Überblick
LPIC-2 ist die zweite Stufe der Linux-Professional-Institute-Zertifizierung und richtet sich an erfahrene Linux-Administratorinnen und -Administratoren, die komplexe Enterprise-Umgebungen betreuen. Wer LPIC-2 besteht, kann Linux-Systeme auf Kernel-Ebene konfigurieren, hochverfügbare Speicherlösungen mit LVM und RAID betreiben, Netzwerkdienste wie DNS, DHCP und E-Mail-Server administrieren, Verzeichnisdienste mit LDAP und Samba integrieren und Firewalls sowie Sicherheitsrichtlinien umsetzen. Dieser Kurs bereitet systematisch auf die beiden LPIC-2-Examen 201-450 und 202-450 vor und verbindet Prüfungsvorbereitung mit tiefem technischem Verständnis, das in der täglichen Serveradministration direkt angewendet werden kann.
Kursinhalte & Lernziele
Kernel und Systemverwaltung (LPIC-2 Examen 201, Teil 1) Der erste Themenblock legt die Grundlage für das Verständnis des Linux-Betriebssystems auf tiefem Systemlevel. Teilnehmende lernen, wie der Kernel kompiliert und konfiguriert wird, wie Module geladen und verwaltet werden und wie der Boot-Prozess von GRUB bis zum Login analysiert und angepasst wird. Dieser Block entspricht direkt den prüfungsrelevanten Themen des Examens 201.
- Kernel-Quellcode beziehen, konfigurieren und kompilieren
- Kernel-Module laden, entladen, persistieren und überprüfen
- Boot-Loader GRUB2 konfigurieren und Fehlerbehebung durchführen
- systemd: Units, Targets, Services und Journal im Detail
- Prozessverwaltung: Prioritäten, Signale und Systemressourcen überwachen
Speicherverwaltung: LVM, RAID und Dateisysteme (LPIC-2 Examen 201, Teil 2) Enterprise-Linux-Umgebungen stellen hohe Anforderungen an Speicherflexibilität und Ausfallsicherheit. Dieser Block behandelt LVM-Konfigurationen für dynamisches Speichermanagement sowie Software-RAID für Redundanz. Ergänzend werden erweiterte Dateisystem-Konzepte behandelt, die in modernen Linux-Umgebungen relevant sind.
- LVM: Physical Volumes, Volume Groups, Logical Volumes erstellen und verwalten
- LVM-Snapshots, Online-Resize und Migration von Volumes
- Software-RAID mit mdadm: RAID-0, RAID-1, RAID-5, RAID-6 konfigurieren
- RAID-Wartung: Fehlerbehandlung, Austausch defekter Laufwerke, Monitoring
- Erweiterte Dateisystemoptionen: Quotas, Attribute und Journaling
Netzwerkdienste: DNS, DHCP und E-Mail (LPIC-2 Examen 201, Teil 3 / Examen 202) Netzwerkdienste sind das Rückgrat jeder Serverinfrastruktur. Dieser Block deckt die Administration der wichtigsten Linux-Netzwerkdienste ab – von der DNS-Konfiguration mit BIND über DHCP bis zu vollständigen E-Mail-Serverlösungen mit Postfix und Dovecot. Teilnehmende konfigurieren alle Dienste hands-on in einer realistischen Netzwerkumgebung.
- BIND als autoritativer DNS-Server konfigurieren, Zonendateien erstellen
- DNS-Replikation (Master/Slave) und DNSSEC-Grundlagen
- ISC DHCP-Server konfigurieren und mit PXE-Boot kombinieren
- Postfix als MTA konfigurieren: Routing, Relay und TLS-Absicherung
- Dovecot als IMAP/POP3-Server einrichten und mit Postfix integrieren
- SpamAssassin und Greylisting für E-Mail-Sicherheit konfigurieren
Verzeichnisdienste und Integration: LDAP und Samba (LPIC-2 Examen 202) LDAP und Samba sind zentrale Bausteine für die Integration von Linux-Servern in gemischte IT-Umgebungen. Dieser Block zeigt, wie OpenLDAP aufgesetzt, konfiguriert und abgesichert wird, wie Samba als Datei- und Druckserver für Windows-Clients funktioniert und wie LDAP als Authentifizierungsquelle für andere Dienste genutzt wird.
