Überblick
In IT-Projekten wird Sicherheit oft erst nachträglich betrachtet — als Prüfschritt kurz vor dem Go-live, statt als Bestandteil jeder Projektphase. Diese Weiterbildung dreht diese Reihenfolge um: Sie vermittelt IT-Projektmanagerinnen und -managern praxisnahes Wissen, wie Netzwerksicherheit von der ersten Planungsphase an mitgedacht und in den gesamten Projektverlauf eingebettet wird. Teilnehmende lernen, Risiken systematisch zu erkennen und zu bewerten, geeignete Sicherheitsvorkehrungen abzuleiten und diese in klassische wie agile Projektmanagement-Abläufe zu integrieren. Der Kurs verbindet dabei etablierte Projektmanagement-Prinzipien mit agilen Arbeitsweisen und Werkzeugen wie Scrum und Jira, sodass Sicherheit als fester Bestandteil jeder Projektphase verankert wird, statt als nachgelagerte Kontrolle.
Kursinhalte & Lernziele
Einführung in die Netzwerksicherheit in IT-Projekten Der erste Block schafft das gemeinsame Grundverständnis dafür, warum Cybersicherheit kein IT-internes Randthema, sondern ein zentraler Erfolgsfaktor jedes IT-Projekts ist. Teilnehmende lernen die CIA-Triade als gedankliches Grundgerüst kennen und üben, Schwachstellen in bestehenden oder geplanten IT-Infrastrukturen systematisch zu erfassen.
- Bedeutung von Cybersicherheit im Kontext des IT-Projektmanagements
- Grundprinzipien Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit (CIA-Triade)
- Systematische Analyse von Schwachstellen in IT-Infrastrukturen
- Abgrenzung zwischen technischer Sicherheit und projektbezogener Sicherheitsverantwortung
- Typische Sicherheitslücken in frühen Projektphasen erkennen
Risikomanagement und Bedrohungsabwehr Im zweiten Block steht die strukturierte Bewertung von Risiken im Mittelpunkt. Teilnehmende lernen, Bedrohungen nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit dem jeweiligen Projektkontext einzuschätzen, und entwickeln daraus konkrete, umsetzbare Schutzstrategien.
- Systematische Bewertung potenzieller Risiken und Bedrohungen
- Entwicklung proaktiver Schutzstrategien statt reaktiver Nachbesserung
- Einsatz agiler Methoden zur flexiblen Risikominimierung
- Priorisierung von Sicherheitsvorkehrungen nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung
- Dokumentation von Risiken als fester Bestandteil der Projektplanung
Sichere Planung und Umsetzung von IT-Projekten Der dritte Block behandelt, wie Sicherheitsziele konkret in Projektpläne überführt werden. Teilnehmende lernen, Sicherheitskonzepte für unterschiedliche technische Umgebungen zu entwerfen und internationale Standards bei der Projektplanung zu berücksichtigen.
- Integration von Netzwerksicherheitszielen in Projektpläne
- Einhaltung internationaler Sicherheitsstandards bei der Projektumsetzung
- Erstellung von Sicherheitskonzepten für On-Premise-Systeme
- Erstellung von Sicherheitskonzepten für Cloud-Systeme
- Abstimmung von Sicherheitsanforderungen zwischen Fachbereich und IT
Agiles Sicherheitsmanagement und Scrum-Integration Der vierte Block zeigt, wie Sicherheitsprozesse in agile Arbeitsweisen eingebettet werden, ohne den agilen Rhythmus zu stören. Teilnehmende lernen, wie Sicherheitsthemen im Backlog gepflegt und mit Jira nachverfolgt werden.
- Anwendung agiler Prinzipien auf Sicherheitsprozesse
- Planung und Durchführung von Sicherheitssprints
- Backlog-Pflege und Risikoverfolgung mit Jira
- Einbindung von Cybersicherheit in iterative Entwicklungsprozesse
- Zusammenarbeit zwischen Scrum-Team und Sicherheitsverantwortlichen
Vorfallreaktion, Sicherheitskommunikation und Projektabschluss Der fünfte Block widmet sich der Frage, was passiert, wenn trotz sorgfältiger Planung ein Sicherheitsvorfall eintritt, sowie der Überwachung und Nachsorge nach Projektabschluss.
