Überblick
Windows Server 2016 brachte tiefgreifende Neuerungen in den Bereichen Virtualisierung, Container-Technologien und Speicherverwaltung. Dieser Kurs auf Basis des offiziellen Microsoft-Lehrplans MOC 20740 vermittelt IT-Fachkräften, die bereits mit Windows Server vertraut sind, das Wissen und die Fähigkeiten, um diese neuen Funktionen sicher einzusetzen. Im Mittelpunkt stehen die Installation verschiedener Server-Varianten (darunter Nano Server und Server Core), die Verwaltung physischer und virtueller Speicherlösungen, die Konfiguration von Hyper-V, das Management von Containern sowie der Betrieb von Hochverfügbarkeits- und Failover-Cluster-Umgebungen. Der Kurs ist an IT-Experten gerichtet, die Produktivumgebungen mit Windows Server 2016 aufbauen, verwalten oder migrieren.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – Installation und Migration von Windows Server 2016 Der Kurs beginnt mit den verschiedenen Wegen, einen Windows Server 2016 bereitzustellen. Neben der klassischen Installation mit grafischer Oberfläche stehen vor allem Nano Server und Server Core im Vordergrund, die für moderne Cloud-nahe und containerisierte Umgebungen relevant sind.
- Unterschiede zwischen Windows Server 2016 mit Desktop Experience, Server Core und Nano Server
- Unbeaufsichtigte Installation über Antwortdateien und WDS
- Upgrade-Pfade von Windows Server 2012 R2 auf 2016
- Server-Migration mit Windows Server Migration Tools
- Post-Installationskonfiguration und Rollen-/Feature-Verwaltung via PowerShell
- Grundlagen der Windows Server-Lizenzverwaltung und Aktivierung
Modul 2 – Speicherverwaltung und Unternehmensspeicher Moderne Server-Infrastrukturen setzen auf flexible Speicherarchitekturen. Dieses Modul behandelt alle relevanten Speichertechnologien von lokalen Festplatten über SAN-Anbindungen bis hin zu Software-definierten Speicherlösungen.
- Datenträgerverwaltung für Basis- und dynamische Datenträger
- ReFS und NTFS im Vergleich: Einsatzszenarien und Konfiguration
- iSCSI-Initiator und -Ziel konfigurieren sowie SAN-Verbindungen herstellen
- SMB 3.0 für Hochverfügbarkeits-Dateifreigaben konfigurieren
- Storage Spaces (Speicherplätze) mit verschiedenen Resilienz-Modi einrichten
- Datendeduplizierung aktivieren und konfigurieren
Modul 3 – Hyper-V und Container Virtualisierung ist heute das Fundament moderner Rechenzentren. Dieses Modul deckt sowohl die klassische Hyper-V-Virtualisierung als auch die in Windows Server 2016 eingeführten Container-Technologien ab.
- Hyper-V installieren und die Hyper-V-Manager-Konsole nutzen
- Virtuelle Maschinen mit verschiedenen Generation-1- und Generation-2-Konfigurationen erstellen
- Virtuelle Netzwerke (vSwitch, VLAN-Tagging) konfigurieren
- Windows-Container und Hyper-V-Container unterscheiden und bereitstellen
- Docker-Integration für Windows Server-Container nutzen
- Virtuelle Maschinen live migrieren und exportieren/importieren
Modul 4 – Hochverfügbarkeit, Failover-Clustering und NLB Dieses Modul behandelt die Mechanismen, mit denen Windows Server 2016 Ausfallzeiten minimiert. Vom Failover-Cluster über NLB bis hin zu Notfallwiederherstellungsszenarien wird alles praxisnah erarbeitet.
- Failover-Cluster-Voraussetzungen und Konfigurationsschritte
- Freigegebene Cluster-Volumes (Cluster Shared Volumes, CSV) einrichten
- Hochverfügbarkeit für Hyper-V-VMs mit Failover-Clustering implementieren
- NLB-Cluster für Web- und Anwendungsdienste konfigurieren
- Zeugen-Konfiguration (Disk Witness, File Share Witness) für Quorum einrichten
- Planned Failover und Unplanned Failover testen und dokumentieren
Praxis und Laborübungen Der praktische Teil des Kurses ist eng an reale Administrations-Szenarien angelehnt.
