Überblick
Dieser Lehrgang kombiniert vier anerkannte Zertifizierungsprogramme zu einem strukturierten Gesamtprogramm für IT-Professionals: Die Azure-Entwicklungszertifizierung AZ-204 bildet das technische Fundament, während Scrum Foundation, PRINCE2 Foundation und ITIL Foundation drei komplementäre Managementmethoden abdecken. Wer Azure-Anwendungen entwickelt, arbeitet in der Praxis fast immer im Kontext von Projekten (PRINCE2, Scrum) und muss Serviceprozesse verstehen (ITIL). Diese Weiterbildung gibt Teilnehmern das Know-how, um sowohl auf technischer als auch auf methodischer Ebene professionell zu agieren.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — AZ-204: Developing Solutions for Microsoft Azure Die Azure-Developer-Associate-Zertifizierung belegt die Fähigkeit, skalierbare Cloud-Anwendungen auf Azure zu entwickeln. Das Modul deckt alle Prüfungsdomänen des Examens AZ-204 ab.
- Entwicklung von Azure Compute-Lösungen: App Service, Azure Functions, Azure Container Instances
- Implementierung von Azure-Speicherlösungen: Blob Storage, Table Storage, Cosmos DB
- Azure-Sicherheit: Managed Identities, Key Vault, Microsoft Identity Platform (OAuth 2.0, MSAL)
- Überwachung und Fehlerdiagnose: Azure Monitor, Application Insights, Log Analytics
- Implementierung von API Management und Event-Driven-Architekturen (Service Bus, Event Grid, Event Hubs)
- Verbindung und Konfiguration von Azure-Diensten: CDN, Redis Cache, Azure Search
Modul 2 — Scrum Foundation Scrum ist die weltweit am weitesten verbreitete agile Methode. Das Modul vermittelt alle Elemente des Scrum-Frameworks, wie sie im Scrum Guide definiert sind — ohne Vorwissen in agilen Methoden vorauszusetzen.
- Agiles Manifest und die Prinzipien hinter der agilen Denkweise
- Scrum-Rollen: Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam — Verantwortlichkeiten und Zusammenarbeit
- Scrum-Artefakte: Product Backlog, Sprint Backlog, Increment und die Definition of Done
- Scrum-Events: Sprint, Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Sprint Retrospektive
- Sprint-Planung und Schätzung mit Story Points und Planning Poker
- Monitoring mit Burn-down-Charts, Velocity und Kanban-Boards in Scrum-Projekten
- Scrum in großen und verteilten Teams: LeSS, Nexus und andere Skalierungsansätze
Modul 3 — PRINCE2 Foundation PRINCE2 ist eine weltweit eingesetzte strukturierte Projektmanagement-Methode, die sich in privatwirtschaftlichen und öffentlichen Projekten gleichermaßen bewährt hat. Das Foundation-Level vermittelt das vollständige Methodenverständnis als Grundlage für den weiteren PRINCE2-Karriereweg.
- Die sieben PRINCE2-Prinzipien: fortwährende geschäftliche Rechtfertigung, Lernen aus Erfahrungen, definierte Rollen und Verantwortlichkeiten, Steuern über Managementphasen, Führen durch Ausnahmen, Fokus auf Produkte, Anpassen an die Projektumgebung
- Die sieben PRINCE2-Themen: Business Case, Organisation, Qualität, Pläne, Risiken, Änderungen, Fortschritt
- Die sieben PRINCE2-Prozesse vom Auftragserteilung bis zum Projektabschluss
- Produktbasiertes Planen und das Produktstrukturdiagramm
- Risikomanagement und Änderungsmanagement nach PRINCE2
- PRINCE2 in verschiedenen Projektumgebungen anpassen (Tailoring)
Modul 4 — ITIL 4 Foundation ITIL 4 ist der aktuelle Standard für IT-Servicemanagement. Im Unterschied zur früheren Version orientiert sich ITIL 4 an einem ganzheitlichen Service-Value-System statt an einem sequentiellen Lifecycle. Das Modul vermittelt das Foundation-Level-Wissen, das für das ITIL-4-Foundation-Examen benötigt wird.
