Überblick
Wer ältere Windows-Server-Versionen im Betrieb hat, steht früher oder später vor der Frage, wie der Weg auf Windows Server 2022 gelingt, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden. Dieser Kurs konzentriert sich ausschließlich auf den Migrationsprozess: Ausgangssituation analysieren, Migrationsszenarien bewerten, Upgrade-Pfade planen und Workloads sicher überführen. Im Vordergrund stehen bewährte Verfahren für die praxisnahe Umsetzung, typische Fallstricke und der strukturierte Umgang mit Rollback-Szenarien. Der Kurs richtet sich an Administratorinnen und Administratoren, die eine laufende Infrastruktur verantwortungsvoll in die aktuelle Server-Generation heben wollen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Grundlagen und Planung der Migration Bevor auch nur ein Upgrade-Assistent gestartet wird, steht die sorgfältige Vorbereitung. Teilnehmende lernen zunächst, den aktuellen Bestand zu inventarisieren: welche Rollen laufen auf welchen Hosts, welche Abhängigkeiten bestehen zwischen den Diensten und welche Anwendungen könnten durch den Versionswechsel beeinträchtigt werden. Auf Basis dieser Analyse entscheiden sie, welches Migrationsszenario passt.
- Überblick Windows-Server-2022-Neuerungen gegenüber 2019/2016: Secured-Core-Server, SMB-Kompression, Azure-Integration
- Editions (Standard, Datacenter, Azure Edition) und deren Lizenzierungslogik
- Vorgehensweise für die Bestandsaufnahme: Rollen, Features, Abhängigkeiten, Drittanbieter-Software
- Migrationsszenarien im Vergleich: In-Place-Upgrade, Swing-Migration, Fresh-Install mit Rollenmigration
- Zeitplanung, Wartungsfenster und Kommunikation mit Fachbereichen
- Erstellen einer Migrations-Checkliste als durchgehende Dokumentationsgrundlage
Modul 2 — In-Place-Upgrade von Windows Server 2016/2019 auf 2022 Das In-Place-Upgrade ist der schnellste Weg, wenn Anwendungskompatibilität und Hardware-Ressourcen es erlauben. Dieses Modul beschreibt den gesamten Prozess von der Vorab-Prüfung bis zum Abschluss des Setups und zeigt, wo typische Probleme auftreten und wie man ihnen begegnet.
- Prüftools: Microsoft Assessment and Planning Toolkit, SetupDiag
- Durchführung des Upgrades: setup.exe-Parameter, Editions-Wahl im Assistenten
- Umgang mit inkompatiblen Treibern und fehlenden Signaturrichtlinien
- Überprüfung des Systems nach dem Upgrade: Ereignisanzeige, Dienste, Rollen
- Aktivierung und Lizenzierung nach erfolgtem Upgrade
- Rollback-Optionen: Systemwiederherstellung, Vorgänger-Installation wiederherstellen
Modul 3 — Swing-Migration und Rollenübertragung Bei heterogenen Umgebungen oder wenn neue Hardware beschafft wird, ist die Swing-Migration das Mittel der Wahl. Teilnehmende lernen, wie einzelne Server-Rollen auf frisch installierte Windows-Server-2022-Hosts überführt werden, ohne lange Ausfallzeiten zu riskieren.
- Active-Directory-Domänendienste: Hinzufügen eines neuen Domain Controllers, FSMO-Rollentransfer, Außerbetriebnahme des alten DC
- DNS und DHCP migrieren: Zonen exportieren und importieren, Scopes übertragen, Leases prüfen
- Dateidienste und Storage Migration Service: Quell-Inventar anlegen, Übertragung starten, Cutover durchführen
- Druckmigration: Print-Server-Freigaben auf den neuen Host exportieren und importieren
- Überprüfung und Test aller übertragenen Dienste vor der Außerbetriebnahme des alten Servers
- Aufräumen: Deinstallieren von Rollen, Entfernen aus der Domäne, Hardware-Freigabe
Modul 4 — Hyper-V- und virtuelle Workload-Migration Viele Unternehmen betreiben Windows Server als Hyper-V-Host. Dieses Modul zeigt, wie die Hypervisor-Plattform selbst auf Windows Server 2022 gehoben wird und wie virtuelle Maschinen dabei sicher übertragen werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Konfigurationsversion virtueller Maschinen und den damit verbundenen Einschränkungen beim Rollback.
- Hyper-V-Host-Upgrade: Vorgehen und Voraussetzungen
- Konfigurationsversionen virtueller Maschinen: Auswirkungen des Upgrades auf ältere VMs
- Live-Migration und Export/Import von VMs
- Speichermigrationen: CSV, SMB-3.0-Freigaben, iSCSI-Targets
- Netzwerkkonfiguration nach der Migration: virtuelle Switches, VLAN-Tagging
- Snapshot-Strategien als temporäres Sicherungsnetz während der Migration
Praxis-Block — Typische Probleme und deren Behebung Die Migration produktiver Systeme bringt immer unvorhergesehene Situationen mit sich. Dieser Block behandelt reale Fehlerbilder, die in der Migrationsphase häufig auftreten und deren Behebung im Kurs geübt wird.
