Überblick
Dieser Lehrgang kombiniert beide Einstiegs- und Aufbaustufen des Linux Professional Institute Certification Program: LPIC-1 als Grundlagenzertifikat und LPIC-2 als Vertiefungszertifikat. Zusammen bilden sie den vollständigen Weg zum zertifizierten Linux-Administrator mit Schwerpunkt Netzwerkadministration. Während LPIC-1 die Beherrschung der Linux-Kommandozeile, Paketverwaltung und grundlegende Systemadministration bescheinigt, vertieft LPIC-2 die Netzwerkverwaltung, Serverdienste, Sicherheit und Systemautomatisierung auf fortgeschrittenem Niveau. Wer diesen Lehrgang abschließt, ist für Tätigkeiten als Linux-Systemadministrator oder Netzwerkadministrator in heterogenen Unternehmensumgebungen qualifiziert — von der einfachen Serverwartung bis zur Konfiguration von DNS, DHCP, Mail-Servern und Firewalls. Die virtuellen Laborumgebungen (Labs) sind integraler Bestandteil; alle Prüfungsthemen werden hands-on an realen Linux-Systemen erarbeitet.
Kursinhalte & Lernziele
LPIC-1 — Einstiegsseminar: Systemarchitektur, Grundbefehle, Paketverwaltung LPIC-1 ist die Pflichtgrundlage für LPIC-2. In diesem Abschnitt erarbeiten die Teilnehmenden alle Inhalte der beiden LPIC-1-Prüfungen 101-500 und 102-500. Neben dem Bootprozess und der Paketverwaltung werden grundlegende Shell-Befehle, Benutzer- und Rechteverwaltung sowie erste Netzwerkkonzepte behandelt.
- Linux-Systemarchitektur: Bootprozess, GRUB, Kernel-Module
- Paketverwaltung Debian- und Red Hat-basierte Distributionen
- GNU-Toolchain: find, grep, sed, awk, sort, pipes
- Shell-Scripting Grundlagen: Variablen, Schleifen, Bedingungen
- Benutzer- und Gruppenkonten: useradd, /etc/passwd, /etc/shadow, sudo
- Dateisystemberechtigungen: chmod, chown, SUID/SGID, ACLs
- Systemdienste mit systemd: Unit-Dateien, Targets, Logs mit journalctl
LPIC-2 — Vertiefungsseminar: Netzwerkverwaltung und Serverdienste LPIC-2 ist das Aufbauseminar und erweitert die LPIC-1-Kenntnisse um fortgeschrittene Netzwerk- und Serverdienste. Dieser Abschnitt deckt die typischen Aufgabenfelder eines Netzwerkadministrators ab: DNS-Server aufsetzen, DHCP konfigurieren, Mail-Relay einrichten und HTTP-Server absichern. Alle Konfigurationen werden in der Laborumgebung selbst durchgeführt.
- DNS mit BIND9: Zonen einrichten, Forward- und Reverse-Lookup, DNSSEC-Grundlagen
- DHCP-Server: Konfiguration, Adressvergabe, statische Bindungen
- HTTP-Server Apache und Nginx: virtuelle Hosts, SSL/TLS-Zertifikate einbinden
- Mail-Server-Grundlagen: Postfix als Mail-Transfer-Agent, SMTP-Relay konfigurieren
- NFS und Samba: Netzwerkdateisysteme für Linux- und Windows-Clients einrichten
- Linux-Firewall: iptables/nftables — Regelketten, NAT, Port-Forwarding
LPIC-2 — Storage und Systemsicherheit Der zweite LPIC-2-Themenblock behandelt Storage-Management und Systemsicherheit. LVM ermöglicht flexible Festplattenverwaltung; RAID schützt gegen Festplattenausfall. Im Sicherheitsbereich werden grundlegende Härtungsmaßnahmen und die Verwaltung von SSH-Zugängen behandelt.
- LVM: Physical Volumes, Volume Groups, Logical Volumes anlegen und verwalten
- RAID-Konfiguration: Software-RAID unter Linux mit mdadm
- SSH-Härtung: Key-based Authentication, Fail2Ban, Portänderungen
- Systemsicherheit: Paketupdates automatisieren, Kernelparameter (sysctl), AppArmor-Grundlagen
- Backup-Strategien: rsync, tar, cron-basierte Backup-Automatisierung
- Systemmonitoring: top, htop, sar, Loganalyse mit journalctl und grep
Praxislabore und prüfungsvorbereitende Übungen Alle Modulinhalte werden in virtuellen Laborumgebungen praktisch erarbeitet. Die Labs bilden realistische Server-Szenarien nach — von der Einrichtung eines neuen Servers über die Konfiguration von Netzwerkdiensten bis zur Fehlerbehebung in simulierten Ausfallszenarien. Unterlagen, Labs und prüfungsvorbereitende Materialien sind im Kurs enthalten.
