Überblick
Azure-Administratoren verantworten die gesamte IT-Infrastruktur in der Microsoft-Cloud: Sie richten virtuelle Netzwerke und virtuelle Maschinen ein, verwalten Identitäten und Zugriffsrechte, überwachen den Betrieb und sorgen dafür, dass Daten sicher gespeichert und wiederherstellbar sind. Diese Weiterbildung qualifiziert systematisch für diese Aufgaben und bereitet auf die offizielle Microsoft-Zertifizierungsprüfung AZ-104 (Azure Administrator Associate) vor. Eine abschließende Projektarbeit vertieft das Gelernte anhand eines praxisnahen Szenarios und schult die Dokumentation von Cloud-Projekten nach professionellen Standards.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Azure-Grundlagen und Identitätsmanagement Der Einstieg beginnt mit dem Azure-Portal und der Befehlszeilenschnittstelle CLI — den zentralen Werkzeugen des Administratoralltags. Parallel wird Azure Active Directory (seit 2023 unter dem Namen Entra ID) als Identitäts- und Zugriffsdienst eingeführt. Teilnehmende lernen, wie Benutzerkonten, Gruppen, Lizenzen und Gastidentitäten verwaltet werden, und welche Rolle rollenbasierte Zugriffsrechte bei der Absicherung von Cloud-Umgebungen spielen.
- Aufbau und Grundkonzepte von Microsoft Azure: Regionen, Verfügbarkeitszonen, Subscriptions
- Navigation im Azure Portal und erste Schritte mit der Azure CLI und Azure PowerShell
- Azure Active Directory (Entra ID): Tenant-Struktur, Benutzer, Gruppen und Gastkonten
- Rollenbasierte Zugriffskontrolle (RBAC): Rollen, Scope und Zuweisungslogik
- Azure Policy: Richtlinien erstellen, zuweisen und Compliance überwachen
- Management Groups und Subscription-Governance
Modul 2 — Virtuelle Netzwerke und Netzwerksicherheit Netzwerkarchitektur ist das Rückgrat jeder Cloud-Umgebung. Dieses Modul vermittelt den Aufbau virtueller Netzwerke in Azure, die Segmentierung durch Subnetze und Network Security Groups sowie die Verbindung von Azure-Netzwerken untereinander und mit On-Premises-Umgebungen über VPNs und ExpressRoute. Besonderes Gewicht liegt auf Sicherheitskonzepten — von der einfachen NSG-Regel bis zur Azure Firewall.
- Virtuelle Netzwerke (VNets), Subnetze und IP-Adressräume planen und einrichten
- Network Security Groups: Regeln erstellen, testen und dokumentieren
- VNet Peering und Routing zwischen virtuellen Netzwerken
- VPN Gateway und Site-to-Site-Verbindungen zu On-Premises-Umgebungen
- Azure Firewall und Azure Bastion für sichere Verwaltungszugänge
- Private Endpoints und Service Endpoints für sichere Diensteverbindungen
Modul 3 — Virtuelle Maschinen und Compute Virtuelle Maschinen sind der meistgenutzte Compute-Dienst in Azure. Dieses Modul behandelt den vollständigen Lebenszyklus: von der Auswahl der richtigen VM-Größe und dem Betriebssystem-Image über die Konfiguration von Verfügbarkeitssets und Skalierungsgruppen bis zur Absicherung durch Network Security Groups und Diagnoseerweiterungen.
- VM-Größen und Familien: Compute, Memory, Storage — wann welche VM-Klasse sinnvoll ist
- Erstellen, Konfigurieren und Verbinden von Windows- und Linux-VMs
- Verfügbarkeitssets und Availability Zones für Hochverfügbarkeit
- Azure Virtual Machine Scale Sets für automatische Skalierung
- VM-Erweiterungen und Custom Script Extensions
- Backup und Wiederherstellung von VMs mit Azure Backup
Modul 4 — Azure Storage und Datensicherung Daten sicher zu speichern und jederzeit wiederherstellbar zu halten, ist eine Kernaufgabe der Administration. Dieses Modul erklärt die verschiedenen Speicherdienste in Azure, deren Einsatzszenarien und Sicherheitskonfigurationen. Backup-Strategien — für VMs, Dateien und Datenbanken — werden methodisch erarbeitet.
