Überblick
Wer in der IT-Administration arbeiten möchte, kommt an Windows Server kaum vorbei. Dieser Grundlagenkurs vermittelt das fundierte Basiswissen, das für die Einrichtung, Verwaltung und Administration von Windows-Server-Umgebungen notwendig ist. Von den OSI-Grundlagen über lokale Netzwerke bis hin zu Active Directory, DNS, DHCP und grundlegenden Serverrollen werden alle relevanten Einstiegsthemen abgedeckt. Der Kurs legt damit die technische Grundlage für weiterführende Spezialisierungen im Microsoft-Umfeld, etwa in Richtung Azure, Microsoft 365 oder erweiterte Netzwerkadministration.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – Netzwerkgrundlagen für die Server-Administration Serveradministration ohne Netzwerkwissen funktioniert nicht. Dieses Modul stellt sicher, dass alle Teilnehmenden die fundamentalen Konzepte von Computernetzwerken verstehen, die in der täglichen Server-Arbeit unmittelbar relevant sind. Der Fokus liegt nicht auf theoretischer Vertiefung, sondern auf dem praktischen Nutzen für die Administration.
- Das OSI-Referenzmodell: Schichten, Protokolle und ihre Zuständigkeiten
- Die oberen OSI-Schichten (Anwendungs-, Darstellungs-, Sitzungsschicht) in der Praxis
- Das Kommunikations-Subnetz: Vermittlungs-, Sicherungs- und Bitübertragungsschicht
- Lokale Netzwerke (LAN): Topologien, Übertragungsmedien und Datenübertragung
- Netzwerkgeräte: Switches, Router, Hubs – Funktion und Unterschiede
- IP-Adressierung, Subnetting und Adressklassen im Überblick
Modul 2 – Windows Server: Installation, Konfiguration und Grundverwaltung Dieser Abschnitt führt direkt in das Betriebssystem ein, das den Kern der Weiterbildung bildet. Teilnehmende lernen, Windows Server in einer sicheren Laborumgebung aufzusetzen, grundlegend zu konfigurieren und die wichtigsten Verwaltungswerkzeuge zu nutzen.
- Windows Server Editionen: Standard, Datacenter, Essentials – Unterschiede und Einsatzszenarien
- Installation und Grundkonfiguration (Hostname, IP-Adresse, Updates, Remotedesktop)
- Server Manager: Übersicht, Rollen und Features hinzufügen
- Grundlagen der Kommandozeilenverwaltung: CMD und erste PowerShell-Befehle
- Aufgabenplanung und Ereignisanzeige zur Systemüberwachung
- Sicherheitsgrundsätze: lokale Sicherheitsrichtlinien und Benutzerkontensteuerung (UAC)
Modul 3 – Active Directory, DNS und DHCP Active Directory ist das zentrale Verwaltungssystem für Benutzer, Computer und Ressourcen in Windows-Domänenumgebungen. DNS sorgt für Namensauflösung, DHCP für automatische IP-Adressvergabe. Dieses Modul vermittelt alle drei Dienste praxisnah und in ihrem Zusammenspiel.
- Active Directory Domain Services: Konzepte, Objekte und Domänenstruktur
- Installation und Konfiguration eines Domänencontrollers
- Benutzerkonten, Sicherheitsgruppen und Organisationseinheiten (OUs) verwalten
- DNS unter Windows Server: Forward- und Reverse-Lookup-Zonen, Einträge und Troubleshooting
- DHCP-Server: Bereiche, Ausschlüsse, Reservierungen und Lease-Management
- Zusammenspiel von AD DS, DNS und DHCP in der Domänenumgebung
Praxisphase – Administration in der Laborumgebung In der Praxisphase setzen die Teilnehmenden eine vollständige Windows-Server-Umgebung auf und führen typische Administrationsaufgaben eigenständig durch. Dabei wird der Umgang mit realen Szenarien trainiert, die in der täglichen IT-Arbeit vorkommen.
