Überblick
Das LearningKit Web App Vulnerability Analyst vermittelt fundierte Kenntnisse in der Analyse und Behebung von Sicherheitsschwachstellen in Web-Applikationen. Das Curriculum folgt dem OWASP Top 10, dem weltweit maßgeblichen Standard für Web-Application-Security-Bewusstsein, der von Entwicklern, Designern, Architekten und Sicherheitsexperten gleichermaßen genutzt wird. Die Schulung geht über reine Theorie hinaus: Teilnehmende lernen, jede der zehn häufigsten Schwachstellenkategorien nicht nur zu verstehen, sondern in kontrollierten Umgebungen aktiv zu erkunden, um ein tiefes Verständnis für Angriffsvektoren und geeignete Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Das Programm richtet sich an alle, die Web-Applikationen sicherer machen wollen — ob als Entwickler, Penetrationstester, Security-Consultant oder Application Security Engineer.
Kursinhalte & Lernziele
Der erste Themenblock gibt eine Übersicht über Web-Application-Security und die Bedeutung des OWASP-Frameworks. Die Teilnehmenden verstehen, warum systematisches Sicherheitsbewusstsein für alle an der Softwareentwicklung Beteiligten unverzichtbar ist und wie das OWASP Top 10-Dokument als Orientierungsrahmen dient.
- Einführung in Web-Application-Security und den OWASP-Standard
- Threat-Modeling-Grundlagen und Angriffsklassifikation
- HTTP-Grundlagen und Web-Architektur aus Sicherheitsperspektive
- OWASP Testing Guide und Methodik für Sicherheitsüberprüfungen
- Legale und ethische Rahmenbedingungen für Sicherheitstests
- Tools und Umgebungen für die Schwachstellenanalyse einrichten
Der zweite Themenblock behandelt Injection-Angriffe (A1), Broken Authentication (A2) und Sensitive Data Exposure (A3) — drei der kritischsten und häufigsten Schwachstellenkategorien in Web-Applikationen.
- SQL Injection: Erkennung, Ausnutzung und sichere Parameterisierung
- OS und LDAP Injection sowie weitere Injection-Varianten
- Broken Authentication: Session-Fixation, schwache Passwortrichtlinien und Brute Force
- Sichere Session-Verwaltung und Multi-Faktor-Authentifizierung
- Sensitive Data Exposure: Cleartext-Übertragung, schwache Kryptografie und unsichere Speicherung
- TLS-Konfiguration, HTTPS-Enforcement und Datenverschlüsselung
Der dritte Themenblock widmet sich XML External Entities (A4), Broken Access Control (A5) und Security Misconfiguration (A6). Diese Kategorien betreffen häufig Konfigurationsfehler und Architekturentscheidungen, die in der Entwicklung und im Betrieb entstehen.
- XXE-Angriffe: XML-Parser-Konfiguration und Abwehrmechanismen
- Broken Access Control: IDOR, fehlende Funktionsprüfungen und Path-Traversal
- Sicherheitsarchitektur für Berechtigungslogiken und Zugriffskontrolle
- Security Misconfiguration: Standardpasswörter, unnötige Features und fehlerhafte HTTP-Header
- Sicherheits-Checklisten für Deployment- und Konfigurationsprozesse
- Werkzeuge für automatisierte Konfigurationsprüfungen
Der vierte Themenblock behandelt Cross-Site Scripting (A7), Insecure Deserialization (A8), Known Vulnerabilities (A9), Insufficient Logging (A10) sowie die praktische Entdeckung und Ausnutzung von Web-App-Schwachstellen.
