Überblick
Diese Weiterbildung bereitet Sie auf zwei der international anerkanntesten Datenschutzzertifizierungen der International Association of Privacy Professionals (IAPP) vor: den Certified Information Privacy Professional/Europe (CIPP/E) und den Certified Information Privacy Manager (CIPM). Beide Zertifikate sind vom American National Standards Institute (ANSI) gemäß ISO/IEC 17024:2012 akkreditiert und genießen in Datenschutz- und Compliance-Abteilungen weltweit hohes Ansehen. Der Kurs verbindet europäisches Datenschutzrecht mit dem methodischen Handwerkszeug für den Aufbau und Betrieb eines unternehmensweiten Datenschutz-Managementsystems. Optional lässt sich das Programm um Microsoft 365 erweitern, sodass Sie Datenschutzanforderungen unmittelbar im Arbeitsalltag mit gängigen Produktivitätswerkzeugen verknüpfen können.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Europäisches Datenschutzrecht (CIPP/E) Die CIPP/E-Vorbereitung vermittelt das vollständige Spektrum des europäischen Datenschutzrechts, wie es im IAPP-Prüfungscurriculum definiert ist. Sie beginnen mit den historischen Wurzeln des Datenschutzes in Europa, dem Weg von der EU-Datenschutzrichtlinie 95/46/EG zur DSGVO und der Rolle der Aufsichtsbehörden sowie des Europäischen Datenschutzausschusses (EDSA). Anschließend vertiefen Sie die materiellen Anforderungen: Verarbeitungsgrundsätze, Rechtmäßigkeitstatbestände, Transparenzpflichten und die umfangreichen Betroffenenrechte von Auskunft bis Löschung.
- Anwendungsbereich der DSGVO: sachlich, räumlich, personell
- Grundsätze der Verarbeitung (Art. 5 DSGVO) und Rechenschaftspflicht
- Rechtsgrundlagen: Einwilligung, Vertragserfüllung, berechtigtes Interesse
- Betroffenenrechte und Fristenpflichten
- Drittlandübermittlungen: Standardvertragsklauseln, Angemessenheitsbeschlüsse
- Datenschutz durch Technikgestaltung (Privacy by Design/Default)
Modul 2 — Datenschutz-Management (CIPM) Der CIPM-Teil vermittelt, wie Datenschutz als organisationale Funktion aufgebaut, gesteuert und gelebt wird. Im Vordergrund stehen Governance-Strukturen, Prozessdesign und die dauerhafte Verankerung von Datenschutz in Unternehmensabläufen. Sie lernen, ein Datenschutzmanagementsystem zu konzipieren, Risikoanalysen durchzuführen und interne wie externe Stakeholder systematisch einzubinden.
- Aufbau und Struktur eines Datenschutz-Managementsystems
- Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten und Daten-Inventar
- Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA): Methodik und Dokumentation
- Vorfalls-Response und Meldepflichten nach Art. 33/34 DSGVO
- Interne Datenschutzaudits und Reifegradmessungen
- Schulungs- und Sensibilisierungsprogramme für Mitarbeitende
Modul 3 — Microsoft 365 (optional) Das M365-Modul ist ein modularer Baustein, der je nach Lernziel und vereinbarter Programmgestaltung in den Kurs integriert werden kann. Es deckt die Kernapplikationen des Office-Pakets ab: Word, Excel, PowerPoint, Outlook, OneNote, Teams und Access. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf praxisgerechter Nutzung im beruflichen Kontext sowie auf datenschutzrelevanten Einstellungen und Compliance-Funktionen innerhalb der Microsoft-Cloud-Umgebung.
- Textverarbeitung mit Word: professionelle Dokumentenformate, Serienbriefe
- Tabellenkalkulation mit Excel: Formeln, Pivot-Tabellen, Datenanalyse
- Präsentationserstellung mit PowerPoint: Layouts, Folienmaster, Animationen
- Kommunikation und Planung mit Outlook und Teams
- Datenschutzeinstellungen in Microsoft 365: Informationsschutz, Compliance-Center
Praxisanwendung — Integration von Datenschutz und IT-Werkzeug Über das gesamte Programm hinweg werden rechtliche Anforderungen mit konkreten Handlungsfeldern im beruflichen Alltag verknüpft. Sie wenden das Gelernte auf realistische Szenarien an, analysieren Fallbeispiele aus der Prüfungspraxis der IAPP und entwickeln ein Verständnis dafür, wie Datenschutzanforderungen in technische und organisatorische Maßnahmen übersetzt werden.