- Upgrade bricht mit Fehlercode ab: Setup-Protokolle lesen und auswerten
- DNS-Auflösung funktioniert nach DC-Migration nicht mehr: Zonenkonfiguration prüfen
- DHCP-Clients erhalten nach Scope-Übertragung keine IPs: Autorisierung im AD prüfen
- Drucker werden nach dem Migrationscutover nicht gefunden: Treiber- und Port-Konfiguration überprüfen
- Netzwerkadapter nach In-Place-Upgrade ohne Verbindung: Treiber-Rollback und manuelle Nachinstallation
- Anwendungen starten nicht mehr: Abhängigkeiten zu .NET-Versionen und VC-Redistributables klären
- Aktivierungsfehler nach dem Upgrade: KMS/AVMA-Konfiguration und Schlüsselbindung prüfen
- Hyper-V-Replikation funktioniert nach Host-Upgrade nicht: Zertifikat- und Firewall-Einstellungen
- AD-Schema-Konflikt nach Forest-Functional-Level-Anhebung: Reihenfolge und Voraussetzungen klären
- Storage Migration Service schlägt beim Cutover fehl: Berechtigungen auf Quell- und Zielfreigaben prüfen
- Zeitsynchro-Probleme nach DC-Wechsel: PDC-Emulator-Konfiguration korrigieren
- BitLocker-Sperren nach OS-Upgrade: TPM-Anker und Wiederherstellungsschlüssel verwalten
In strukturierten Übungen analysieren Teilnehmende eigene Migrationspläne auf Lücken und Risiken. Die Dokumentation jedes Migrationsschrittes — von der Inventur bis zum Abschlussprotokoll — steht als übertragbare Kompetenz für den realen Einsatz bereit.
Lernziele:
- Den Unterschied zwischen In-Place-Upgrade, Swing-Migration und Fresh-Install anhand konkreter Infrastruktur-Szenarien beurteilen
- Eine Migrationsplanung von der Inventur bestehender Rollen und Features bis zur Zeitplanung vollständig aufstellen
- Kompatibilitätsrisiken vor der Migration mit den verfügbaren Microsoft-Diagnosetools identifizieren und dokumentieren
- Ein In-Place-Upgrade von Windows Server 2019 oder 2016 auf Windows Server 2022 sicher durchführen
- Server-Rollen (DNS, DHCP, Dateidienste, Druckspooler) im Rahmen einer Swing-Migration auf neue Hardware übertragen
- Benutzerprofile, freigegebene Ordner und Berechtigungsstrukturen mit dem Storage Migration Service überführen
- Active-Directory-Schema auf den Windows-Server-2022-Functional-Level anheben und dabei Rollback-Optionen kennen
- Hyper-V-Hosts und virtuelle Maschinen auf Windows Server 2022 migrieren und Konfigurations-Kompatibilität prüfen
- Netzwerkdienste wie DNS-Zonen und DHCP-Scopes nach einer Migration nahtlos weiterführen
- Fehlschläge beim Upgrade erkennen, Protokolldateien auswerten und gezielte Korrekturmaßnahmen einleiten
- Einen Rückfallplan für kritische Migrationsschritte dokumentieren und technisch absichern
- Die Lizenzierungsanforderungen und Editions-Unterschiede von Windows Server 2022 im Migrationszusammenhang einordnen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs ist für IT-Fachleute konzipiert, die in ihrer Organisation für Windows-Server-Infrastrukturen verantwortlich sind und konkrete Migrationsprojekte planen oder durchführen müssen.
- Systemadministratorinnen und -administratoren mit Erfahrung auf Windows Server 2012 R2, 2016 oder 2019
- Netzwerkadministratoren, die Server-Rollen wie DNS, DHCP und Active Directory betreuen
- IT-Infrastrukturverantwortliche, die Upgrade-Projekte koordinieren und technisch begleiten
- Junior-Admins mit Windows-Server-Grundkenntnissen, die einen ersten größeren Migrationsauftrag übernehmen
- Fachkräfte, die auf die Microsoft-Prüfungen AZ-800 oder AZ-801 hinarbeiten
Grundlegende praktische Kenntnisse in der Windows-Server-Administration werden erwartet. Dazu gehören sicherer Umgang mit Server-Manager und PowerShell, Grundverständnis von Active-Directory-Strukturen sowie Erfahrung mit mindestens einer Windows-Server-Version ab 2012 R2. Kenntnisse in Hyper-V sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Laut Anbieter sind ein Realschulabschluss, Abitur oder eine abgeschlossene Ausbildung sowie mehrjährige Erfahrung oder Vorkenntnisse in der Microsoft-Server-Administration Voraussetzung für die Teilnahme.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs kombiniert Online-Selbstlernphasen mit betreuten Live-Sitzungen. In den Selbstlernphasen erarbeiten Teilnehmende Konzepte und Planungsaufgaben in eigenem Tempo; die Live-Sessions widmen sich Fragen, Fallanalysen und geführten Übungen in simulierten Migrationsumgebungen. Durch den asynchronen Anteil können Berufstätige den Kurs auch neben einem regulären Arbeitstag absolvieren, sofern die Zeitplanung dies erlaubt.