- XSS: Reflected, Stored und DOM-basierte Angriffe und Schutzmechanismen
- Insecure Deserialization: Angriffsszenarien in Java- und Python-Anwendungen
- Abhängigkeitsmanagement und CVE-Tracking für bekannte Komponenten
- Logging-Strategien für sicherheitsrelevante Ereignisse und Anomalie-Erkennung
- Praktisches Discovering und Exploiting von Web-App-Schwachstellen in Übungsumgebungen
- Erstellung eines Vulnerability-Assessment-Reports nach professionellem Standard
Praxisblock — Hands-on Sicherheitsübungen
- SQL-Injection-Angriff auf eine verwundbare Test-Applikation durchführen und absichern
- Session-Fixation-Angriff demonstrieren und sichere Session-Verwaltung implementieren
- HTTPS erzwingen und TLS-Fehlkonfiguration in einer Test-Umgebung beheben
- XXE-Angriff auf einen XML-Parser demonstrieren und Parser sicher konfigurieren
- IDOR-Schwachstelle in einer REST-API identifizieren und Berechtigungscheck nachrüsten
- Security-Misconfiguration in einem Webserver aufdecken und korrigieren
- Stored-XSS-Angriff in einem Kommentarfeld demonstrieren und Output-Encoding implementieren
- Deserialisierungsschwachstelle in einem Java-Framework analysieren
- CVE-Datenbank nach bekannten Schwachstellen einer verwendeten Bibliotheksversion durchsuchen
- Logging-Konzept für ein Beispiel-Webprojekt entwickeln und umsetzen
- Gesamtes Vulnerability Assessment einer Demo-Applikation durchführen
- Abschlussbericht mit Befunden und Empfehlungen nach professionellem Standard erstellen
Lernziele:
Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses können die Teilnehmenden folgende Kompetenzen demonstrieren.
- Die OWASP Top 10 Schwachstellenkategorien vollständig verstehen und in realen Web-App-Szenarien erkennen
- Injection-Angriffe (SQL, OS, LDAP) analysieren, demonstrieren und zuverlässig verhindern
- Broken-Authentication-Schwachstellen identifizieren und sichere Authentifizierungsarchitekturen implementieren
- Sensitive-Data-Exposure-Risiken bewerten und Datenverschlüsselungsstrategien umsetzen
- XML External Entities (XXE)-Angriffe verstehen und Gegenmaßnahmen im Code ableiten
- Broken-Access-Control-Muster erkennen und Berechtigungslogiken sicher gestalten
- Security-Misconfiguration-Szenarien in Servern und Applikationen aufspüren
- Cross-Site-Scripting (XSS)-Angriffe in verschiedenen Ausprägungen testen und absichern
- Insecure-Deserialization-Schwachstellen im Kontext von Web-Frameworks verstehen
- Komponenten mit bekannten Schwachstellen identifizieren und Update-Strategien ableiten
- Insufficient-Logging-and-Monitoring-Lücken erkennen und Security-Monitoring-Konzepte entwickeln
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das LearningKit richtet sich an Fachkräfte aus dem Software- und IT-Sicherheitsbereich, die praxisnahe Kenntnisse in der Web-Applikationssicherheit erwerben oder vertiefen möchten.
- Softwareentwicklerinnen und -entwickler, die sichere Anwendungen schreiben und Sicherheit als integralen Bestandteil des Entwicklungsprozesses verankern wollen
- Penetrationstester und Ethical Hacker, die ihr Methodenrepertoire um Web-App-spezifische Techniken erweitern möchten
- Application Security Engineers und Security Consultants, die Kunden bei der Absicherung ihrer Web-Applikationen beraten
- IT-Sicherheitsbeauftragte, die ein tiefes Verständnis häufiger Angriffsvektoren benötigen
- Datenbankadministratoren und DevOps-Profis, die sicherheitsrelevante Aspekte in ihrer Arbeit berücksichtigen wollen
Für die Teilnahme werden grundlegende Kenntnisse in der Webentwicklung (HTML, HTTP) sowie ein Basisverständnis von Netzwerkprotokollen vorausgesetzt. Erfahrung mit mindestens einer Programmiersprache (z. B. Python, Java oder PHP) ist empfehlenswert, da Codebeispiele und Schwachstellendemonstration in echten Anwendungskontexten stattfinden. Vor Kursbeginn findet ein individuelles Beratungsgespräch statt, in dem Vorkenntnisse ermittelt und ein passender Lernplan erstellt wird.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Combined Learning angeboten, das angeleitete Schulungsphasen mit intensiven Hands-on-Labors in gesicherten Übungsumgebungen kombiniert. Jede OWASP-Kategorie wird zunächst theoretisch erklärt, dann anhand von Demonstration und eigener Erkundung in verwundbaren Test-Applikationen erlebt. Die Nutzung professioneller Sicherheitswerkzeuge steht im Mittelpunkt des praktischen Teils. Teilnehmende können den Kurs in Vollzeit oder Teilzeit absolvieren, je nach persönlichem Zeitplan und Lerngeschwindigkeit.