- Installation eines Windows Servers in einer virtualisierten Laborumgebung
- Aufbau einer Active Directory-Domäne von Grund auf
- Erstellung von Benutzerkonten, Gruppen und Gruppenrichtlinien (GPOs)
- Einrichtung und Test eines DHCP-Servers im Labornetz
- Konfiguration und Test eines DNS-Servers mit Forward- und Reverse-Lookup
- Anlegen von Dateifreigaben mit differenzierten NTFS-Berechtigungen
- Einrichten einer Druckerfreigabe und Bereitstellen per Gruppenrichtlinie
- Grundlegende PowerShell-Skripte zur Benutzerverwaltung schreiben
- Typische Fehlersituationen analysieren und beheben (Netzwerkverbindung, DNS-Auflösung, Anmeldefehler)
- Dokumentation administrativer Schritte nach IT-Standardvorgehen
- Abschlussaufgabe: selbstständige Einrichtung einer kleinen Domänenumgebung mit definierten Anforderungen
- Präsentation und Erläuterung der eigenen Konfigurationen
Die Praxisphase schließt mit einer strukturierten Auswertung ab, in der offene Fragen geklärt und weiterführende Themen für die Weiterentwicklung identifiziert werden.
Lernziele:
- Das OSI-Referenzmodell und seine sieben Schichten in der Praxis der Netzwerkadministration einordnen
- Die grundlegenden Netzwerktechnologien und -topologien in lokalen Netzwerken (LAN) verstehen
- Windows Server in einer Laborumgebung installieren und grundlegend konfigurieren
- Active Directory Domain Services (AD DS) einrichten und einfache Domänenstrukturen aufbauen
- Benutzerkonten, Gruppen und Computerkonten in Active Directory erstellen und verwalten
- DHCP-Server konfigurieren und zur automatischen IP-Adressvergabe einsetzen
- DNS-Grundlagen verstehen und einen einfachen DNS-Server unter Windows Server betreiben
- Datei- und Druckerfreigaben anlegen und Zugriffsrechte mit NTFS-Berechtigungen steuern
- Grundlegende Serverrollen wie File Server und Print Server einrichten und verwalten
- Einfache administrative Aufgaben mit PowerShell automatisieren
- Grundlagen der Sicherheitsrichtlinien (Group Policy Objects) in Windows-Umgebungen verstehen
- Typische Troubleshooting-Ansätze bei Netzwerk- und Server-Problemen anwenden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an IT-Einsteiger und Quereinsteiger, die ihre Karriere in der Systemadministration beginnen oder fundieren möchten. Auch Personen, die bisher im IT-Support oder Helpdesk tätig sind und ihr technisches Wissen in Richtung Serveradministration ausbauen wollen, profitieren von diesem Kurs.
- IT-Einsteiger ohne spezifische Server-Erfahrung
- Quereinsteiger aus technischen oder kaufmännischen Berufen mit IT-Affinität
- Helpdesk- und Support-Mitarbeiter, die in die Serveradministration wechseln wollen
- Personen, die sich auf Microsoft-Zertifizierungen wie AZ-900, MD-102 oder verwandte vorbereiten
- Auszubildende in IT-Berufen, die Servergrundlagen systematisch aufbauen wollen
Grundlegende Computerkenntnisse und Erfahrung mit Windows-Client-Betriebssystemen (Windows 10 oder 11) werden erwartet. Gute Deutschkenntnisse oder Englischkenntnisse in Wort und Schrift sind erforderlich – je nach Anbieter wird der Kurs in einer der beiden Sprachen durchgeführt. Vorkenntnisse in Netzwerktechnik oder Programmierung sind nicht notwendig, aber hilfreich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs vermittelt Server-Grundlagen über eine Kombination aus strukturierten Theorieinputs und umfangreicher Praxisarbeit in einer Laborumgebung. Die Teilnehmenden konfigurieren, testen und troubleshooten eigenständig in virtualisierten Windows-Server-Umgebungen. Troubleshooting-Szenarien helfen dabei, nicht nur Funktionen zu erlernen, sondern auch zu verstehen, was schief gehen kann und wie man es behebt – eine Kernkompetenz in der Serveradministration.
Der Kurs wird von mehreren Anbietern in unterschiedlichen Zeitmodellen angeboten. Die genaue Kursdauer und Kursform ist auf den jeweiligen Angebotsseiten auf Kursweg einsehbar. Aufgrund der laborbasierten Praxisarbeit ist eine kontinuierliche Teilnahme über den gesamten Kurszeitraum notwendig.
Nach Abschluss des Kurses erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung oder ein trägerinternes Zertifikat des jeweiligen Bildungsanbieters. Der Kurs bereitet inhaltlich auf weiterführende Microsoft-Zertifizierungsprüfungen vor, ohne selbst eine offizielle Microsoft-Zertifizierungsprüfung zu beinhalten. Für offizielle Microsoft-Zertifikate sind separate Prüfungen bei akkreditierten Testcentern erforderlich.
