Überblick
Dieser Kurs bildet den strukturierten Einstieg in die berufliche IT-Sicherheit und bereitet auf die TÜV-Zertifizierung als IT-Security-Beauftragter vor. Im Unterschied zu tiefergehenden Managementkursen, die ein ISMS bereits operativ steuern, liegt der Fokus hier auf dem grundlegenden Verständnis: Was sind die wichtigsten Rahmenbedingungen der Informationssicherheit? Welche rechtlichen Anforderungen stellt die DSGVO? Wie funktioniert ISO 27001 im Überblick? Und welche Standards gibt das BSI vor? Wer diesen Kurs absolviert, ist in der Lage, eine IT-Security-Beauftragten-Rolle im Unternehmen auszufüllen und die Grundvoraussetzung für weiterführende Qualifikationen — etwa zur IT-Sicherheitskoordinator:in — zu erfüllen.
Kursinhalte & Lernziele
Rahmenbedingungen der Informationssicherheit Den Einstieg bildet ein Überblick über das Gesamtfeld der Informationssicherheit — von der Frage, was unter Informationssicherheit zu verstehen ist, über die wichtigsten Schutzziele bis hin zur Abgrenzung von IT-Sicherheit, Datenschutz und Informationssicherheitsmanagement. Teilnehmende verstehen, welche Risiken Unternehmen durch fehlende oder unzureichende Sicherheitskonzepte eingehen und welche Konsequenzen — rechtlich wie wirtschaftlich — daraus entstehen können.
- Grundbegriffe und Schutzziele der Informationssicherheit
- Abgrenzung von IT-Sicherheit, Datenschutz und Informationssicherheit
- Organisatorische Verantwortlichkeiten und Rollen
- Typische Schwachstellen in Unternehmensumgebungen
- Wirtschaftliche und rechtliche Konsequenzen von Sicherheitsvorfällen
Rechtliche Anforderungen und DSGVO Ohne Kenntnis der rechtlichen Grundlagen kann die IT-Security-Beauftragten-Rolle nicht vollständig ausgeübt werden. Dieser Abschnitt vermittelt die wichtigsten Rechtsvorschriften, die IT-Systeme und Datenverarbeitung berühren — mit Schwerpunkt auf der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Praktische Beispiele zeigen, wo IT-Sicherheit und Datenschutz übereinstimmen und wo sie sich unterscheiden.
- DSGVO: Grundprinzipien, betroffene Verarbeitungen und Pflichten
- Technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs) nach Art. 32 DSGVO
- Meldepflichten bei Datenschutzverletzungen
- Zusammenarbeit zwischen IT-Security-Beauftragten und Datenschutzbeauftragten
- Weitere relevante Rechtsvorschriften (BDSG, BSI-Gesetz, IT-Sicherheitsgesetz 2.0)
Informations-, System- und Netzwerksicherheit Dieser Modulblock deckt die technischen Kernbereiche ab, die ein IT-Security-Beauftragter überblicken muss. Ziel ist kein tiefes Spezialistenwissen, sondern ein belastbares Verständnis der wesentlichen Gefährdungen und Gegenmaßnahmen — von der Netzwerkarchitektur über die Endpoint-Sicherheit bis hin zu kryptografischen Grundprinzipien.
- Bedrohungsszenarien für Netzwerke und Systeme
- Sicherheitsmaßnahmen für Endgeräte, Server und Netzwerkinfrastruktur
- Zugriffskontrollen und Identitätsmanagement im Unternehmensumfeld
- Grundprinzipien der Verschlüsselung und sicherer Übertragung
- Incident-Response-Grundlagen: Erkennung, Meldung, erste Reaktion
ISO 27001 und BSI-Standards im Überblick Ohne Normenkenntnisse können IT-Security-Beauftragte nicht effektiv kommunizieren — weder mit externen Auditoren noch mit der Unternehmensleitung. Dieser Abschnitt gibt einen strukturierten Überblick über die ISO/IEC 27001 und die BSI-Standardsreihe (100er- und 200er-Reihe). Das Ziel ist ein Verständnis der Logik hinter diesen Standards, nicht deren vollständige Implementierung — das ist Thema des Aufbaukurses zur IT-Sicherheitskoordinator:in.
- Aufbau und Logik der ISO/IEC 27001
- Zusammenhang zwischen Norm, Risikomanagement und Kontrollen
- BSI IT-Grundschutz: Vorgehensweise und Bausteine
- Risikoanalyse-Grundlagen nach ISO/IEC 27005
- Zertifizierungsprozess nach ISO/IEC 27001 im Überblick
Praxisszenarien aus dem Beauftragten-Alltag Abschließend werden Querschnittsthemen und typische Situationen aus der Praxis eines IT-Security-Beauftragten bearbeitet. Teilnehmende arbeiten mit Fallbeispielen, die reale organisatorische und technische Herausforderungen nachbilden, und vertiefen damit das theoretische Wissen aus den vorangegangenen Modulen.
