Überblick
Dieser Kurs vermittelt fundiertes Wissen in Netzwerktechnologie, Cybersecurity und IT-Forensik und bereitet auf eine Spezialisierung als IT Forensic Consultant, Cybersecurity-Analyst oder Sicherheitsadministrator vor. Ausgehend von den Grundlagen der Netzwerktechnik — LAN-Strukturen, OSI-Referenzmodell, Protokolle und Übertragungsmedien — entwickeln die Teilnehmenden ein solides Verständnis dafür, wie Netzwerke aufgebaut sind und wie Daten darin übertragen werden. Auf dieser Basis werden Cybersecurity-Prinzipien, Sicherheitsstandards, Compliance-Anforderungen, Angriffsszenarien und Abwehrstrategien systematisch erarbeitet. Praxisnahe Einheiten zu Sicherheitsscans, Penetrationstests und Fallbeispielen wie Microsoft-Cloud-Sicherheitsplanung vermitteln anwendungsorientiertes Handlungswissen. Der Kurs ist als Combined-Learning-Format in Vollzeit konzipiert und bereitet auf weiterführende Zertifizierungen im IT-Sicherheitsbereich vor.
Kursinhalte & Lernziele
Grundlagen der Netzwerktechnik Der erste Themenblock legt das Fundament für alle weiteren Kursinhalte. Die Teilnehmenden erarbeiten, was ein Computernetzwerk ist, warum Vernetzung in modernen Organisationen unverzichtbar ist und wie verschiedene Netzwerktypen aufgebaut sind. Sie lernen die physischen und logischen Komponenten von Netzwerken kennen und verstehen, wie Daten von einem Gerät zum anderen übertragen werden.
- Was ist ein Netzwerk? Grundbegriffe und Definitionen
- PC-Netzwerke: Gründe für die Vernetzung in Unternehmen und Organisationen
- LAN (Local Area Network): Aufbau, Komponenten und typische Anwendungsfälle
- Dokumentation von Netzwerken: Netzpläne, Geräteverzeichnisse, IP-Adresspläne
- Knoten und Verbindungen: Endgeräte, Netzwerkkarten, Kabeltypen und Wireless-Verbindungen
- Übertragungsmedien: Twisted-Pair-Kabel, Glasfaser, WLAN-Standards
- Verbindungselemente: Hubs, Switches, Router, Access Points, Firewalls
- Topologien: Bus, Stern, Ring, Mesh — Vor- und Nachteile im Vergleich
- Zugriffsverfahren: CSMA/CD, CSMA/CA, Token-Passing
Datenübertragung, Protokolle und OSI-Modell Im zweiten Block wird vertieft, wie Daten in Netzwerken übertragen werden. Das OSI-Referenzmodell bildet dabei den konzeptuellen Rahmen. Die Teilnehmenden verstehen, wie Protokolle auf verschiedenen Schichten zusammenwirken, und können reale Netzwerkprobleme mithilfe des Schichtenmodells diagnostizieren.
- Das OSI-Referenzmodell: sieben Schichten und ihre Funktionen
- Protokolle und Normen: TCP/IP, UDP, HTTP/HTTPS, DNS, DHCP, FTP, SMTP
- Datenübertragung im Netzwerk: Paketstruktur, Routing, Switching
- Anwendungen im LAN: Dateifreigaben, Druckserver, Authentifizierungsdienste
- Koppelung und Erweiterung von Netzwerken: VLANs, Subnetze, VPN
- Internet und Intranet: Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Sicherheitsüberlegungen
- Datensicherung im Netzwerk: Backup-Strategien, RAID-Systeme, Cloud-Speicher
- Datenschutz: DSGVO-Anforderungen und technische Umsetzung in Netzwerken
Cybersecurity-Grundlagen und Angriffsvektoren Der dritte Block führt in die Welt der Cybersecurity ein. Die Teilnehmenden lernen grundlegende Sicherheitsprinzipien, gängige Bedrohungsszenarien und die wichtigsten Angriffsvektoren kennen. Fallbeispiele aus der Praxis verdeutlichen, wie Angreifer vorgehen und welche Maßnahmen wirksam dagegen sind.
