Überblick
Product Owner und Product Manager verbringen einen Großteil ihrer Arbeitszeit mit Kommunikation: mit Stakeholdern, mit dem Entwicklungsteam, mit Kundinnen und Kunden. Dieser Kurs vermittelt die zentralen Kommunikationsmodelle der Kommunikationswissenschaft und überträgt sie konsequent auf den Alltag im Product Management. Von klassischen Modellen wie dem Sender-Empfänger-Modell und dem Vier-Ohren-Modell von Schulz von Thun bis zur gewaltfreien Kommunikation als Konfliktlösungsansatz lernen die Teilnehmenden, Kommunikationssituationen bewusst zu analysieren, eigene Botschaften klarer zu gestalten und typische Missverständnisse in Stakeholder- und Teamgesprächen zu vermeiden. Ergänzend wird beleuchtet, wie sich KI-Tools bei der Vorbereitung und Nachbereitung anspruchsvoller Kommunikationssituationen unterstützend einsetzen lassen.
Kursinhalte & Lernziele
Der erste Themenblock verschafft einen Überblick über die wichtigsten Kommunikationsmodelle, von klassischen bis zu moderneren Ansätzen, und legt damit die begriffliche und konzeptionelle Grundlage für den gesamten Kurs.
- Überblick über klassische und moderne Kommunikationsmodelle
- das Sender-Empfänger-Modell und seine Grenzen
- Bedeutung von Kontext und Kanal für die Kommunikationswirkung
- Einordnung der Modelle in den Alltag des Product Managements
- erste Anwendungsbeispiele aus der Produktarbeit
Im zweiten Block steht das Vier-Ohren-Modell von Schulz von Thun im Mittelpunkt, eines der einflussreichsten Modelle zur Analyse von Kommunikationssituationen im deutschsprachigen Raum. Teilnehmende lernen, wie sich mit diesem Modell Missverständnisse zwischen Product Owner, Team und Stakeholdern erklären und auflösen lassen.
- die vier Ebenen einer Nachricht: Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung und Appell
- typische Fehlinterpretationen auf Empfängerseite
- Anwendung des Modells auf Feedback-Gespräche im Team
- Anwendung des Modells auf kritische Rückmeldungen von Stakeholdern
- Übungssituationen zur Einordnung mehrdeutiger Aussagen
Der dritte Block widmet sich der gewaltfreien Kommunikation als Modell für konstruktive Teamkommunikation und Konfliktlösung sowie der Übertragung von Kommunikationsmodellen auf Stakeholder-Gespräche und Meetings.
- Grundstruktur der gewaltfreien Kommunikation: Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte
- Anwendung der gewaltfreien Kommunikation in Konfliktsituationen im Team
- Vorbereitung und Strukturierung von Stakeholder-Gesprächen
- Umgang mit Widerstand und kritischen Rückfragen in Meetings
- Aufbau überzeugender Präsentationen auf Basis kommunikationstheoretischer Prinzipien
Der vierte Block überträgt die Modelle auf digitale und nonverbale Kommunikationsformen sowie auf die besonderen Anforderungen verteilter Produktteams, ergänzt um den Einsatz von KI-Werkzeugen zur Gesprächsvorbereitung.
- nonverbale Kommunikationssignale und ihre Wirkung
- Besonderheiten schriftlicher und digitaler Kommunikation
- Kommunikationsherausforderungen in Remote- und hybriden Produktteams
- Einsatz von KI-Tools zur Vorbereitung und Nachbereitung von Gesprächen
- Grenzen und sinnvoller Einsatz KI-gestützter Kommunikationsanalyse
Im begleitenden Praxisteil wenden die Teilnehmenden die Kommunikationsmodelle in Rollenspielen und Fallstudien auf reale Situationen aus dem Product-Management-Alltag an, sodass Theorie und eigenes Kommunikationsverhalten unmittelbar zusammengeführt werden.
