Überblick
Die Weiterbildung ISTQB Software Testing Foundation Level vermittelt die international standardisierten Grundlagen des Softwaretestens und bereitet gezielt auf die Zertifizierungsprüfung des International Software Testing Qualifications Board (ISTQB) auf Foundation-Niveau vor. ISTQB CTFL (Certified Tester Foundation Level) ist weltweit die bekannteste und meistverbreitete Qualifizierung im Software-Testbereich und wird von Unternehmen aller Branchen als Nachweis fachlicher Kompetenz in der Qualitätssicherung anerkannt. Die Weiterbildung deckt alle Inhaltsbereiche des aktuellen ISTQB-Lehrplans ab — von Testprozessen und Testarten bis hin zu Testtechniken, Testmanagement und Testwerkzeugen — und schließt mit der offiziellen Zertifizierungsprüfung ab.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Grundlagen des Softwaretestens: Dieses Einführungsmodul legt das begriffliche und konzeptionelle Fundament. Es klärt, warum Testen notwendig ist, und stellt die sieben ISTQB-Testprinzipien vor, die den gesamten Lehrplan durchziehen.
- Warum ist Testen notwendig? Fehler, Defekte und Ausfälle
- Die sieben Testprinzipien nach ISTQB (z. B. Erschöpfendes Testen ist nicht möglich)
- Grundlegende Testprozessaktivitäten und ihre Inputs und Outputs
- Testpsychologie und Kommunikation im Testumfeld
- Softwareentwicklungsmodelle und ihre Auswirkung auf Testaktivitäten
- Unterschiede zwischen statischem und dynamischem Testen
Modul 2 — Testprozess und Testmanagement: Dieses Modul behandelt den Testprozess als systematischen Ablauf und die Aufgaben des Testmanagements in komplexen Projekten.
- Testplanung, Teststrategie und Testkonzept erstellen
- Testschätzung und Ressourcenplanung
- Testüberwachung und Testergebnisberichte
- Defect-Management und Fehlerverfolgungssysteme
- Risikobasiertes Testen: Risiken identifizieren, priorisieren und in den Testprozess integrieren
- Verantwortlichkeiten des Testmanagers und des Testers im Überblick
Modul 3 — Testentwurfstechniken: Dieses Modul bildet das methodische Kernstück der Ausbildung. Die Teilnehmenden lernen, systematisch Testfälle aus Anforderungen und Spezifikationen abzuleiten.
- Black-Box-Testentwurfstechniken: Äquivalenzklassenanalyse, Grenzwertanalyse, Entscheidungstabellen, Zustandsbasiertes Testen
- White-Box-Techniken: Anweisungsüberdeckung, Zweigüberdeckung
- Erfahrungsbasiertes Testen: Fehlervermutung, explorative Tests
- Auswahl und Kombination von Techniken je nach Testkontext
- Praxisübungen zur Ableitung von Testfällen aus Anforderungsdokumenten
- Effizienzkriterien für Testmengen (Überdeckung, Anzahl Testfälle)
Modul 4 — Testwerkzeuge und Prüfungsvorbereitung: Das abschließende Modul gibt einen Überblick über Kategorien von Testwerkzeugen und bereitet gezielt auf die Prüfungssituation vor.