- Installation von Windows Server 2016 als Server Core und Nano Server
- Konfiguration eines iSCSI-Zielservers und Verbindung vom Initiator
- Einrichten von Storage Spaces mit Mirror-Resilienz
- Aktivieren und Konfigurieren von Datendeduplizierung
- Erstellen und Konfigurieren einer Hyper-V-VM Generation 2
- Einrichten eines virtuellen Switches mit VLAN-Tagging
- Bereitstellen eines Windows-Containers mit Docker
- Erstellen eines Failover-Clusters mit zwei Knoten
- Konfigurieren von CSV und Hinzufügen von Cluster-Rollen
- Implementieren von Hochverfügbarkeit für eine Hyper-V-VM
- Konfigurieren und Testen eines NLB-Clusters
- Erstellen eines WDS-Bereitstellungs-Images und Deployment-Test
Alle Übungen werden in einer virtuellen Lab-Umgebung durchgeführt, die typische Unternehmensinfrastrukturen nachbildet. Abschließend lösen die Teilnehmenden ein Szenario, in dem sie eine vorhandene Infrastruktur auf Windows Server 2016 migrieren und die Hochverfügbarkeit sicherstellen müssen.
Lernziele:
- Verschiedene Windows-Server-2016-Installationsoptionen (inklusive Nano Server und Server Core) vorbereiten und durchführen
- Eine Server-Upgrade- und -Migrationsstrategie planen und umsetzen
- Speicheroptionen einschließlich Partitionstabellenformate, Basis- und dynamische Datenträger sowie Dateisysteme verstehen
- Virtuelle Festplatten und physische Laufwerke verwalten und konfigurieren
- Enterprise-Speicherlösungen wie iSCSI, Fibre Channel und SMB 3.0 bewerten und implementieren
- Speicherplätze (Storage Spaces) und Datendeduplizierung einrichten und verwalten
- Microsoft Hyper-V installieren und konfigurieren sowie virtuelle Maschinen erstellen
- Windows- und Hyper-V-Container bereitstellen, konfigurieren und verwalten
- Hochverfügbarkeits- und Notfallwiederherstellungstechnologien in Windows Server 2016 beschreiben
- Failover-Cluster planen, erstellen und verwalten
- Failover-Clustering für Hyper-V-VMs implementieren
- Network Load Balancing (NLB) konfigurieren und Implementierungen planen
- Bereitstellungs-Images erstellen und verwalten
- Virtuelle Maschinen im laufenden Betrieb überwachen und warten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich explizit an IT-Experten mit vorhandener Windows-Server-Erfahrung. Einsteiger ohne Administrationskenntis sind nicht die primäre Zielgruppe.
- Windows-Server-Administratoren, die auf Windows Server 2016 umsteigen oder dieses verwalten
- Systemadministratoren mit Verantwortung für Speicher- und Recheninfrastruktur
- Virtualisierungsadministratoren mit Hyper-V-Fokus
- IT-Architekten, die Hochverfügbarkeits-Szenarien planen
- Personen, die sich auf eine Microsoft-Serveradministrations-Zertifizierung vorbereiten
Teilnehmende sollten über praktische Erfahrung mit früheren Windows-Server-Versionen (z. B. 2012 R2) verfügen. Kenntnisse in grundlegender Netzwerkadministration sowie im Umgang mit Active Directory sind hilfreich. Erfahrung mit der PowerShell-Kommandozeile ist von Vorteil, da im Kurs viele Aufgaben per Skript durchgeführt werden. Kenntnisse in Virtualisierungskonzepten erleichtern den Einstieg in die Hyper-V-Module erheblich. Vor Kursbeginn wird ein individuelles Beratungsgespräch geführt, um Vorkenntnisse zu bewerten.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs folgt dem offiziellen Microsoft-Curriculum und wird als Combined Learning angeboten, bei dem Präsenz- und Online-Lernphasen kombiniert werden. Theorieinhalte werden anhand von Szenarien aus der Praxis vermittelt und direkt durch Laborübungen vertieft. Viele Konfigurationsaufgaben werden über PowerShell durchgeführt, was den Kursteilnehmenden eine praxisrelevante Skript-Kompetenz vermittelt. Der Kurs kann sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit absolviert werden.
