Überblick
Cybersecurity-Spezialistinnen und -Spezialisten mit forensischen Kenntnissen gehören zu den gefragtesten Profilen auf dem IT-Arbeitsmarkt. Dieser Kurs vermittelt das technische Fundament für eine Tätigkeit als IT Forensic Consultant — von den Grundlagen der Netzwerktechnik über das OSI-Referenzmodell bis zu Penetrationstests, Vulnerability Scanning, Incident Response und digitaler Forensik. Die Inhalte sind so aufgebaut, dass Personen mit IT-Grundkenntnissen systematisch in Cybersecurity-Konzepte eingeführt werden, ohne dass ein forensisches Vorstudium vorausgesetzt wird. Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt, überwiegend in Vollzeit.
Kursinhalte & Lernziele
Grundlagen der Netzwerktechnik Bevor Sicherheitsvorfälle analysiert oder Penetrationstests durchgeführt werden können, müssen die technischen Grundlagen von Netzwerken sitzen. Dieser Baustein legt das Fundament: Wie werden Daten übertragen? Welche Protokolle steuern den Datenstrom? Welche Elemente verbinden und trennen Netzwerksegmente? Die Teilnehmenden erarbeiten das notwendige Hintergrundwissen, um Netzwerkkonfigurationen zu lesen, Kommunikationspfade nachzuvollziehen und potenzielle Angriffsvektoren überhaupt erst zu erkennen.
- PC-Netzwerke: Gründe für die Vernetzung, LAN-Konzept und Dokumentationsstandards
- Grundlagen der Netzwerktechnik: Knoten, Verbindungen, Adressierung
- Datenübermittlung im Netzwerk: Pakete, Frames, Segmente
- Übertragungsmedien: Kupfer, Glasfaser, Wireless — Eigenschaften und Einsatzgebiete
- Topologien und Zugriffsverfahren: Bus, Ring, Stern, Mesh
- Koppelung und Erweiterung von Netzwerken: Switches, Router, Firewalls, Proxies
- Internet und Intranet: Unterschied, Adressräume, Routing-Konzepte
Das OSI-Referenzmodell und Protokolle Das OSI-Modell ist das Analyseraster für jede Netzwerkkommunikation — und damit auch für jeden Sicherheitsvorfall. Welche Schicht ist betroffen? Wo im Datenfluss liegt ein Angriff? Die Teilnehmenden erlernen das Modell nicht nur akademisch, sondern üben es anhand konkreter Protokolle und Angriffsszenarien ein.
- OSI-Schichtmodell: Aufgaben aller sieben Schichten und typische Protokolle je Schicht
- TCP/IP-Protokollstapel: IP, TCP, UDP, ICMP im Zusammenspiel
- Anwendungsprotokolle: HTTP, HTTPS, DNS, DHCP, SMTP, FTP
- Protokollanalyse: Paketstrukturen lesen und interpretieren
- Anwendungen im LAN: Dateifreigaben, Druckdienste, Verzeichnisdienste
- Datensicherung und Datenschutz auf Protokollebene
Cybersecurity: Grundlagen, Compliance und Management Dieser Block führt systematisch in die Welt der IT-Sicherheit ein. Ausgangspunkt sind die Grundprinzipien (CIA-Triade), dann folgen Compliance-Anforderungen — welche Standards und Vorschriften gelten in der Praxis? — und das Sicherheitsmanagement: wie wird IT-Sicherheit organisatorisch verankert?
- Cybersecurity-Prinzipien: Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit (CIA-Triade)
- Sicherheitsstandards und -frameworks im Überblick: NIST, ISO 27001, BSI-Grundschutz
- Cybersecurity-Compliance: gesetzliche und regulatorische Anforderungen (DSGVO, NIS2)
- Cybersecurity-Management: Rollenmodelle, Verantwortlichkeiten, Prozesse
- Systemverwaltung und Betriebssystemsicherheit: Rechteverwaltung, Patches, Härtung
- Rollen in der IT-Sicherheitsorganisation: CISO, SOC-Analyst, Incident Responder
Penetrationstests, Sicherheitsscans und Cyber Attacks Dieser Baustein ist der Kern der forensischen Ausbildung. Die Teilnehmenden lernen, wie Angreifer vorgehen — und wie man dieselben Techniken defensiv einsetzt, um Schwachstellen zu identifizieren, bevor ein echter Angriff sie ausnutzt.
