Überblick
Wer IT-Administrator werden will, braucht ein solides Fundament in der Netzwerktechnik. Dieser Kurs legt genau dieses Fundament: systematisch, anschaulich und praxisnah. Er führt durch alle grundlegenden Konzepte — von der Frage, was ein Netzwerk überhaupt ist, bis hin zu drahtlosen Netzwerken, Netzwerksicherheit und dem laufenden Betrieb einer IT-Infrastruktur. Die neun Module sind inhaltlich aufeinander aufgebaut und folgen einer klaren didaktischen Progression: Theorie wird durch Grafiken und Demos erschlossen, bevor Übungen das Wissen festigen. Die behandelten Konzepte bilden die inhaltliche Grundlage für weiterführende Zertifizierungspfade: Im Microsoft-Bereich bauen Einstiegszertifizierungen wie AZ-900 (Azure Fundamentals) und weiterführende Qualifikationen wie AZ-104 (Azure Administrator) direkt auf diesen Netzwerkkenntnissen auf. Im Cisco-Bereich ist CCNA 200-301 der klassische nächste Schritt.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Was ist ein Netzwerk? Der Einstieg beginnt mit der fundamentalen Frage: Wozu brauchen wir Computernetzwerke? Das Modul klärt Begriffe, zeigt anhand von Demos, wie Geräte kommunizieren, und legt das konzeptuelle Fundament für alle folgenden Inhalte. Ziel ist ein intuitives Verständnis dafür, was in einem Netzwerk passiert, bevor technische Details eingeführt werden.
- Definition und Nutzen von Computernetzwerken im Unternehmenseinsatz
- Grundbegriffe: Host, Node, Client, Server, Peer-to-Peer vs. Client-Server-Modell
- Kurze Demo: Datenpakete auf Reise — was passiert beim Aufruf einer Website?
- Netzwerkgrößen: LAN, MAN, WAN und deren typische Einsatzgebiete
- Historische Entwicklung der Netzwerktechnik und Bedeutung für die heutige IT
Modul 2 — Begrifflichkeiten und Strukturen eines Netzwerkes Auf dem Einstieg aufbauend führt dieses Modul die elementaren Strukturen von Datennetzen ein: wie Daten physisch und logisch übertragen werden, welche Topologien in der Praxis vorkommen und nach welchen Zugriffsregeln Geräte auf ein geteiltes Medium zugreifen.
- Übertragungsmedien: Kupferkabel (Cat 5e/6/7), Glasfaser und Wireless im Vergleich
- Netzwerktopologien: Stern, Ring, Bus, Mesh und Hybridformen
- Übertragungsverfahren: Simplex, Halbduplex, Vollduplex
- Zugriffsverfahren: CSMA/CD (Ethernet) und CSMA/CA (WLAN)
- Protokoll-Grundlagen: Was ist ein Netzwerkprotokoll und warum brauchen wir Standards?
- OSI-Referenzmodell: die sieben Schichten und ihre Funktionen im Überblick
Modul 3 — Elemente eines Netzwerkes Netzwerke bestehen aus physischen Komponenten, die Daten weiterleiten, verstärken oder filtern. Dieses Modul stellt alle wesentlichen Netzwerkgeräte vor und erklärt, auf welcher OSI-Schicht sie arbeiten und welche Rolle sie in der Infrastruktur übernehmen.
- Netzwerkkabel und Steckverbinder: RJ-45, LC-Duplex, SFP
- Netzwerkkarten, Switches und ihre Weiterleitmechanismen
- Router: Aufgaben, Routing-Tabellen und Abgrenzung zum Switch
- Access Points und WLAN-Controller für drahtlose Segmente
- Netzwerkbetriebssysteme im Überblick: Windows Server und Linux
- Weitverkehrsverbindungen: MPLS, DSL und Glasfaser-Backbones
Modul 4 — TCP/IPv4: Grundlagen und Adressschema TCP/IP ist das Fundament des modernen Internets und aller Unternehmensnetze. Dieses Modul bietet eine systematische Einführung in die IPv4-Adressierung, das Subnetting und die wichtigsten Hilfs- und Transportprotokolle, die in jedem TCP/IP-Netzwerk täglich arbeiten.
- IPv4-Aufbau: 32-Bit-Adressraum, Klassen A/B/C, öffentliche und private Adressen
- Subnetting: Subnetzmaske, CIDR-Notation, Berechnung von Netzen und Hosts
- TCP vs. UDP: verbindungsorientierte vs. verbindungslose Kommunikation
- ARP: Auflösung von IP- zu MAC-Adressen und ARP-Cache
- ICMP: Fehlerberichterstattung, ping und traceroute
- Drei-Wege-Handshake von TCP und Verbindungsaufbau/-abbau
Modul 5 — Wichtige Dienste in TCP/IP-Netzwerken Netzwerke sind nur so nützlich wie die Dienste, die auf ihnen laufen. Dieses Modul stellt die wichtigsten Netzwerkdienste vor, die in fast jedem Unternehmensnetz aktiv sind, und erklärt ihre technische Arbeitsweise sowie das Zusammenspiel zwischen ihnen.
