Überblick
Dieser Kurs verbindet den Cloud-Einstieg über Azure Fundamentals (AZ-900) mit dem praxisorientierten Lernpfad für den Power Platform Functional Consultant Associate (PL-200). Während sich der AZ-900-Teil an alle richtet, die grundlegendes Verständnis von Cloud-Computing, Azure-Diensten und Preismodellen erwerben möchten, führt der PL-200-Teil tief in die Entwicklung und Konfiguration von Power-Platform-Lösungen ein: Power Apps, Power Automate, Microsoft Dataverse und Power Virtual Agents. Diese Kombination eignet sich besonders für Fachkräfte, die ohne vertiefte Programmiererfahrung digitale Geschäftsprozesse entwerfen und umsetzen wollen — und dabei ein solides konzeptuelles Fundament in der Azure-Welt mitbringen möchten.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Azure Fundamentals (AZ-900) Der erste Kursteil legt ein breites und verständliches Fundament in der Azure-Plattform. Er richtet sich bewusst an Lernende ohne tiefe Vorkenntnisse — das Ziel ist konzeptuelles Verständnis, nicht Konfigurationstechnik. Sie lernen, wie Cloud-Computing funktioniert, welche Dienste Azure bietet und wie Azure in Unternehmen eingesetzt wird. Dieser Teil schafft auch die Grundlage für das Verständnis der Power Platform, die tief mit Azure Active Directory und Azure-Diensten vernetzt ist.
- Cloud-Computing-Grundlagen — Shared Responsibility, Public/Private/Hybrid Cloud, Elastizität und Skalierbarkeit
- Azure globale Infrastruktur — Regionen, Verfügbarkeitszonen, Rechenzentren
- Kern-Azure-Dienste: Compute (VMs, App Service, Azure Functions), Speicher (Blob, Table, Queue) und Networking (VNet, VPN Gateway)
- Azure-Identitätsdienste — Azure Active Directory (Entra ID), MFA, Conditional Access im Überblick
- Azure-Sicherheitswerkzeuge: Defender for Cloud, Key Vault, Azure Monitor
- Governance-Tools: Azure Policy, RBAC, Management Groups, Resource Locks
- Azure-Preismodell, Abonnementtypen, Kostenrechner und Sparoptionen
Modul 2 — Power Platform Functional Consultant Associate (PL-200) Der zweite Modulteil führt umfassend in die Microsoft Power Platform ein. Sie erlernen die Konfiguration und Anpassung der Power Platform-Bestandteile — von der Datenmodellierung in Dataverse über die App-Entwicklung mit Power Apps bis hin zur Prozessautomatisierung mit Power Automate. Der Schwerpunkt liegt auf der Fähigkeit, Geschäftsanforderungen in konkrete Power Platform-Konfigurationen umzusetzen.
- Dataverse-Tabellen, Spalten, Beziehungen, Formulare und Ansichten anlegen und anpassen
- Power Apps Canvas Apps — Steuerelemente, Formeln, Datenquellen und Connectors
- Power Apps modellgetriebene Apps — Sitemaps, Formulare, Dashboards und Business Rules
- Power Automate Cloud Flows — Trigger, Aktionen, Bedingungen und Schleifen
- Power Automate Genehmigungsflows mit Teams-Integration aufbauen
- Power Platform Sicherheit — Umgebungsrollen, Dataverse-Sicherheitsrollen, Feldsicherheit
- Application Lifecycle Management — Umgebungen, verwaltete und nicht verwaltete Lösungen, Pipelines
- Power Virtual Agents — einfache Konversations-Bots für interne Helpdesk-Szenarien
Praxisübungen Beide Themenblöcke werden durch eigenständige Laboraufgaben in realen Microsoft-Test-Umgebungen vertieft. Die Übungen im AZ-900-Teil sind bewusst konzeptuell gehalten, während der PL-200-Teil stark handlungsorientiert ist.