- OpenLDAP installieren, konfigurieren und mit Schemata befüllen
- LDAP-Replikation (SyncRepl) und Hochverfügbarkeit
- Samba als SMB/CIFS-Dateiserver für Windows und Linux konfigurieren
- Samba als Domänencontroller oder Mitglied einer Active-Directory-Domäne
- PAM und NSS für LDAP-Authentifizierung konfigurieren
Praxisblock: Sicherheit, Firewall und Shell-Scripting Im Praxisblock werden alle erlernten Dienste in eine gesicherte Gesamtinfrastruktur integriert. Schwerpunkte sind Firewall-Konfiguration, Netzwerksicherheit und das Schreiben von Shell-Skripten für Administrationsautomation.
- iptables und nftables: Regelketten, NAT und Port-Forwarding konfigurieren
- Firewall-Konzepte: Stateful Inspection und Paketfilterung
- SSH-Härtung: Key-Only-Auth, Port-Änderung, Fail2ban
- OpenVPN und SSH-Tunnel für sichere Verbindungen
- SELinux und AppArmor: Grundlagen und praktische Anwendung
- Shell-Scripting: Kontrollstrukturen, Funktionen, Fehlerbehandlung
- Monitoring: SNMP, Nagios-Grundlagen und Systemmetriken
- Log-Analyse mit rsyslog, journald und logrotate
- Sicherheits-Audit: Systemhärtung nach CIS-Benchmarks
- Netzwerk-Troubleshooting: tcpdump, netstat, ss, traceroute
- Backup-Strategien: rsync, tar und externe Backup-Lösungen
- Abschlussübung: vollständige Linux-Serverinfrastruktur aufsetzen und absichern
Der Kurs verbindet die direkte Vorbereitung auf beide LPIC-2-Examen mit praxisnahem Lernen an realen Linux-Systemen. Alle Übungen werden in einer Laborumgebung durchgeführt, die produktionsnahe Bedingungen abbildet.
Lernziele:
- Linux-Kernel konfigurieren, kompilieren und rekonstruieren sowie Kernel-Module verwalten
- LVM (Logical Volume Manager) und RAID-Konfigurationen für hochverfügbare Speicherlösungen einrichten
- DNS-Server mit BIND konfigurieren, Zonendateien anlegen und Replikation einrichten
- DHCP-Dienste administrieren und mit PXE-Boot für Netzwerk-Installationen kombinieren
- Samba für Windows/Linux-Integration konfigurieren und als Datei- und Druckserver betreiben
- OpenLDAP-Verzeichnisdienste aufsetzen, konfigurieren und mit anderen Diensten integrieren
- E-Mail-Systeme mit Postfix und Dovecot administrieren und absichern
- Firewall-Regeln mit iptables und nftables umsetzen und Netzwerksicherheitskonzepte implementieren
- Shell-Skripte für Administrationsaufgaben schreiben, testen und produktiv einsetzen
- Systemdienste mit systemd verwalten und Logging-Infrastruktur mit rsyslog und journald konfigurieren
- Netzwerkprotokolle auf Layer 2 und Layer 3 für die Linux-Administration verstehen und einsetzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich ausschließlich an Linux-Administratorinnen und -Administratoren, die bereits auf LPIC-1-Niveau arbeiten und ihre Kenntnisse auf Enterprise-Systemebene erweitern wollen.
- Systemadministratorinnen und -administratoren, die Linux-Server in Unternehmen betreuen
- Netzwerkadministratorinnen und -administratoren, die Netzwerkdienste auf Linux-Basis verwalten
- DevOps-Engineers, die tiefes Linux-Systemwissen für ihre Infrastrukturarbeit benötigen
- IT-Systembetreuer und IT-Systembetreunerinnen, die auf Enterprise-Administrationsniveau aufsteigen wollen
- Personen, die bereits die LPIC-1-Prüfung bestanden haben und die nächste Zertifizierungsstufe anstreben
Fundierte Linux-Kenntnisse auf LPIC-1-Niveau oder vergleichbare praktische Erfahrung in der Linux-Systemadministration sind zwingend erforderlich. Sicher in der Kommandozeile zu arbeiten, Shell-Skripte zu lesen und zu schreiben sowie grundlegende Netzwerkkonzepte zu kennen, sind Voraussetzungen ohne die ein Einstieg nicht sinnvoll ist. Der Kurs bietet keine Einführung in Linux-Grundlagen.
Ablauf & Abschluss
Der Unterricht findet im kombinierten Lernformat statt, das strukturierte Lehreinheiten mit ausgedehnten Laborphasen verbindet. In den Lehreinheiten werden Konzepte erläutert und mit konkreten Konfigurationsbeispielen illustriert; in den Laborphasen setzen Teilnehmende die behandelten Dienste und Konfigurationen selbst auf realen oder virtuellen Linux-Systemen um. Vollzeit- und Teilzeitvarianten werden angeboten: im Vollzeitformat werktags von 09:00 bis 16:30 oder 17:00 Uhr, im Teilzeitformat als halbtägige Blöcke von 09:00 bis 12:30 oder 13:00 bis 16:30 Uhr.
