Überblick
Dieser Aufbaukurs richtet sich an Netzwerkfachleute, die bereits eine gültige CCNA-Zertifizierung besitzen und ihre Kenntnisse auf das nächste Kompetenzniveau heben möchten. Im Mittelpunkt stehen fortgeschrittene Cisco-Technologien in den Bereichen Routing und Switching, die in komplexen Enterprise-Netzwerken zum Einsatz kommen. Die Teilnehmenden arbeiten an praxisnahen Szenarien, die den Alltag eines erfahrenen Netzwerkadministrators oder Netzwerkingenieurs widerspiegeln. Wer den Kurs abschließt, ist auf Cisco-Zertifizierungen auf Expertenniveau vorbereitet und kann anspruchsvolle Netzwerkinfrastrukturen selbstständig planen, konfigurieren und troubleshooten.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Fortgeschrittenes IP-Routing Während der CCNA-Kurs Routing-Protokolle auf Einsteigerniveau behandelt, geht dieser Block in die Tiefe. OSPF in Mehrbereichskonfigurationen, EIGRP-Tuning und die Grundprinzipien von BGP als Border-Routing-Protokoll stehen im Vordergrund. Routingentscheidungen werden auf Basis von Administrative Distance, Metrik und Routingrichtlinien analysiert.
- OSPF Multi-Area-Design und LSA-Typen verstehen
- OSPF-Authentifizierung und -Summarisierung konfigurieren
- EIGRP-Metrics, Feasibility Condition und Dual-Algorithmus
- Routenfilterung mit Prefix-Listen und Route Maps
- Redistribution zwischen Routing-Protokollen
- BGP-Grundlagen für den Enterprise-Einsatz: iBGP, eBGP, AS-Pfade
Modul 2: Erweiterte Switching-Techniken Enterprise-Switching geht weit über einfache VLAN-Konfiguration hinaus. In diesem Modul werden Spanning-Tree-Varianten, Portsecurity und Layer-3-Switching im Detail behandelt. Besonderes Augenmerk liegt auf Rapid STP und dessen Optimierung in hochverfügbaren Netzwerkdesigns.
- Rapid Spanning Tree Protocol (RSTP) und Multiple STP (MSTP)
- PortFast, BPDUGuard und BPDUFilter gezielt einsetzen
- EtherChannel-Konfiguration mit LACP und PAgP
- Private VLANs und VLAN Trunking Protocol (VTP) Version 3
- Layer-3-Switching und geroutete Ports auf Catalyst-Switches
- Storm Control und MAC-Adress-Flooding-Schutz
Modul 3: Netzwerksicherheit und Hochverfügbarkeit In modernen Enterprise-Netzwerken sind Sicherheit und Ausfallsicherheit keine optionalen Zusätze, sondern architektonische Anforderungen. Dieser Block behandelt Authentifizierung, Zugriffskontrolle und Protokolle für redundante Gateway-Szenarien.
- Erweiterte und benannte Access Control Lists (ACLs)
- AAA-Authentifizierung mit TACACS+ und RADIUS
- First Hop Redundancy Protocols: HSRP, VRRP, GLBP im Vergleich
- Cisco IOS Zone-Based Firewall Grundlagen
- Dynamic ARP Inspection und DHCP Snooping
- 802.1X Port-based Network Access Control
Praxisblock: Netzwerkplanung, Konfiguration und Troubleshooting In realistischen Lab-Szenarien wenden die Teilnehmenden alle Kursthemen an einem simulierten Enterprise-Netzwerk an. Dabei kommen Packet Tracer oder GNS3 als Simulationsumgebungen zum Einsatz. Jede Übungseinheit enthält eine Planung-, eine Konfigurations- und eine Troubleshooting-Phase.