- Azure Portal erkunden und Compute-, Speicher- und Netzwerkdienste im Überblick identifizieren
- Azure Pricing Calculator für ein reales Unternehmensszenario (VM + Speicher + Netzwerk) einsetzen
- Resource Group anlegen, RBAC-Zuweisung durchführen und Azure Policy testen
- Microsoft 365-Testumgebung für Power Platform aktivieren und Standard-Umgebung erkunden
- Dataverse-Tabelle für ein Ticketing-Szenario mit Spalten, Beziehungen und Ansichten erstellen
- Canvas App aus einer Dataverse-Tabelle generieren und mit eigenen Steuerelementen anpassen
- Modellgetriebene App auf Basis von zwei verknüpften Dataverse-Tabellen aufbauen
- Business Rule erstellen, die ein Pflichtfeld bedingt sichtbar oder verborgen hält
- Power Automate Cloud Flow für automatische E-Mail-Benachrichtigung bei neuem Dataverse-Datensatz erstellen
- Genehmigungsflow mit Adaptive Cards in Teams konfigurieren und testen
- Sicherheitsrolle in Dataverse anlegen und einer Benutzergruppe zuweisen
- Verwaltete Lösung erstellen und in eine zweite Power Platform-Umgebung importieren
In übergreifenden Szenarien wird die Verbindung zwischen AZ-900-Konzepten und der Power Platform deutlich — zum Beispiel wenn Azure AD-Benutzerkonten, die im ersten Modul konfiguriert wurden, als Eigentümer für Dataverse-Datensätze im zweiten Modul verwendet werden.
Lernziele:
Der Kurs vermittelt folgende Kernkompetenzen aus AZ-900 und dem PL-200-Lernpfad.
- Die wesentlichen Konzepte des Cloud-Computing — Servicemodelle, Abrechnungsmodelle, Verfügbarkeitskonzepte — klar beschreiben und einordnen
- Den Azure-Dienste-Katalog überblicken und Compute-, Speicher- und Netzwerkdienste den richtigen Anwendungsfällen zuordnen
- Azure-Sicherheitskonzepte, Compliance-Frameworks und das Azure-Governance-Modell erläutern
- Azure-Preisrechner, Kostenmanagement-Tools und Total-Cost-of-Ownership-Berechnungen anwenden
- Microsoft Dataverse als relationale Low-Code-Datenbasis für Power Platform-Lösungen modellieren
- Canvas Apps in Power Apps für mobile und Desktop-Nutzung entwerfen und konfigurieren
- Modellgetriebene Apps auf Basis von Dataverse-Entitäten aufbauen und mit Business-Regeln ausstatten
- Power Automate Cloud Flows für automatisierte Prozesse und Genehmigungsworkflows erstellen
- Connectoren und benutzerdefinierte Konnektoren in Power Platform einbinden
- Power Platform-Lösungen über Umgebungen hinweg deployen und im ALM-Prozess verwalten
- Sicherheitsmodelle und Zugriffsrollen in Dataverse konfigurieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an eine breite Zielgruppe mit dem gemeinsamen Nenner: Microsoft-Technologie als tägliches Arbeitswerkzeug, aber ohne tiefe Entwicklererfahrung.
- IT-Einsteiger und Umsteigende, die eine strukturierte Microsoft-Zertifizierungsreihe starten möchten
- Business Analysts und Prozessverantwortliche, die Workflows selbst digitalisieren wollen
- M365-Nutzer, die die Power Platform bereits kennen und nun eine formale Zertifizierung anstreben
- Sachbearbeiterinnen und IT-Generalisten in Unternehmen, die Power Apps-Lösungen für ihre Abteilung bauen
- Fachkräfte in Umschulung oder Neuorientierung mit Interesse an Low-Code-Entwicklung
Der AZ-900-Teil setzt keine Vorkenntnisse in Cloud-Technologien voraus. Grundlegendes IT-Wissen — etwa Kenntnis von Dateisystemen, Netzwerken oder E-Mail-Diensten — erleichtert das Verständnis. Für den PL-200-Teil sind Kenntnisse in Tabellenkalkulation und ein Grundverständnis von relationalen Daten (Tabellen, Beziehungen) von Vorteil. Programmierkenntnisse sind ausdrücklich nicht erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Der Unterricht läuft im Combined-Learning-Format: Live-Lehreinheiten im virtuellen Klassenzimmer werden durch eigenständige Laborphasen ergänzt. Im AZ-900-Teil stehen konzeptuelle Erklärungen und geführte Portal-Demos im Vordergrund; im PL-200-Teil wird stärker hands-on in Power Platform-Umgebungen gearbeitet. Dozierende begleiten die Laborphasen und stehen für Fragen zur Verfügung. Der Kurs kann vom Homeoffice aus oder von einem Lernzentrum absolviert werden, wo Arbeitsplätze mit dualem Bildschirm-Setup bereitstehen.
