenn sie keine Administratoren sind.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Cloud Computing: Konzepte und Marktüberblick Der erste Modulblock schafft das begriffliche Fundament. Cloud Computing wird nicht als monolithisches Thema behandelt, sondern in seinen verschiedenen Dimensionen erschlossen — von den technischen Servicemodellen bis zu wirtschaftlichen und rechtlichen Gesichtspunkten.
- Definition und Kernmerkmale von Cloud Computing
- IaaS, PaaS, SaaS: Servicemodelle im Vergleich
- Public, Private und Hybrid Cloud: Betriebsmodelle und Abwägungen
- Wichtige Cloud-Anbieter und ihre Marktposition
- Datenschutz in der Cloud: DSGVO, Vertragsgestaltung, Rechenzentrumsstandorte
- Sicherheitsmodell: Shared Responsibility in der Cloud
- Total Cost of Ownership: Cloud vs. On-Premises
- Cloud-Readiness eines Unternehmens einschätzen
Modul 2 — Microsoft 365 und Azure im Einsatz Azure und Microsoft 365 sind die Cloud-Plattformen, auf die viele deutsche Unternehmen setzen. Dieses Modul vermittelt das Verständnis, das Koordinatoren benötigen — nicht um Dienste zu konfigurieren, sondern um Entscheidungen zu begleiten, Anforderungen zu strukturieren und Einführungsprojekte fachlich zu steuern.
- Microsoft 365 im Unternehmenseinsatz: Teams, SharePoint, Exchange Online, OneDrive
- Lizenz- und Benutzermodelle in Microsoft 365
- Compliance-Funktionen und Informationsschutz in M365
- Azure-Plattform: Grundarchitektur, Dienste, Ressourcengruppen
- Azure Virtual Machines, Blob Storage, Azure AD
- Azure Monitor und Grundlagen des Cloud-Loggings
- Kostensteuerung und Tagging in Azure
- Typische Azure-Architekturen für mittelständische Unternehmen
Modul 3 — Projektmanagement für Cloud-Einführungen Cloud-Projekte scheitern häufig, weil die Koordinationsseite unterschätzt wird. Dieses Modul gibt das PM-Handwerkszeug, das für Einführungsprojekte direkt benötigt wird — mit einem inhaltlichen Bezug auf typische Cloud-Szenarien wie Migration, Schulung und Compliance-Absicherung.
- Projektstruktur für Cloud-Vorhaben: Phasen, Meilensteine, Arbeitspakete
- Stakeholder-Analyse für IT-Einführungsprojekte
- Changemanagement: Nutzerakzeptanz bei Cloud-Einführungen sichern
- Risikomanagement bei Datenmigration und Systemwechsel
- Kommunikationsplan für interne und externe Stakeholder
- Projektdokumentation: Auftrag, Status, Abschluss
- Lessons Learned aus Cloud-Projekten strukturieren
- Schnittstellen zwischen PM und DevOps-Teams koordinieren
Modul 4 — DevOps Foundation: Kultur, Methodik und Praxis Dieser Block ist der inhaltlich eigenständigste Bestandteil des Kurses. DevOps Foundation wird nicht als Randthema behandelt, sondern als vollwertiger Kursbaustein, der die Denk- und Arbeitsweise von DevOps-Teams grundlegend erschließt.
