Überblick
Wer Datenschutz nicht nur verwalten, sondern strategisch verantworten will, braucht mehr als Gesetzeskenntnisse. Dieser Lehrgang verbindet die internationale IT-Sicherheitszertifizierung CompTIA Security+ mit den beiden renommiertesten Datenschutzzertifizierungen der International Association of Privacy Professionals — dem Certified Information Privacy Professional Europe (CIPP/E) und dem Certified Information Privacy Manager (CIPM). Die Kombination ist kein Zufall: Wer die Risiken versteht, die aus IT-Systemschwächen entstehen, kann Datenschutz-Maßnahmen fundierter planen und gegenüber technischen Teams glaubwürdig vertreten. Der Lehrgang schlägt die Brücke zwischen rechtlichem Datenschutzwissen, der operativen Umsetzung eines Datenschutzmanagementsystems und dem technischen Sicherheitsverständnis, das moderne Privacy-Rollen erfordern.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — IT-Sicherheitsgrundlagen: CompTIA Security+ Das erste Modul legt das technische Sicherheitsfundament, das für eine glaubwürdige Datenschutzrolle unverzichtbar ist. Teilnehmende verstehen, wie Bedrohungen entstehen, wie Netzwerke und Systeme gegen Angriffe gesichert werden und welche Risikobewertungsmodelle in der Praxis eingesetzt werden. Dieses Wissen ist keine Ergänzung zum Datenschutz — es ist die Voraussetzung dafür, technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs) nach Art. 32 DSGVO kompetent zu beurteilen und zu beauftragen.
- Bedrohungslandschaft: Malware-Typen, Social Engineering, Phishing-Varianten
- Netzwerksicherheit: Firewalls, IDS/IPS, Segmentierung, sichere Protokolle
- Kryptographische Grundlagen: symmetrische und asymmetrische Verfahren, PKI, TLS
- Zugriffskontrollmodelle und Identitätsmanagement (RBAC, MFA, SSO)
- Sicherheitsarchitektur für Cloud- und On-Premises-Umgebungen
- Vorbereitung auf die SY0-701 Prüfung der CompTIA
Modul 2 — CIPP/E: Europäisches Datenschutzrecht Das zweite Modul deckt das gesamte rechtliche Fundament des europäischen Datenschutzes ab. Ausgehend von der historischen Entwicklung des Datenschutzrechts werden alle materiellen Anforderungen der DSGVO systematisch durchgearbeitet. Besonderer Wert liegt auf der praktischen Handhabung — Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten, Datenschutzhinweise, Einwilligungsmanagement und Datenpannenreaktion werden anhand realistischer Szenarien geübt.
- Grundprinzipien der DSGVO: Rechtmäßigkeit, Zweckbindung, Datenminimierung, Speicherbegrenzung
- Verarbeitungsrechtsgrundlagen im Überblick: Einwilligung, Vertrag, berechtigtes Interesse
- Rechte der betroffenen Personen: Auskunft, Löschung, Einschränkung, Datenübertragbarkeit
- Pflichten verantwortlicher Stellen und Auftragsverarbeitungsverträge (AVV)
- Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA): Schwellenwertanalyse, Ablauf, Dokumentation
- Internationale Datenübermittlungen: SCC, BCR, Angemessenheitsbeschlüsse, Schrems II
- Vorbereitung auf die CIPP/E-Prüfung der IAPP
Modul 3 — CIPM: Datenschutz-Management und Governance Das dritte Modul wechselt die Perspektive: Weg vom reinen Rechtswissen, hin zur Managementkompetenz. Teilnehmende lernen, wie ein Datenschutzprogramm strategisch aufgebaut, in die Unternehmensorganisation integriert und dauerhaft aufrechterhalten wird. Das schließt Risikomodelle, Auditverfahren und den Umgang mit Aufsichtsbehörden ein.
- Aufbau und Strukturierung eines Datenschutz-Managementsystems (DPMS)
- Datenschutz-Governance: Rollen, Gremien, Eskalationswege
- Datenschutzrichtlinien und -programme unternehmensweit implementieren
- Interne Audits und Reifegradbewertungen planen und durchführen
- Privacy by Design und Privacy by Default in Produkt- und Projektentwicklung verankern
- Kommunikation mit Aufsichtsbehörden und Datenschutzbeauftragten-Netzwerken
- Vorbereitung auf die CIPM-Prüfung der IAPP
Angewandte Übungen und Praxisszenarien Die theoretischen Module werden durch angewandte Szenarien vertieft, in denen typische Datenschutzsituationen aus Unternehmensalltag, Dienstleistungssektor und öffentlicher Verwaltung durchgespielt werden.
