Überblick
Geoinformationssysteme (GIS) sind aus der Umweltarbeit nicht mehr wegzudenken: Ob Kartierung von Schutzgebieten, Auswertung von Emissionsdaten oder Planung von Renaturierungsschritte – wer räumliche Zusammenhänge sichtbar machen will, kommt an digitalen Kartenwerkzeugen nicht vorbei. Dieser Kurs führt in die Arbeit mit Geoinformationssystemen ein und zeigt, wie sich Umweltdaten erfassen, verknüpfen, analysieren und kartografisch aufbereiten lassen. Im Mittelpunkt steht die professionelle GIS-Software ArcGIS Pro, mit der Teilnehmende lernen, eigene Kartenprojekte anzulegen und für Beratung, Berichtswesen oder Öffentlichkeitsarbeit nutzbar zu machen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – Grundlagen der Geoinformation Bevor eigene Karten entstehen, klärt dieses Modul die fachlichen Grundbegriffe: Was unterscheidet ein Geoinformationssystem von einer digitalen Straßenkarte, und welche Datentypen stecken dahinter?
- Aufbau und Funktionsweise von Geoinformationssystemen
- Unterschied zwischen Vektordaten (Punkte, Linien, Flächen) und Rasterdaten
- Koordinatensysteme und Projektionen im Überblick
- Datenquellen für Umweltinformationen (amtliche Geodaten, Sensordaten, Erhebungen)
- Aufbau von Attributtabellen und deren Verknüpfung mit Geometrien
- Überblick über gängige Dateiformate im GIS-Umfeld
Modul 2 – Arbeiten mit ArcGIS Pro Im Zentrum des Kurses steht die praktische Bedienung der Software ArcGIS Pro als etabliertes Werkzeug professioneller Kartenarbeit.
- Benutzeroberfläche, Projektstruktur und Arbeitsbereiche kennenlernen
- Daten importieren, georeferenzieren und in Layern organisieren
- Eigenschaften von Layern anpassen und Datensätze filtern
- Grundlegende räumliche Analysewerkzeuge anwenden
- Ergebnisse zwischenspeichern und Projektdateien strukturiert verwalten
- Typische Stolperfallen bei der Software-Bedienung vermeiden
Modul 3 – Kartengestaltung (Map Design) Eine fachlich richtige Analyse nützt wenig, wenn sie niemand versteht. Deshalb widmet sich dieses Modul der verständlichen Darstellung von Umweltinformationen.
- Prinzipien guter Kartengestaltung: Klarheit, Lesbarkeit, Zielgruppenorientierung
- Farb- und Symbolwahl für unterschiedliche Themenkarten
- Legenden, Maßstabsleisten und Beschriftungen korrekt einsetzen
- Layoutvorlagen für wiederkehrende Kartenformate anlegen
- Karten für Druck und digitale Präsentation exportieren
- Umgang mit komplexen Themenkarten (z. B. Mehrfachüberlagerungen)
Modul 4 – GIS in der Umweltpraxis Das vierte Modul verankert die erlernten Werkzeuge in konkreten Umweltfragestellungen, wie sie in Beratung, Verwaltung und Planung vorkommen.
- Kartierung von Schutzgebieten und Biotopflächen
- Räumliche Auswertung von Flächennutzungsdaten
- Analyse von Distanzen und Einzugsbereichen (z. B. für Lärm- oder Emissionsbetrachtungen)
- Visualisierung von Monitoringdaten über mehrere Zeitpunkte hinweg
- Erstellung von Kartenmaterial für Berichte, Anträge und Öffentlichkeitsarbeit
- Nachvollziehbare Dokumentation von Datenquellen und Bearbeitungsschritten
Praxisblock – Eigenes GIS-Projekt Damit das Gelernte nicht theoretisch bleibt, entsteht im Kursverlauf ein eigenes kleines GIS-Projekt mit selbst gewähltem Umweltbezug.
