Überblick
Windows Server 2022 markiert Microsofts aktuellen Stand für Unternehmensserver und bildet das technische Fundament vieler hybrider IT-Infrastrukturen, in denen On-Premises-Komponenten mit Azure-Cloud-Diensten zusammenwachsen. Diese Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte, die Serversysteme nicht nur verwalten, sondern souverän in einer solchen gemischten Umgebung betreiben möchten. Sie lernen, Serverrollen zu planen und einzusetzen, Identitäten und Richtlinien unternehmensweit zu steuern und hybride Szenarien mit den entsprechenden Microsoft-Technologien zu realisieren. Der Kurs verbindet konzeptionelles Systemverständnis mit konkreter administrativer Handlungskompetenz.
Kursinhalte & Lernziele
Windows Server 2022 Grundlagen und Installation bilden den Ausgangspunkt. Bevor komplexe Szenarien angegangen werden, erarbeiten sich die Teilnehmenden ein solides Fundament: Installationsoptionen (Desktop Experience vs. Server Core), initiale Konfiguration, Lizenzmodelle und das Einrichten einer reproduzierbaren Testumgebung, die als Übungsgrundlage für alle weiteren Module dient.
- Installationsoptionen und Rollen-Features im Vergleich
- Netzwerkkonfiguration und Remote-Management direkt nach Setup
- Basiskonfiguration über Server Manager und Windows Admin Center
- Versionsspezifische Neuerungen gegenüber Server 2019
- Arbeit mit Server Core: Verwaltung ohne grafische Oberfläche
Netzwerkinfrastruktur und Identitätsmanagement sind der zweite thematische Schwerpunkt. Netzwerkdienste und Active Directory sind das Nervensystem jeder Windows-basierten Unternehmensumgebung. Die Teilnehmenden konfigurieren DNS-Zonen, DHCP-Scopes und AD DS-Strukturen und erfahren, wie PowerShell diese Tätigkeiten automatisierbar und wiederholbar macht.
- IPv4- und IPv6-Adressplanung und -konfiguration
- DNS-Zonenverwaltung: primär, sekundär, Stub und AD-integriert
- DHCP-Scope-Erstellung, Reservierungen und Failover-Konfiguration
- Active Directory Domain Services installieren, konfigurieren und strukturieren
- Gruppenrichtlinienmanagement: Erstellung, Verknüpfung und GPO-Debugging
- PowerShell- und PowerShell-Direct-Cmdlets für Routine-Administrationsaufgaben
Virtualisierung mit Hyper-V steht im dritten Block im Vordergrund. Hyper-V ist Microsofts integrierter Hypervisor und eine Kernkomponente moderner On-Premises-Infrastrukturen. Neben der Grundkonfiguration werden Konzepte wie virtuelle Switches, VM-Replikation und Live Migration behandelt.
- Hyper-V-Rolle installieren und Hypervisor-Grundkonfiguration durchführen
- Virtuelle Maschinen erstellen, konfigurieren und verwalten
- Virtuelle Switches: externe, interne und private Netzwerke
- VM-Replikation und Grundlagen des Failover-Clusterings
- Speichervirtualisierung: dynamische VHDs, Differenzial-Disks, Checkpoints
Hybrid-Szenarien und Cloud-Integration vervollständigen das Curriculum. Hybride Umgebungen verlangen, dass Administratoren On-Premises-Server und Azure-Dienste als gemeinsames System denken. Dieser Block behandelt die Anbindung lokaler Server an Azure Arc, Azure File Sync sowie grundlegende Konzepte der hybriden Identität mit Azure AD Connect.
- Azure Arc für die zentralisierte Verwaltung von On-Premises- und Cloud-Servern
- Azure File Sync für hybride Dateispeicherlösungen einrichten
- Azure AD Connect: Prinzipien der hybriden Identitätssynchronisierung
- Windows Admin Center als zentrales Management-Werkzeug für hybride Szenarien
- Sicherheitsarchitektur in Hybridumgebungen: Secured-Core Server, Credential Guard
Im begleitenden Praxisteil werden aufbauend auf den Modulen zusammenhängende Aufgaben in einer simulierten Unternehmensumgebung gelöst. Dabei wechseln sich Konfigurationsaufgaben, Fehleranalyse und Dokumentationsübungen ab.