- Rollenspiel zu einem schwierigen Stakeholder-Gespräch
- Analyse einer missverständlichen Team-Nachricht mit dem Vier-Ohren-Modell
- Formulierung einer Bitte nach den Prinzipien der gewaltfreien Kommunikation
- Vorbereitung eines Feedback-Gesprächs mit einem Entwicklungsteam
- Simulation eines Konflikts zwischen Product Owner und Fachbereich
- Aufbau einer Kurzpräsentation für ein Stakeholder-Meeting
- Einsatz eines KI-Tools zur Vorbereitung eines schwierigen Gesprächs
- Einordnung nonverbaler Signale in einer Videokonferenz-Situation
- Übung zur Formulierung klarer, appellfreier Sachaussagen
- Fallstudie zu einem eskalierten Remote-Team-Konflikt
Über die einzelnen Modelle hinaus verfolgt der Kurs ein übergeordnetes Ziel: Teilnehmende sollen Kommunikationssituationen nicht mehr nur intuitiv, sondern mit einem klaren analytischen Blick einordnen können. Diese Fähigkeit ist im Product Management besonders wertvoll, weil Product Owner ständig zwischen unterschiedlichen Interessengruppen vermitteln müssen — zwischen Entwicklungsteam, Geschäftsführung, Vertrieb und Kundinnen sowie Kunden. Die Verbindung aus etablierten Kommunikationsmodellen und aktuellen digitalen Werkzeugen macht den Kurs besonders alltagstauglich: Statt reiner Theorie erhalten die Teilnehmenden konkrete Ansatzpunkte, wie sie ihre nächste Produktentscheidung, ihr nächstes Stakeholder-Gespräch oder ihr nächstes Team-Meeting gezielter vorbereiten können.
Lernziele:
Nach Abschluss dieses Kurses beherrschen die Teilnehmenden folgende Kompetenzen.
- zentrale Kommunikationsmodelle der Kommunikationswissenschaft benennen und unterscheiden
- das Sender-Empfänger-Modell auf konkrete Situationen im Product Management anwenden
- das Vier-Ohren-Modell von Schulz von Thun zur Analyse von Missverständnissen einsetzen
- Prinzipien der gewaltfreien Kommunikation in Teamgesprächen anwenden
- Kommunikationsmodelle gezielt für Stakeholder-Gespräche nutzen
- nonverbale und digitale Kommunikationssignale bewusst wahrnehmen und einordnen
- Kommunikationsmodelle zur konstruktiven Lösung von Konflikten und zur Feedback-Gestaltung einsetzen
- KI-Tools zur Vorbereitung und Analyse von Kommunikationssituationen nutzen
- Meetings und Präsentationen mithilfe kommunikationstheoretischer Prinzipien strukturieren
- Besonderheiten der Kommunikation in Remote-Teams und verteilten Produktteams berücksichtigen
- die eigene Kommunikationswirkung durchdacht einschätzen und gezielt weiterentwickeln
- typische Kommunikationsfallen im Product-Owner-Alltag frühzeitig erkennen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an alle, die im Product Management oder in angrenzenden Rollen regelmäßig zwischen unterschiedlichen Interessengruppen kommunizieren und ihre Kommunikationswirkung gezielt verbessern möchten.
- Product Owner und Product Manager, die ihre Gesprächsführung professionalisieren wollen
- Agile Coaches, die Kommunikationsmodelle in Teams vermitteln möchten
- Quereinsteigende und Berufsrückkehrende mit Interesse an einer Rolle im Product Management
- Fachkräfte mit digitalem Interesse, die in produktnahe Rollen wechseln möchten
- Personen, die Konflikte im Team- und Stakeholder-Kontext souveräner lösen wollen
Vorausgesetzt werden Grundkenntnisse im Umgang mit digitalen Tools sowie Deutschkenntnisse auf mindestens B2-Niveau, da die Kommunikationsmodelle sprachlich präzise vermittelt und diskutiert werden. Ein grundsätzliches Interesse an Fragestellungen des Product Managements oder der Product-Owner-Rolle erleichtert die Einordnung der Praxisbeispiele, ist aber keine formale Zugangsvoraussetzung. Vorerfahrung mit Kommunikationsmodellen ist nicht erforderlich, der Kurs baut die Inhalte systematisch von den Grundlagen auf.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet als virtuelles Klassenzimmer statt und verbindet kompakte theoretische Einführungen in die jeweiligen Kommunikationsmodelle mit Rollenspielen und Fallstudien, in denen die Modelle unmittelbar an realistischen Situationen aus dem Product-Management-Alltag erprobt werden. Werkzeuge wie Miro und Notion unterstützen die gemeinsame Erarbeitung von Beispielen, während Tools wie MS Teams und Confluence die Zusammenarbeit im virtuellen Format abbilden. Der interaktive Charakter steht im Vordergrund: Kommunikationsmodelle werden nicht nur erklärt, sondern in Übungssituationen direkt angewendet und gemeinsam durchdacht.