- Entwicklung konkreter Notfallpläne für Sicherheitsvorfälle
- Kommunikationsstrategien für den Ernstfall
- Zusammenarbeit zwischen Projektleitung, IT-Team und Security-Expertinnen und -Experten
- Definition sicherheitsrelevanter Ziele über den gesamten Projektverlauf
- Überwachung, Kontrolle und Nachsorge nach Projektabschluss
Praxisblock Im Praxisblock übertragen Teilnehmende die Inhalte auf konkrete, projektnahe Übungsszenarien, die typische Situationen aus dem IT-Projektalltag abbilden.
- Erstellung eines Schwachstellenprofils für eine fiktive IT-Infrastruktur
- Durchführung einer strukturierten Risikobewertung für ein Beispielprojekt
- Entwicklung eines Sicherheitskonzepts für eine geplante Cloud-Migration
- Integration von Sicherheitszielen in einen bestehenden Projektplan
- Planung eines Sicherheitssprints mit priorisiertem Backlog
- Einrichtung einer Risikoverfolgung in Jira anhand eines Beispielprojekts
- Erstellung eines Notfallplans für ein simuliertes Sicherheitsereignis
- Formulierung einer Kommunikationsstrategie für einen Ernstfall
- Analyse eines Zielkonflikts zwischen Projektlaufzeit und Sicherheitsanforderungen
- Entwicklung von Kontrollpunkten zur Überwachung sicherheitsrelevanter Projektziele
- Abschlussbewertung eines Projekts anhand definierter Sicherheitskriterien
- Rückschau der eigenen Rolle als IT-Projektmanager:in mit Sicherheitsverantwortung
Der Kurs verbindet bewährte IT-Projektmanagement-Methoden durchgängig mit agilen Ansätzen und modernen Werkzeugen, sodass Sicherheitsvorkehrungen nicht als zusätzlicher Aufwand, sondern als integraler Bestandteil der täglichen Projektarbeit erlebt werden.
Lernziele:
Nach erfolgreichem Abschluss dieses Kurses beherrschen die Teilnehmenden folgende Kompetenzen.
- die Bedeutung von Cybersicherheit im Kontext des IT-Projektmanagements einordnen
- die Grundprinzipien Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit (CIA-Triade) auf Projektsituationen anwenden
- Schwachstellen in IT-Infrastrukturen im Rahmen einer Projektplanung identifizieren
- potenzielle Risiken und Bedrohungen strukturiert bewerten
- proaktive Schutzstrategien für laufende IT-Projekte entwickeln
- Netzwerksicherheitsziele von Beginn an in Projektpläne integrieren
- Sicherheitskonzepte für On-Premise- und Cloud-Systeme im Projektkontext erstellen
- agile Prinzipien gezielt auf Sicherheitsprozesse übertragen
- Sicherheitssprints planen und mit Jira nachverfolgen
- Notfallpläne für sicherheitsrelevante Vorfälle in Projekten entwickeln
- Kommunikationsstrategien für den Ernstfall zwischen Projektleitung, IT-Team und Security-Verantwortlichen festlegen
- sicherheitsrelevante Ziele über den gesamten Projektverlauf überwachen, kontrollieren und nachhalten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an alle, die IT-Projekte sicher, zuverlässig und zukunftsfähig umsetzen möchten und ihre Verantwortung um den Bereich Cybersicherheit erweitern wollen.
- IT-Projektmanagerinnen und -manager, die Sicherheitsaspekte systematisch in ihre Projekte integrieren möchten
- Scrum Master und agile Coaches, die Sicherheitsprozesse in bestehende Abläufe einbetten
- IT-Sicherheitsbeauftragte, die enger mit Projektteams zusammenarbeiten
- Teamleitungen in IT-Projekten mit wachsender Verantwortung für Netzwerksicherheit
Grundkenntnisse im IT-Projektmanagement sowie ein grundlegendes Verständnis von IT-Infrastrukturen werden vorausgesetzt. Erfahrungen mit agilen Methoden wie Scrum sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich, da die entsprechenden Grundlagen im Kurs mitbehandelt werden. Vertiefte Sicherheits- oder Netzwerktechnik-Kenntnisse sind nicht notwendig, ein technisches Grundverständnis erleichtert den Einstieg jedoch.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs kombiniert die theoretische Einordnung von Sicherheitsprinzipien mit konkreten, projektnahen Übungsszenarien, die den Aufbau eines realen IT-Projekts nachbilden. Der Aufbau folgt bewusst dem tatsächlichen Projektverlauf — von der Schwachstellenanalyse über die Risikobewertung bis zur Vorfallreaktion — sodass Teilnehmende die Inhalte in der Reihenfolge kennenlernen, in der sie in der Praxis relevant werden. Werkzeuge wie Jira werden anhand konkreter Beispiele eingeübt.
