Überblick
Dieser Kurs legt das operative Fundament für die tägliche Arbeit als Windows-Server-Administrator. Im Mittelpunkt stehen die Kerndienste, ohne die kein Windows-Unternehmensnetzwerk läuft: Active Directory Domain Services, DNS, DHCP, dateibasierte Freigaben und strukturierte Datensicherung. Wer diese Aufgaben beherrscht, kann eine Windows-Server-Infrastruktur eigenständig einrichten, pflegen und im Fehlerfall gezielt eingreifen. Der Kurs vermittelt dabei nicht nur Klick-Abfolgen im Server-Manager, sondern das konzeptionelle Verständnis, das nötig ist, um Entscheidungen zu treffen und Probleme eigenständig zu lösen. Im Unterschied zu Aufbaukursen wie AZ-801 werden hier keine Azure-Dienste oder hybride Szenarien behandelt — der Fokus liegt vollständig auf dem soliden Betrieb einer On-Premises-Windows-Domäne.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Windows Server Grundinstallation und Erstkonfiguration Der Kurs beginnt mit dem Server selbst: Installation, Editions-Auswahl, Grundkonfiguration des Betriebssystems und erste Absicherungsmaßnahmen. Teilnehmende verstehen, welche Unterschiede zwischen Server Core und Desktop Experience bestehen und wann welche Variante sinnvoll ist. Der Server-Manager als zentrales Verwaltungswerkzeug steht von Beginn an im Fokus.
- Windows-Server-Editionen und deren Einsatzgebiete (Standard, Datacenter)
- Installationsablauf: Partitionierung, Produktschlüssel, Editions-Auswahl
- Grundkonfiguration nach der Installation: Hostname, Netzwerk, Zeitzone, Aktivierung
- Server Core vs. Desktop Experience: Vor- und Nachteile im Überblick
- Fernverwaltung einrichten: Remote Desktop, Windows Admin Center, PowerShell Remoting
- Einbinden des Servers in eine bestehende Domäne
Modul 2 — Active Directory Domain Services einrichten und verwalten Active Directory ist das Herzstück jeder Windows-Unternehmensumgebung. Dieses Modul führt von der Installation des AD DS-Dienstes über die Erstellung des ersten Domain Controllers bis zur strukturierten Verwaltung von Benutzern, Gruppen und Organisationseinheiten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Verständnis der logischen Struktur (Domänen, Trees, Forests) und deren Auswirkungen auf Vertrauen und Replikation.
- AD DS-Rolle installieren und ersten Domain Controller promoten
- Logische Struktur: Domäne, Tree, Forest, Vertrauensstellungen
- Organisationseinheiten planen und anlegen
- Benutzerkonten erstellen, modifizieren und deaktivieren
- Sicherheitsgruppen vs. Verteilergruppen: Typen und Anwendungsfälle
- Delegation von Administrationsrechten innerhalb von Organisationseinheiten
Modul 3 — Gruppenrichtlinien, DNS und DHCP Gruppenrichtlinien ermöglichen die zentrale Steuerung von Konfigurationen auf allen Maschinen der Domäne. DNS und DHCP sind die Netzwerkdienste, ohne die Active Directory und der allgemeine Netzwerkbetrieb nicht funktionieren. Dieses Modul verbindet diese drei Themenbereiche, die in der täglichen Administration immer zusammengedacht werden müssen.
- Gruppenrichtlinien-Objekte erstellen, bearbeiten und verknüpfen
- Gruppenrichtlinien-Verarbeitungsreihenfolge und Konfliktauflösung (LSDOU)
- Starter-GPOs und administrative Vorlagen (ADMX) einsetzen
- DNS-Serverrolle installieren: primäre Zonen, sekundäre Zonen, Stub-Zonen
- Ressourceneinträge: A, AAAA, CNAME, MX, PTR, SRV
- DHCP-Server einrichten: Scopes, Ausschlüsse, Reservierungen, Optionen
Modul 4 — Dateidienste und Datensicherung Dateiserver sind nach wie vor ein zentrales Element jeder IT-Infrastruktur. Dieses Modul zeigt, wie Freigaben strukturiert und sicher betrieben werden, wie NTFS-Berechtigungen korrekt gesetzt und vererbt werden und wie ein tragfähiges Sicherungskonzept für Systemzustand und Daten aussieht. Besonders praxisrelevant ist die Kombination aus NTFS-Berechtigungen und Freigabeberechtigungen, die häufig zu Fehlkonfigurationen führt.