- Vollständige Serverinstallation und Erstkonfiguration in der virtuellen Umgebung
- DNS-Lab: vollständige Zonenkonfiguration für eine fiktive Unternehmensdomäne
- Firewall-Lab: Regelketten für ein typisches Unternehmensnetz aufbauen
- LVM-Lab: Festplattenstruktur neu aufteilen und erweitern ohne Datenverlust
- Netzwerkdiagnose-Lab: Verbindungsproblem isolieren und lösen
- Samba/NFS-Lab: Netzwerklaufwerk für gemischte Windows/Linux-Umgebung einrichten
- Abschlussübungen zu allen LPIC-1- und LPIC-2-Prüfungsobjektiven
- Prüfungssimulationen für alle vier LPI-Prüfungseinheiten
Die Laborinfrastruktur steht über die gesamte Kurszeit zur Verfügung; die Teilnehmenden können Übungsszenarien auch außerhalb der betreuten Sitzungen wiederholen und vertiefen.
Lernziele:
Nach Abschluss sind die Teilnehmenden in der Lage,
- Linux-Systeme vollständig einzurichten, zu konfigurieren und zu verwalten (LPIC-1-Niveau)
- Shell-Skripte für Automatisierungsaufgaben zu schreiben und einzusetzen
- Benutzer, Gruppen und Dateiberechtigungen nach Linux-Sicherheitsstandards zu verwalten
- Netzwerkdienste wie DNS, DHCP und HTTP-Server unter Linux einzurichten
- Mail-Server-Grundkonfigurationen vorzunehmen und zu verstehen
- Linux-Firewalls (iptables/nftables) für grundlegende Zugriffssteuerung zu konfigurieren
- Netzwerkkonfiguration und -diagnose auf fortgeschrittenem Niveau durchzuführen
- Storage-Lösungen inkl. LVM und RAID unter Linux einzurichten
- Systemsicherheit auf Betriebssystemebene zu bewerten und zu verbessern
- alle vier LPIC-1- und LPIC-2-Prüfungsobjektive systematisch zu beherrschen
- LPI-Zertifizierungsprüfungen für LPIC-1 und LPIC-2 abzulegen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Lehrgang richtet sich an Personen, die eine fundierte Linux-Ausbildung mit anerkanntem Zertifikatsabschluss anstreben und eine Tätigkeit als Netzwerk- oder Systemadministrator anpeilen.
- IT-Einsteiger mit technischem Verständnis und Interesse an Linux-Administration
- Fachinformatiker für Systemintegration, die Linux-Kenntnisse zertifizieren möchten
- Windows-Administratoren, die ihr Profil um Linux-Kompetenz erweitern wollen
- Arbeitssuchende mit IT-Vorbildung, die eine international anerkannte Zertifizierung anstreben
- Netzwerktechniker, die ihre Linux-Kenntnisse auf Prüfungsniveau bringen möchten
Für diesen Lehrgang werden grundlegende IT-Kenntnisse vorausgesetzt: Verständnis von Netzwerkgrundlagen (IP-Adressierung, TCP/IP), Erfahrung mit einer grafischen Benutzeroberfläche und grundlegenden Dateioperationen. Linux-Vorkenntnisse sind zwar hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich, da LPIC-1 als Einstiegsstufe vollständig im Kurs abgedeckt wird. Für die Labore wird eine virtuelle Umgebung bereitgestellt; ein leistungsfähiger PC oder Laptop ist empfehlenswert.
Ablauf & Abschluss
Theorievermittlung und Laborarbeit wechseln sich in diesem Kurs eng ab. Jedes Themenblock wird zunächst erklärt und demonstriert, dann unmittelbar in der Laborumgebung selbst nachvollzogen. Der aufbauende Charakter des Lehrgangs — LPIC-1 vor LPIC-2 — ist pädagogisch bewusst gewählt: Grundkenntnisse werden stabilisiert, bevor fortgeschrittene Themen darauf aufsetzen. Die Unterlagen, Labs und die virtuelle Laborinfrastruktur sind vollständig im Kurs enthalten.
Der Umfang des Lehrgangs ist durch die Abdeckung zweier vollständiger Zertifizierungsprogramme (LPIC-1 und LPIC-2) entsprechend größer als ein reiner LPIC-1-Kurs. Der Kurs wird überwiegend in Teilzeit durchgeführt; Vollzeitterminen stehen ebenfalls zur Verfügung. Genaue Stundenzahlen und Termine entnehmen Sie den aktuellen Kursangeboten.