Die Weiterbildung ist als Combined-Learning-Format angelegt und wird überwiegend in Teilzeit, in einzelnen Terminvarianten auch in Vollzeit angeboten. Der modulare Aufbau ermöglicht es, die fünf inhaltlichen Blöcke von der Grundlagenvermittlung bis zur Vorfallreaktion in sinnvollen Etappen zu durchlaufen.
Die Weiterbildung schließt mit einem Lehrgangszertifikat des Bildungsanbieters ab, das die erworbenen Kenntnisse zur Integration von Netzwerksicherheit in das IT-Projektmanagement dokumentiert.
Nutzen & Perspektiven
In einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt entscheidet oft nicht die Technik allein über den Projekterfolg, sondern die Frage, ob Sicherheitsrisiken rechtzeitig erkannt und eingeplant wurden. IT-Projektmanagerinnen und -manager, die Sicherheitsaspekte souverän in ihre Projektarbeit integrieren, übernehmen eine Rolle, die in kaum einem größeren IT-Vorhaben mehr fehlen darf. Die Verbindung aus klassischem Projektmanagement, agilen Methoden und konkretem Werkzeugeinsatz wie Jira macht den Kurs besonders praxisnah: Statt abstrakter Sicherheitsvorgaben lernen Teilnehmende, wie sich Risikobewertung, Sicherheitssprints und Notfallpläne tatsächlich in den Projektalltag einfügen, ohne den Projektfortschritt auszubremsen. Für die berufliche Weiterentwicklung eröffnet dieses Wissen Perspektiven als Sicherheitsverantwortliche in IT-Projekten, als Bindeglied zwischen Projektleitung und IT-Sicherheitsteam oder als Ansprechperson für sicherheitsrelevante Fragestellungen in agilen Teams — eine Kombination, die angesichts wachsender Cyberrisiken in nahezu jeder Branche gefragt ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich vertiefte IT-Sicherheitskenntnisse für diesen Kurs?
Nein, vertiefte Sicherheits- oder Netzwerktechnik-Kenntnisse sind nicht erforderlich. Vorausgesetzt werden Grundkenntnisse im IT-Projektmanagement und ein grundlegendes Verständnis von IT-Infrastrukturen; sicherheitsrelevantes Wissen wird im Kurs aufgebaut.
Wie werden agile Methoden im Kurs behandelt?
Der Kurs zeigt, wie Sicherheitsprozesse mit agilen Prinzipien und Werkzeugen wie Jira verzahnt werden, etwa durch Sicherheitssprints und Backlog-Pflege. Scrum-Grundlagen werden dabei mitbehandelt, sodass Vorerfahrung hilfreich, aber nicht zwingend ist.
Werden sowohl Cloud- als auch On-Premise-Umgebungen behandelt?
Ja, ein eigener Themenblock widmet sich der Erstellung von Sicherheitskonzepten sowohl für On-Premise-Systeme als auch für Cloud-Umgebungen, da beide in der Projektpraxis häufig nebeneinander vorkommen.
In welchem Format findet der Kurs statt?
Der Kurs wird als Combined Learning angeboten und überwiegend in Teilzeit, in einzelnen Terminvarianten auch in Vollzeit durchgeführt. Der modulare Aufbau folgt dem tatsächlichen Ablauf eines IT-Projekts.
Was lerne ich zur Reaktion auf Sicherheitsvorfälle?
Sie entwickeln konkrete Notfallpläne für Sicherheitsvorfälle und lernen Kommunikationsstrategien für den Ernstfall kennen, einschließlich der Zusammenarbeit zwischen Projektleitung, IT-Team und Security-Verantwortlichen.
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