- Komplettaufbau einer Zweistufendomäne mit PDC und BDC
- DHCP-Failover-Paar konfigurieren und Ausfall simulieren
- PowerShell-Skripte zur Massenerstellung von AD-Benutzerkonten
- Gruppenrichtlinien für Sicherheits- und Desktoprichtlinien in OU-Struktur einbinden
- Hyper-V-Cluster mit zwei Knoten auf Testbasis aufsetzen
- Azure Arc für einen lokalen Windows Server aktivieren und Inventar einsehen
- Azure File Sync Endpoint konfigurieren und Synchronisierung prüfen
- Serverausfälle simulieren und Hochverfügbarkeit validieren
- Windows Admin Center für Remote-Management einsetzen
- Sicherheitskonfiguration mit Secured-Core Server überprüfen und anpassen
- Protokolldaten auswerten und typische Konfigurationsfehler beheben
- Abschlussdokumentation der aufgebauten Infrastruktur erstellen
In der Gesamtschau verbinden diese Praxisaufgaben die Einzelthemen zu einem kohärenten Infrastrukturbild. Die Teilnehmenden verlassen den Kurs mit dem Selbstvertrauen, eigenständig eine hybride Windows-Server-Umgebung aufzubauen und im Alltag zu administrieren.
Lernziele:
- Windows Server 2022 in einer Testumgebung installieren, konfigurieren und für den Betrieb vorbereiten
- Virtualisierungsinfrastrukturen mit Hyper-V aufbauen und Grundkonfigurationen durchführen
- Netzwerkdienste wie DNS, DHCP und IPv4/IPv6-Adressierung sicher einrichten und warten
- PowerShell und PowerShell Direct für die Serveradministration und Automatisierung einsetzen
- Active Directory Domain Services (AD DS) planen, bereitstellen und verwalten
- Gruppenrichtlinien (Group Policies) definieren, verknüpfen und gezielt auswerten
- Speicherlösungen und Dateisysteme unter Windows Server 2022 konfigurieren
- Failover-Clustering und Hochverfügbarkeitsszenarien konzipieren
- Hybride Konnektivität zwischen on-premises Windows Server-Umgebungen und Microsoft Azure herstellen
- Sicherheitsfeatures wie Windows Defender Credential Guard und Secured-Core Server verstehen und aktivieren
- Systemüberwachung, Protokollierung und Troubleshooting strukturiert durchführen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung spricht IT-Fachkräfte an, die bereits praktische Erfahrung mit Microsoft-Serversystemen mitbringen und sich gezielt auf die Arbeit mit Windows Server 2022 und hybriden Infrastrukturen vorbereiten möchten.
- Systemadministratoren mit Berufserfahrung in Windows-Server-Umgebungen
- IT-Fachkräfte, die von älteren Server-Versionen (2016/2019) auf Server 2022 migrieren
- Netzwerkadministratoren, die ihre Serverkompetenz ausbauen möchten
- Quereinsteiger mit nachgewiesener IT-Praxiserfahrung und fundierten Grundkenntnissen
Die Weiterbildung setzt fundierte Vorkenntnisse im Microsoft-Server-Umfeld voraus. Realschulabschluss, Abitur oder ein abgeschlossenes Studium bilden den formalen Rahmen; entscheidend ist jedoch die praktische Erfahrung als Server- oder Netzwerkadministrator. Teilnehmende sollten mit Grundkonzepten wie DNS, DHCP, Active Directory und der PowerShell-Kommandozeile vertraut sein. Kenntnisse in IPv4-Netzwerken und Grundkenntnisse in Virtualisierungskonzepten erleichtern den Einstieg erheblich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet Lehrinhalte eng mit praktischen Laboraufgaben. Theoretische Blöcke werden durch unmittelbar anschließende Konfigurationsübungen in einer Laborumgebung ergänzt, sodass jedes Konzept direkt angewendet werden kann. PowerShell-Skripting zieht sich als roter Faden durch alle Module und fördert das Verständnis für Automatisierung im Serveralltag. Kursunterlagen und Aufzeichnungen stehen für die Nachbereitung zur Verfügung.