- Cybersecurity-Basics: Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit (CIA-Triad)
- Cybersecurity-Prinzipien und -Standards: ISO 27001, NIST Cybersecurity Framework, BSI-Grundschutz
- Typische Cyberangriffe: Phishing, Malware, Ransomware, DDoS, Man-in-the-Middle
- Social Engineering: Angriffstechniken und Sensibilisierungsmaßnahmen
- Cybersecurity-Compliance: gesetzliche und regulatorische Anforderungen (DSGVO, NIS2)
- Rollen in der IT-Sicherheit: Aufgaben von CISO, SOC-Analysten, Penetrationstestern
- Prozesse in der Sicherheitsvorfallbehandlung: Incident Response, forensische Sicherung
- Betriebssystemsicherheit: Härtungsmaßnahmen für Windows und Linux
Cybersecurity-Management und Praxis Im vierten Block erarbeiten die Teilnehmenden, wie Cybersecurity-Maßnahmen in einer Organisation geplant, implementiert und überwacht werden. Praxisnahe Übungen zu Sicherheitstools und Penetrationstests vermitteln anwendungsorientiertes Wissen. Fallbeispiele aus der Microsoft-Cloud-Umgebung zeigen, wie Sicherheitsarchitektur in modernen hybriden IT-Umgebungen gestaltet wird.
- Cybersecurity-Management: Sicherheitskonzepte, Risikoanalyse, Sicherheitsrichtlinien
- Systemverwaltung: Benutzerrechtemanagement, Patchmanagement, Protokollierung
- Cybersecurity-Tools: Firewalls, IDS/IPS, SIEM-Systeme, Vulnerability-Scanner
- Systemtests: funktionale Tests, Lasttests und ihre Abgrenzung zu Sicherheitstests
- Sicherheitsscans: Netzwerk-Scanning, Schwachstellenanalyse mit gängigen Tools
- Penetrationstests: methodisches Vorgehen, ethische Grundsätze, Dokumentation
- Cyber-Attacks im Fallbeispiel: Analyse eines realen Angriffszenarios
- Microsoft Cloud-Sicherheitsplanung: Azure Security Center, Defender, Conditional Access
- Cloud-Sicherheit in hybriden Umgebungen: On-Premise plus Cloud
- Forensische Grundlagen: Sicherung digitaler Beweismittel, Chain of Custody
- Vorbereitung auf weiterführende Zertifizierungen: Microsoft Associate/Expert, Linux LPIC
- Karrierewege im IT-Sicherheitsbereich: Einstiegspositionen und Spezialisierungsoptionen
Das Kurskonzept verbindet Netzwerk-Know-how mit Cybersecurity-Praxis. Wer beide Domänen beherrscht, ist für Einstiegsrollen als IT Forensic Consultant, Cybersecurity-Analyst oder Sicherheitsadministrator deutlich besser qualifiziert als jemand, der nur eine Disziplin kennt.
Lernziele:
Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses sind die Teilnehmenden in der Lage, die folgenden Kompetenzen in der IT-Praxis eigenständig einzusetzen.
- Netzwerkarchitekturen (LAN, WAN, Internet, Intranet) strukturieren und dokumentieren
- Das OSI-Referenzmodell und gängige Netzwerkprotokolle erläutern und auf reale Szenarien anwenden
- Netzwerkkomponenten (Router, Switches, Firewalls) identifizieren und ihre Funktion erklären
- Grundlegende Datensicherungskonzepte und Datenschutzanforderungen umsetzen
- Cybersecurity-Prinzipien und -Standards auf konkrete IT-Infrastrukturen anwenden
- Compliance-Anforderungen im Bereich IT-Sicherheit einordnen und dokumentieren
- Cybersecurity-Management-Konzepte entwickeln und in der Systemverwaltung umsetzen
- Gängige Cybersecurity-Tools für Monitoring, Analyse und Schutz einsetzen
- Systemtests, Sicherheitsscans und einfache Penetrationstests durchführen
- Cyberangriffe kategorisieren, Angriffsvektoren beschreiben und Gegenmaßnahmen benennen
- Rollen, Prozesse und Betriebssystemsicherheit in IT-Sicherheitskonzepten berücksichtigen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an IT-Fachleute und technisch interessierte Quereinsteiger, die sich auf den Bereich IT-Sicherheit spezialisieren möchten.
- Systemadministratoren und Netzwerkadministratoren, die Cybersecurity-Kenntnisse ausbauen möchten
- Cloud-Administratoren, die hybride Sicherheitskonzepte verstehen wollen
- Sicherheitsanalysten, die ihre theoretischen Grundlagen vertiefen möchten
- Supporttechniker und Helpdesk-Mitarbeitende, die in den IT-Sicherheitsbereich wechseln möchten
- Personen mit erweitertem PC-Grundlagenwissen, die eine spezialisierte IT-Karriere anstreben
Gute Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 und mindestens grundlegende Englischkenntnisse auf dem Niveau A2 werden vorausgesetzt, da ein Teil der Fachliteratur und der Tool-Dokumentation in englischer Sprache vorliegt. Teilnehmende sollten erweiterte PC-Grundlagenkenntnisse mitbringen und Interesse an digitalen Tools haben. Fortgeschrittene IT-Kenntnisse sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Spezifische Kenntnisse in Künstlicher Intelligenz oder IT-Forensik sind keine Voraussetzung.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format in Vollzeit durchgeführt. Theoretische Inhalte zu Netzwerkarchitekturen, Protokollen und Sicherheitsstandards werden in strukturierten Lehreinheiten und digitalen Lernmodulen vermittelt. Praktische Übungen — Netzwerkkonfiguration, Sicherheitsscans, Fallbeispiele zu Cyberangriffen — fördern den Transfer des Gelernten in die IT-Praxis. Laborähnliche Übungsumgebungen ermöglichen es, Sicherheitstools und Testmethoden realitätsnah einzusetzen.