- DevOps: Entstehung, Kernideen und Abgrenzung zu klassischen Entwicklungsmodellen
- Der erste DevOps-Weg: Systemisches Denken und Wertfluss
- Der zweite DevOps-Weg: Feedback-Schleifen und kontinuierliches Lernen
- Der dritte DevOps-Weg: Experimentieren und Fehlerkultur
- Continuous Integration: Konzept, Nutzen, typische Werkzeuge
- Continuous Delivery und Deployment im Vergleich
- Infrastructure as Code: Konzept und Anwendungsfälle
- Monitoring, Alerting und Incident Response in DevOps-Umgebungen
- DevSecOps: Sicherheit als integraler Bestandteil der Pipeline
- DevOps-Metriken: DORA-Metriken (Deployment-Frequenz, Lead Time, MTTR, Change Failure Rate)
- Kulturelle Aspekte: Zusammenarbeit, psychologische Sicherheit, Fehlertoleranz
- DevOps in Cloud-nativen Umgebungen
Praxisteil — Cloud-Projekt mit DevOps-Ansatz koordinieren
- Cloud-Anforderungen für ein fiktives Unternehmen aufnehmen und strukturieren
- Azure-Dienste für ein Szenario auswählen und begründen
- Projektzeitplan für Cloud-Migration erstellen
- Risikobewertung mit DSGVO-Bezug durchführen
- Stakeholder-Map und Kommunikationsplan entwickeln
- DevOps-Prozess für ein Cloud-Infrastrukturprojekt skizzieren
- CI/CD-Pipeline konzeptionell beschreiben
- Incident-Response-Ablauf für Cloud-Dienste dokumentieren
- DORA-Metriken für ein fiktives DevOps-Team analysieren
- Changemanagement-Plan für Nutzer-Onboarding erstellen
- Statusbericht für Führungsebene verfassen
- Abschlussdokumentation mit Lessons Learned strukturieren
Lernziele:
- Cloud Computing als Konzept verstehen und zentrale Servicemodelle erklären
- Microsoft 365 und Azure-Dienste im Überblick kennen und einordnen
- Datenschutz- und Compliance-Anforderungen beim Cloud-Einsatz benennen
- Projektmanagement-Grundlagen auf Cloud-Einführungsvorhaben anwenden
- Stakeholder in Cloud-Projekten identifizieren und systematisch einbinden
- Risiken bei Cloud-Migrationen frühzeitig erkennen und dokumentieren
- DevOps als Kultur, Methodik und Praxis beschreiben und abgrenzen
- Die drei DevOps-Wege und ihre praktische Bedeutung erklären
- Continuous Integration und Continuous Delivery im Cloud-Kontext einordnen
- Infrastructure as Code als Grundkonzept verstehen
- Monitoring, Logging und Incident-Management in Cloud-DevOps-Umgebungen beschreiben
- Cloud-Projekte mit DevOps-Praktiken verbinden und koordinieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Angesprochen sind Berufstätige, die Cloud-Vorhaben nicht nur beobachten, sondern aktiv koordinieren und dabei gezielt DevOps-Wissen einbringen möchten.
- Koordinatoren und Projektmanager in IT-nahen oder digitalen Transformationsprojekten
- Personen, die als Schnittstelle zwischen Fachabteilungen und DevOps-Teams arbeiten
- Digitalisierungsbeauftragte, die Cloud-Einführungen verantworten
- Fachkräfte aus IT-nahen Bereichen, die DevOps-Konzepte strukturiert erlernen wollen
- Beschäftigte, die Cloud-Projekte begleiten und dabei methodisch fundierter agieren wollen
Allgemeine PC-Kenntnisse genügen als technische Basis. Erste Berührungspunkte mit Microsoft-Produkten sind hilfreich. Programmierkenntnisse werden in keinem der vier Kursblöcke vorausgesetzt. PM-Vorkenntnisse sind willkommen, aber nicht erforderlich — der Kurs legt das Fundament selbst. Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sind erforderlich, da alle Praxisaufgaben und Kursmaterialien auf Deutsch absolviert werden.
Ablauf & Abschluss
Besonders der DevOps Foundation-Block ist so aufgebaut, dass Konzepte immer an Cloud-Kontexten illustriert werden — nicht abstrakt. Die Teilnehmenden erarbeiten im Praxisteil ein vollständiges Koordinationsdossier für ein Cloud-Einführungsprojekt, das alle vier Themenblöcke verbindet. Lehreinheiten wechseln mit Anwendungsaufgaben ab; die Kurssprache ist Deutsch. Je nach Anbieter erfolgt der Kurs im Online- oder Präsenzformat.
