Überblick
MOC 20414 ist der zweite Teil einer zweiteiligen Kursreihe für erfahrene Windows-Server-Administratoren und IT-Infrastruktur-Architekten. Aufbauend auf den Grundlagen aus MOC 20413 vermittelt dieser Kurs die fortgeschrittenen Technologien, die für den Betrieb eines modernen Windows-Server-2012-R2-Unternehmensrechenzentrums erforderlich sind. Schwerpunkte sind hochverfügbare Infrastrukturen, Public-Key-Infrastruktur, Active Directory Federation Services, Active Directory Rights Management Services sowie die Automatisierung und Überwachung von Serverumgebungen mit System Center 2012 R2. Der Kurs ist die bevorzugte Vorbereitung auf die Prüfung 414 innerhalb der MCSE Server Infrastructure-Zertifizierung.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Unternehmensrechenzentrum und Servervirtualisierung Ein modernes Unternehmensrechenzentrum kombiniert physische und virtualisierte Ressourcen unter einem einheitlichen Verwaltungsrahmen. Dieser Abschnitt beleuchtet, wie Windows-Server-2012-R2-Komponenten und System Center 2012 R2 zusammenwirken, um eine skalierbare Infrastruktur bereitzustellen.
- Aufbau eines privaten Cloud-Rechenzentrums mit Windows Server 2012 R2 und Hyper-V
- System Center 2012 R2 Virtual Machine Manager: Installation, Konfiguration und Pools
- Netzwerk-Virtualisierung mit Hyper-V: virtuelle Switches, VLANs und QoS-Richtlinien
- Speicheroptionen: Fibre Channel, iSCSI, SMB 3.0 und Storage Spaces für Hochverfügbarkeit
- Self-Service-Bereitstellung virtueller Maschinen über das System Center App Controller Portal
- Automatisierte VM-Deployments mit Windows PowerShell und System Center Orchestrator
Modul 2: Hochverfügbarkeit und Business Continuity Ausfallzeiten kosten Unternehmen Geld und Vertrauen. In diesem Modul wird gezeigt, wie Windows-Server-2012-R2-Failover-Clustering und verteilte Anwendungsarchitekturen zusammenspielen, um maximale Verfügbarkeit zu gewährleisten.
- Failover Clustering konfigurieren: Quorum-Modelle, Netzwerkadapter-Teaming und Cluster Shared Volumes
- Hochverfügbare Rollen: Hyper-V Live Migration, File Server und iSCSI-Target in Clustern
- Network Load Balancing für webbasierte Dienste und Anwendungsserver
- Business-Continuity-Strategien: Backup, Bare-Metal-Recovery und Disaster Recovery mit Azure
- Windows Server Backup und DPM (Data Protection Manager) in der Praxis konfigurieren
- Recovery Time Objectives und Recovery Point Objectives dokumentieren und testen
Modul 3: Sicherheitsinfrastruktur und Identitätsdienste Eine sichere Active-Directory-Infrastruktur ist das Fundament jeder Unternehmens-IT. Dieser Abschnitt behandelt PKI, AD FS, AD RMS sowie die modernen Zugriffskonzepte Dynamic Access Control und Workplace Join.
- Public Key Infrastructure aufbauen: Root CA, Subordinate CA und Online Responder konfigurieren
- Zertifikatvorlagen entwerfen und Autoenrollment für Benutzer und Geräte aktivieren
- Active Directory Federation Services: Vertrauensstellungen, Anspruchsregeln und Webanwendungsproxy
- Single Sign-On für Office 365 und externe Partneranwendungen mit AD FS einrichten
- Dynamic Access Control: Ressourceneigenschaften, Benutzeransprüche und zentrale Zugriffsrichtlinien
- Active Directory Rights Management Services: Lizenzserver, Vorlagen und Schutz vertraulicher Dokumente
Modul 4: Überwachung, Automatisierung und Verwaltung Ohne effektive Überwachung bleiben Leistungsengpässe und Sicherheitsvorfälle unentdeckt. Dieser Abschnitt zeigt, wie System Center 2012 R2 Operations Manager und Windows-eigene Werkzeuge eine lückenlose Visibilität gewährleisten.