- SMB-Freigaben anlegen und Freigabeberechtigungen konfigurieren
- NTFS-Berechtigungen: explizite Zuweisung, Vererbung, effektive Berechtigungen berechnen
- DFS-Namespaces und DFS-Replikation einrichten
- Windows Server Backup konfigurieren: Sicherungsplan, Sicherungsziele, Volumenschattenkopien
- Wiederherstellungsszenarien: Dateien aus VSS-Sicherungen, Systemzustandswiederherstellung
- Monitoring mit Ereignisanzeige und Performance Monitor: typische Indikatoren für Probleme
Praxis-Block — Alltägliche Aufgaben und Fehlerdiagnose Dieser Block bereitet auf die konkreten Situationen vor, die im Administrationsalltag täglich auftreten und im Kurs systematisch geübt werden.
- Benutzeranmeldung schlägt fehl: Ursachendiagnose (gesperrtes Konto, falsches OU, Kerberos-Ticket-Problem)
- DNS-Auflösung funktioniert für einzelne Hosts nicht: Zonenintegrität und Replikation prüfen
- DHCP-Clients erhalten keine Adressen: Scope-Erschöpfung, Autorisierung, Relay-Agent
- GPO wird nicht angewendet: gpresult und RSOP analysieren, Verarbeitungsreihenfolge prüfen
- Druckerfreigabe nicht erreichbar: Firewall-Ausnahmen, Spooler-Dienst, Treiber-Konsistenz
- Zugriffsverweigert auf Netzwerkfreigaben: effektive Berechtigungen auswerten
- Replikation zwischen Domain Controllern verzögert: AD-Replikationsstatus mit repadmin prüfen
- Windows Server Backup schlägt fehl: VSS-Fehler identifizieren und beheben
- Server nicht erreichbar nach Update: Safe Mode, Startup Repair, Rollback über Windows Update
- PowerShell-Remoting schlägt fehl: WinRM-Konfiguration, Firewall-Profil, Credential-Delegation
- Zeitsynchro-Probleme in der Domäne: W32tm-Hierarchie prüfen und korrigieren
- Performance-Einbruch auf dem Dateiserver: Ursachen mit PerfMon und Ressourcen-Monitor eingrenzen
Als Abschluss des Praxis-Blocks erstellen Teilnehmende ein kompaktes Betriebshandbuch für eine fiktive Beispieldomäne, das alle konfigurierten Dienste, Berechtigungskonzepte und Sicherungsrichtlinien dokumentiert — ein Format, das direkt in die eigene Berufspraxis übertragen werden kann.
Lernziele:
- Eine Windows-Server-Instanz von Grund auf installieren, initial konfigurieren und in eine Domäne einbinden
- Active Directory Domain Services aufsetzen, einen Domain Controller bereitstellen und Domänen-Strukturen planen
- Benutzerkonten, Sicherheitsgruppen und Organisationseinheiten im Active Directory anlegen, verwalten und delegieren
- Gruppenrichtlinien erstellen, verknüpfen und in Abhängigkeit von Organisationseinheiten gezielt steuern
- DNS-Zonen und Ressourceneinträge konfigurieren und die Namensauflösung im Netzwerk sicherstellen
- DHCP-Scopes einrichten, Ausschlüsse und Reservierungen definieren und die Leasing-Vergabe kontrollieren
- Dateidienste konfigurieren: SMB-Freigaben, NTFS-Berechtigungen und DFS-Namespaces anlegen
- Zugriffssteuerung und Berechtigungsvererbung in NTFS-Strukturen konsistent umsetzen
- Windows Server Backup einrichten und Wiederherstellungsszenarien für Systemzustand und Daten durchführen
- Ereignisanzeige und Performance Monitor für die Fehlerdiagnose zielgerichtet einsetzen
- PowerShell-Grundbefehle für die Server-Administration ausführen und einfache Skripte adaptieren
- Sicherheits-Grundkonfigurationen vornehmen: Windows-Firewall, lokale Sicherheitsrichtlinien, Kontosperrrichtlinien
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs eignet sich für Einsteigerinnen und Einsteiger in die Windows-Server-Administration sowie für Quereinsteiger aus anderen IT-Bereichen, die ihre Kenntnisse systematisch aufbauen wollen.