- Azure Storage-Konten: Arten, Redundanzoptionen und Zugriffsebenen
- Blob Storage, File Storage, Queue Storage und Table Storage im Vergleich
- Zugriffssteuerung für Storage: Shared Access Signatures (SAS), Zugriffsrichtlinien
- Azure Backup: Recovery Services Vault, Backup-Policies und Wiederherstellungsszenarien
- Azure File Sync für hybride Dateispeicherung
- Datenmigration mit Azure Migrate und AzCopy
Modul 5 — Monitoring, Governance und Kostenverwaltung Wer Cloud-Umgebungen verantwortet, muss Betriebszustand, Sicherheitsereignisse und Kosten ständig im Blick behalten. Dieses Modul führt in die Azure-Monitoring-Werkzeuge ein und zeigt, wie Log-Daten ausgewertet, Alerts definiert und Kostenentwicklungen kontrolliert werden. Governance-Mechanismen — Policies, Locks und Blueprints — schliessen den Kreis zur sicheren Administration.
- Azure Monitor: Metriken, Diagnoseeinstellungen und Alert-Regeln konfigurieren
- Log Analytics Workspace: Abfragen mit Kusto Query Language (KQL) einführen
- Azure Security Center (Microsoft Defender for Cloud): Sicherheitsempfehlungen lesen und umsetzen
- Cost Management und Azure Advisor: Kostenauswertungen und Optimierungsvorschläge
- Azure Locks und Resource Locks gegen unbeabsichtigte Änderungen
- Activity Log und Audit-Protokollierung für Compliance
Modul 6 — Projektarbeit Die Projektarbeit rundet die Weiterbildung mit einem praxisnahen Gesamtszenario ab. Teilnehmende planen, realisieren und dokumentieren eine Azure-Umgebung, die typische Anforderungen eines mittelständischen Unternehmens abbildet — Netzwerkarchitektur, Identitätsmanagement, Storage-Konzept und Monitoring inklusive. Die Dokumentation folgt professionellen Standards und bereitet auf die Art von Aufgaben vor, die in realen IT-Projekten anfallen.
- Anforderungsanalyse und Architekturentwurf für eine fiktive Azure-Umgebung
- Implementierung von Netzwerk, Identitäten, VMs und Storage nach Entwurf
- Monitoring-Konzept erstellen und umsetzen
- Sicherheitsüberprüfung der realisierten Umgebung
- Technische Dokumentation der Architektur und Konfigurationsentscheidungen
- Präsentation und Diskussion der Projektergebnisse
Lernziele:
- Azure-Ressourcen über das Azure Portal und die Azure CLI verwalten
- Azure Active Directory (Entra ID) einrichten, Benutzer und Gruppen verwalten
- Rollenbasierte Zugriffskontrolle (RBAC) konfigurieren und Richtlinien mit Azure Policy durchsetzen
- Virtuelle Netzwerke, Subnetze, Network Security Groups und Load Balancer einrichten
- Azure Virtual Machines erstellen, skalieren und absichern
- Azure Storage-Konten konfigurieren und Backup-Lösungen implementieren
- Azure Monitor, Log Analytics und Alerts für den Betrieb einrichten
- Azure Subscriptions und Governance-Strukturen verwalten
- Netzwerksicherheit durch Firewalls, VPNs und Private Endpoints sicherstellen
- Kosten in Azure überwachen und mit Cost Management optimieren
- Infrastruktur in einer Projektarbeit dokumentiert und methodisch sauber umsetzen
- Auf die AZ-104-Zertifizierungsprüfung vorbereitet sein
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Personen mit IT-Grundkenntnissen, die in die Cloud-Administration einsteigen oder ihre bestehenden Kenntnisse auf Azure-Niveau ausbauen wollen.
- IT-Fachkräfte und Systemadministratoren, die ihre Expertise in Richtung Cloud erweitern
- IT-Mitarbeitende aus Unternehmen, die auf Microsoft Azure migrieren oder migriert haben
- Netzwerk- oder Serveradministratoren, die eine Azure-Spezialisierung anstreben
- Technische Allrounder, die eine fundierte Zertifizierung für den Cloud-Bereich erwerben möchten
Solide Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sowie gute allgemeine PC-Kenntnisse sind Grundvoraussetzung. Darüber hinaus sind IT-Grundkenntnisse — etwa aus einer IT-Ausbildung, aus der Praxis als Systemadministrator oder aus eigenständigem Lernen — hilfreich, um den Kursinhalt reibungslos verarbeiten zu können. Erfahrungen mit Windows-Server-Umgebungen, Netzwerkgrundlagen oder lokaler IT-Administration erleichtern den Einstieg, sind aber keine formale Pflicht.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird in einer Kombination aus strukturiertem Unterricht, Hands-on-Laborübungen in Azure-Umgebungen und einer abschliessenden Projektarbeit durchgeführt. Die Laborübungen sind ein zentrales Element: Teilnehmende arbeiten direkt mit dem Azure Portal und der CLI und konfigurieren echte Cloud-Ressourcen in einer geschützten Übungsumgebung. Der Theorieanteil bereitet die Laborarbeit vor und baut das konzeptionelle Verständnis auf, das für die AZ-104-Prüfung benötigt wird. Prüfungsvorbereitung ist integraler Bestandteil des letzten Kursabschnitts.
