Überblick
MOC 20764 ist ein Microsoft-Official-Course, der Datenbankadministratoren und IT-Fachleute, die SQL-Server-Umgebungen verwalten, mit allen praxisrelevanten Kenntnissen ausstattet. Der Kurs deckt das vollständige Spektrum der SQL-Server-Datenbankadministration ab: Sicherheitsarchitektur und Zugriffssteuerung, Datenschutz durch Verschlüsselung und Auditing, Sicherungs- und Wiederherstellungsstrategien, Automatisierung von Routineaufgaben über den SQL-Server-Agent, proaktive Überwachung der Datenbankinfrastruktur sowie die Verwendung von PowerShell für administrative Aufgaben. Darüber hinaus werden Import- und Export-Szenarien behandelt, die bei Datenmigration und Systemintegration täglich anfallen. Der Kurs bereitet gleichzeitig auf die Microsoft-Zertifizierungsprüfung im Bereich SQL-Server-Administration vor.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Sicherheitsarchitektur und Zugriffssteuerung Sicherheit in SQL Server ist mehrschichtig: Von der Authentifizierung auf Serverebene über Datenbankbenutzer bis zu objektspezifischen Berechtigungen wird jede Ebene separat konfiguriert und überwacht. In diesem Modul wird die vollständige SQL-Server-Sicherheitsarchitektur durchgängig erarbeitet.
- Authentifizierungsmodi: Windows-Integrated Security vs. SQL-Server-Logins erstellen und verwalten
- Server-Logins mit festen Serverrollen (sysadmin, securityadmin, dbcreator) verknüpfen
- Datenbankbenutzer anlegen und mit Datenbankrollen (db_datareader, db_datawriter, db_owner) verknüpfen
- Schemas als Sicherheitsgrenzen einsetzen: Objekte in Schemas organisieren und Berechtigungen auf Schema-Ebene vergeben
- EXECUTE AS und Besitzkettenprinzip: Hintergrundwissen für stored procedures und views
- Contained Databases: Benutzer ohne Server-Login in einer abgeschlossenen Datenbank authentifizieren
Modul 2: Datenschutz und Compliance Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, personenbezogene und geschäftskritische Daten zu schützen. SQL Server bietet mehrere integrierte Mechanismen für Datenverschlüsselung und Zugriffsprotokollierung, die dieses Modul hands-on behandelt.
- Transparente Datenverschlüsselung (TDE): Datenbank-Dateien und Backups auf Betriebssystemebene verschlüsseln
- Spaltenebenen-Verschlüsselung: sensible Felder wie Geburtsdatum und IBAN mit Symmetrischen Schlüsseln schützen
- Always Encrypted: Verschlüsselung so konfigurieren, dass auch DBA-Konten keinen Klartext sehen
- SQL-Server-Auditing: Server-Audit und Datenbank-Audit-Spezifikationen anlegen
- Audit-Protokolle in Dateien oder Windows-Ereignisprotokoll schreiben und auswerten
- Dynamic Data Masking: Daten für nicht berechtigte Nutzer automatisch maskieren
Modul 3: Sicherungs- und Wiederherstellungsstrategien Ein zuverlässiges Backup ist die letzte Verteidigungslinie gegen Datenverlust. Dieses Modul behandelt alle SQL-Server-Backup-Typen und die dazugehörigen Wiederherstellungsszenarien, vom vollständigen Restore bis zur Point-in-Time-Recovery.
- Wiederherstellungsmodelle (Recovery Models) verstehen: wann SIMPLE, FULL und BULK_LOGGED angemessen ist
- Vollsicherungen (FULL BACKUP): Zieldateien, Komprimierung und Verschlüsselung konfigurieren
- Differenzielle Sicherungen: Aufbau auf dem letzten Vollbackup und Einsparung von Speicherplatz
- Transaktionsprotokolle sichern (LOG BACKUP): kontinuierliche Log-Chain für Point-in-Time-Recovery
- Sicherungszeitplan mit dem SQL-Server-Agent automatisieren und Ablaufpläne überwachen
- Wiederherstellung einer Datenbank: RESTORE DATABASE mit RECOVERY und WITH NORECOVERY korrekt einsetzen
- Point-in-Time-Recovery: Transaktionsprotokolle bis zu einem bestimmten Zeitpunkt einspielen
- Sicherungs- und Wiederherstellungsstrategie dokumentieren: RTO und RPO für unterschiedliche Datenbanken definieren
Modul 4: Automatisierung, Überwachung und PowerShell Routine-Verwaltungsaufgaben wie Statistik-Aktualisierungen, Index-Rebuilds und Integritätsprüfungen sollten automatisiert laufen, damit Datenbankadministratoren sich auf strategische Aufgaben konzentrieren können. Dieses Modul zeigt, wie SQL-Server-Agent, PowerShell und Überwachungswerkzeuge zusammenwirken.