- Fallanalyse: Datenpannenmeldungen an Aufsichtsbehörden
- Praxisübung: Erstellen eines Verzeichnisses von Verarbeitungstätigkeiten
- Szenario-Analyse: Beurteilung von Auftragsverarbeitungsverträgen
- Anwendung von Privacy-by-Design-Grundsätzen auf Prozesse
- Fallstudie CIPP/E: strukturierte Erarbeitung zentraler DSGVO-Prüfungsthemen
- Fallstudie CIPM: Aufbau eines Datenschutzprogramms als durchgängige Übung
- Arbeiten mit M365-Compliance-Funktionen (sofern Modul gebucht)
- Dokumentationsübungen: Risikoregister und DSFA-Vorlage
Die theoretischen Einheiten werden durch Anwendungsaufgaben ergänzt, die typische Prüfungsformate der IAPP-Zertifizierungen widerspiegeln. Da der Kurs im Combined-Learning-Format stattfindet, wechseln sich geführte Online-Lernphasen mit betreuten Übungssequenzen ab. Die Mischung ermöglicht es, Wissenslücken individuell zu schließen, ohne den übergreifenden Lehrplan aus den Augen zu verlieren.
Lernziele:
- Sie erläutern die Grundprinzipien der DSGVO, deren territorialen Anwendungsbereich und die Rechte betroffener Personen.
- Sie unterscheiden zwischen verschiedenen Rechtsgrundlagen für die Datenverarbeitung und wählen die jeweils zutreffende aus.
- Sie beschreiben die Anforderungen an Auftragsverarbeitungsverträge und Drittlandübermittlungen.
- Sie erklären die Rolle und Aufgaben eines Datenschutzbeauftragten nach Art. 37–39 DSGVO.
- Sie entwickeln ein strukturiertes Datenschutz-Managementsystem vom Aufbau bis zur kontinuierlichen Weiterentwicklung.
- Sie analysieren Datenschutzverletzungen, bewerten Meldepflichten und dokumentieren den Umgang damit.
- Sie führen Datenschutz-Folgenabschätzungen (DSFA) systematisch durch und beurteilen deren Ergebnisse.
- Sie leiten datenschutzrechtliche Anforderungen an IT-Systeme und Prozesse ab und kommunizieren diese an technische Teams.
- Sie erstellen ein Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten nach Art. 30 DSGVO.
- Sie beschreiben sektorspezifische Datenschutzregelungen, etwa im Gesundheits- und Finanzwesen.
- Sie unterscheiden zwischen dem europäischen Datenschutzrahmen und internationalen Ansätzen (z. B. US-Privacy-Recht) auf CIPP/E-Prüfungsniveau.
- Sie arbeiten mit Microsoft 365-Anwendungen datenschutzkonform und konfigurieren grundlegende Compliance-Einstellungen.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung spricht Fach- und Führungskräfte an, die im Datenschutz- und Compliance-Bereich tätig sind oder diese Funktion übernehmen möchten. Besonders profitieren Personen, die in ihrer Organisation eine Datenschutzverantwortung tragen und diese durch eine international anerkannte Qualifikation absichern wollen.
- Datenschutzbeauftragte oder Personen, die die DSB-Funktion vorbereiten
- Compliance- und Legal-Fachkräfte mit Datenschutzbezug
- IT-Sicherheitsverantwortliche, die die Rechtsperspektive vertiefen wollen
- HR- und Prozessverantwortliche in datenschutzsensiblen Bereichen
- Quereinsteigende in den Datenschutz mit kaufmännischem oder technischem Hintergrund
Für die inhaltliche Arbeit mit dem CIPP/E- und CIPM-Stoff sind Grundkenntnisse in rechtlichen Strukturen und Organisationsprozessen hilfreich, aber kein zwingendes Eingangserfordernis. Der Kurs baut diese Kenntnisse schrittweise auf. Deutschkenntnisse auf einem Niveau, das das Verstehen komplexer Rechtstexte erlaubt, sind notwendig, da ein Teil des Kursmaterials auf Englisch vorliegt. Für das optionale M365-Modul genügen Standardkenntnisse in der Windows-Bedienung.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs läuft im Combined-Learning-Format, einer Kombination aus selbst gesteuertem Online-Lernen und betreuten Unterrichtseinheiten. Die IAPP-Module folgen dem offiziellen Curriculum der IAPP und bauen auf akkreditierten Lernmaterialien auf. Übungsaufgaben und Fallstudien bereiten inhaltlich auf die Prüfungsanforderungen vor; CIPP/E und CIPM werden als externe Prüfungen bei akkreditierten IAPP-Prüfstellen abgelegt. Das M365-Modul ist praxisorientiert und schließt anwendungsorientierte Übungen ein. Die Unterrichtssprache ist Deutsch; Teile des Lernmaterials liegen auf Englisch vor, da die IAPP-Prüfungen international ausgerichtet sind.