- Themenwahl und Eingrenzung eines eigenen Kartierungsprojekts
- Zusammenstellung und Sichtung geeigneter Ausgangsdaten
- Aufbau einer eigenen Projektstruktur in ArcGIS Pro
- Import und Bereinigung der verwendeten Datensätze
- Durchführung mindestens einer räumlichen Analyse
- Gestaltung eines eigenen Kartenlayouts mit Legende und Beschriftung
- Feinschliff von Farbgebung und Symbolik
- Export der fertigen Karte in ein präsentationsfähiges Format
- Kurze schriftliche Einordnung der Ergebnisse
- Austausch über methodische Entscheidungen im eigenen Projekt
- Kritische Prüfung auf Lesbarkeit und fachliche Korrektheit
- Abschlusspräsentation der eigenen Karte im Kurs
Über die vier Module hinweg verbindet der Kurs technisches Handwerkszeug mit fachlichem Verständnis für Umweltfragestellungen. Es geht nicht darum, jede Funktion einer komplexen Software auswendig zu kennen, sondern darum, GIS als Denkwerkzeug zu begreifen: Räumliche Muster erkennen, Zusammenhänge sichtbar machen und Ergebnisse so aufbereiten, dass sie in der Beratungspraxis tatsächlich weiterhelfen. Der praktische Anteil zieht sich bewusst durch den gesamten Kurs. Statt einzelne Funktionen isoliert zu üben, arbeiten Teilnehmende von Beginn an an Beispielen mit Umweltbezug, sodass die Software-Kenntnisse direkt mit fachlichem Kontext verknüpft werden.
Lernziele:
- Grundprinzipien von Geoinformationssystemen verstehen und von klassischen Kartendarstellungen abgrenzen können
- Räumliche Daten in unterschiedlichen Formaten (Vektor- und Rasterdaten) einordnen und unterscheiden können
- Eine GIS-Software professionell bedienen und eigene Projekte anlegen können
- Umweltdaten (z. B. Flächennutzung, Schutzgebiete, Messwerte) in ein GIS importieren und strukturieren können
- Räumliche Analysen wie Pufferzonen, Überlagerungen und Distanzberechnungen durchführen können
- Attributdaten mit Geodaten verknüpfen und für Auswertungen nutzen können
- Kartenlayouts erstellen, die fachlich korrekt und optisch verständlich sind
- Legenden, Maßstäbe und Nordpfeile normgerecht in Kartenwerke einbinden können
- Symbolik und Farbgebung so wählen, dass Umweltinformationen eindeutig lesbar werden
- Ergebnisse für unterschiedliche Zielgruppen aufbereiten – von der Fachbehörde bis zur Bürgerinformation
- Typische Fehlerquellen bei Koordinatensystemen und Projektionen erkennen und vermeiden
- Eigene GIS-Projekte strukturiert dokumentieren, sodass sie nachvollziehbar und wiederverwendbar bleiben
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an alle, die sich für die Arbeit mit Geoinformationssystemen interessieren und diese für umweltbezogene Fragestellungen nutzbar machen möchten. Vorkenntnisse in GIS-Software sind nicht erforderlich – wichtig ist die Bereitschaft, sich in eine neue Software einzuarbeiten und räumlich zu denken.
- Personen, die beruflich im Umweltbereich tätig sind oder dorthin wechseln möchten
- Mitarbeitende in Umweltverbänden, Planungsbüros oder Behörden mit Umweltbezug
- Quereinsteiger:innen, die digitale Kartenkompetenz als neues berufliches Standbein aufbauen wollen
- Personen mit Interesse an räumlicher Datenanalyse und Kartografie
- Fachkräfte, die bestehende Umweltdaten künftig selbst visualisieren möchten statt sie in Auftrag zu geben
Formale Vorkenntnisse in GIS werden nicht vorausgesetzt, der Kurs beginnt bei den Grundlagen. Hilfreich sind ein sicherer Umgang mit dem Computer sowie ein grundlegendes Verständnis für Karten und räumliche Zusammenhänge, wie es etwa aus naturwissenschaftlichen, geografischen oder planerischen Zusammenhängen bekannt ist. Wer bereits mit Tabellenkalkulationen oder Datenbanken gearbeitet hat, findet sich im Umgang mit Attributtabellen schneller zurecht, zwingend ist das aber nicht. Ein eigener Zugang zu einem Computer mit ausreichender Leistung für professionelle GIS-Software ist für die praktischen Übungen erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet fachliche Einführungen mit direkter Arbeit an der Software. Auf kurze konzeptionelle Erklärungen folgen jeweils praktische Übungen an konkreten Datensätzen, sodass neue Funktionen sofort angewendet werden. Das eigene Abschlussprojekt zieht sich als roter Faden durch die Module und sorgt dafür, dass die Teilnehmenden am Ende ein vorzeigbares Ergebnis in der Hand halten, das sie selbst erstellt haben.