Der Kurs dauert mehr als einen Monat, in der Regel zwischen acht und zwölf Wochen Vollzeitunterricht. Der genaue Stundenumfang variiert je nach Anbieter. Angesichts der Breite der Inhalte — Netzwerktechnik plus Cybersecurity — ist diese Kursdauer realistisch, um eine solide Grundqualifikation zu erwerben.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsanbieters. Einzelne Anbieter bieten ergänzend die Möglichkeit, anerkannte externe Zertifizierungsprüfungen wie Microsoft Associate, Microsoft Expert oder Linux LPIC abzulegen. Diese optionalen Prüfungen sind nicht im Basisumfang des Kurses enthalten, werden jedoch von einigen Anbietern als zusätzliche Qualifizierungsstufe angeboten und sind auf dem IT-Arbeitsmarkt international anerkannt.
Nutzen & Perspektiven
Die Nachfrage nach qualifizierten IT-Sicherheitsfachkräften übersteigt in Deutschland und Europa das Angebot erheblich. Dieser strukturelle Fachkräftemangel bedeutet für Absolventen dieses Kurses: gute Chancen auf Einstiegspositionen in einem wachsenden und gut vergüteten Berufsfeld. Wer Netzwerktechnik und Cybersecurity gemeinsam beherrscht, ist breiter aufgestellt als ein reiner Netzwerkadministrator oder ein reiner Sicherheitsanalyst. Die Kombination aus theoretischen Grundlagen und praxisorientierten Übungen — darunter Sicherheitsscans, Penetrationstests und Cloud-Sicherheitsplanung — schafft eine Qualifikation, die unmittelbar im Berufsleben einsetzbar ist. Für Personen, die in der IT tätig sind und ihre Karriere in Richtung Cybersecurity entwickeln möchten, bietet der Kurs eine strukturierte und zeiteffiziente Möglichkeit, diese Spezialisierung zu erwerben. Bei Trägern mit AZAV-Zertifizierung ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Darüber hinaus können das Qualifizierungschancengesetz, Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe am Arbeitsleben sowie Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht kommen. Eine Beratung beim zuständigen Leistungsträger klärt die konkreten Fördermöglichkeiten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche IT-Vorkenntnisse brauche ich für diesen Kurs?
Erweiterte PC-Grundlagenkenntnisse werden vorausgesetzt. Fortgeschrittene IT-Kenntnisse sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Der Kurs startet mit den Grundlagen der Netzwerktechnik und führt schrittweise in die Cybersecurity ein, sodass auch Quereinsteiger mit solider PC-Erfahrung gut folgen können.
Kann ich nach dem Kurs externe IT-Zertifizierungen ablegen?
Einzelne Anbieter bieten ergänzend die Möglichkeit, externe Zertifizierungsprüfungen wie Microsoft Associate, Microsoft Expert oder Linux LPIC abzulegen. Diese Prüfungen sind optional und nicht im Basisumfang des Kurses enthalten, bereiten jedoch auf international anerkannte Qualifikationen vor.
Was ist IT-Forensik und wie unterscheidet sie sich von Cybersecurity?
Cybersecurity befasst sich mit der Prävention und Abwehr von Cyberangriffen. IT-Forensik konzentriert sich auf die Analyse nach einem Sicherheitsvorfall: digitale Beweismittel werden gesichert, analysiert und für rechtliche oder interne Zwecke aufbereitet. Beide Bereiche ergänzen sich und sind in der Praxis eng miteinander verknüpft.
Werden Englischkenntnisse benötigt?
Grundlegende Englischkenntnisse auf dem Niveau A2 werden empfohlen, da ein Teil der Fachliteratur, Tool-Dokumentationen und internationale Sicherheitsstandards in Englisch vorliegen. Der Unterricht selbst findet auf Deutsch statt.
Ist der Kurs über einen Bildungsgutschein förderbar?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Zusätzlich kommen das Qualifizierungschancengesetz und weitere Förderinstrumente in Frage. Erkundigen Sie sich frühzeitig bei der Bundesagentur für Arbeit oder dem Jobcenter.
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