- SQL-Server-Agent-Aufträge anlegen: T-SQL-Schritte, PowerShell-Schritte und SSIS-Pakete als Auftragsschritte
- Zeitpläne konfigurieren: einmalige Ausführung, täglich, wöchentlich und ereignisgesteuert
- Proxy-Konten für den SQL-Server-Agent: Schritte unter einem dedizierten Windows-Konto ausführen
- Warnungen (Alerts) auf SQL-Server-Ereignisse und Leistungsbedingungen einrichten
- Operatoren und Benachrichtigungen: E-Mail-Versand bei Auftragsfehlern und kritischen Warnungen
- PowerShell mit SQL-Server-Modul (SqlServer): Inventarisierung, Datenbankstatus prüfen und Skripte planen
- SQL-Server-Profiler und Extended Events: Abfrageperformance und Blockierungsprobleme diagnostizieren
- Dynamische Verwaltungssichten (DMVs): Sitzungen, Wartestatistiken und Indexnutzung abfragen
- Database Mail einrichten: SQL-Server-eigenen E-Mail-Versand für Benachrichtigungen konfigurieren
Die praktischen Laboraufgaben in diesem Kurs umfassen unter anderem
- Neuen SQL-Server-Login mit Windows-Authentifizierung anlegen und auf eine Datenbank mit db_datareader-Rolle einschränken
- Benutzerdefinierte Datenbankrolle für einen Reporting-Zugriff erstellen und gezielt Berechtigungen für einzelne Views vergeben
- Transparente Datenverschlüsselung auf einer Testdatenbank aktivieren und Backup der verschlüsselten Datenbank erstellen
- SQL-Server-Audit für Anmeldefehler und Datenzugriffe konfigurieren und Audit-Protokoll auswerten
- Recovery-Modell einer Testdatenbank auf FULL umstellen und eine vollständige Log-Chain mit Full-, Differenziellem und Log-Backup aufbauen
- Point-in-Time-Recovery durchführen: Datenbank auf einen Zeitstempel zehn Minuten vor einem simulierten Fehler zurücksetzen
- SQL-Server-Agent-Auftrag für wöchentlichen Index-Rebuild und tägliche Statistik-Aktualisierung anlegen
- Benachrichtigungen für kritische SQL-Server-Ereignisse (Schweregrad 19–25) per E-Mail einrichten
- PowerShell-Skript schreiben, das alle Datenbanken einer Instanz auflistet und Recovery-Modell und letzte Backup-Zeit ausgibt
- Extended-Events-Sitzung erstellen, die lang laufende Abfragen (über fünf Sekunden) erfasst und in eine Datei protokolliert
- DMV-Abfrage entwickeln, die die zehn am meisten wartenden Prozesse und den Wartetyp auflistet
- Abschlusslabor: vollständigen Sicherungs- und Wiederherstellungstest für eine Produktionsdatenbank-Simulation planen, ausführen und dokumentieren
Die Labs werden in einer SQL-Server-Laborumgebung durchgeführt, die einer realen Unternehmensinstallation nachempfunden ist. Alle Konfigurationen können hands-on erprobt und im Anschluss nachvollzogen werden.
Lernziele:
- Benutzerauthentifizierung und Autorisierung in SQL Server konfigurieren: Windows-Authentifizierung und SQL-Server-Authentifizierung unterscheiden und einsetzen
- Server- und Datenbankrollen planen und zuweisen: feste Serverrollen, benutzerdefinierte Datenbankrollen und Schemaberechtigungen
- Ressourcenzugriff auf Datenbankebene steuern: GRANT, DENY und REVOKE für Objekte und Schemas anwenden
- Daten durch transparente Datenverschlüsselung und Always Encrypted vor unbefugtem Zugriff schützen
- SQL-Server-Auditing einrichten und Audit-Protokolle für Compliance-Nachweise auswerten
- Wiederherstellungsmodelle vergleichen: SIMPLE, FULL und BULK_LOGGED für verschiedene Anwendungsszenarien auswählen
- Vollständige, differenzielle und transaktionsprotokolläre Sicherungen durchführen und automatisieren
- Datenbanken aus Sicherungen vollständig und zu einem bestimmten Zeitpunkt wiederherstellen
- SQL-Server-Agent-Aufträge anlegen, planen und Ausführungshistorie überwachen
- Sicherheit für den SQL-Server-Agent konfigurieren: Proxy-Konten und Stellvertretungen
- Warnungen und Benachrichtigungen für kritische Ereignisse und Leistungsengpässe einrichten
- PowerShell-Skripte für SQL-Server-Verwaltungsaufgaben schreiben und im Betrieb nutzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
MOC 20764 richtet sich an IT-Fachleute, die SQL-Server-Datenbanken im Unternehmen verwalten oder dafür verantwortlich sind.
