Überblick
Der Kurs MOC 762 Developing SQL Databases richtet sich an Datenbankentwickler, die fundierte Kenntnisse in der SQL-Server-Datenbankentwicklung aufbauen oder systematisch vertiefen möchten. Im Mittelpunkt stehen die SQL-Server-Produktfunktionen und -Werkzeuge, die für die Entwicklung und Pflege professioneller Datenbankstrukturen notwendig sind. Der Kurs behandelt das vollständige Spektrum der serverseitigen Datenbankentwicklung: vom Entwurf optimierter Tabellenstrukturen über die Implementierung gespeicherter Prozeduren, Trigger und benutzerdefinierter Funktionen bis hin zu spezialisierten Themen wie In-Memory-Tabellen, XML-Datenspeicherung, räumlichen Daten und der Verwaltung von Blobs. Dieser Kurs vermittelt das Rüstzeug, das Datenbankentwickler brauchen, um leistungsfähige, konsistente und gut strukturierte SQL-Server-Datenbanken zu entwerfen und zu betreiben.
Kursinhalte & Lernziele
Der Kurs deckt alle wesentlichen Bereiche der SQL-Server-Datenbankentwicklung systematisch ab. Tabellendesign und Datenintegrität Der erste inhaltliche Block legt die Grundlagen für die Datenbankstruktur. Hier geht es darum, wie Tabellen sauber entworfen und mit Integritätsmechanismen abgesichert werden — eine Basis, die alle weiteren Entwicklungsaufgaben beeinflusst.
- Entwurf normalisierter Tabellenstrukturen nach Normalformregeln
- Primärschlüssel, Fremdschlüssel und referenzielle Integrität
- CHECK-Constraints, UNIQUE-Constraints und DEFAULT-Werte
- Erweiterte Tabellendesigns: temporale Tabellen, berechnete Spalten, gespiegelte Spalten
- Datentypen und ihre optimale Verwendung (numerisch, text, datetime, binary)
- Tabellenpartitionierung als Performance-Werkzeug
Indizes und Abfrageoptimierung Effizienz in SQL-Server-Datenbanken hängt maßgeblich von der richtigen Indexstrategie ab. Dieser Abschnitt vermittelt das nötige Wissen, um Abfragen signifikant zu beschleunigen.
- Clustered und Non-Clustered Indizes — Aufbau und Verwendung
- Filtered Indizes für selektive Datenzugriffe
- Columnstore-Indizes für analytische Workloads
- Optimierte Indizes und ihre Einsatzgebiete
- Index-Fragmentation analysieren und beheben
- Ausführungspläne lesen und Bottlenecks identifizieren
Programmierbarkeit: Views, Stored Procedures, Funktionen und Trigger Serverseitige Programmierbarkeit ist ein Kernthema der Datenbankentwicklung. Dieser Block zeigt, wie wiederverwendbare, sichere und gut wartbare Datenbanklogik implementiert wird.
- Views erstellen und für die Kapselung von Abfragelogik nutzen
- Stored Procedures mit Eingangsparametern, Ausgabeparametern und Rückgabewerten
- Fehlerbehandlung in Stored Procedures mit TRY/CATCH
- Skalare und tabellenwertige benutzerdefinierte Funktionen
- DML-Trigger (INSERT, UPDATE, DELETE) für automatische Reaktionen auf Datenänderungen
- DDL-Trigger und Logon-Trigger für erweiterte Kontrollszenarien
Erweiterte Themen und spezielle Datentypen Der abschließende thematische Block behandelt spezialisierte SQL-Server-Features, die in modernen Datenbankarchitekturen zunehmend relevant sind.
- In-Memory-OLTP: Memory-Optimized Tables und nativ kompilierte Stored Procedures
- CLR-Integration: Verwalteten .NET-Code in SQL Server ausführen
- XML-Daten: xml-Datentyp, XQuery, FOR XML und XML-Schemata
- Räumliche Daten (geometry und geography) speichern, abfragen und auswerten
- FILESTREAM und FILETABLE für Blob-Speicherung
- Volltextsuche für Textdokumente in SQL Server
Praxis-Block Die theoretischen Konzepte werden durch umfangreiche Laborübungen direkt in SQL Server Management Studio (SSMS) angewendet. Die folgenden Praxisaufgaben sind Bestandteil des Kurses.