- Analyse von Sicherheitsvorfällen anhand von Fallbeispielen
- Erstellen eines einfachen Sicherheitskonzepts für ein fiktives Unternehmen
- Schutzbedarfsfeststellung und Risikopriorisierung üben
- DSGVO-Konformitätsprüfung einer IT-Verarbeitung
- BSI-Maßnahmenkataloge auf ein Szenario anwenden
- Abgrenzungsübungen: Wann ist ISO 27001 relevant, wann BSI-Grundschutz?
- Dokumentationsübungen für Sicherheitsrichtlinien
- Kommunikation von Risiken gegenüber der Geschäftsleitung üben
- Checklisten für die häufigsten Beauftragten-Aufgaben
- Fallstudie: Reaktion auf eine DSGVO-Datenpanne
- Rollenspiel: Vortrag vor dem Management zu einem Sicherheitsvorfall
Die Praxisszenarien sind so gestaltet, dass Teilnehmende den Transfer vom Lehrinhalt zur beruflichen Realität aktiv vollziehen. Wer nach diesem Kurs in einem Unternehmen die IT-Security-Beauftragten-Rolle übernimmt, kann typische Aufgaben strukturiert angehen — von der Risikoeinschätzung über die DSGVO-Konformitätsprüfung bis zur Dokumentation von Sicherheitsrichtlinien.
Lernziele:
- grundlegende Rahmenbedingungen der Informationssicherheit im Unternehmensumfeld benennen
- relevante Rechtsvorschriften, insbesondere die DSGVO, in ihrer Bedeutung für die IT-Sicherheit einordnen
- die Schutzbedarfsfeststellung für Informationen, Systeme und Netzwerke strukturiert vornehmen
- ISO 27001 als Managementnormen-Überblick verstehen und erste Implikationen für die Unternehmenspraxis ableiten
- BSI-Standards und -Vorgaben kennen und deren Anwendungsbereiche einordnen
- typische Bedrohungen für die Informations-, System- und Netzwerksicherheit benennen und Gegenmaßnahmen skizzieren
- die Rolle eines IT-Security-Beauftragten im organisatorischen Kontext abgrenzen
- erste Sicherheitskonzepte strukturiert dokumentieren
- Grundelemente eines Risikomanagements im Bereich Informationssicherheit verstehen
- DSGVO-konforme Prozesse für IT-Systeme und Datenverarbeitung grundlegend einschätzen
- technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs) nach Art. 32 DSGVO benennen und einordnen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen, die in einem Unternehmen eine IT-Security-Beauftragten-Rolle übernehmen sollen oder möchten — ohne dass dafür bereits eine formale IT-Sicherheitsqualifikation vorhanden sein muss. IT-Grundkenntnisse erleichtern den Einstieg, sind aber keine zwingende Voraussetzung.
- IT-Fachkräfte, die erstmals Sicherheitsverantwortung übernehmen
- Systemadministratoren und Netzwerktechniker, die ihre Sicherheitskompetenz formal nachweisen möchten
- Quereinsteiger mit Berufserfahrung, die in den IT-Sicherheitsbereich wechseln wollen
- Personen, die die TÜV-Zertifizierung als Einstieg in eine weiterführende Qualifikation als IT-Sicherheitskoordinator:in anstreben
- IT-Verantwortliche in kleinen und mittelständischen Unternehmen ohne eigenständige Sicherheitsabteilung
Eine abgeschlossene Berufsausbildung, ein Studium oder ausreichende Berufserfahrung wird erwartet. Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sowie grundlegende PC-Kenntnisse sind erforderlich. Spezifische IT-Sicherheitsvorkenntnisse sind keine formale Voraussetzung; praktische IT-Erfahrung ist jedoch von Vorteil.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im kombinierten Format aus betreuten Präsenz- und Online-Lerneinheiten durchgeführt. Normtexte und Fallstudien aus dem beruflichen Alltag von IT-Security-Beauftragten bilden die inhaltliche Grundlage. Theorie und Anwendung wechseln sich so ab, dass Teilnehmende die erworbenen Konzepte direkt auf eigene berufliche Situationen übertragen können.