- Enterprise-Netzwerktopologie nach Anforderungen designen
- Routing- und Switching-Konfiguration nach Aufgabenstellung umsetzen
- Netzwerkdokumentation erstellen und pflegen
- Troubleshooting-Methodik: von Symptom zu Ursache strukturiert vorgehen
- Show-Befehle und Debug-Ausgaben systematisch interpretieren
- IPv6-Dual-Stack-Konfiguration in einem bestehenden IPv4-Netz
- QoS-Konfiguration für VoIP-Priorisierung
- NAT/PAT-Konfiguration und Fehlersuche
- WAN-Technologien: MPLS-Grundlagen, Leased Lines, VPN-Überblick
- Netzwerkperformance messen und Bottlenecks lokalisieren
- Hochverfügbarkeitsszenarien testen und validieren
- Abschlussprojekt: vollständige Enterprise-Netzwerkkonfiguration mit Dokumentation
Die Lab-Übungen sind so aufgebaut, dass sie die typischen Fragestellungen und Szenarien abbilden, die in Cisco-Zertifizierungsprüfungen auf höherer Ebene gefragt werden. Das schafft einen direkten Zusammenhang zwischen Kursinhalt und externem Prüfungsformat. Am Ende des Praxisblocks präsentieren die Teilnehmenden ihre Konfigurationslösung und begründen getroffene Designentscheidungen — eine Übung, die im Berufsalltag als Netzwerkingenieur regelmäßig gefragt ist.
Lernziele:
- Komplexe IP-Routing-Protokolle (OSPF, EIGRP, BGP) auf Enterprise-Ebene konfigurieren und optimieren
- Redundante Switching-Topologien mit Rapid STP und verwandten Protokollen planen und verwalten
- VLANs und Inter-VLAN-Routing in großen Netzwerkumgebungen implementieren
- WAN-Technologien und Verbindungstypen für Enterprise-Szenarien auswählen und konfigurieren
- Quality of Service (QoS) in IP-Netzwerken gezielt einsetzen
- Netzwerksicherheit auf Infrastrukturebene durch ACLs, Port Security und ähnliche Mechanismen durchsetzen
- Network Address Translation (NAT/PAT) in komplexen Umgebungen konfigurieren und debuggen
- IPv6-Adressierung und -Routing in bestehende IPv4-Infrastrukturen integrieren
- Netzwerkperformance mit Cisco-eigenen Tools analysieren und Engpässe identifizieren
- Hochverfügbarkeitslösungen (HSRP, VRRP, GLBP) für kritische Infrastrukturen einrichten
- Cisco-Diagnosetools und Show-/Debug-Befehle systematisch für Troubleshooting nutzen
- Cisco-Prüfungsanforderungen auf Expertenebene kennen und gezielt auf die Zertifizierungsprüfung hinarbeiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs ist ausdrücklich für Fortgeschrittene konzipiert und setzt eine gültige CCNA-Zertifizierung voraus. Folgende Berufsprofile profitieren besonders davon.
- Netzwerkadministratoren, die auf eine höhere Cisco-Zertifizierungsstufe vorbereitet werden möchten
- IT-Systemadministratoren, die in ihren Betrieben Netzwerkaufgaben übernehmen
- Netzwerkingenieure, die ihr Wissen aktualisieren und vertiefen möchten
- IT-Fachkräfte, die beruflich aufsteigen und Expertenpositionen im Netzwerkbereich anstreben
- Personen, die nach einer Zertifizierungspause ihren beruflichen Wiedereinstieg im Netzwerkbereich vorbereiten
Eine gültige CCNA-Zertifizierung ist zwingende Voraussetzung für diesen Kurs — sie stellt sicher, dass alle Grundlagenkenntnisse aus dem CCNA-Curriculum vorhanden sind. Daneben werden gute Deutschkenntnisse (schriftlich und mündlich) sowie Grundkenntnisse in Englisch erwartet, da technische Cisco-Dokumentation und Prüfungsfragen auf Englisch formuliert sind. Praxiserfahrung in der Administration von Netzwerkkomponenten ist sehr empfehlenswert.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs kombiniert strukturierten Theorieunterricht mit intensiven Praxis-Labs. Die meiste Unterrichtszeit verbringen die Teilnehmenden direkt in der Netzwerksimulation — entweder über Cisco Packet Tracer oder GNS3. Lehrpersonen kommentieren Konfigurationsschritte live, leiten Troubleshooting-Übungen an und geben gezieltes Feedback nach jeder Lab-Einheit. Das Format ist auf Präsenz- oder Online-Durchführung ausgelegt.
Die Dauer hängt vom gewählten Kursformat ab. Bei den 48 verfügbaren Angebotsterminen werden sowohl intensive Vollzeit-Formate als auch gestreckte Teilzeitkurse angeboten. Die Unterrichtssprache ist Deutsch.