Die Gesamtdauer des Programms richtet sich nach dem gewählten Modulumfang. Das CIPP/E- und CIPM-Kernprogramm ist als mehrtägige bis mehrwöchige Vollzeit- oder Teilzeit-Weiterbildung konzipiert. Das M365-Modul kann nach Absprache ergänzt werden und verlängert den Gesamtzeitraum entsprechend. Die genauen Lernzeiten variieren je nach Teilzeitmodus oder Vollzeitkurs; beide Organisationsformen sind laut Angebotsdaten verfügbar.
Wer CIPP/E und CIPM erfolgreich ablegt, erhält zwei IAPP-Zertifikate, die nach ISO/IEC 17024:2012 durch ANSI akkreditiert sind. Diese Zertifizierungen gelten weltweit als Qualifikationsnachweis im Datenschutzbereich und werden von Unternehmen, Behörden und Kanzleien international anerkannt. Ergänzend stellt der Träger ein Lehrgangszertifikat aus. Das optionale M365-Modul endet mit einer trägerinternen Teilnahmebescheinigung.
Nutzen & Perspektiven
Der CIPP/E gilt als der führende Nachweis für Kenntnisse des europäischen Datenschutzrechts. Für Datenschutzbeauftragte, Compliance-Manager und Privacy-Fachkräfte ist er in vielen Stellenausschreibungen inzwischen explizit erwünscht oder vorausgesetzt. Wer zusätzlich den CIPM erwirbt, demonstriert nicht nur rechtliches Wissen, sondern auch die Fähigkeit, Datenschutz als Managementfunktion aufzubauen und zu steuern — eine Kompetenz, die über Branchen und Unternehmensgrößen hinweg gefragt ist. Die Kombination beider IAPP-Zertifikate schafft ein vollständiges Kompetenzprofil: CIPP/E steht für die rechtliche Tiefe, CIPM für die operative Umsetzungskompetenz. Wer beide Abschlüsse vorweisen kann, ist in der Lage, sowohl strategische Datenschutzentscheidungen zu begleiten als auch deren praktische Implementierung zu verantworten. Das ist besonders wertvoll in Unternehmen, die Datenschutz nicht als isolierte Compliance-Funktion, sondern als integralen Bestandteil ihrer Prozesse verstehen. Das optionale M365-Modul ergänzt dieses Profil pragmatisch: Wer Datenschutzanforderungen kennt und gleichzeitig mit den Kollaborations- und Kommunikationstools arbeitet, die in nahezu jedem Büro Standard sind, kann Datenschutzmaßnahmen direkt in den Arbeitsalltag einbetten. Gerade in Unternehmen, die Microsoft 365 für E-Mail, Dokumentenmanagement und Teamarbeit nutzen, ist dieses kombinierte Wissen ein handfester Vorteil.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen CIPP/E und CIPM?
CIPP/E (Certified Information Privacy Professional/Europe) fokussiert auf europäisches Datenschutzrecht und die DSGVO im Detail. CIPM (Certified Information Privacy Manager) vermittelt, wie Datenschutz als Managementsystem aufgebaut und operativ gesteuert wird. Beide Zertifikate ergänzen sich zu einem vollständigen Datenschutz-Kompetenzprofil.
Ist das Microsoft 365-Modul Pflicht?
Nein, das M365-Modul ist optional. Das Kernprogramm besteht aus der CIPP/E- und CIPM-Vorbereitung. M365 kann je nach persönlichem Lernziel und Absprache mit dem Anbieter ergänzt werden.
Wo werden die IAPP-Prüfungen abgelegt?
CIPP/E und CIPM werden als externe Prüfungen bei akkreditierten IAPP-Prüfstellen abgelegt. Die Zertifikate sind nach ISO/IEC 17024:2012 durch ANSI akkreditiert.
Welche Sprachkenntnisse sind erforderlich?
Die Unterrichtssprache ist Deutsch. Da IAPP-Lernmaterialien und Prüfungsfragen teils auf Englisch vorliegen, sind Englischkenntnisse auf soliden B2-Niveau von Vorteil.
Für welche Berufsfelder qualifiziert diese Weiterbildung?
Die Kombination aus CIPP/E und CIPM qualifiziert für Rollen als Datenschutzbeauftragter, Privacy Manager, Compliance Manager oder Information Security Officer — in Unternehmen, Behörden, Kanzleien und Unternehmensberatungen.
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