- Phasen eines Penetrationstests: Aufklärung, Scanning, Exploitation, Reporting
- Sicherheitsscans mit branchenüblichen Werkzeugen: Netzwerk-Mapping, Port-Scanning, Vulnerability-Scanning
- Cyber-Angriffstypen: Phishing, Man-in-the-Middle, SQL-Injection, Ransomware, DDoS
- Fallbeispiel Microsoft Cloud-Sicherheitsplanung: wie Angriffsflächen in Cloud-Umgebungen bewertet werden
- Cybersecurity-Tools: Einsatz und Auswertung in der Praxis
- Incident-Response-Prozess: Erkennung, Eindämmung, Beseitigung, Nachbereitung
Praxisübungen und Fallstudienarbeit Parallel zu den inhaltlichen Blöcken werden Cybersecurity-Konzepte anhand von Fallstudien und Übungsszenarien angewendet. Das Ziel ist nicht nur das Verständnis von Konzepten, sondern die Übertragung auf realistische Situationen, wie sie im Berufsalltag eines IT Forensic Consultants auftreten.
- Netzwerktopologie analysieren und potenzielle Angriffsvektoren identifizieren
- Penetrationstest-Ablauf anhand eines Testszenarios vollständig durchführen
- Vulnerability-Scan durchführen und Bericht erstellen
- Angriffsszenario nachvollziehen und forensische Sicherungsmaßnahmen ableiten
- Log-Dateien auswerten und verdächtige Aktivitäten erkennen
- Compliance-Checkliste für ein fiktives Unternehmen erstellen
- Sicherheitskonzept für ein Netzwerksegment entwickeln
- Cloud-Sicherheitsarchitektur anhand des Microsoft-Beispiels bewerten
- Incident-Response-Plan für ein Ransomware-Szenario erarbeiten
- Ethische und rechtliche Grenzen von Penetrationstests diskutieren
- Rollenspiel: Kommunikation eines Sicherheitsvorfalls an nicht-technische Stakeholder
- Eigenes Sicherheitsaudit-Konzept dokumentieren und präsentieren
Lernziele:
Die Teilnehmenden erklären den Aufbau von PC-Netzwerken und die Funktionen der einzelnen Schichten im OSI-Referenzmodell, von der physikalischen Schicht bis zur Anwendungsschicht. Sie kennen die wichtigsten Netzwerkprotokolle — TCP/IP, UDP, DNS, DHCP, HTTP/S, ICMP — und verstehen deren Rolle im Datenübertragungsprozess. Sie klassifizieren Netzwerktopologien und wählen geeignete Verbindungselemente und Übertragungsmedien für verschiedene Netzwerkszenarien. Sie kennen die Grundprinzipien der Cybersecurity — Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit — und wenden diese auf reale Szenarien an. Sie verstehen Compliance-Anforderungen im IT-Sicherheitsbereich und kennen relevante Standards und Frameworks. Sie führen Systemtests, Sicherheitsscans und grundlegende Penetrationstests mit branchenüblichen Werkzeugen durch. Sie identifizieren gängige Angriffsformen — Phishing, Man-in-the-Middle, SQL-Injection, Ransomware, DDoS — und leiten geeignete Gegenmaßnahmen ab. Sie kennen den Ablauf eines Incident-Response-Prozesses und wissen, welche forensischen Sicherungsmaßnahmen in den frühen Phasen kritisch sind. Sie verstehen Datenschutz- und Datensicherungsanforderungen aus technischer und rechtlicher Perspektive. Sie planen und konfigurieren Grundelemente der IT-Systemsicherheit — Firewalls, Rechteverwaltung, Verschlüsselung. Sie kennen Rollen und Prozesse in der IT-Sicherheitsorganisation und können diese in Unternehmenskontexten einordnen. Sie analysieren Fallbeispiele aus der Praxis — darunter Cloud-Sicherheitsplanung auf Basis realer Incidents.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an IT-Fachkräfte, die sich auf Cybersecurity spezialisieren möchten, sowie an Personen, die ihren beruflichen Fokus auf IT-Sicherheit, digitale Forensik oder Penetrationstesting ausrichten wollen.