Die Weiterbildung dauert je nach Durchführungsform zwischen mehreren Tagen und mehreren Monaten. Intensivformate decken die OWASP Top 10 in wenigen Wochen ab, während längere Varianten tiefere Hands-on-Praxis und zusätzliche Schwerpunkte ermöglichen. Für Teilnehmende ohne umfangreiche Sicherheitsvorkenntnisse empfiehlt sich die längere Variante mit ausgedehntem Praxisanteil.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein Lehrgangszertifikat des Bildungsträgers sowie — je nach Anbieter — ein international anerkanntes Herstellerzertifikat, das die Absolvierung des Web App Vulnerability Analyst-Programms bestätigt. Das Zertifikat dokumentiert die Kenntnisse in der OWASP-Top-10-basierten Sicherheitsanalyse und kann in Bewerbungsunterlagen und Lebenslauf als Spezialisierungsnachweis geführt werden.
Nutzen & Perspektiven
Web-Applikationssicherheit ist eine der gefragtesten Spezialisierungen in der IT-Branche — und der Bedarf wächst weiter. Organisationen aus Finanz, Gesundheit, E-Commerce, Behörden und Technologie suchen aktiv nach Fachleuten, die Sicherheitslücken in ihren Systemen finden, bevor Angreifer es tun. Das LearningKit Web App Vulnerability Analyst gibt Teilnehmenden genau das Wissen, das hierfür benötigt wird — systematisch, praxisnah und nach dem weltweit anerkannten OWASP-Standard. Über den unmittelbaren Karrierenutzen hinaus verbessert dieser Kurs die Qualität der täglichen Arbeit. Entwickler, die die OWASP Top 10 kennen, schreiben von Beginn an sichereren Code. Penetrationstester arbeiten effizienter, weil sie wissen, wo sie suchen müssen. Sicherheitsbeauftragte können Risiken präziser kommunizieren und priorisieren. Die Kompetenz aus diesem Kurs zahlt sich in jedem Projekt aus, das Web-Applikationen entwickelt oder betreibt. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach persönlicher Situation kommen auch Leistungen nach dem Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Frage. Eine frühzeitige Klärung mit dem Kostenträger wird empfohlen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist das OWASP Top 10 und warum ist es wichtig?
Das OWASP Top 10 ist ein weltweiter Standardkatalog der kritischsten Web-Application-Sicherheitsrisiken. Es wird von Entwicklern, Architekten und Sicherheitsexperten als Orientierungsrahmen genutzt, um die häufigsten und gefährlichsten Schwachstellen zu priorisieren und systematisch zu adressieren.
Für wen eignet sich der Kurs?
Der Kurs eignet sich für Softwareentwickler, Penetrationstester, Application Security Engineers, Security Consultants und IT-Sicherheitsbeauftragte. Grundkenntnisse in HTML, HTTP und mindestens einer Programmiersprache sind empfehlenswert.
Wird im Kurs auch praktisch gearbeitet?
Ja, ein wesentlicher Teil des Kurses besteht aus Hands-on-Übungen in gesicherten Laborumgebungen. Teilnehmende erkunden Schwachstellen in verwundbaren Test-Applikationen aktiv und üben, Gegenmaßnahmen zu implementieren.
Welchen Abschluss erhalte ich nach dem Kurs?
Nach Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein Lehrgangszertifikat sowie je nach Anbieter ein international anerkanntes Herstellerzertifikat. Das Zertifikat dokumentiert die Absolvierung des OWASP-basierten Sicherheitsprogramms.
Kann dieser Kurs über einen Bildungsgutschein gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Je nach Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Frage.
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