- Das ITIL-4-Service-Value-System (SVS): Leitprinzipien, Governance, Service-Value-Chain, Praktiken, kontinuierliche Verbesserung
- Die Service-Value-Chain: Plan, Improve, Engage, Design & Transition, Obtain/Build, Deliver & Support
- Die vier Dimensionen des Servicemanagements: Organisationen und Menschen, Informationen und Technologie, Partner und Lieferanten, Wertströme und Prozesse
- Die sieben ITIL-4-Leitprinzipien: Fokus auf Wert, Beginnen wo man steht, iterativer Fortschritt mit Feedback, Zusammenarbeit, ganzheitliches Denken, Einfachheit, Optimierung und Automatisierung
- Kernpraktiken des ITIL-4-Servicemanagements: Incident Management, Problem Management, Change Enablement, Service-Level-Management
- Zusammenhang zwischen ITIL 4 und agilen Methoden (DevOps, Lean, Agile)
Praxisblock — Verknüpfung der vier Methoden in realistischen Szenarien
- Entwicklung einer Azure Function, die im Rahmen eines Scrum-Sprints konzipiert und geliefert wird
- Modellierung eines PRINCE2-Business-Case für ein Azure-Migrationsprojekt
- ITIL-4-Incident-Management-Prozess für eine Azure-Microservices-Applikation skizzieren
- Sprint-Planung für ein Azure-API-Entwicklungsprojekt mit Product Backlog und User Stories
- PRINCE2-Risikoregister für die Einführung einer Cloud-basierten Webanwendung
- Azure-Deployment-Pipeline mit CI/CD und Monitoring in Application Insights einrichten
- Scrum Retrospektive simulieren und Maßnahmen für den nächsten Sprint ableiten
- ITIL-Leitprinzip „Fokus auf Wert" auf eine Entscheidung zur API-Architektur anwenden
- PRINCE2-Produktplan für ein Azure-Integrationsprojekt erstellen
- Kombinierten Projektplan entwerfen, der Scrum-Sprints in einen PRINCE2-Phasenplan einbettet
- Prüfungsvorbereitung für alle vier Zertifizierungsexamen mit Übungsaufgaben und Musterprüfungen
- Diskussion von Fallstudien, in denen Scrum, PRINCE2 und ITIL parallel eingesetzt werden
Die Kombination der vier Programme ergibt ein kohärentes Kompetenzprofil: Teilnehmer entwickeln nicht nur Azure-Anwendungen, sondern verstehen auch, wie Projekte nach PRINCE2 gesteuert werden, wie agile Teams nach Scrum arbeiten, und wie IT-Services nach ITIL-4-Standard gemanagt werden. Diese übergreifende Perspektive ist in größeren Projekten und Beratungsumgebungen ein klarer Vorteil.
Lernziele:
- Cloud-Lösungen auf Microsoft Azure vollständig entwickeln: von Serverless über Container bis zu APIs
- Azure-Speicherdienste, Messaging-Systeme und Sicherheitsmechanismen einsetzen
- Azure DevOps-Werkzeuge für Deployment und Monitoring nutzen
- Prinzipien und Werte von Agile und Scrum verstehen und anwenden
- Scrum-Teams, Rollen, Artefakte und Events im Projektalltag einsetzen
- Sprint-Planung, -Monitoring und Retrospektiven strukturiert durchführen
- PRINCE2-Grundprinzipien, Themen und Prozesse korrekt benennen und einordnen
- Projektphasen, Business-Case und Produktplan nach PRINCE2 strukturieren
- IT Service Management nach ITIL 4 verstehen: Service Value System und Service Value Chain
- Die sieben ITIL-4-Leitprinzipien auf reale Servicemanagement-Situationen anwenden
- Vier ITIL-4-Dimensionen des Servicemanagements unterscheiden
- Zusammenhänge zwischen Azure-Entwicklung, agilen Methoden und Servicemanagement erkennen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an IT-Fachleute, die eine Azure-Entwicklungskarriere anstreben und gleichzeitig eine solide Basis in den drei führenden IT-Management-Methoden aufbauen möchten.
- Entwickler mit ersten Azure-Kenntnissen, die auf die AZ-204-Zertifizierung hinarbeiten
- IT-Professionals, die in Projekten mit PRINCE2- oder Scrum-Methodik arbeiten
- Berufseinsteiger mit IT-Ausbildung oder -Studium, die ein breites Methodenspektrum erwerben wollen
- Personen, die in eine Doppelrolle als Entwickler und Projektbeteiligter wachsen
- IT-Berater, die ihre methodische Basis für Kundenprojekte abrunden möchten
Für den AZ-204-Teil werden mindestens ein Jahr Erfahrung in der Softwareentwicklung und fundierte Kenntnisse in mindestens einer Cloud-gestützten Programmiersprache vorausgesetzt. Grundlegende Azure-Kenntnisse (vergleichbar AZ-900) sind hilfreich. Für die Managementmodule (Scrum, PRINCE2, ITIL) genügt allgemeines IT-Verständnis und Interesse an strukturierten Methoden — tiefgehende Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sowie grundlegende PC-Kenntnisse werden vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Das Programm läuft im Combined-Learning-Format: Präsenzunterricht an einem Lernzentrum wird mit virtuellen Live-Einheiten kombiniert. Die Unterrichtsgestaltung wechselt zwischen Theoriepräsentationen, moderierten Gruppenübungen, Fallstudienarbeit und eigenständigen Labors in der Azure-Umgebung. Gerade für die Managementmodule werden Rollenspiele und simulierte Projektsituationen eingesetzt, die das theoretische Wissen unmittelbar erfahrbar machen. Trainer mit Praxiserfahrung in der Azure-Entwicklung und in IT-Projektmanagement begleiten die Lerngruppe durch das gesamte Programm.