- System Center 2012 R2 Operations Manager: Management Packs installieren und anpassen
- Leistungsindikatoren, Ereignisprotokollregeln und Schwellenwertbenachrichtigungen konfigurieren
- Windows PowerShell-Skripting für wiederkehrende Verwaltungsaufgaben und Compliance-Reports
- Workplace Join und Work Folders: BYOD-Szenarien sicher abbilden
- Patch-Management mit Windows Server Update Services und System Center Configuration Manager
- Dokumentation und Change-Management-Prozesse für eine nachvollziehbare Infrastrukturverwaltung
Die Laborübungen umfassen in diesem Kurs unter anderem folgende Aufgaben
- Hyper-V-Cluster mit zwei Knoten und Cluster Shared Volume aufsetzen
- Live Migration einer laufenden virtuellen Maschine ohne Ausfallzeit durchführen
- Eine zweigliedrige PKI-Hierarchie (Root CA offline, Subordinate CA online) einrichten
- Zertifikatvorlagen für Benutzerauthentifizierung und Webserver-SSL erstellen und publizieren
- AD-FS-Infrastruktur aufbauen und eine Vertrauensstellung zu einer simulierten Partnerorganisation herstellen
- Anspruchsregeln für rollenbasierte Anwendungszugriffe in AD FS konfigurieren
- Dynamic-Access-Control-Richtlinien für vertrauliche Dateien auf einem Dateiserver testen
- AD-RMS-Schutzvorlagen erstellen und auf Dokumente anwenden
- System-Center-Operations-Manager-Umgebung aufsetzen und Management Packs für Windows Server deployen
- Performance-Benachrichtigungsregeln für CPU- und RAM-Auslastung auf virtuellen Maschinen einrichten
- Business-Continuity-Test mit vollständiger Bare-Metal-Recovery einer virtuellen Maschine durchführen
- Self-Service-Portalzugriff für Power-User in System Center App Controller konfigurieren
Die Labs finden in einer Laborumgebung statt, die dem realen Unternehmenseinsatz entspricht. Teilnehmende arbeiten mit Windows Server 2012 R2 und System Center 2012 R2 in einer mehrstufigen Testumgebung. Der Kurs stellt sicher, dass alle Teilnehmenden am Ende des letzten Labortags die gesamte Kursstoffbreite mindestens einmal praktisch erprobt haben. Die Übungsumgebung ist identisch mit dem, was Prüfungskandidaten in der MCSE-Prüfung 414 erwarten.
Lernziele:
- Architektur eines Windows-Server-2012-R2-Unternehmensrechenzentrums beschreiben und kritisch bewerten
- Eine Servervirtualisierungsstrategie mit Hyper-V und System Center 2012 planen und implementieren
- Netzwerk- und Speicherinfrastruktur für virtualisierte Serverumgebungen entwerfen und bereitstellen
- Virtuelle Maschinen auf Windows Hyper-V planen, erstellen und per Self-Service automatisiert bereitstellen
- Eine Virtualisierungsverwaltungslösung mit System Center 2012 Virtual Machine Manager aufbauen
- Eine umfassende Serverüberwachungsstrategie mit Windows Server 2012-Boardmitteln und System Center 2012 Operations Manager implementieren
- Hochverfügbare Anwendungs- und File-Services mit Windows-Failover-Clustering absichern
- Business-Continuity-Strategien planen und Wiederherstellungsmaßnahmen in einer Windows-Umgebung umsetzen
- Eine PKI-Infrastruktur planen, implementieren und Zertifikate lifecycle-gerecht verwalten
- Active Directory Federation Services bereitstellen und anspruchsbasierte Zugriffssteuerung für Anwendungen konfigurieren
- Dynamic Access Control, Workplace Join und Work Folders einrichten
- Active Directory Rights Management Services deployen und Informationsschutz-Richtlinien verwalten
Zielgruppe & Voraussetzungen
MOC 20414 richtet sich ausschließlich an erfahrene IT-Fachleute mit nachgewiesener Praxis im Windows-Server-Betrieb.
- Systemadministratoren, die mittlere bis große Windows-Server-Umgebungen verwalten
- Windows-Infrastruktur-Architekten, die Hochverfügbarkeitslösungen entwerfen
- Administratoren, die die MCSE Server Infrastructure-Zertifizierung anstreben
- IT-Projektleiter mit technischem Hintergrund, die Servermigrationen verantworten
- Netzwerkadministratoren, die ihr Wissen auf Serverrollen und Identitätsdienste ausweiten
Dieser Kurs setzt erfahrene Kenntnisse in der Windows-Server-Administration voraus. Empfohlen wird eine MCSA-Zertifizierung für Windows Server 2012 oder gleichwertige nachgewiesene Praxiskenntnisse. MOC 20413 (Designing and Implementing a Server Infrastructure) sollte vor diesem Kurs belegt worden sein. Kenntnisse in Active Directory, Netzwerkinfrastruktur und Grundzügen der Virtualisierung werden als vorhanden vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format mit einer starken Laborkomponente durchgeführt. Trainer demonstrieren Konfigurationsschritte in der realen Umgebung, bevor die Teilnehmenden diese in eigenen virtuellen Laborinstanzen nachvollziehen und erweitern. Ergänzend werden Fallstudien aus echten Unternehmensszenarien diskutiert. Lernmaterialien des MOC-Kurses dienen als strukturierte Referenz für Selbststudium und Prüfungsvorbereitung.