Die Weiterbildung richtet sich nach dem individuellen Lernstand und wird auf Basis des Quellmaterials mit mehreren Wochen Lernaufwand kalkuliert. Angeboten wird der Kurs von zwei spezialisierten Anbietern mit insgesamt 48 laufenden Angeboten, was auf eine flexible Einteilung in Voll- und Teilzeit-Varianten hindeutet. Die genaue Gesamtdauer wird bei der Buchung mit dem jeweiligen Anbieter abgestimmt.
Teilnehmende erhalten nach erfolgreichem Abschluss eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des durchführenden Bildungsträgers. Diese dokumentiert die erworbenen Kompetenzen im Bereich Windows Server 2022 Administration und Hybridinfrastruktur. Wer seine Kenntnisse mit einem anerkannten Herstellernachweis ergänzen möchte, kann im Anschluss eine offizielle Microsoft-Zertifizierungsprüfung ablegen – der Kurs legt dafür die nötigen inhaltlichen Grundlagen.
Nutzen & Perspektiven
Hybride IT-Infrastrukturen sind in deutschen Unternehmen längst keine Ausnahme mehr, sondern die Regel. Wer Windows Server 2022 sicher beherrscht und seine Kenntnisse auf Azure-Integration ausweiten kann, ist für den Alltag moderner IT-Abteilungen bestens gerüstet. Die Kombination aus Hyper-V-Virtualisierung, Active Directory und Cloud-Konnektivität entspricht exakt dem Kompetenzprofil, das Arbeitgeber von erfahrenen Systemadministratoren erwarten. Die praxisnahe Laborarbeit sorgt dafür, dass das Gelernte nicht abstrakt bleibt. Statt nur Konzepte aufzunehmen, bauen Teilnehmende echte Konfigurationen auf, lösen simulierte Ausfälle und dokumentieren ihre Arbeit – das sind Fähigkeiten, die sich direkt im Berufsalltag bewähren. Gerade die PowerShell-Kompetenz, die sich durch alle Module zieht, steigert langfristig die Effizienz bei wiederkehrenden Administrationsaufgaben. Schließlich positioniert die Weiterbildung Fachkräfte für eine breitere Aufgabenpalette: Wer sowohl On-Premises als auch Cloud-gebundene Serverinfrastruktur administrieren kann, ist flexibel einsetzbar und für technische Führungsrollen in mittleren und größeren IT-Teams qualifiziert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse sind für diesen Kurs notwendig?
Teilnehmende sollten mehrjährige praktische Erfahrung als Server- oder Netzwerkadministrator mitbringen. Kenntnisse in DNS, DHCP, Active Directory und der PowerShell-Grundsyntax sind wichtige Voraussetzungen. Formell wird ein Realschulabschluss, Abitur oder ein abgeschlossenes Studium vorausgesetzt.
Was ist unter "Hybridumgebung" im Kontext dieses Kurses zu verstehen?
Eine Hybridumgebung verbindet On-Premises-Serverinfrastruktur mit Microsoft-Azure-Cloud-Diensten. Im Kurs wird konkret behandelt, wie lokale Windows Server 2022-Systeme über Azure Arc verwaltet, Dateien über Azure File Sync synchronisiert und Identitäten mit Azure AD Connect zusammengeführt werden.
Gibt es nach dem Kurs eine offizielle Microsoft-Zertifizierung?
Der Kurs schließt mit einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers ab. Er legt die inhaltliche Grundlage für offizielle Microsoft-Zertifizierungsprüfungen, die Teilnehmende auf eigene Initiative bei einem akkreditierten Testcenter ablegen können.
Wird PowerShell im Kurs intensiv behandelt?
Ja, PowerShell zieht sich als durchgehender Faden durch alle Module. Teilnehmende lernen sowohl die Standard-PowerShell für lokale Serverkonfiguration als auch PowerShell Direct, das die Kommunikation mit Hyper-V-VMs ohne Netzwerkverbindung ermöglicht.
Für welche Berufsbilder ist diese Weiterbildung besonders geeignet?
Der Kurs richtet sich vor allem an Systemadministratoren und IT-Administratoren, die im Microsoft-Ökosystem tätig sind. Auch Netzwerkadministratoren, die ihre Serverkompetenz ausbauen möchten, sowie Fachkräfte, die von älteren Server-Versionen auf Server 2022 migrieren, profitieren von dieser Weiterbildung.
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