Der Kurs erstreckt sich über mehrere Wochen. Die genaue Kursdauer richtet sich nach dem gewählten Lernformat und Anbieter. Vollzeit- und Teilzeitoptionen stehen zur Auswahl.
Nach Kursabschluss erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Kursanbieters. Der eigentliche Abschluss ist die internationale LPIC-2-Zertifizierung des Linux Professional Institute, die durch das Bestehen der Examen 201-450 und 202-450 bei einem akkreditierten Prüfungszentrum erworben wird. Die LPIC-2-Zertifizierung ist weltweit anerkannt, herstellerneutral und gilt fünf Jahre.
Nutzen & Perspektiven
LPIC-2 ist eine der international angesehensten Zertifizierungen im Linux-Bereich und signalisiert Arbeitgebern verlässlich, dass ein Kandidat oder eine Kandidatin komplexe Linux-Infrastruktur eigenständig betreiben kann. Wer LPIC-2 besteht, beherrscht nicht nur einzelne Werkzeuge, sondern versteht Linux-Systeme als Ganzes – vom Kernel über Netzwerkdienste bis zu Sicherheitskonzepten. Das ist in Unternehmen gefragt, die kritische IT-Infrastruktur auf Linux-Basis betreiben. Die Verbindung von Zertifizierungsvorbereitung und echter Laborpraxis macht diesen Kurs besonders wertvoll: Teilnehmende lernen nicht für die Prüfung und vergessen danach, sondern bauen Kompetenzen auf, die direkt in der täglichen Arbeit eingesetzt werden können. Wer nach diesem Kurs einen DNS-Server aufsetzt, ein RAID konfiguriert oder eine Firewall-Regelkette schreibt, tut dies auf Basis echten Verständnisses – nicht auswendig gelernter Prüfungsantworten. Für den weiteren Karriereweg öffnet LPIC-2 den Weg zur LPIC-3-Zertifizierung in Spezialgebieten wie Security, Virtualization und High Availability – für alle, die weiterhin in der Linux-Administration wachsen wollen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche LPIC-2-Prüfungen werden durch diesen Kurs abgedeckt?
Der Kurs bereitet auf die beiden LPIC-2-Examen 201-450 und 202-450 vor, die zusammen die LPIC-2-Zertifizierung ergeben. Beide Prüfungen werden von LPI (Linux Professional Institute) abgenommen und sind international anerkannt.
Welche Vorkenntnisse werden zwingend vorausgesetzt?
LPIC-1-Kenntnisse oder vergleichbare praktische Erfahrung in der Linux-Administration sind Pflicht. Der Kurs beginnt ohne Linux-Basiseinführung – wer noch nicht sicher mit der Kommandozeile, Shell-Scripting und grundlegender Netzwerkkonfiguration ist, sollte zunächst ein LPIC-1-Kursangebot absolvieren.
Ist die LPIC-2-Zertifizierung international anerkannt?
Ja. LPIC-2 ist eine weltweit anerkannte Herstellerneutrale Linux-Zertifizierung des Linux Professional Institute. Sie gilt als eines der etabliertesten Nachweise für Linux-Kompetenz auf Enterprise-Niveau und wird von Arbeitgebern in vielen Ländern geschätzt.
Welche Lernform wird angeboten?
Der Kurs wird im kombinierten Lernformat angeboten, das Präsenz- oder Onlineunterricht mit praktischen Übungsphasen am Linux-System verbindet. Vollzeit- und Teilzeitvarianten stehen zur Wahl; die genauen Zeiten richten sich nach dem jeweiligen Anbieter.
Ist nach der LPIC-2-Zertifizierung eine Rezertifizierung notwendig?
LPIC-2-Zertifizierungen haben eine Gültigkeit von fünf Jahren. Eine Rezertifizierung ist danach erforderlich, entweder durch erneute Prüfung oder durch das Erreichen einer höherwertigen LPI-Zertifizierung innerhalb des Gültigkeitszeitraums.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
IT-Berufe sind seit fünf Jahren der größte Fachkräfteengpass am deutschen Arbeitsmarkt. Der Bestand offener IT-Stellen ist 2024 auf einen Rekordstand gestiegen; AI- und Cloud-Skills werden in den nächsten Jahren weiter überdurchschnittlich nachgefragt.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Informatik (grundständig)42.335 Stellen
- Verwaltungsinformatik (grundständig)112 Stellen
- IT-Lizenzmanager/IT-Lizenzmanagerin38 Stellen