Die Dauer liegt üblicherweise zwischen einer und vier Wochen, abhängig vom gewählten Lernformat. Im Vollzeitformat kann der Kurs innerhalb von fünf Tagen abgeschlossen werden. Teilzeitvarianten erlauben es Berufstätigen, die Weiterbildung berufsbegleitend zu absolvieren. In Absprache mit dem Anbieter sind individuelle Zeitpläne möglich.
Nach Abschluss des Kurses erhalten Teilnehmende ein Lehrgangszertifikat des durchführenden Bildungsträgers. Der Kurs bereitet gezielt auf die Prüfung 414 (Implementing an Advanced Server Infrastructure) vor, die die fünfte von fünf Prüfungen der MCSE-Server-Infrastructure-Zertifizierung bildet. Das Microsoft-Herstellerzertifikat wird nach Bestehen der offiziellen Microsoft-Prüfung ausgestellt.
Nutzen & Perspektiven
Die MCSE-Server-Infrastructure-Zertifizierung ist eine der anerkanntesten Microsoft-Qualifikationen im Enterprise-IT-Bereich. Fachleute mit dieser Zertifizierung sind in der Lage, komplexe Infrastrukturprojekte von der Konzeption bis zur Umsetzung zu verantworten – ein Profil, das von Unternehmen aller Größenordnungen gefragt ist. Insbesondere die Kombination aus Hochverfügbarkeit, Sicherheitsinfrastruktur und Automatisierung macht Absolventen dieses Kurses zu gefragten Kandidaten auf dem Arbeitsmarkt. Die in diesem Kurs erlernten Fähigkeiten bleiben auch im Kontext modernerer Windows-Server-Versionen relevant: Die Konzepte hinter PKI, AD FS, Failover-Clustering und System-Center-Management sind in Windows Server 2016, 2019 und 2022 konzeptuell weitergeführt worden. Wer die Grundlagen mit Windows Server 2012 R2 versteht, findet sich in neueren Versionen erheblich schneller zurecht. Zusätzlich kann dieser Kurs bei AZAV-zertifizierten Trägern über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters gefördert werden. Beschäftigte können unter Umständen Förderungen nach dem Qualifizierungschancengesetz beantragen. Für Beamte und Soldaten stehen zudem Berufsförderungsmittel der Bundeswehr und vergleichbare Programme zur Verfügung. Der Anbieter berät zu allen Förderwegen im Rahmen des Vorgesprächs.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist MOC 20413 eine Pflichtvoraussetzung für diesen Kurs?
MOC 20413 wird dringend empfohlen, da MOC 20414 explizit als zweiter Teil einer Kursreihe konzipiert ist. Alternativ sind nachgewiesene, gleichwertige Kenntnisse in der Windows-Server-Infrastrukturplanung ausreichend.
Auf welche Prüfung bereitet der Kurs vor?
Der Kurs bereitet auf die Microsoft-Prüfung 414 (Implementing an Advanced Server Infrastructure) vor, die fünfte von fünf Prüfungen der MCSE Server Infrastructure-Zertifizierung.
Ist der Kurs trotz Legacy-Bezeichnung noch relevant?
Die behandelten Konzepte (PKI, AD FS, Failover Clustering, System Center) bilden die Grundlage für neuere Windows-Server-Versionen. Wer diese Konzepte mit Windows Server 2012 R2 versteht, kann das Wissen auf 2016, 2019 und 2022 übertragen.
Welche Fördermöglichkeiten gibt es?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist die Förderung über Bildungsgutschein möglich. Beschäftigte können das Qualifizierungschancengesetz nutzen. Bundeswehrangehörige können Berufsförderungsmittel beantragen.
Wird der Kurs auch in Teilzeit angeboten?
Ja, die meisten Anbieter ermöglichen Teilzeitteilnahme. Die Kursdauer verlängert sich entsprechend. Individuelle Absprachen sind auf Anfrage möglich.
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