Überblick
Der Kurs LPIC-1 Prüfungsvorbereitung + Exam 101 und 102 bereitet die Teilnehmenden vollständig auf beide Teilprüfungen der Linux Professional Institute Certification (LPIC-1) vor: Exam 101 und Exam 102. LPIC-1 ist die weltweit verbreitetste herstellerneutrale Linux-Zertifizierung und belegt fundierte Kenntnisse in der Administration von Linux-Systemen. Die Teilnehmenden lernen, Linux-Systeme zu installieren, zu konfigurieren und zu verwalten, grundlegende Shell-Befehle sicher anzuwenden, Netzwerkkonfigurationen vorzunehmen und wesentliche Dienste zu betreiben. Der Kurs richtet sich sowohl an Einsteiger in die Linux-Administration als auch an erfahrene IT-Fachkräfte, die ihre Kenntnisse formalisieren und durch ein renommiertes Zertifikat nachweisen möchten. Nach erfolgreichem Abschluss beider Prüfungen sind die Teilnehmenden als Linux-Administratoren auf einem international anerkannten Niveau zertifiziert.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul deckt die Systemarchitektur und den Bootvorgang ab. Bevor Linux administriert werden kann, muss der Bootprozess verstanden werden: BIOS/UEFI, Bootloader (GRUB2), Kernel-Initialisierung und das Init-System (systemd oder SysVinit) bilden hier die Kerninhalte.
- BIOS, UEFI und Bootloader-Grundlagen
- GRUB2 konfigurieren und bei Störungen eingreifen
- Kernel-Parameter und Kernel-Module verwalten
- systemd: Units, Services, Targets verstehen und steuern
- Runlevel und systemd-Targets im Vergleich
- Systemlogs auslesen und Bootprobleme diagnostizieren
Das zweite Modul behandelt Linux-Installation, Paketverwaltung und Dateisysteme. Vom partitionierten Laufwerk über das Anlegen von Dateisystemen bis zur Installation und Verwaltung von Softwarepaketen werden alle grundlegenden Verwaltungsaufgaben systematisch erarbeitet.
- Festplattenpartitionierung mit fdisk, gdisk und parted
- Dateisysteme erstellen und einhängen (ext4, xfs, btrfs)
- Swap-Partition anlegen und verwalten
- Paketmanagement mit dpkg/apt (Debian/Ubuntu) und rpm/yum/dnf (Red Hat)
- Softwarekompilierung aus Quellcode
- Dateisystemstruktur (FHS): /etc, /var, /usr, /home und ihre Bedeutung
Das dritte Modul widmet sich Shell, Skripting und Prozessverwaltung. Die Kommandozeile ist das Herzstück jeder Linux-Administration. Hier werden Basiswerkzeuge, Pipes, Umleitungen, reguläre Ausdrücke und Shell-Skripting für Automatisierungsaufgaben eingeübt.
- Bash-Grundlagen: Navigation, Dateibefehle, Pipes und Umleitungen
- Textwerkzeuge: grep, sed, awk, cut, sort, uniq
- Reguläre Ausdrücke für Suche und Textverarbeitung
- Shell-Skripting: Variablen, Schleifen, Bedingungen, Funktionen
- Prozessverwaltung: ps, top, kill, nice, at, cron
- Texteditoren vi und nano produktiv einsetzen
Das vierte Modul behandelt Netzwerkkonfiguration und grundlegende Dienste. Ohne Netzwerkkenntnisse ist Linux-Administration unvollständig. Dieses Modul vermittelt das notwendige Wissen, um Linux-Systeme sicher in Netzwerke einzubinden und zentrale Dienste zu konfigurieren.
- Netzwerkinterfaces konfigurieren: ip, ifconfig, nmcli
- DNS-Auflösung und /etc/hosts, /etc/resolv.conf
- SSH-Grundlagen: Verbindung aufbauen, Schlüsselverwaltung
- Grundlegende Dienste: cron, syslog, NTP
- Firewall-Grundlagen mit iptables und firewalld
- Netzwerkdiagnose: ping, traceroute, netstat, ss, tcpdump
Im intensiven Praxisblock zur Prüfungsvorbereitung werden Exam 101 und Exam 102 separat vorbereitet. Originalgetreue Übungsaufgaben, Zeitmessung und gezielte Fehleranalyse stellen sicher, dass die Teilnehmenden am Prüfungstag optimal vorbereitet sind.