- Kategorien von Testwerkzeugen (Testmanagement, Fehlerverfolgung, Testautomatisierung, Performance)
- Einführung in Testautomatisierung: Voraussetzungen, Grenzen und Nutzen
- Übungsprüfungen unter Zeitbedingungen mit Original-Frageformaten
- Analyse typischer Fehler bei ISTQB-Prüfungen
- Strategien zur Zeitplanung in der 60-Minuten-Prüfung
- Organisatorisches zur Prüfungsanmeldung und zum Prüfungsablauf
Praktische Übungen und Anwendungsaufgaben umfassen unter anderem die folgenden Inhalte
- Ableiten von Testfällen aus einer vorgegebenen Anforderungsspezifikation mit Äquivalenzklassenanalyse
- Erstellen einer Grenzwerttabelle für ein konkretes Eingabefeld
- Entscheidungstabelle für einen mehrstufigen Geschäftsprozess aufstellen
- Verfassen von drei vollständigen Fehlermeldungen nach IEEE-Format
- Durcharbeiten einer vollständigen ISTQB-Übungsprüfung (40 Fragen, 60 Minuten)
- Auswertung der Übungsprüfung mit Fokus auf falsch beantwortete Fragen
- Erstellen eines einfachen Testkonzepts für ein vorgegebenes Projektszenario
- Kategorisieren einer Liste von Testwerkzeugen nach ISTQB-Klassifikation
- Diskussion eines realen Softwarefehlers und Einordnung in den Fehlerprozess
- Anwenden von risikobasiertem Testen auf einen vorgegebenen Projektplan
- Gruppenübung zur Testschätzung mit Aufwand und Zeitplanung
- Abschlusskolloquium mit Klärung offener Fragen vor der offiziellen Prüfung
Die Didaktik verbindet theoretische Wissensvermittlung mit praxisnahen Übungen, die direkt aus realen Projektsituationen abgeleitet sind. Teilnehmende üben den Einsatz der Testentwurfstechniken an konkreten Spezifikationsdokumenten und erwerben damit die Fähigkeit, das Gelernte unmittelbar in ihrer Berufspraxis einzusetzen.
Lernziele:
- Den Testprozess von der Teststrategie bis zur Testergebnisbewertung strukturiert beschreiben
- Grundlegende Testziele, -prinzipien und -konzepte des ISTQB-Lehrplans sicher erläutern
- Testpläne erstellen und wesentliche Inhalte eines Testkonzepts benennen
- Testfälle nach Black-Box- und White-Box-Techniken systematisch ableiten
- Äquivalenzklassenanalyse, Grenzwertanalyse und Entscheidungstabellen anwenden
- Funktionstests und Nichtfunktionstests gegeneinander abgrenzen und planen
- Fehlermeldungen strukturiert nach IEEE-Standard formulieren
- Testwerkzeuge kategorisieren und deren Einsatzgebiete benennen
- Grundlagen der Testautomatisierung beschreiben
- Aufgaben und Verantwortlichkeiten im Testmanagement kennen
- Testergebnisse auswerten, Metriken einsetzen und Teststatus berichten
- Typische ISTQB-Prüfungsfragen analysieren und mit geeigneter Strategie beantworten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Personen, die systematisches Softwaretesten erlernen und ihre Kompetenz durch eine international anerkannte Zertifizierung nachweisen möchten.
- Softwaretesterinnen und -tester, die ihre Methodik formalisieren und zertifizieren wollen
- Entwicklerinnen und Entwickler, die Testaufgaben übernehmen oder ihr Qualitätsverständnis vertiefen möchten
- Projektleiterinnen und -leiter, die Testprozesse besser planen und steuern wollen
- Berufseinsteiger mit IT-Hintergrund, die eine Karriere in der Qualitätssicherung anstreben
- IT-Fachkräfte aus Systemanalyse oder Anforderungsmanagement, die die Testperspektive kennenlernen möchten
Formale Voraussetzungen für den Foundation Level sind gering: Es werden keine spezifischen Vorkenntnisse im Softwaretesten vorausgesetzt. Hilfreich sind allgemeine IT-Kenntnisse sowie ein Grundverständnis für Softwareentwicklungsprojekte. Vor Seminarbeginn findet ein Beratungsgespräch statt, in dem ein individueller Lernplan je nach Vorkenntnissen und Lernzielen erstellt wird. Grundlegende Englischkenntnisse sind von Vorteil, da ISTQB-Terminologie auch auf Englisch geprägt ist, jedoch ist der gesamte Kurs auf Deutsch.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung findet überwiegend im Combined Learning statt, das synchronen Unterricht — online oder in Präsenz — mit eigenständigen Lernphasen verbindet. Ergänzend sind reine Online-Seminare verfügbar. Die Didaktik setzt auf aktives Lernen durch Übungsaufgaben, Gruppenarbeiten und Fallstudien. Dozentinnen und Dozenten mit praktischer Erfahrung im Softwaretesten erläutern die Konzepte anhand realer Projektbeispiele. Die Prüfungsvorbereitung ist integrierter Bestandteil des Kurses und umfasst vollständige Übungsprüfungen sowie die Analyse häufiger Prüfungsfehler.