Der Kurs ist modular aufgebaut und umfasst die vier beschriebenen Themenblöcke von den Grundlagen der Geoinformation bis zur praktischen Anwendung in der Umweltarbeit. Der zeitliche Umfang richtet sich nach der gewählten Kursvariante und wird beim jeweiligen Anbieter transparent ausgewiesen.
Der Kurs schließt mit einer trägerinternen Bescheinigung bzw. einem Teilnahmezertifikat ab, das die vermittelten Inhalte und den Bearbeitungsumfang dokumentiert. Eine standardisierte externe Prüfung ist mit diesem Kurs nicht verbunden – im Mittelpunkt steht der Nachweis erworbener praktischer GIS-Kompetenz anhand des eigenen Projekts.
Nutzen & Perspektiven
Wer diesen Kurs abschließt, verfügt über eine Kompetenz, die in der Umweltarbeit zunehmend gefragt ist, ohne dass viele Fachkräfte sie mitbringen: die Fähigkeit, räumliche Zusammenhänge selbst zu analysieren und verständlich darzustellen, statt Kartenmaterial extern einzukaufen. Das spart in der Praxis Zeit und macht Beratungsleistungen unabhängiger von externen Dienstleistern. Der direkte Bezug zu ArcGIS Pro als etablierter Software erleichtert zudem den Einstieg in Stellen, die genau dieses Werkzeug voraussetzen. Statt sich Grundlagen im laufenden Berufsalltag mühsam selbst beizubringen, bringen Absolvent:innen bereits ein strukturiertes Verständnis der Software mit und können sich schneller in spezifische Anwendungsfälle einarbeiten. Nicht zuletzt schärft der Kurs den Blick für die Möglichkeiten und Grenzen kartografischer Darstellung: Wer weiß, wie eine Karte entsteht, kann auch fremdes Kartenmaterial kritischer einordnen und gezielter hinterfragen, welche Daten und Annahmen dahinterstecken – eine Fähigkeit, die in Umweltdiskussionen mit Fakten statt Vermutungen überzeugt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Vorkenntnisse in GIS-Software für diesen Kurs?
Nein, formale Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Der Kurs beginnt bei den Grundlagen der Geoinformation und führt Schritt für Schritt in die Bedienung von ArcGIS Pro ein. Sicherer Umgang mit dem Computer reicht als Ausgangsbasis.
Welche Software wird im Kurs eingesetzt?
Der Kurs arbeitet mit ArcGIS Pro, einer etablierten professionellen GIS-Software. Teilnehmende lernen die Benutzeroberfläche, den Datenimport sowie grundlegende Analyse- und Kartengestaltungswerkzeuge kennen.
Welchen Bezug hat der Kurs konkret zur Umweltarbeit?
Ein eigenes Modul überträgt die GIS-Grundlagen direkt auf Umweltfragestellungen wie Schutzgebietskartierung, Flächennutzungsanalyse oder die Aufbereitung von Monitoringdaten. Im Praxisblock entsteht zudem ein eigenes kleines Projekt mit selbst gewähltem Umweltthema.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Der Kurs schließt mit einer trägerinternen Teilnahmebescheinigung ab, die Inhalte und Umfang der Weiterbildung dokumentiert. Eine externe Zertifizierungsprüfung ist mit diesem Kurs nicht verbunden.
Für wen eignet sich dieser Kurs besonders?
Der Kurs eignet sich für Personen im Umweltbereich sowie für Quereinsteiger:innen, die räumliche Datenanalyse und Kartenkompetenz als neue berufliche Fähigkeit aufbauen möchten – unabhängig vom bisherigen fachlichen Hintergrund.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
Konstruktion, CAD und industrielle Fertigung sind durchgehend gefragt — die Transformation Richtung E-Mobilität, Energietechnik und Industrie 4.0 schafft zusätzliche Spezialisten-Rollen. CAD-/Simulation-Software-Kenntnisse sind Türöffner.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Industriemeister/Industriemeisterin - allgemein162 Stellen
- Beamter/Beamtin im gehobenen nichttechnischen Dienst des Bundes im Deutschen Wetterdienst und im Geophysikalischen Beratungsdienst der Bundeswehr25 Stellen
- Umweltwissenschaft (grundständig)8 Stellen