- Datenbankadministratoren, die SQL-Server-Umgebungen in mittleren bis großen Unternehmen betreiben
- IT-Systemadministratoren, die nebenbei Datenbanken verwalten und ihre Kenntnisse strukturieren wollen
- Entwickler, die Anwendungen mit SQL-Server-Backend bereitstellen und Datenbankadministrations-Grundlagen verstehen wollen
- Technische Projektleiter, die SQL-Server-Migrationen und -Upgrades verantworten
- Berufseinsteiger in der Datenbankadministration mit Grundkenntnissen in SQL Server
Grundkenntnisse in SQL Server und T-SQL werden vorausgesetzt, insbesondere Erfahrung mit dem Erstellen und Abfragen von Datenbankobjekten. Windows-Server-Grundkenntnisse sind empfehlenswert. Erfahrung mit dem SQL Server Management Studio ist hilfreich. Bei Lücken in den Grundlagen bieten die Anbieter ein Vorgespräch zur Lernplanung an.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format durchgeführt, das strukturierte Instruktionseinheiten mit umfangreichen Laborphasen verbindet. Jedes Modul schließt mit einem oder mehreren Laborübungen, die auf den theoretischen Inhalt aufbauen. Ergänzend werden MOC-Kursunterlagen bereitgestellt, die als Referenz für Selbststudium und Prüfungsvorbereitung genutzt werden können.
Die Kursdauer liegt üblicherweise zwischen einer und vier Wochen, abhängig vom Lernformat. Im Vollzeitformat ist der Kurs in fünf Tagen absolvierbar. Teilzeitvarianten über mehrere Wochen ermöglichen eine Kombination mit beruflicher Tätigkeit.
Nach Abschluss erhalten Teilnehmende ein Lehrgangszertifikat des Bildungsträgers sowie die Vorbereitung auf ein international anerkanntes Microsoft-Herstellerzertifikat. Der Kurs bereitet auf die entsprechende Microsoft-Prüfung zur SQL-Server-Datenbankadministration vor. Das Herstellerzertifikat wird nach Bestehen der offiziellen Microsoft-Prüfung ausgestellt.
Nutzen & Perspektiven
SQL-Server-Datenbankadministratoren sind in deutschen Unternehmen dauerhaft gefragt. Praktisch jede Anwendung, die strukturierte Daten speichert, greift auf eine relationale Datenbank zurück. Wer SQL-Server-Infrastrukturen zuverlässig absichern, sichern und überwachen kann, ist für Unternehmen unentbehrlich – denn Datenverlust oder -panne hat unmittelbar betriebliche und rechtliche Konsequenzen. Die in diesem Kurs erlernten Fähigkeiten decken genau die Tätigkeiten ab, die in Stellenausschreibungen für Datenbankadministratoren regelmäßig gefordert werden. PowerShell-Kenntnisse für SQL-Server-Management sind ein weiterer Vorteil, den Absolventen dieses Kurses mitbringen. Mit PowerShell lassen sich Monitoring-Skripte, Inventarisierungsläufe und Backup-Prüfungen automatisieren – Aufgaben, die manuell Stunden in Anspruch nehmen würden. Wer als DBA PowerShell einsetzt, arbeitet nachweislich effizienter und fehlerärmer als ohne Automatisierung. Die Schulung ist bei AZAV-zertifizierten Anbietern über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Beschäftigte können Förderungen nach dem Qualifizierungschancengesetz nutzen. Rehabilitanden können Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben über die Deutsche Rentenversicherung beantragen. Der Anbieter berät im Rahmen des Vorgesprächs zu allen passenden Förderwegen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche SQL-Vorkenntnisse brauche ich?
Grundkenntnisse in T-SQL und SQL Server Management Studio werden vorausgesetzt. Der Kurs behandelt keine SQL-Grundlagen wie SELECT oder JOIN – diese sollten bereits bekannt sein.
Deckt der Kurs auch PowerShell ab?
Ja, PowerShell für SQL-Server-Administration ist ein eigener Themenblock. Es werden praxisnahe Skripte für Inventarisierung, Backup-Prüfung und automatisierte Statusberichte erarbeitet.
Auf welche Prüfung bereitet der Kurs vor?
Der Kurs bereitet auf die entsprechende Microsoft-Prüfung zur SQL-Server-Datenbankadministration vor. Das Microsoft-Herstellerzertifikat wird nach Bestehen der offiziellen Prüfung ausgestellt.
Kann die Weiterbildung gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist Förderung über Bildungsgutschein möglich. Beschäftigte können das Qualifizierungschancengesetz nutzen. Rehabilitanden können Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben beantragen.
Ist der Kurs auch für Administratoren geeignet, die nur nebenbei Datenbanken verwalten?
Ja. Der Kurs richtet sich auch an IT-Generalisten, die SQL-Server-Datenbanken neben anderen Aufgaben betreuen. Er gibt einen strukturierten Überblick über alle wichtigen Administrationsbereiche.
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