- Aufbau einer vollständigen Datenbankstruktur von Grund auf
- Implementierung aller Integritätsmechanismen für eine Beispieldatenbank
- Erstellen und Testen eines vollständigen Index-Sets für eine analytische Anwendung
- Entwicklung einer Bibliothek gespeicherter Prozeduren für CRUD-Operationen
- Implementierung von Audit-Triggern für sicherheitsrelevante Tabellen
- Schreiben benutzerdefinierter Funktionen für Geschäftslogik
- Einrichtung einer Memory-Optimized Table für Hochfrequenz-Einfügeoperationen
- Speicherung und Abfrage von XML-Konfigurationsdaten
- Arbeiten mit Geodaten für eine standortbezogene Anwendung
- Blob-Verwaltung mit FILESTREAM für Dokumentenspeicherung
- Performance-Analyse mit dem SQL Server Profiler und Ausführungsplänen
- Abschlussprojekt — Entwurf und Implementierung einer vollständigen Datenbankschicht für eine Beispielanwendung
Die Laborübungen werden in einer vollständigen SQL-Server-Umgebung durchgeführt. Alle relevanten Werkzeuge und Produktversionen werden bereitgestellt. Der Kurs endet mit einem soliden praktischen Fundament, das unmittelbar in Projekten angewendet werden kann.
Lernziele:
Der Kurs vermittelt folgende Kenntnisse und Fähigkeiten in der professionellen SQL-Server-Datenbankentwicklung.
- Tabellen für SQL-Server-Datenbanken professionell zu entwerfen und zu implementieren
- Erweiterte Tabellendesigns zu beschreiben und sinnvoll einzusetzen
- Datenintegrität durch geeignete Einschränkungen (Constraints) sicherzustellen
- Standard- und spezialisierte Indizes (optimierte Indizes, Columnstore-Indizes) zu beschreiben, zu entwerfen und anzuwenden
- Datenbankansichten (Views) zu entwerfen und zu implementieren
- Gespeicherte Prozeduren (Stored Procedures) zu entwerfen und zu implementieren
- Benutzerdefinierte Funktionen zu entwerfen und zu implementieren
- Auf Datenmanipulationen mittels Triggern zu reagieren
- In-Memory-Tabellen zu entwerfen und zu implementieren
- Verwalteten Code in SQL Server einzusetzen (CLR-Integration)
- XML-Daten zu speichern und abzufragen
- Mit räumlichen Daten (spatial data) in SQL Server zu arbeiten
- Blobs und Textdokumente in SQL Server zu speichern und abzufragen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Datenbankfachkräfte und Entwickler, die SQL Server professionell als Entwicklungsplattform nutzen oder einsetzen möchten.
- Datenbankentwickler, die ihre SQL-Server-Kenntnisse systematisch vertiefen wollen
- SQL-Server-Entwickler, die bisher nur mit grundlegenden Datenbankstrukturen gearbeitet haben und erweiterte Features kennenlernen möchten
- Datenbankadministratoren mit Code-Fokus, die entwicklungsrelevante Themen wie Stored Procedures und Trigger besser verstehen wollen
- BI-Entwickler, die analytische Datenbankstrukturen mit Columnstore-Indizes und XML-Integration entwerfen
- Anwendungsentwickler, die die serverseitige Datenbanklogik für ihre Applikationen selbst entwickeln und optimieren
Grundlegende Kenntnisse in der SQL-Abfragesprache (T-SQL) werden vorausgesetzt. Wer mit SELECT, INSERT, UPDATE und DELETE vertraut ist, kann den Kurs ohne Probleme beginnen. Kenntnisse relationaler Datenbankkonzepte (Tabellen, Schlüssel, Joins) erleichtern den Einstieg. Erfahrung mit SQL Server als Administrator oder Anwender ist von Vorteil, aber keine zwingende Voraussetzung. Vor Seminarbeginn findet ein individuelles Beratungsgespräch statt, in dem der Kenntnisstand geprüft und ein passender Lernplan erstellt wird.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird nach dem offiziellen Microsoft-Curriculum durchgeführt und kombiniert Trainer-Präsentationen mit direkten Hands-on-Übungen in SQL Server Management Studio. Die Unterrichtsform ist als Präsenzkurs, Online-Seminar oder Combined Learning verfügbar. Im Combined Learning werden Präsenz- und Onlinephasen mit selbstgesteuerten Lernabschnitten kombiniert, was eine flexible zeitliche Gestaltung ermöglicht. Der Kurs ist sowohl im Vollzeit- als auch im Teilzeitformat buchbar.