Die Weiterbildung wird überwiegend in Teilzeit angeboten, in einzelnen Varianten auch in Vollzeit, und ist inhaltlich so aufgebaut, dass die Kommunikationsmodelle aufeinander aufbauen — von den Grundlagen bis zur Anwendung in komplexeren Konflikt- und Stakeholder-Situationen. Der konkrete zeitliche Umfang richtet sich nach der gebuchten Kursvariante und wird bei der Anmeldung mitgeteilt.
Die Teilnehmenden erhalten ein Zertifikat des Kursanbieters mit dem Titel "Kommunikationsmodelle für Product Owner", das die besuchten Inhalte und den Kursumfang dokumentiert. Es handelt sich um ein trägerinternes Zertifikat und keine externe, herstellerseitige Prüfung, was dem Charakter des Kurses als praxisorientierte Kommunikationsschulung entspricht.
Nutzen & Perspektiven
Der Mehrwert dieses Kurses liegt darin, dass er Kommunikation nicht als weiche, schwer greifbare Fähigkeit belässt, sondern mit klaren Modellen unterlegt, die sich im Alltag konkret anwenden lassen. Wer das Vier-Ohren-Modell oder die gewaltfreie Kommunikation einmal verinnerlicht hat, erkennt Missverständnisse in Team- und Stakeholder-Gesprächen deutlich schneller und kann gezielter gegensteuern, statt Konflikte eskalieren zu lassen. Für Product Owner und Product Manager ist das besonders relevant, weil ihre Rolle im Kern eine Vermittlungsrolle ist: Sie übersetzen zwischen Geschäftsanforderungen, technischer Umsetzbarkeit und den Bedürfnissen von Nutzerinnen und Nutzern. Ein geschärftes Kommunikationsverständnis wirkt sich damit nicht nur auf einzelne Gespräche aus, sondern auf die Qualität der gesamten Produktarbeit im Team. Darüber hinaus vermittelt der Kurs mit dem Einsatz von KI-Tools zur Gesprächsvorbereitung eine zeitgemäße Ergänzung klassischer Kommunikationsmodelle, die im Berufsalltag zunehmend an Bedeutung gewinnt, ohne die menschliche Urteilsfähigkeit und Empathie zu ersetzen, die für gute Kommunikation letztlich entscheidend bleiben.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Kommunikationsmodelle werden im Kurs behandelt?
Der Kurs behandelt unter anderem das Sender-Empfänger-Modell, das Vier-Ohren-Modell von Schulz von Thun sowie die gewaltfreie Kommunikation, jeweils angewendet auf typische Situationen im Product Management.
Ist Vorerfahrung als Product Owner notwendig?
Nein. Der Kurs richtet sich auch an Quereinsteigende und Personen, die sich in Richtung Product Management orientieren. Grundkenntnisse digitaler Tools und Deutsch auf B2-Niveau reichen als Voraussetzung.
Wie praxisnah ist der Kurs aufgebaut?
Sehr praxisnah: Rollenspiele und Fallstudien übertragen die Kommunikationsmodelle direkt auf Situationen wie Stakeholder-Gespräche, Team-Feedback und Konflikte in Remote-Teams.
Welche Rolle spielen KI-Tools in diesem Kurs?
KI-Tools werden als Unterstützung bei der Vorbereitung und Analyse von Kommunikationssituationen vorgestellt, etwa zur Vorbereitung schwieriger Gespräche. Sie ersetzen nicht die kommunikationstheoretischen Grundlagen, sondern ergänzen sie.
In welcher Form findet der Kurs statt?
Der Kurs findet als virtuelles Klassenzimmer statt und kombiniert theoretische Einführungen mit interaktiven Übungen, Rollenspielen und Fallstudien in der Gruppe.
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