Der Kurs ist für mehrere Wochen Durchführung konzipiert, mit Vollzeit- und Teilzeitvarianten je nach Anbieter. Der DevOps Foundation-Block ist im Vergleich zu den anderen Blöcken geringfügig umfangreicher, da er als vollständiger Kursanteil mit eigener methodischer Tiefe konzipiert ist.
Wer die Weiterbildung erfolgreich abschließt, erhält ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Das Zertifikat weist alle behandelten Themenbereiche — Cloud-Grundlagen, Azure, Microsoft 365, Projektmanagement und DevOps Foundation — aus. Es handelt sich nicht um eine offizielle DevOps- oder Cloud-Herstellerzertifizierung; der Kurs legt inhaltlich jedoch eine gute Basis für weiterführende Qualifizierungen.
Nutzen & Perspektiven
In Cloud-Projekten ist der Mangel an Personen, die sowohl koordinieren als auch DevOps-Teams inhaltlich folgen können, oft das eigentliche Engpassthema. Wer DevOps nur als Schlagwort kennt, kann Entscheidungen nicht nachvollziehen, Risiken nicht einordnen und Kommunikation zwischen Fachbereichen und Entwicklung kaum moderieren. Dieser Kurs beseitigt genau dieses Defizit: DevOps Foundation wird als vollwertiger Kursblock vermittelt, nicht als kurze Einführung. Die Kombination mit Cloud-Grundlagen und Projektmanagement ist dabei keine bloße Themenhäufung — sie spiegelt wider, wie Cloud-Projekte in der Praxis koordiniert werden. Wer Azure-Dienste kennt, Projekte strukturieren kann und DevOps-Konzepte wirklich versteht, ist in der Lage, die Brücke zwischen technischen Teams und Entscheidungsträgern zu schlagen. Diese Brückenrolle ist in deutschen Unternehmen gefragt und oft unbesetzt. Langfristig öffnet die Qualifikation den Weg zu spezialisierten Cloud- oder DevOps-Rollen — oder stärkt die Position in einer bestehenden Koordinationsrolle erheblich. Mit dem trägerinternen Zertifikat wird die Qualifikation nach außen sichtbar, ohne dass aufwendige externe Prüfungen absolviert werden müssen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zu dem Cloud-Kurs mit Kanban?
Dieser Kurs enthält DevOps Foundation als eigenständigen, vertieften Kursblock — ohne Kanban. Der Geschwisterkurs mit Kanban deckt Kanban als Steuerungsmethode ab, behandelt DevOps aber weniger tiefgehend. Wer gezielt DevOps-Prinzipien erlernen möchte, ist hier besser aufgehoben.
Brauche ich Programmierkenntnisse?
Nein. DevOps Foundation wird konzeptionell vermittelt — Kultur, Prinzipien, Praktiken und Metriken. Konfiguration von Tools oder Code schreiben sind nicht Bestandteil des Kurses.
Was sind DORA-Metriken und warum sind sie im Kurs enthalten?
DORA-Metriken (Deployment-Frequenz, Lead Time, MTTR, Change Failure Rate) sind die am weitesten verbreiteten Kennzahlen zur Messung von DevOps-Reife und Softwarelieferperformance. Sie zu verstehen hilft, die Leistung von DevOps-Teams einzuordnen und fundiert darüber zu berichten.
Welches Zertifikat erhalte ich?
Ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung, die alle behandelten Themenbereiche ausweist. Es ist keine offizielle DevOps- oder Azure-Herstellerzertifizierung, legt aber inhaltlich eine gute Grundlage für weiterführende externe Zertifizierungen.
Für welche Positionen qualifiziert dieser Kurs?
Der Kurs ist besonders geeignet für Koordinationsrollen in IT-nahen oder digitalen Projekten: Cloud-Koordinator, Digitalisierungsbeauftragte/r, IT-Projektmanager, DevOps-Koordinator oder Schnittstellenrollen zwischen Fachbereichen und IT-Entwicklung.
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