Das offizielle MOC-762-Curriculum ist für eine Kursdauer von einer bis zwei Wochen im Vollzeitformat ausgelegt. Im Teilzeitformat oder mit kombinierten Online-Anteilen kann der Kurs auf mehrere Wochen bis zu einem Monat ausgedehnt werden. Die genaue Kursdauer wird im Beratungsgespräch festgelegt.
Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein international anerkanntes Herstellerzertifikat sowie ein Lehrgangszertifikat von New Horizons. Der Kurs bereitet auf weiterführende Microsoft-Zertifizierungen im Datenbankbereich vor, etwa zum Microsoft Certified Database Administrator. Das Zertifikat ist kein staatlich anerkannter Abschluss, wird aber in der Datenbankentwicklungsbranche als Nachweis fundierter SQL-Server-Kompetenz anerkannt.
Nutzen & Perspektiven
SQL Server ist weltweit eine der meistgenutzten relationalen Datenbankplattformen in Unternehmen. Gut ausgebildete Datenbankentwickler, die weit über einfache SELECT-Abfragen hinausgehen und serverseitige Logik, Indizes und spezialisierte Datentypen beherrschen, sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt. Wer diesen Kurs absolviert, kann Datenbankarchitekturen entwerfen, die performant, sicher und langfristig wartbar sind — eine Fähigkeit, die in Projekten unmittelbaren Geschäftswert erzeugt. Die Kombination aus Tabellendesign, Indexoptimierung, Stored Procedures und In-Memory-OLTP schafft eine umfassende Kompetenz, die weit über das hinausgeht, was Entwickler im Arbeitsalltag typischerweise lernen. Wer diese Techniken beherrscht, kann bestehende Datenbankarchitekturen analysieren, Schwachstellen finden und gezielte Verbesserungen implementieren — ein Mehrwert, der sich direkt auf die Performance und Zuverlässigkeit der gesamten Anwendungslandschaft auswirkt. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist dieser Kurs grundsätzlich über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Ebenfalls möglich sind — je nach persönlicher Situation — Förderungen nach dem Qualifizierungschancengesetz, Rehabilitationsleistungen der Deutschen Rentenversicherung oder Leistungen der Berufsförderung der Bundeswehr. Die individuelle Fördersituation wird im Beratungsgespräch vor Kursbeginn besprochen und geklärt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche SQL-Kenntnisse brauche ich für den MOC 762?
Grundlegende T-SQL-Kenntnisse werden vorausgesetzt — wer SELECT, INSERT, UPDATE und DELETE kennt und mit relationalen Datenbankkonzepten wie Tabellen, Schlüsseln und Joins vertraut ist, kann direkt einsteigen. Der Kurs baut auf diesen Grundlagen auf und führt in fortgeschrittene Entwicklungsthemen ein.
Unterscheidet sich dieser Kurs von einem DBA-Kurs?
Ja, MOC 762 fokussiert sich auf die Entwicklungsperspektive — also auf das Entwerfen und Implementieren von Datenbankstrukturen, Programmierbarkeit (Stored Procedures, Trigger, Funktionen) und erweiterte Datentypen. DBA-Kurse behandeln hingegen Verwaltungsthemen wie Backup, Replikation und Security-Administration. Es gibt inhaltliche Überschneidungen, aber der Schwerpunkt ist deutlich verschieden.
Was sind Columnstore-Indizes und warum werden sie im Kurs behandelt?
Columnstore-Indizes sind ein spezielles SQL-Server-Feature, das für analytische Abfragen auf großen Datenmengen optimiert ist. Sie speichern Daten spaltenweise statt zeilenweise und ermöglichen dadurch dramatische Performance-Verbesserungen bei Aggregationsabfragen. Da BI-Entwickler und Data-Warehouse-Architekten zunehmend auf SQL Server setzen, ist dieses Thema im Kurs relevant.
Kann dieser Kurs über einen Bildungsgutschein gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit grundsätzlich möglich. Auch das Qualifizierungschancengesetz oder Leistungen der Deutschen Rentenversicherung können greifen. Die individuelle Fördersituation wird im Beratungsgespräch vor Kursbeginn besprochen.
Wie lange dauert der Kurs und wie wird er durchgeführt?
Das MOC-762-Curriculum ist für eine bis zwei Wochen im Vollzeitformat konzipiert, kann im Teilzeitformat aber auf mehrere Wochen ausgedehnt werden. Der Kurs ist als Präsenzkurs, Online-Seminar oder Combined Learning buchbar. Alle Übungen werden in einer vollständigen SQL-Server-Umgebung durchgeführt.
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