Nutzen & Perspektiven
Windows Server ist in der deutschen und europäischen Unternehmenslandschaft das dominierende Serversystem. Systemadministratoren, die Windows-Server-Umgebungen verwalten können, sind in nahezu jeder Branche gefragt – von mittelständischen Unternehmen bis hin zu Konzernen und öffentlichen Einrichtungen. Dieser Kurs schafft die technische Grundlage, um in dieser Rolle erfolgreich einzusteigen. Der praktische Wert liegt nicht nur im Wissen über Funktionen und Konfigurationsschritte, sondern im Verständnis, wie Windows-Server-Komponenten zusammenwirken: Wer versteht, warum DNS und Active Directory in einer Domäne untrennbar miteinander verbunden sind, kann bei Ausfällen gezielt und effizient reagieren – statt planlos zu testen. Dieses systemische Denken unterscheidet erfahrene Administratoren von reinen Klick-Technikern. Für die weitere Karriereentwicklung bietet der Kurs eine solide Ausgangsbasis für Spezialisierungen im Microsoft-Ökosystem: Ob Azure-Infrastruktur, Microsoft 365-Administration, Netzwerksicherheit oder hybride Serverarchitekturen – alle diese Bereiche setzen Windows-Server-Grundlagen voraus. Wer diesen Kurs abschließt, hat nicht nur einen ersten Schritt in die IT-Administration gemacht, sondern auch die Weichen für eine Weiterentwicklung in Richtung Cloud und moderne IT-Infrastruktur gestellt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für wen ist dieser Kurs geeignet – brauche ich IT-Vorkenntnisse?
Der Kurs ist für Einsteiger konzipiert. Grundlegende PC-Kenntnisse und Erfahrung mit Windows-Client-Systemen werden erwartet, tiefe IT-Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Wer bisher im Helpdesk gearbeitet hat oder grundlegende Computerkenntnisse mitbringt, ist gut auf den Kurs vorbereitet.
Bereitet dieser Kurs auf eine offizielle Microsoft-Zertifizierung vor?
Der Kurs vermittelt Grundlagenwissen, das für Microsoft-Zertifizierungsprüfungen relevant ist. Er enthält jedoch keine offizielle Prüfung von Microsoft. Wer ein Microsoft-Zertifikat anstrebt, muss die entsprechende Prüfung separat bei einem akkreditierten Testcenter ablegen.
Welche Windows Server Version wird im Kurs behandelt?
Das hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Die Grundkonzepte (Active Directory, DNS, DHCP, Serverrollen) sind über verschiedene Windows-Server-Versionen hinweg stabil. Auf den Angebotsseiten auf Kursweg ist in der Regel angegeben, welche Version der Kurs abdeckt.
Wird PowerShell im Kurs behandelt?
Ja, grundlegende PowerShell-Befehle für Administrationsaufgaben sind Teil des Kurses. Im Vordergrund stehen einfache Automatisierungsaufgaben wie die Massenerstellung von Benutzerkonten oder die Abfrage von Systeminformationen. Tiefgehende Skriptprogrammierung ist nicht Bestandteil dieses Grundlagenkurses.
Was kommt nach diesem Kurs – wie kann ich mich weiterqualifizieren?
Dieser Grundlagenkurs eignet sich als Einstieg für weiterführende Spezialisierungen wie Azure-Administration (AZ-104), Microsoft 365 Administration (MS-102) oder Netzwerksicherheit. Je nach Karriereziel gibt es im Microsoft-Ökosystem klare Zertifizierungspfade, die auf den hier vermittelten Grundlagen aufbauen.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
IT-Berufe sind seit fünf Jahren der größte Fachkräfteengpass am deutschen Arbeitsmarkt. Der Bestand offener IT-Stellen ist 2024 auf einen Rekordstand gestiegen; AI- und Cloud-Skills werden in den nächsten Jahren weiter überdurchschnittlich nachgefragt.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Netzwerk-Servicetechniker/Netzwerk-Servicetechnikerin71 Stellen
- EDV-Fachkraft47 Stellen
- Betriebswirt/Betriebswirtin (Fachschule) für Kommunikation und Büromanagement/Bachelor Professional in Wirtschaft5 Stellen