- Analyse eines realen Datenpannen-Szenarios: Meldepflicht, interne Reaktion, Kommunikation
- Erstellung eines DSFA-Berichts für einen fiktiven KI-gestützten Bewerbungsprozess
- Bewertung technischer und organisatorischer Maßnahmen nach Art. 32 DSGVO anhand von System-Architekturbeschreibungen
- Aufbau eines Verzeichnisses von Verarbeitungstätigkeiten für eine mittelständische Organisation
- Gestaltung eines Auftragsdatenverarbeitungsvertrags mit gängigen Klauseln und kritischen Verhandlungspunkten
- Prüfung eines internationalen Datentransfers auf Rechtsgrundlage und Restrisiko
- Formulierung datenschutzkonformer Einwilligungstexte für verschiedene Kanäle (Web, App, Vertrieb)
- Audit-Checkliste entwickeln und anhand einer Muster-Organisation durchführen
- Simulation einer Anfrage einer Aufsichtsbehörde und Erarbeitung der Antwort-Dokumentation
- Reifegradmodell für ein Datenschutzprogramm erstellen und bewerten
- Sicherheitsvorfalls-Kategorisierung nach Schweregrad und Meldepflicht
- Gegenüberstellung: berechtigtes Interesse vs. Einwilligung — Argumentationsübung
Das Security+-Wissen wird dabei konsequent mit den DSGVO-Anforderungen verknüpft: Wo liegen technische Risiken, die rechtliche Konsequenzen haben? Welche TOMs sind verhältnismäßig? Diese Verbindung ist das Kernmerkmal des Lehrgangs und unterscheidet ihn von rein rechtlichen Datenschutzfortbildungen.
Lernziele:
- Kernsicherheitskonzepte aus CompTIA Security+ auf datenschutzkritische Infrastrukturen anwenden
- Architektur und Ziele des europäischen Datenschutzrechts (DSGVO, nationale Umsetzungsgesetze) erklären und im Berufsalltag nutzen
- Betroffenenrechte, Rechtsgrundlagen und Pflichten datenverarbeitender Stellen sicher einordnen
- Datenschutz-Folgenabschätzungen (DSFA) systematisch planen und durchführen
- Datenpannen erkennen, melden und nach Art. 33/34 DSGVO korrekt handhaben
- Internationale Datentransfers rechtssicher gestalten (Standardvertragsklauseln, Angemessenheitsbeschlüsse)
- Ein organisationsweites Datenschutz-Managementsystem (DPMS) aufbauen und kontinuierlich weiterentwickeln
- Datenschutz-Governance-Strukturen einrichten, Rollen und Verantwortlichkeiten klar definieren
- Interne Datenschutzaudits konzipieren und leiten
- Datenschutz-Risiken in Produktentwicklungs- und IT-Projekte frühzeitig integrieren (Privacy by Design)
- Auf CIPP/E- und CIPM-Prüfungen fachlich und methodisch vorbereitet sein
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Lehrgang richtet sich an Fachkräfte, die eine verantwortungsvolle Rolle im Bereich Datenschutz und Informationssicherheit anstreben oder diese bereits innehaben und sich international zertifizieren möchten.
- Datenschutzbeauftragte und Privacy-Koordinatoren, die ihre Qualifikation formal absichern wollen
- IT-Sicherheitsfachkräfte, die ihre Arbeit um den rechtlichen Datenschutzrahmen erweitern möchten
- Compliance-Verantwortliche in Unternehmen mit datenintensiven Prozessen
- Juristen und Betriebswirte, die in Datenschutzfunktionen wechseln möchten
- Fachkräfte aus der öffentlichen Verwaltung, dem Gesundheitswesen oder der Finanzbranche
Vorausgesetzt werden solide allgemeine IT-Grundkenntnisse sowie ein Basisverständnis von Unternehmensprozessen und rechtlichen Zusammenhängen. Kenntnisse der DSGVO sind hilfreich, aber keine Voraussetzung — die rechtlichen Grundlagen werden im CIPP/E-Modul vollständig aufgebaut. Ein bestehendes Fachwissen in einem der drei Zertifikatsbereiche erlaubt es, den persönlichen Schwerpunkt im Lehrgang entsprechend zu setzen, da die Module individuell kombinierbar sind.