Die Weiterbildung ist mehrmonatig angelegt und wird überwiegend in Vollzeit, teils auch in Teilzeit absolviert. Da vier vollständige Zertifizierungsprogramme enthalten sind, ist ein substanzieller Lernaufwand einzuplanen. Die genaue Kursdauer variiert je nach gewählter Modulkombination und Lerngeschwindigkeit.
Das Programm bereitet auf vier externe Zertifizierungsprüfungen vor: AZ-204 (Microsoft Certified: Azure Developer Associate), Scrum Foundation Professional Certificate (SFPC), PRINCE2 Foundation sowie ITIL 4 Foundation. Die Prüfungen werden bei den jeweiligen Zertifizierungsstellen abgelegt. Ergänzend erhalten Teilnehmer ein trägerinternes Lehrgangs-Zertifikat. Die Prüfungsgebühren sind separat zu entrichten.
Nutzen & Perspektiven
In der modernen IT-Praxis ist technisches Entwicklungswissen allein nicht ausreichend. Wer Azure-Anwendungen entwickelt, tut dies in Teams, nach Methoden und innerhalb von Serviceprozessen. Dieser Lehrgang vermittelt genau diese übergreifende Kompetenz: technische Azure-Tiefe, gepaart mit methodischen Werkzeugen für Projektarbeit und Servicemanagement. Das macht Absolventen sowohl für Entwicklerrollen als auch für Positionen als technische Projektbeteiligte attraktiv. Die vier Zertifizierungen sind in unterschiedlichen Branchen und Unternehmensgrößen anerkannt. AZ-204 öffnet Türen in der Cloud-Entwicklung, PRINCE2 Foundation ist ein Standard im britischen und europäischen Projektmanagement-Umfeld, Scrum Foundation ist branchenübergreifend relevant, und ITIL 4 Foundation gilt als Grundlage für jede IT-Service-Karriere. Wer alle vier Nachweise vorweist, signalisiert damit eine methodische Breite, die in der IT-Branche selten ist. Langfristig bietet das Programm auch einen guten Ausgangspunkt für weiterführende Zertifizierungen: von AZ-305 (Azure Solutions Architect Expert) über PRINCE2 Practitioner bis zu höherstufigen ITIL-Qualifikationen. Das hier erworbene Fundamentwissen bleibt dabei dauerhaft relevant.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche vier Zertifizierungen werden in diesem Kurs vorbereitet?
Der Kurs bereitet auf Microsoft Certified: Azure Developer Associate (AZ-204), Scrum Foundation Professional Certificate, PRINCE2 Foundation und ITIL 4 Foundation vor. Alle vier Prüfungen werden bei den jeweiligen Zertifizierungsstellen separat abgelegt.
Was unterscheidet ITIL 4 von der früheren ITIL-Version?
ITIL 4 ersetzt den früheren Lifecycle-Ansatz (mit Phasen wie Service Strategy, Service Design, Service Transition usw.) durch ein ganzheitliches Service-Value-System. Im Mittelpunkt stehen die Service-Value-Chain, sieben Leitprinzipien und vier Dimensionen des Servicemanagements. Dieser Kurs behandelt ausschließlich ITIL 4.
Warum ist die Kombination mit Scrum und PRINCE2 sinnvoll?
Azure-Anwendungen werden in der Praxis fast immer in Projekten entwickelt — entweder nach agilen Methoden wie Scrum oder nach strukturierten Rahmenmethoden wie PRINCE2. Wer beide Methoden versteht, kann in unterschiedlichen Projektumgebungen effektiv mitarbeiten und trägt zu einer reibungslosen Zusammenarbeit im Team bei.
Welche Vorkenntnisse brauche ich für den AZ-204-Teil?
Microsoft empfiehlt für AZ-204 mindestens ein Jahr Erfahrung in der Softwareentwicklung sowie Kenntnisse in einer Cloud-Programmiersprache (C#, Python, JavaScript oder Java). Grundlegende Azure-Kenntnisse auf dem Niveau von AZ-900 sind empfehlenswert, aber keine harte Voraussetzung.
Sind die Prüfungsgebühren im Kurspreis enthalten?
Die Prüfungsgebühren für alle vier Zertifizierungen werden in der Regel separat entrichtet. Bei Microsoft-Prüfungen erfolgt die Buchung über Pearson VUE, für PRINCE2 und ITIL über den jeweiligen Prüfungsanbieter (PeopleCert/Axelos bzw. PeopleCert/EXIN). Genaue Informationen dazu gibt es beim Kursanbieter.
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