Der Lehrgang bereitet auf alle vier LPI-Prüfungen vor: 101-500 und 102-500 (LPIC-1) sowie 201-450 und 202-450 (LPIC-2). Beide Zertifikate werden nach bestandenen Prüfungen direkt vom Linux Professional Institute ausgestellt und sind weltweit anerkannte, herstellerunabhängige Nachweise für Linux-Administrationskompetenz. Trägerintern wird zusätzlich eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt.
Nutzen & Perspektiven
Die Kombination LPIC-1 plus LPIC-2 bescheinigt ein vollständiges Linux-Administrationsprofil, das für Unternehmensinfrastrukturen auf allen wichtigen Distributionen gilt. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu distributionsspezifischen Zertifikaten: Wer LPIC-2 hat, ist für Red Hat-, Ubuntu- oder SUSE-basierte Umgebungen gleichermaßen qualifiziert. Das erhöht die Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt erheblich. Im Vergleich zum reinen LPIC-1-Kurs bietet dieser Lehrgang die vollständige Ausbildung für Netzwerkadministratoren: DNS, DHCP, Firewall, Mail-Server und Storage sind Kernaufgaben, die im Joballtag täglich anfallen. LPIC-1 allein deckt diese Themen noch nicht ab — erst LPIC-2 schließt den Kreis zur echten Serveradministration. Die virtuellen Laborumgebungen, die im Kurs inklusive sind, ermöglichen echte Praxiserfahrung ohne die Risiken einer Produktionsumgebung. Wer die Labs ernsthaft durcharbeitet, hat zum Kursende bereits Dutzende von Administrations-Szenarien selbst gelöst — eine Vorbereitung, die weit über das bloße Lernen von Prüfungsfragen hinausgeht. Der aufbauende Charakter LPIC-1 → LPIC-2 spiegelt sich auch in der Karriereperspektive wider: LPIC-2-Absolventen können direkt auf LPIC-3-Spezialisierungen aufbauen, etwa LPIC-3 Security (Kryptografie, VPN, Firewall-Architekturen) oder LPIC-3 Mixed Environments (Active Directory Integration, Samba-Domänencontroller). Damit bietet dieser Lehrgang nicht nur eine solide Einstiegsqualifikation, sondern auch die Grundlage für eine langfristige Linux-Zertifizierungskarriere.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen LPIC-1 und LPIC-2?
LPIC-1 bestätigt grundlegende Linux-Administrationskenntnisse: Kommandozeile, Paketverwaltung, Benutzerverwaltung und einfache Netzwerkkonfiguration. LPIC-2 baut darauf auf und vertieft Netzwerkdienste (DNS, DHCP, HTTP, Mail), Storage-Management (LVM, RAID), Firewall und Systemsicherheit. Für eine Tätigkeit als Netzwerkadministrator ist LPIC-2 der entscheidende Qualifikationsschritt.
Wie unterscheidet sich dieser Kurs vom LPIC-1-plus-Teams-Kurs?
Dieser Lehrgang geht deutlich weiter: Er kombiniert LPIC-1 und LPIC-2 und richtet sich damit an Personen, die eine vollständige Netzwerk- und Serveradministrationsausbildung anstreben. Der reine LPIC-1-plus-Teams-Kurs ist für Einsteiger, die zunächst nur die Grundzertifizierung LPIC-1 anpeilen. Dieser Lehrgang ist zeitlich umfangreicher, dafür aber auch die vollständigere Qualifikation für Netzwerkadministratoren.
Welche Prüfungen muss ich für LPIC-1 und LPIC-2 ablegen?
LPIC-1 besteht aus den Prüfungen 101-500 und 102-500. LPIC-2 besteht aus den Prüfungen 201-450 und 202-450. Alle vier Prüfungen werden an akkreditierten LPI-Testcentern abgelegt; das jeweilige Zertifikat wird nach Bestehen beider zugehöriger Prüfungen direkt vom Linux Professional Institute ausgestellt.
Muss ich LPIC-1 bestehen, bevor ich mit LPIC-2 beginne?
Formal schreibt das LPI vor, dass LPIC-1 bestanden sein muss, bevor LPIC-2 zertifiziert werden kann. Im Kursablauf werden beide Stufen sequenziell erarbeitet — die LPIC-1-Inhalte kommen zuerst, LPIC-2 baut darauf auf. Die Prüfungen können in der entsprechenden Reihenfolge während oder nach dem Lehrgang abgelegt werden.
Wie lange sind LPIC-Zertifikate gültig?
LPIC-Zertifikate sind fünf Jahre gültig. Eine Rezertifizierung kann durch Ablegen einer höherstufigen Prüfung oder durch explizite Rezertifizierungsoptionen des LPI erfolgen. Das LPI informiert Zertifizierungsinhaber rechtzeitig vor Ablauf über die Möglichkeiten zur Verlängerung.
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