Der Kurs wird überwiegend in Teilzeit durchgeführt, wobei Vollzeit-Varianten ebenfalls verfügbar sind. Die Kurslaufzeit ist so ausgelegt, dass alle wesentlichen Migrationsphasen mit ausreichend Übungstiefe behandelt werden. Interessierte erfragen beim Anbieter direkt, welches Tempo und welcher Wochenstundenumfang für ihre Situation optimal sind.
Teilnehmende erhalten nach erfolgreichem Abschluss eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Da der Kurs thematisch auf die Microsoft-Prüfungen AZ-800 (Administering Windows Server Hybrid Core Infrastructure) und AZ-801 (Configuring Windows Server Hybrid Advanced Services) vorbereitet, können Absolventinnen und Absolventen die offiziellen Prüfungen separat bei einem akkreditierten Pearson-VUE-Testcenter ablegen und damit das Zertifikat Microsoft Certified: Windows Server Hybrid Administrator Associate erwerben.
Nutzen & Perspektiven
Migrationen werden in der Praxis häufig unterschätzt. Wer ohne strukturierten Plan vorgeht, riskiert nicht nur verlängerte Ausfallzeiten, sondern auch Datenverluste oder stille Konfigurationsfehler, die erst Wochen später sichtbar werden. Dieser Kurs gibt Teilnehmenden die methodische Grundlage, ein Migrationsprojekt so aufzusetzen, dass es von Anfang an kontrollierbar bleibt — mit dokumentierten Entscheidungspunkten, erprobten Rollback-Optionen und klaren Verantwortlichkeiten. Unmittelbar einsatzbereit ist das Gelernte: Wer die Kursinhalte durchgearbeitet hat, kann noch am selben Tag ein reales Migrations-Assessment in seiner Organisation starten, Kompatibilitätswerkzeuge einsetzen und einen prüffähigen Migrationsplan vorlegen. Das spart Projektteams erhebliche Planungszeit und gibt der IT-Führung die Sicherheit, dass der technische Fahrplan belastbar ist. Darüber hinaus schafft der Kurs eine solide Basis für die Microsoft-Zertifizierungsprüfungen im Windows-Server-Hybrid-Bereich. Wer die Migrationsthemen aus der Prüfungsperspektive aufarbeiten möchte, findet hier echtes technisches Verständnis — kein reines Prüfungsdrill, sondern Wissen, das auch nach der Prüfung trägt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Unterschiede zwischen Windows Server 2019 und 2022 sind für die Migration relevant?
Windows Server 2022 bringt Secured-Core-Server, verbesserte SMB-Kompression und tiefere Azure-Integrationsfunktionen. Diese Neuerungen sind vor der Migration auf Kompatibilität mit bestehenden Anwendungen und Treibern zu prüfen, da insbesondere ältere Drittanbieter-Software und Netzwerktreiber Probleme verursachen können.
Was ist der Unterschied zwischen In-Place-Upgrade und Swing-Migration?
Beim In-Place-Upgrade wird das bestehende Betriebssystem direkt aktualisiert — schnell, aber mit höherem Risiko bei inkompatiblen Komponenten. Bei der Swing-Migration werden Rollen auf neu aufgesetzten 2022-Servern installiert und danach die Workloads übertragen. Letzteres ist aufwändiger, bietet aber eine sauberere Ausgangsbasis und einfachere Rollback-Optionen.
Bereitet der Kurs auf offizielle Microsoft-Prüfungen vor?
Ja, der Kurs deckt Themen ab, die für die Prüfungen AZ-800 und AZ-801 relevant sind. Der Abschluss der Weiterbildung selbst ist eine Teilnahmebescheinigung des Anbieters; die offizielle Microsoft-Zertifizierung wird separat bei Pearson VUE abgelegt.
Wie läuft die Migration von Active Directory auf Windows Server 2022 ab?
Zunächst wird ein neuer Domain Controller mit Windows Server 2022 in die bestehende Domäne eingebunden. Anschließend werden die FSMO-Rollen auf den neuen DC übertragen und das Active-Directory-Schema sowie der Domain-Functional-Level angehoben, bevor der alte DC aus dem Verzeichnis entfernt wird.
Wird Hyper-V-Migration im Kurs behandelt?
Ja, ein eigenes Modul widmet sich der Migration von Hyper-V-Hosts auf Windows Server 2022 sowie der sicheren Übertragung virtueller Maschinen. Themen sind Konfigurationsversionen, Live-Migration, Export/Import und Speichermigration.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
IT-Berufe sind seit fünf Jahren der größte Fachkräfteengpass am deutschen Arbeitsmarkt. Der Bestand offener IT-Stellen ist 2024 auf einen Rekordstand gestiegen; AI- und Cloud-Skills werden in den nächsten Jahren weiter überdurchschnittlich nachgefragt.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Netzwerk-Servicetechniker/Netzwerk-Servicetechnikerin97 Stellen
- EDV-Fachkraft63 Stellen
- IT-Service-Delivery-Manager/IT-Service-Delivery-Managerin25 Stellen