Die Weiterbildung dauert üblicherweise mehr als eine Woche bis zu einem Monat. Bei intensiver Vollzeitvariante liegt die Dauer im unteren Bereich. Teilzeitvarianten oder Varianten mit ausgedehnterer Übungsphase können bis zu drei Monate in Anspruch nehmen. Die genaue Stundenzahl variiert je nach Anbieter; typischerweise umfasst der ISTQB Foundation-Lehrplan etwa 60 bis 80 Stunden, ergänzt durch eigenständige Übungszeit.
Die Weiterbildung schließt mit der offiziellen ISTQB-Zertifizierungsprüfung ab. Bei erfolgreichem Bestehen erhalten die Teilnehmenden das international anerkannte Zertifikat Certified Tester Foundation Level (CTFL) des ISTQB. Zusätzlich wird ein Lehrgangszertifikat von New Horizons ausgestellt, das die Kursteilnahme und die abgeschlossene Prüfungsvorbereitung dokumentiert.
Nutzen & Perspektiven
Das ISTQB CTFL-Zertifikat ist weltweit das am häufigsten abgelegte Software-Testing-Zertifikat und genießt in der IT-Branche breite Anerkennung. Es signalisiert Arbeitgebern, dass die zertifizierte Person die standardisierten Methoden und Prinzipien des Softwaretestens beherrscht und in der Lage ist, strukturiert und systematisch zur Qualitätssicherung von Softwareprojekten beizutragen. In Stellenanzeigen für Testerinnen und Tester sowie QA-Spezialistinnen und -Spezialisten wird das CTFL-Zertifikat häufig als bevorzugte oder sogar erforderliche Qualifikation genannt. Die praxisorientierte Didaktik des Kurses stellt sicher, dass die Teilnehmenden nicht nur für die Prüfung lernen, sondern die Testentwurfstechniken und Prozesskonzepte direkt in ihrer Berufspraxis anwenden können. Gerade die Übungen zur Äquivalenzklassenanalyse, Grenzwertanalyse und Entscheidungstabellen liefern konkrete Werkzeuge, die den Alltag als Softwaretesterin oder Softwaretester sofort verbessern. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist die Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Darüber hinaus kommen je nach Situation das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), Leistungen zur Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung infrage. Eine frühzeitige Beratung beim zuständigen Träger empfiehlt sich, um die passende Förderung zu identifizieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist das ISTQB CTFL-Zertifikat?
Das ISTQB Certified Tester Foundation Level (CTFL) ist das weltweit am häufigsten abgelegte Software-Testing-Zertifikat. Es wird vom International Software Testing Qualifications Board vergeben und von IT-Unternehmen weltweit als Nachweis für grundlegende Testkompetenz anerkannt.
Welche Vorkenntnisse benötige ich?
Für den Foundation Level werden keine spezifischen Vorkenntnisse im Softwaretesten vorausgesetzt. Allgemeine IT-Kenntnisse und ein Grundverständnis für Softwareentwicklung sind hilfreich. Vor Kursbeginn findet ein individuelles Beratungsgespräch statt.
Wie läuft die ISTQB-Prüfung ab?
Die Foundation-Prüfung umfasst 40 Multiple-Choice-Fragen, die in 60 Minuten zu beantworten sind. Eine Mindestpunktzahl von 65 Prozent ist für das Bestehen erforderlich. Die Prüfung ist Teil des Kurses und wird am Ende abgelegt.
Wie lange dauert die Weiterbildung?
Die Vollzeitvariante dauert in der Regel mehr als eine Woche bis zu einem Monat. Teilzeitvarianten können bis zu drei Monate umfassen. Der genaue Umfang variiert je nach Anbieter.
Kann die Weiterbildung gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist die Maßnahme in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Je nach Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, Leistungen der Deutschen Rentenversicherung oder andere Förderangebote infrage.
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