- Vollständige Prüfungssimulation Exam 101 (Systemarchitektur, Installation, Dateisystem, Shell)
- Vollständige Prüfungssimulation Exam 102 (Shell/Skripting, Benutzer, Netzwerk, Dienste)
- Analyse von Prüfungsergebnissen und gezieltes Nacharbeiten
- Zeitmanagement in der Prüfung trainieren
- Typische Fallstricke und häufige Fehlerquellen kennenlernen
- Prüfungslogistik: Anmeldung, Format, Ablauf bei Pearson VUE/LPIC
- Hands-on-Labs: Linux-VM einrichten, konfigurieren und verwalten
- Gruppenarbeit: gegenseitiges Testen und Erklären
- Individuelle Schwächenanalyse und Lernplan anpassen
- Mock-Examen unter realen Zeitbedingungen
- Feedback-Gespräch mit dem Trainer
- Tipps für den Prüfungstag und mentale Vorbereitung
Dieser umfangreiche Prüfungsblock stellt das Herzstück des Kurses dar. Nur wer mit den Prüfungsformaten vertraut ist und seine Schwächen kennt, kann beide Examen zuverlässig bestehen. Die Kombination aus technischen Vertiefungseinheiten und simulierten Prüfungssituationen schafft das notwendige Vertrauen für den Prüfungstag.
Lernziele:
Die Teilnehmenden beherrschen nach dem Kurs den Umgang mit der Linux-Kommandozeile sicher und effizient. Sie können Linux-Systeme installieren, konfigurieren und grundlegend administrieren. Der Bootvorgang von Linux-Systemen wird verstanden und kann bei Störungen analysiert und behoben werden. Teilnehmende wissen, wie Softwarepakete mit verschiedenen Paketmanagern installiert, aktualisiert und entfernt werden. Dateisysteme werden angelegt, eingehängt, verwaltet und überwacht. Grundlegende Shell-Skripting-Kenntnisse erlauben die Automatisierung wiederkehrender Aufgaben. Netzwerkinterfaces werden konfiguriert und Netzwerkprobleme diagnostiziert. Die Teilnehmenden kennen die wichtigsten Linux-Dienste und können einfache Dienste starten, stoppen und konfigurieren. Benutzerverwaltung und Rechtesystem (Dateiberechtigungen, sudo) werden sicher beherrscht. Die Arbeit mit der Bash-Shell und grundlegenden Texteditoren (vi, nano) wird eingeübt. Sicherheitsgrundlagen wie Benutzerrechte, Passwortpolitik und einfache Firewall-Konfiguration werden behandelt. Schließlich sind die Teilnehmenden gezielt auf das Prüfungsformat und die typischen Aufgaben beider LPIC-1-Examen vorbereitet.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an IT-Fachkräfte mit Linux-Grundkenntnissen, die ihre Kenntnisse strukturieren, vertiefen und durch die LPIC-1-Zertifizierung nachweisen möchten.
- Linux-Einsteiger mit ersten Kommandozeilenerfahrungen
- Windows-Systemadministratoren, die auf Linux erweitern
- IT-Techniker und Fachinformatiker ohne formale Linux-Zertifizierung
- Datenbankadministratoren und DevOps-Einsteiger auf Linux-Basis
- Personen in beruflicher Neuorientierung in Richtung IT-Infrastruktur
Grundlegende IT-Kenntnisse und erste Erfahrungen mit der Linux-Kommandozeile sind empfehlenswert. Der Kurs setzt keine formale Linux-Vorerfahrung voraus, jedoch sollte grundlegendes Verständnis von Betriebssystemen und Dateisystemen vorhanden sein. Im Beratungsgespräch vor Kursbeginn wird der individuelle Wissensstand erfasst und der Lernplan entsprechend angepasst.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Combined Learning angeboten und verbindet strukturierte Online-Lerneinheiten mit praktischen Hands-on-Labs an virtuellen Linux-Systemen. Prüfungssimulatoren, Übungsaufgaben und Trainer-Feedback sind fester Bestandteil. Teilzeitvarianten sind auf Anfrage möglich. Kursunterlagen, Checklisten und Prüfungsvorbereitungsmaterialien werden bereitgestellt.