Nach Kursabschluss wird ein trägerinternes Zertifikat ausgestellt, das die Kursbezeichnung „IT Expert Cisco inkl. CCNA Zertifizierung Routing und Switching Integrativ" trägt. Zusätzlich enthält der Kurs die Vorbereitung auf externe Cisco-Zertifizierungsprüfungen. Das eigentliche Cisco-Zertifikat wird nach bestandener Prüfung direkt von Cisco ausgestellt und ist nicht Bestandteil des Kurspreises.
Nutzen & Perspektiven
Cisco-Expertise auf Expertenniveau zählt zu den stabilsten und gefragtesten Qualifikationen im IT-Sektor. Während Cloud-Umgebungen klassische On-Premises-Infrastruktur ergänzen, bleiben physische und virtuelle Netzwerkkomponenten das Rückgrat jeder IT-Organisation — und jemand muss sie konfigurieren, betreiben und reparieren können. Fachkräfte, die das beherrschen, sind in IT-Abteilungen größerer Unternehmen, bei Managed-Service-Providern und Systemintegratoren dauerhaft gefragt. Wer bereits eine CCNA-Zertifizierung besitzt, hat die Grundlage gelegt. Dieser Kurs hilft dabei, den nächsten Schritt zu machen — weg von der Administration von Standardaufgaben hin zur Planung und Verantwortung für komplexe Netzwerkinfrastrukturen. Der Sprung von CCNA- zu Expertenthemen ist in der Praxis erheblich: Die Protokollkomplexität steigt, die Debugging-Anforderungen wachsen und das architektonische Denken gewinnt an Gewicht. Für Fachkräfte, die in ihrer beruflichen Entwicklung stagnieren oder eine höhere Verantwortung in der IT anstreben, ist dieser Kurs ein klarer Karrierehebel. Die Kombination aus strukturierter Theorie, intensiver Lab-Praxis und gezielter Zertifizierungsvorbereitung verkürzt den Weg zur Expertenqualifikation erheblich gegenüber dem Selbststudium. Enterprise-Netzwerke wachsen in Komplexität und Anforderungen kontinuierlich. Software-defined Networking, Cloud-Integration und hybride Infrastrukturen verändern das Aufgabenfeld — aber die Grundlagen, auf denen alles aufbaut, bleiben dieselben. Wer die Cisco-Kernprotokolle auf Expertenniveau beherrscht, findet sich auch in neuen Netzwerkparadigmen schnell zurecht, weil er versteht, was darunter liegt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist eine CCNA-Zertifizierung wirklich zwingend notwendig?
Ja. Der Kurs setzt CCNA-Wissen konsequent voraus und baut darauf auf. Ohne diese Grundlage fehlen grundlegende Kenntnisse in Routing, Switching und Netzwerkkonzepten, die im Kurs als bekannt vorausgesetzt werden. Für den CCNA-Einstieg gibt es separate Kurse.
Schließt der Kurs die externe Cisco-Prüfung ein?
Der Kurs bereitet auf Cisco-Zertifizierungsprüfungen auf Expertenniveau vor, enthält aber nicht die Prüfung selbst. Die Prüfung muss separat bei einem autorisierten Cisco-Testcenter gebucht und bezahlt werden. Das Cisco-Zertifikat wird nach bestandener Prüfung von Cisco ausgestellt.
Welche Simulationssoftware wird im Kurs eingesetzt?
Für die Lab-Übungen werden gängige Netzwerksimulationstools wie Cisco Packet Tracer oder GNS3 eingesetzt. Welches Werkzeug konkret verwendet wird, hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Beide Optionen erlauben realistische Konfigurationsübungen auf Cisco-Geräten.
Auf welche Cisco-Zertifizierung bereitet der Kurs vor?
Der Kurs vermittelt Inhalte, die über das CCNA-Level hinausgehen und auf fortgeschrittene Cisco-Zertifizierungen ausgerichtet sind. Welcher genaue Prüfungstrack angestrebt wird, sollte vor dem Kurs mit dem Anbieter besprochen werden.
Kann ich den Kurs auch als Online-Schulung absolvieren?
Ja. Der Kurs ist in Online- wie in Präsenzformaten verfügbar. Lab-Übungen lassen sich über Remote-Simulationsumgebungen absolvieren. Die interaktive Troubleshooting-Praxis funktioniert in beiden Formaten gut.
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