In Vollzeit dauert der Kurs typischerweise mehr als eine Woche bis zu einem Monat. In Teilzeit kann sich die Kursdauer auf bis zu drei Monate ausdehnen. Der Kursumfang umfasst einen ausgewogenen Mix aus Theorie- und Laborstunden, der dem MOC-Standard für Infrastrukturkurse entspricht.
Teilnehmende erhalten nach dem Kurs ein trägerinternes Zertifikat sowie eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. MOC 20740 ist Bestandteil des Microsoft-Zertifizierungspfads für Windows Server und bereitet auf die entsprechende Prüfung vor. Die Prüfung selbst wird separat bei einem autorisierten Microsoft-Prüfungszentrum abgelegt.
Nutzen & Perspektiven
Windows Server 2016 ist trotz der verfügbaren Nachfolgeversionen in vielen Unternehmensrechenzentren weiterhin produktiv im Einsatz. Administratoren, die seine spezifischen Features — insbesondere Nano Server, Storage Spaces Direct und Container — beherrschen, sind in der Lage, bestehende Infrastrukturen stabil zu betreiben und gleichzeitig Migrations- und Modernisierungsprojekte zu begleiten. Die Kenntnisse aus diesem Kurs bilden außerdem eine solide Grundlage für den Umstieg auf Windows Server 2019/2022 oder Azure-basierte Workloads. Viele der Konzepte in Hyper-V, Failover-Clustering und Storage Spaces sind versionsübergreifend gültig, sodass die Investition in diesen Kurs langfristigen Mehrwert schafft. Ist der Kurs bei einem nach AZAV zertifizierten Träger gebucht, ist eine Förderung über Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters möglich. Darüber hinaus kommen Förderungen nach dem Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung (BFD) der Bundeswehr, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben der Deutschen Rentenversicherung oder rehabilitationsbezogene Fördermaßnahmen in Betracht. Eine Beratung beim zuständigen Leistungsträger vor Kursbeginn ist empfehlenswert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für wen ist dieser Kurs geeignet?
Der Kurs richtet sich an IT-Experten mit praktischer Windows-Server-Erfahrung. Wer bereits mit früheren Server-Versionen gearbeitet hat und die Neuerungen von Windows Server 2016 systematisch kennenlernen möchte, ist gut aufgestellt. Ohne Grundkenntnisse ist der Einstieg zu steil.
Was unterscheidet Windows Server 2016 von früheren Versionen?
Windows Server 2016 führte Nano Server als minimale Installationsoption, Windows- und Hyper-V-Container sowie Storage Spaces Direct für software-definierten Speicher ein. Der Kurs behandelt genau diese Neuerungen und zeigt, wie sie sich in bestehende Infrastrukturen integrieren lassen.
Welches Zertifikat erhalte ich?
Nach dem Kurs erhalten Sie ein trägerinternes Zertifikat und eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. MOC 20740 bereitet auf die zugehörige Microsoft-Zertifizierungsprüfung vor, die Sie separat bei einem autorisierten Prüfungszentrum ablegen können.
Ist der Kurs förderbar?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs über Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Auch Förderungen nach dem Qualifizierungschancengesetz und Leistungen der Deutschen Rentenversicherung können in Frage kommen.
Wie praktisch ist der Kurs?
Ein erheblicher Teil des Kurses besteht aus Laborübungen in einer virtuellen Umgebung. Teilnehmende konfigurieren Hyper-V-VMs, richten Failover-Cluster ein, arbeiten mit Storage Spaces und testen NLB-Konfigurationen – alles hands-on an realistischen Infrastrukturszenarien.
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