Die Weiterbildung ist als Vollzeitkurs konzipiert und dauert üblicherweise mehrere Monate. Die genaue Laufzeit variiert je nach Anbieter und Durchführungsformat. Die Projektarbeit ist in der Gesamtdauer enthalten.
Absolventen erhalten eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des durchführenden Anbieters sowie ein trägerinternes Zertifikat für die Projektarbeit. Zentrales Qualifizierungsziel ist die Vorbereitung auf die Microsoft-Zertifizierungsprüfung AZ-104 (Microsoft Azure Administrator Associate), die separat bei einem autorisierten Microsoft-Testcenter abgelegt wird. Die AZ-104-Zertifizierung ist ein weltweit anerkannter Nachweis der Azure-Administrationskompetenz und direkt am Arbeitsmarkt verwertbar.
Nutzen & Perspektiven
Azure-Administration gehört zu den gefragtesten IT-Spezialisierungen auf dem deutschen und europäischen Arbeitsmarkt. Da immer mehr Unternehmen ihre IT-Infrastruktur in die Microsoft-Cloud verlagern, steigt der Bedarf an Fachkräften, die Azure-Umgebungen kompetent einrichten, absichern und betreiben können. Die AZ-104-Zertifizierung ist in Stellenanzeigen explizit gefordert und signalisiert Arbeitgebern, dass eine Fachkraft nicht nur mit Azure arbeiten, sondern Infrastruktur verantworten kann. Der Einschluss einer Projektarbeit ist ein echter Mehrwert gegenüber reinen Prüfungsvorbereitungskursen. Wer eine vollständige Azure-Umgebung von der Anforderungsanalyse bis zur Dokumentation selbst aufgebaut hat, tritt einer neuen Stelle nicht mit reinem Buchwissen, sondern mit einem konkreten Arbeitsergebnis gegenüber. Diese Transferleistung — vom Kursraum in die Praxis — ist das, was viele Arbeitgeber bei der Beurteilung von Bewerberinnen und Bewerbern schätzen. Schliesslich spiegelt das Curriculum die tatsächlichen Prüfungsinhalte des AZ-104-Exams wider, ohne sich darauf zu beschränken. Themen wie Governance, Kostenverwaltung und Monitoring gehören zum Kursumfang, weil sie im echten Adminstrationsalltag unverzichtbar sind — und weil Arbeitgeber Fachkräfte suchen, die nicht nur Dienste einrichten, sondern die Cloud-Umgebung dauerhaft sicher und kosteneffizient betreiben.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Auf welche Microsoft-Prüfung bereitet dieser Kurs vor?
Der Kurs bereitet auf die AZ-104-Prüfung (Microsoft Azure Administrator Associate) vor. Die Prüfung wird separat bei einem autorisierten Microsoft-Testcenter abgelegt und ist weltweit als Cloud-Kompetenznachweis anerkannt.
Was beinhaltet die Projektarbeit?
Teilnehmende planen, realisieren und dokumentieren in der Projektarbeit eine vollständige Azure-Umgebung — inklusive Netzwerkarchitektur, Identitätsmanagement, Storage-Konzept und Monitoring. Das Ergebnis wird nach professionellen Standards dokumentiert und präsentiert.
Welche Vorkenntnisse sind erforderlich?
Gute Deutschkenntnisse und grundlegende PC-Kenntnisse sind Voraussetzung. IT-Grundwissen aus einer Ausbildung oder der Praxis ist hilfreich. Erfahrung mit Netzwerkgrundlagen oder Windows-Server-Umgebungen erleichtert den Einstieg, ist aber keine formale Pflicht.
Was genau verwaltet ein Azure Administrator?
Azure-Administratoren verantworten die Cloud-Infrastruktur eines Unternehmens: virtuelle Netzwerke und Maschinen, Identitäten und Zugriffsrechte, Datenspeicherung und Backup-Lösungen sowie das Monitoring und die Kostenverwaltung. Die AZ-104-Zertifizierung deckt genau dieses Aufgabenspektrum ab.
Wie ist der Kurs zeitlich aufgebaut?
Der Kurs wird im Vollzeitformat durchgeführt und dauert üblicherweise mehrere Monate. Theorieblöcke, Laborübungen und die abschliessende Projektarbeit sind in der Gesamtdauer enthalten. Genaue Termine und Dauer sind beim Anbieter erhältlich.
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