Bei Vollzeit-Durchführung liegt die Kursdauer zwischen mehr als einem Monat und bis zu drei Monaten. Die genaue Dauer hängt von der individuellen Modulkombination ab. Individuelle Startzeitpunkte sowie Teilzeit-Optionen sind auf Anfrage verfügbar.
Nach Abschluss der Weiterbildung wird ein Lehrgangszertifikat des Bildungsträgers ausgestellt. Die Microsoft-Zertifizierungsprüfungen AZ-900 und PL-200 werden separat bei Pearson VUE abgelegt. Microsoft stellt die jeweiligen Zertifikate direkt aus; sie sind weltweit gültig und im Microsoft Credentials-Profil öffentlich nachweisbar.
Nutzen & Perspektiven
Die Power Platform ist eines der am stärksten wachsenden Segmente des Microsoft-Ökosystems. Unternehmen jeder Größe setzen Power Apps und Power Automate ein, um Prozesse zu digitalisieren — ohne auf teure Softwareentwicklung angewiesen zu sein. Als PL-200-zertifizierter Functional Consultant können Sie diese Anforderungen strukturiert aufnehmen und in konfigurierte Lösungen umsetzen. Das Zertifikat ist ein klares Signal: Sie beherrschen nicht nur die Benutzeroberfläche, sondern auch Dataverse-Datenmodellierung, Sicherheitsrollen und den professionellen Deploymentprozess. Das AZ-900-Fundament, das dieser Kurs vorschiebt, ist dabei mehr als eine Pflichtübung: Es sorgt dafür, dass Sie die Power Platform im Kontext der Azure-Infrastruktur verstehen — und damit Fragen zu Datenspeicherort, Sicherheit, Compliance und Kosten kompetent beantworten können. In der Praxis werden Power Platform-Consultants häufig genau mit diesen Fragen konfrontiert, wenn sie Lösungen bei Kunden oder in Fachabteilungen einführen. Der Marktwert dieser Kombination liegt vor allem in ihrer Zugänglichkeit: AZ-900 und PL-200 gehören zu den am häufigsten nachgefragten Einstiegszertifizierungen im Microsoft-Portfolio, und ihr gemeinsames Profil öffnet Türen sowohl in technische Consulting-Rollen als auch in IT-Generalistenpositionen in Unternehmen mit Microsoft-Infrastruktur.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Worin unterscheidet sich dieser Kurs vom AZ-900-plus-MS-100-Pendant?
Beide Kurse starten mit denselben Azure-Fundamentals-Grundlagen (AZ-900). Der zweite Schwerpunkt ist hier aber die Power Platform — also Power Apps, Power Automate und Dataverse. Der Kurs mit MS-100 führt stattdessen in die unternehmensweite Microsoft 365-Administration ein.
Brauche ich Programmiererfahrung für den PL-200-Teil?
Nein. Power Platform ist explizit als Low-Code-Plattform ausgelegt. Erfahrungen mit Excel-Formeln, Tabellenkalkulationen oder einfachen Datenmodellen reichen für den Einstieg aus. Technisches Grundverständnis ist ein Vorteil, aber keine Pflicht.
Was ist PL-200 genau?
PL-200 ist die Prüfung für den Microsoft Certified: Power Platform Functional Consultant Associate. Sie deckt die Konfiguration und Anpassung von Dataverse, Power Apps und Power Automate sowie das Application Lifecycle Management ab.
Wie läuft der Kurs ab?
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt: Live-Unterricht im virtuellen Klassenzimmer kombiniert mit Selbststudiumphasen und Laborübungen in echten Microsoft-Umgebungen. Homeoffice-Teilnahme ist möglich.
Welche Abschlüsse sind erreichbar?
Der Bildungsträger stellt ein Lehrgangszertifikat aus. Die Microsoft-Zertifizierungsprüfungen AZ-900 und PL-200 werden separat bei Pearson VUE abgelegt und von Microsoft direkt vergeben.
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