Ablauf & Abschluss
Der Lehrgang folgt einem kombinierten Format aus interaktiven Live-Sessions im virtuellen Klassenzimmer und phasen unabhängiger Vertiefung. Unterrichtssprache ist in der Regel Deutsch. Die Lehreinheiten verbinden Trägerpräsentationen, moderierte Diskussionen und die Arbeit an konkreten Fallszenarien. Für alle drei Zertifizierungen sind die offiziellen IAPP- und CompTIA-Lernmaterialien integriert. Praxisnähe wird über realitätsnahe Szenarien hergestellt — kein Pauken abstrakter Definitionen, sondern Anwenden auf typische Berufssituationen.
Die Gesamtdauer orientiert sich an den drei enthaltenen Zertifizierungsmodulen; Vollzeit-Durchläufe sind ebenso möglich wie Teilzeit-Varianten für Berufstätige. Genaue Stundenumfänge erfragen Sie direkt beim Anbieter, da die Module individuell kombinierbar und anpassbar sind.
Der Lehrgang bereitet auf drei externe Prüfungen vor: CompTIA Security+ (SY0-701), CIPP/E und CIPM. Die Prüfungen der IAPP (CIPP/E und CIPM) sind vom American National Standards Institute (ANSI) nach ISO 17024:2012 akkreditiert — ein international anerkannter Standard für personengebundene Zertifizierungen. Die CompTIA Security+ ist herstellerneutral und branchenweit anerkannt. Darüber hinaus erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des durchführenden Anbieters.
Nutzen & Perspektiven
Mit drei anerkannten Zertifizierungen in einem Lehrgang bündelt dieser Kurs eine Kombination aus technischem Sicherheitswissen und rechtlich-strategischer Datenschutzkompetenz, die auf dem Arbeitsmarkt selten so kompakt zu finden ist. Unternehmen suchen zunehmend nach Fachkräften, die zwischen IT-Abteilung, Rechtsabteilung und Geschäftsführung vermitteln können — genau dieses Profil bildet der Abschluss ab. CIPP/E und CIPM genießen in der internationalen Datenschutz-Community einen vergleichbaren Stellenwert wie branchenspezifische Anwaltszulassungen: Sie signalisieren fachliche Tiefe und kontinuierliche Weiterbildungspflicht. Wer beide Zertifikate hält, dokumentiert nicht nur Kenntnis des europäischen Datenschutzrechts, sondern auch die Fähigkeit, Datenschutzprogramme zu gestalten und zu steuern. Für Berufswechsler aus angrenzenden Feldern — etwa Qualitätsmanagement, Recht oder IT-Systembetreuung — bietet dieser Lehrgang einen strukturierten Einstieg in eine wachsende Berufsgruppe. Datenschutzbeauftragte sind in fast allen Unternehmen und Behörden gesetzlich vorgeschrieben; die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften übersteigt das Angebot deutlich.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifikate erhält man nach diesem Lehrgang?
Der Lehrgang bereitet auf drei externe Prüfungen vor: CompTIA Security+ (SY0-701), CIPP/E und CIPM der IAPP. Wer alle drei Prüfungen besteht, hält international anerkannte Personenzertifizierungen. Zusätzlich wird eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Anbieters ausgestellt.
Was bedeutet die ISO-17024-Akkreditierung der IAPP-Zertifikate?
ISO 17024 ist die internationale Norm für die Akkreditierung personengebundener Zertifizierungsstellen. Die IAPP-Zertifikate CIPP/E und CIPM sind vom ANSI nach diesem Standard akkreditiert, was ihre weltweite Anerkennung und die Unabhängigkeit der Prüfprozesse sicherstellt.
Brauche ich Vorkenntnisse im Datenschutz, um teilzunehmen?
Nein, der CIPP/E-Block baut das rechtliche Datenschutzwissen vollständig auf. Hilfreich sind allgemeine IT-Kenntnisse und ein Grundverständnis von Unternehmensprozessen. Bestehende Vorkenntnisse in einem der drei Zertifikatsbereiche ermöglichen eine individuelle Schwerpunktsetzung.
Wie unterscheidet sich CIPP/E von CIPM?
CIPP/E (Certified Information Privacy Professional/Europe) prüft das Wissen über das europäische Datenschutzrecht — also DSGVO, nationale Gesetze und spezifische Anwendungsfelder. CIPM (Certified Information Privacy Manager) fokussiert auf das Management und die strategische Umsetzung von Datenschutzprogrammen in Organisationen. Beide Zertifikate ergänzen sich und werden für vollständige Datenschutz-Rollen oft gemeinsam erwartet.
Wird der Lehrgang online oder in Präsenz angeboten?
Der Unterricht findet im virtuellen Klassenzimmer statt; Teilnahme ist von zuhause aus oder an angemieteten Lernplätzen möglich. Vollzeit- und Teilzeitvarianten stehen je nach Anbieter zur Verfügung.
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