Die Kursdauer beträgt in der Regel mehr als einen Monat bis zu drei Monate, da die Vorbereitung auf zwei separate Prüfungen ausreichend Lernzeit erfordert. Auf Anfrage sind auch intensive Vollzeit-Varianten in kürzerer Zeit möglich. Der individuelle Lernplan wird im Eingangsgespräch festgelegt.
Nach bestandenen Examen 101 und Exam 102 erhalten die Teilnehmenden die LPIC-1-Zertifizierung des Linux Professional Institute (LPI). Dies ist eine international anerkannte, herstellerneutrale Zertifizierung, die auf dem globalen IT-Arbeitsmarkt hohes Ansehen genießt. Ergänzend wird ein Lehrgangszertifikat des Bildungsträgers ausgestellt.
Nutzen & Perspektiven
Die LPIC-1-Zertifizierung ist eine der bekanntesten und anerkanntesten Linux-Qualifikationen weltweit. In einer zunehmend Linux-dominierten IT-Infrastruktur — von Cloud-Instanzen über Container bis zu Embedded Systems — ist fundiertes Linux-Wissen eine Schlüsselkompetenz. Wer LPIC-1 vorweisen kann, signalisiert Arbeitgebern, dass die grundlegenden Administrationsaufgaben zuverlässig und sicher ausgeführt werden können. Für berufliche Neu- und Quereinsteiger in den IT-Bereich bietet die LPIC-1 einen greifbaren ersten Meilenstein, der auf dem Lebenslauf sofort auffällt. Für erfahrene IT-Fachkräfte ist sie eine saubere Formalisierung vorhandener Kenntnisse und öffnet Türen zu weiterführenden Zertifizierungen wie LPIC-2 und LPIC-3, die auf demselben Fundament aufbauen. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist dieser Kurs häufig über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach persönlicher Situation können auch das Qualifizierungschancengesetz, Leistungen zur Rehabilitation oder die Berufsförderung der Bundeswehr genutzt werden. Die Deutsche Rentenversicherung fördert unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls IT-Weiterbildungen. Der Anbieter berät individuell im Eingangsgespräch über alle relevanten Förderoptionen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist LPIC-1 und warum ist die Zertifizierung wertvoll?
LPIC-1 ist die bekannteste herstellerneutrale Linux-Zertifizierung des Linux Professional Institute (LPI) und weltweit anerkannt. Sie belegt solide Linux-Administrationskompetenzen und ist auf dem IT-Arbeitsmarkt ein geschätztes Qualitätsmerkmal.
Muss ich beide Examen im selben Kurs absolvieren?
Der Kurs bereitet auf beide Prüfungen (Exam 101 und Exam 102) vor und vermittelt den gesamten Prüfungsstoff. Die Prüfungen selbst werden separat bei einem autorisierten Prüfungszentrum (Pearson VUE / LPI) abgelegt. Erst nach Bestehen beider Examen wird die LPIC-1-Zertifizierung erteilt.
Welche Vorkenntnisse brauche ich?
Grundlegende IT-Kenntnisse und erste Erfahrungen mit der Linux-Kommandozeile sind hilfreich. Ein individuelles Eingangsgespräch erfasst den Wissensstand und passt den Lernplan entsprechend an. Absolute Linux-Einsteiger können nach Absprache mit dem Anbieter ebenfalls einsteigen.
Wie lange dauert der Kurs?
In der Regel ein bis drei Monate, je nach Vollzeit- oder Teilzeitvariante. Da zwei Prüfungen vorzubereiten sind, ist ausreichend Lernzeit eingeplant. Der genaue Zeitplan wird im Eingangsgespräch festgelegt.
Ist dieser Kurs förderbar?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs häufig über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Auch das Qualifizierungschancengesetz oder Leistungen der Deutschen Rentenversicherung können je nach Situation in Betracht kommen. Der Anbieter informiert detailliert im Vorgespräch.
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