Der Kurs erstreckt sich über mehr als eine Woche bis zu einem Monat. Vollzeit- und Teilzeitvarianten stehen zur Verfügung. Dieser Zeitrahmen ermöglicht eine gründliche Behandlung aller Themenbereiche und ausreichend Übungszeit vor der abschließenden TÜV-Prüfung.
Der Kurs schließt mit einem Trägerzertifikat sowie der TÜV-Zertifizierung als IT-Security-Beauftragter ab. Wie bei der IT-Security-Manager:in-Zertifizierung handelt es sich um eine Personenzertifizierung der TÜV-Organisation auf Basis eines definierten Curriculums — kein staatlich anerkannter Berufsabschluss, aber ein branchenweit bekannter Nachweis von Grundlagenkompetenz in der Informationssicherheit. Das Zertifikat ist zugleich Zugangsvoraussetzung für den weiterführenden Kurs zur IT-Sicherheitskoordinator:in (TÜV).
Nutzen & Perspektiven
Jedes Unternehmen, das personenbezogene Daten verarbeitet oder IT-Systeme betreibt, hat ein Interesse daran, Sicherheitsverantwortung klar zu benennen und zu dokumentieren. Die TÜV-Zertifizierung als IT-Security-Beauftragter schafft genau diesen Nachweis: eine strukturierte Grundlagenqualifikation, die zeigt, dass der oder die Verantwortliche die wesentlichen rechtlichen und technischen Anforderungen kennt. Für Fachkräfte, die sich beruflich im Bereich IT-Sicherheit etablieren möchten, ist dieses Zertifikat ein anerkannter erster Schritt. Es signalisiert nicht nur das erworbene Wissen, sondern auch die Bereitschaft, Sicherheitsverantwortung systematisch und nachweisbar zu übernehmen — ein Merkmal, das insbesondere in Mittelstandsunternehmen und im öffentlichen Sektor geschätzt wird. Als Einstiegszertifizierung öffnet der Abschluss gleichzeitig den Weg zur Aufbaustufe — der TÜV-Zertifizierung als IT-Sicherheitskoordinator:in und IT-Security-Manager:in — und bildet damit den Beginn eines strukturierten Karrierepfads in der Informationssicherheit.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was macht ein IT-Security-Beauftragter im Unternehmen?
Ein IT-Security-Beauftragter ist die erste Anlaufstelle für Fragen der Informationssicherheit im Betrieb. Zu den typischen Aufgaben gehören die Schutzbedarfsfeststellung, die Dokumentation von Sicherheitsrichtlinien, die Überwachung technischer Schutzmaßnahmen und die Zusammenarbeit mit dem Datenschutzbeauftragten bei DSGVO-relevanten Vorgängen.
Was bedeutet die TÜV-Zertifizierung als IT-Security-Beauftragter?
Es handelt sich um eine Personenzertifizierung der TÜV-Organisation auf Basis eines definierten Curriculums. Die Zertifizierung ist kein staatlicher Abschluss, aber branchenweit anerkannt und signalisiert, dass der oder die Zertifizierte die Grundlagen der Informationssicherheit kennt und dokumentiert nachgewiesen hat.
Welche Vorkenntnisse sind notwendig?
Eine abgeschlossene Ausbildung oder ausreichende Berufserfahrung sowie grundlegende PC-Kenntnisse werden erwartet. Spezifisches IT-Sicherheitswissen ist keine formale Voraussetzung, erleichtert aber den Einstieg. Der Kurs vermittelt die fachlichen Grundlagen weitgehend selbst.
Kann ich nach diesem Kurs den Aufbaukurs zur IT-Sicherheitskoordinator:in belegen?
Ja. Die TÜV-Zertifizierung als IT-Security-Beauftragter ist die formale Zugangsvoraussetzung für den weiterführenden Kurs zur IT-Sicherheitskoordinator:in inkl. IT-Security-Manager:in-Zertifizierung. Die beiden Kurse bilden einen aufeinander aufbauenden Qualifikationspfad.
Welche rechtlichen Inhalte werden im Kurs behandelt?
Der Kurs behandelt die DSGVO mit Fokus auf technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs nach Art. 32), Meldepflichten bei Datenschutzverletzungen sowie weitere relevante Rechtsvorschriften wie das BDSG, das BSI-Gesetz und das IT-Sicherheitsgesetz 2.0. Die Verbindung zwischen rechtlichen Anforderungen und technischer Umsetzung steht dabei im Vordergrund.
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- IT-Sicherheitskoordinator/IT-Sicherheitskoordinatorin87 Stellen
- Datenschutzbeauftragter/Datenschutzbeauftragte47 Stellen
- IT-Dispatcher/IT-Dispatcherin20 Stellen