- Systemadministratoren und Netzwerkadministratoren, die Cybersecurity-Kenntnisse aufbauen möchten
- Cloudadministratoren, die ihre Sicherheitskompetenz erweitern wollen
- Supporttechniker, die sich für spezialisierte IT-Sicherheitsrollen qualifizieren möchten
- Fachkräfte mit IT-Hintergrund, die ihre beruflichen Chancen im wachsenden Cybersecurity-Markt nutzen wollen
- IT-Quereinsteiger mit soliden PC- und Netzwerkgrundkenntnissen
Vorausgesetzt werden gute Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 sowie mindestens grundlegende Englischkenntnisse (A2), da ein Teil der einschlägigen Fachdokumentation auf Englisch vorliegt. Erweiterte Kenntnisse in PC-Grundlagen sind erforderlich. Interesse an digitalen Tools und die Bereitschaft, sich in technisch anspruchsvolle Konzepte einzuarbeiten, werden erwartet. Fortgeschrittene IT-Kenntnisse sind hilfreich, aber kein zwingendes Aufnahmekriterium.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format durchgeführt, überwiegend in Vollzeit. Lehreinheiten, in denen Sicherheitskonzepte und Netzwerktechnik erklärt werden, wechseln sich mit angeleiteten und eigenständigen Übungseinheiten ab. Fallstudien aus der realen Sicherheitspraxis — darunter das Microsoft-Cloud-Sicherheitsbeispiel — sorgen für den Praxisbezug. Fachliche Vertiefung findet durch eigenständige Recherche und Analyse von Sicherheitsszenarien statt.
Der Kurs wird als Vollzeitmaßnahme im Combined-Learning-Format durchgeführt. Genaue Dauer und Stundenzahlen variieren je nach Anbieter und Starttermin. Die Tiefe der Inhalte — von Netzwerkgrundlagen bis zu Penetrationstests — erfordert eine mehrtägige bis mehrwöchige Lernzeit.
Der Kurs schließt mit einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung bzw. einem trägerinternen Zertifikat ab, das die erworbenen Kenntnisse als IT Forensic Consultant dokumentiert. Das Zertifikat wird durch die jeweilige Kurseinrichtung ausgestellt und belegt die Qualifizierung für Cybersecurity- und forensische IT-Rollen.
Nutzen & Perspektiven
IT-Sicherheitsvorfälle nehmen weltweit zu — und mit ihnen der Bedarf an qualifizierten Fachkräften, die angreiferische Methoden kennen, forensisch denken und Sicherheitsarchitekturen bewerten können. IT Forensic Consultants sind in Unternehmen, bei Behörden und in spezialisierten Beratungshäusern gefragt, die ihre Sicherheitspostur aktiv verbessern wollen. Die Kombination aus Netzwerktechnik-Grundlagen und Cybersecurity-Spezialisierung macht den Kurs zu einer vollständigen Einstiegsqualifizierung: Wer von der Netzwerkschicht bis zum Penetrationstest denken kann, versteht Sicherheitsvorfälle in ihrer vollen technischen Tiefe — und das ist eine Grundvoraussetzung für effektive forensische Arbeit. Durch das Combined-Learning-Format und den Vollzeitmodus wird der Qualifizierungsprozess kompakt gehalten — für Personen, die schnell in den Arbeitsmarkt für IT-Sicherheit einsteigen möchten, ist das eine direkte und strukturierte Vorbereitung auf spezialisierte Rollen wie Cybersecurity-Analyst, SOC-Analyst oder Incident Responder.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist ein IT Forensic Consultant?
Ein IT Forensic Consultant analysiert Sicherheitsvorfälle in IT-Systemen, sichert digitale Beweise, identifiziert Angriffswege und leitet Gegenmaßnahmen ein. Die Rolle verbindet Netzwerktechnikkenntnisse mit forensischer Analyse und Cybersecurity-Kompetenz.
Welche Vorkenntnisse brauche ich?
Gute Deutschkenntnisse (B2), elementare Englischkenntnisse (A2) und erweiterte PC-Grundkenntnisse sind Pflicht. Fortgeschrittene IT-Kenntnisse — etwa aus Systemadministration oder Netzwerkbetrieb — sind hilfreich, aber kein zwingendes Aufnahmeerfordernis.
Was lerne ich über Penetrationstests?
Der Kurs vermittelt die Phasen eines Penetrationstests — Aufklärung, Scanning, Exploitation und Reporting — sowie den Einsatz branchenüblicher Werkzeuge für Netzwerk-Mapping, Port-Scanning und Vulnerability-Scanning. Ethische und rechtliche Grenzen werden ebenfalls behandelt.
Welches Zertifikat erhalte ich nach dem Kurs?
Nach Kursabschluss wird eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung bzw. ein trägerinternes Zertifikat ausgestellt, das die Qualifizierung als IT Forensic Consultant belegt. Es handelt sich um ein trägerseitig ausgestelltes Dokument, nicht um eine externe Herstellerzertifizierung.
Wie unterscheidet sich dieser Kurs von einem reinen Cybersecurity-Kurs?
Dieser Kurs verbindet Netzwerktechnik-Grundlagen mit Cybersecurity und forensischer Analyse. Während reine Cybersecurity-Kurse oft auf Abwehr- und Compliance-Themen fokussieren, werden hier auch forensische Sicherungsmaßnahmen und die technische Rekonstruktion von Angriffspfaden behandelt.
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