- Berufseinsteiger mit abgeschlossener IT-Ausbildung (z. B. Fachinformatiker/in Systemintegration)
- IT-Fachleute aus Nicht-Microsoft-Umgebungen (Linux, Netzwerk), die Windows-Server-Know-how aufbauen
- Helpdesk- und Support-Mitarbeitende, die tiefer in die Server-Administration einsteigen wollen
- Verwaltungs- und kaufmännische Fachkräfte mit IT-Grundkenntnissen, die in eine Admin-Rolle wechseln
- Personen, die auf Microsoft-Zertifizierungsprüfungen im Windows-Server-Bereich hinarbeiten
Grundlegende Kenntnisse in Windows-Client-Umgebungen und ein Verständnis von Netzwerk-Grundlagen (TCP/IP, DNS, IP-Adressierung) werden empfohlen. Laut Anbieter sind eine abgeschlossene Ausbildung im Bereich IT, Technik oder Verwaltung — oder ein auch abgebrochenes Studium — sowie erste Erfahrungen oder Vorkenntnisse in Microsoft-Server-Umgebungen erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Betreute Online-Sitzungen und strukturiertes Selbststudium greifen im Kursformat ineinander. Theoretische Konzepte werden in kommentierten Demos und erläuternden Einheiten eingeführt; Teilnehmende setzen sie anschließend in angeleiteten Übungsumgebungen um. Das Format eignet sich für Berufstätige ebenso wie für Personen, die den Kurs als Vollzeitmaßnahme absolvieren.
Der Kurs wird überwiegend in Teilzeit angeboten, Vollzeit-Varianten sind ebenfalls möglich. Genaue Stundenzahlen hängen vom gewählten Anbieter und Format ab; Interessierte wenden sich direkt an die Anbieter, um die passende Variante zu wählen.
Nach Abschluss der Weiterbildung erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Der Kurs bereitet inhaltlich auf Prüfungen im Bereich Windows Server Administration vor, die separat bei akkreditierten Testcentern abgelegt werden können.
Nutzen & Perspektiven
Windows Server ist in der überwältigenden Mehrheit mittelständischer und großer Unternehmen das Betriebssystem, auf dem kritische Dienste laufen. Wer diese Plattform solide administrieren kann, ist auf einem der dauerhaft gefragtesten IT-Arbeitsmarkt-Profile unterwegs — unabhängig von kurzfristigen Technologietrends. Der Kurs liefert genau das Fundament, das für den selbstständigen Betrieb einer Windows-Domäne nötig ist: kein isoliertes Klick-Wissen, sondern verknüpftes Systemverständnis. Wer verstanden hat, warum DNS und Kerberos in Active Directory so eng verzahnt sind, diagnostiziert Anmeldeprobleme in Minuten statt Stunden und kommuniziert Fehlerbilder präzise gegenüber Kolleginnen, Kollegen und Vorgesetzten. Für Berufseinsteiger bildet der Abschluss dieses Kurses eine direkt anschlussfähige Grundlage: Die inhaltlichen Themen entsprechen dem Kern dessen, was Personalverantwortliche in IT-Abteilungen für Junior-Adminrollen erwarten. Wer später hybride Infrastrukturen mit Azure-Anbindung betreiben will, findet in diesem Kurs den nötigen Ausgangspunkt, bevor Aufbaukurse wie AZ-801 sinnvoll sind.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen diesem Kurs und einem Kurs zur Server-2022-Migration?
Dieser Admin-Basics-Kurs vermittelt die grundlegende Administration einer Windows-Server-Umgebung von Null: Einrichten, Konfigurieren und Betreiben der Kerndienste. Ein Migrationskurs setzt vorhandene Admin-Kenntnisse voraus und konzentriert sich auf den Upgrade-Prozess von älteren Server-Versionen auf Windows Server 2022.
Eignet sich der Kurs für Personen ohne Server-Erfahrung?
Der Kurs eignet sich als Einstieg, wenn grundlegende Windows-Client-Kenntnisse und ein Verständnis von TCP/IP-Netzwerken vorhanden sind. Eine abgeschlossene IT-Ausbildung oder vergleichbare Qualifikation ist gemäß den Anbieter-Anforderungen ebenfalls nötig.
Welche Rolle spielen Gruppenrichtlinien in diesem Kurs?
Gruppenrichtlinien sind ein zentrales Thema: Der Kurs erklärt, wie GPOs erstellt, verknüpft und priorisiert werden, und geht auf die Verarbeitungsreihenfolge (LSDOU) sowie Diagnosetools wie gpresult ein. Teilnehmende lernen, Gruppenrichtlinien als Werkzeug zur zentralen Konfigurationsverwaltung sicher einzusetzen.
Wird PowerShell im Kurs behandelt?
Ja, PowerShell-Grundbefehle für die Server-Administration sind Bestandteil des Kurses. Dazu gehören die Fernadministration per PowerShell Remoting und einfache Skripte für wiederkehrende Aufgaben. Vertiefte PowerShell-Kenntnisse werden nicht vorausgesetzt.
Bereitet der Kurs auf Microsoft-Zertifizierungsprüfungen vor?
Der Kurs legt inhaltlich das Fundament für Microsoft-Prüfungen im Windows-Server-Bereich. Die offizielle Zertifizierungsprüfung wird separat bei einem akkreditierten Pearson-VUE-Testcenter abgelegt; der Kursabschluss selbst ist eine Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers.
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