- DHCP: automatische IP-Vergabe, Lease-Zeiten, Scope und Reservierungen
- DNS: Namensauflösung, Zonendateien, A-Records, CNAME und MX-Records
- SMTP: E-Mail-Übertragungsprotokoll, Relay und MX-Lookup
- HTTP/HTTPS: Grundprinzip von Web-Kommunikation und TLS
- FTP vs. SFTP: Dateiübertragung im Netzwerk, Sicherheitsunterschiede
- NTP: Zeitsynchronisation als Sicherheits- und Betriebsgrundlage
Modul 6 — TCP/IPv6: Ausblick und praktischer Einsatz IPv4-Adressen sind erschöpft; IPv6 ist die langfristige Lösung. Dieses Modul gibt eine fundierte Einführung in die IPv6-Architektur, erklärt den Unterschied zu IPv4 und zeigt, wie IPv6 in modernen Infrastrukturen parallel zu IPv4 betrieben wird.
- IPv6-Adressaufbau: 128-Bit-Format, Kurzschreibweisen und Adresstypen
- Link-Local, Unique-Local und Global-Unicast-Adressen unterscheiden
- Neighbor Discovery Protocol (NDP) als Nachfolger von ARP
- Stateless Address Autoconfiguration (SLAAC) und DHCPv6
- Dual-Stack-Betrieb: IPv4 und IPv6 parallel in Produktivnetzen
- Praxisbeispiele: IPv6 in Azure und modernen Cisco-Konfigurationen
Modul 7 — Wireless LAN (WLAN) Drahtlose Netzwerke sind aus Unternehmen und dem Privatleben nicht mehr wegzudenken. Dieses Modul behandelt die technischen Grundlagen von WLAN nach IEEE 802.11, geht auf die verschiedenen Standards und Frequenzbänder ein und beleuchtet die sicherheitsrelevanten Aspekte der WLAN-Nutzung.
- IEEE-802.11-Standards: a/b/g/n/ac/ax (Wi-Fi 6) im Vergleich
- Frequenzbänder 2,4 GHz und 5 GHz: Reichweite, Kanalplanung und Interferenz
- WLAN-Infrastrukturmodus vs. Ad-hoc-Modus
- SSID, BSSID und Roaming zwischen Access Points
- Sicherheitsprotokolle: WEP (veraltet), WPA2 und WPA3
- WLAN-Angriffsszenarien und Schutzmaßnahmen
Modul 8 — Sicherheit in Netzwerken Netzwerksicherheit ist keine Spezialaufgabe, sondern Pflichtbestandteil jeder IT-Administration. Dieses Modul vermittelt die konzeptuellen Grundlagen, auf denen alle tiefergehenden Sicherheitskurse aufbauen: Kryptographie, Authentifizierung, Firewalls und VPNs.
- Symmetrische und asymmetrische Kryptographie im Überblick
- Public-Key-Infrastruktur (PKI), Zertifikate und TLS
- Authentifizierungsverfahren: Passwort, Token, Zertifikat, Multi-Faktor
- Firewall-Typen: Paketfilter, Stateful Inspection, Application-Layer-Firewall
- Perimeternetzwerke (DMZ) und deren Aufbau
- IPSec: Transport- und Tunnelmodus für sichere Verbindungen; VPN-Einsatzszenarien
Modul 9 — Betrieb eines Netzwerkes Der laufende Betrieb eines Netzwerks bringt eigene Herausforderungen mit sich: Fehlersuche, Dokumentation, Monitoring und die Reaktion auf unerwartete Ereignisse. Dieses abschließende Modul rundet das Bild ab und stellt die praktischen Werkzeuge und Methoden vor, die Administratoren täglich nutzen.
- Netzwerkdokumentation: Topologiepläne, IP-Adresstabellen und Change-Log
- Monitoring-Tools: ping, traceroute, Wireshark-Grundlagen und SNMP
- Typische Netzwerkprobleme und strukturiertes Troubleshooting (OSI Top-Down/Bottom-Up)
- Konnektivitätsprobleme diagnostizieren: falscher DNS, falsche Route, Firewall-Block
- Backup und Konfigurationsmanagement für Netzwerkgeräte
- Überblick: Wie bauen die behandelten Grundlagen auf CCNA und Microsoft-Zertifizierungen auf?
Praxisblock — Labs und Übungen in virtueller Netzwerkumgebung Alle neun Module werden durch geführte Labs ergänzt, in denen die Konzepte in einer virtuellen Netzwerkumgebung (Simulation oder Live-Lab) nachvollzogen werden.
- LAN mit Switch und Router in einem Netzwerksimulator aufbauen
- IP-Adressen und Subnetzmasken manuell vergeben und prüfen
- DHCP-Server konfigurieren und Lease-Vergabe beobachten
- DNS-Auflösung mit nslookup und dig testen und analysieren
- ARP-Cache auslesen und mit Wireshark ARP-Pakete beobachten
- WLAN-Konfiguration in einer Simulationsumgebung einrichten
- Einfache Firewall-Regel (Block/Allow) in einer Lab-Umgebung setzen
- IPSec-Tunnel zwischen zwei simulierten Netzen aufbauen
- Netzwerkfehler diagnostizieren: absichtlich eingebaute Konfigurations-Fehler beheben
- IPv6-Adresse in einer Dual-Stack-Umgebung testen
Lernziele:
- Erklären, wozu Computernetzwerke dienen und wie sie aufgebaut sind
- Übertragungsmedien, Topologien und Zugriffsverfahren unterscheiden und bewerten
- Physische Netzwerkkomponenten (Router, Switches, Kabel) und ihre Funktionen beschreiben
- Das TCP/IPv4-Protokoll mit Adressierung, Subnetting und Hilfsprotokollen verstehen
- Wichtige Netzwerkdienste (DHCP, DNS, SMTP) erklären und deren Zusammenspiel beschreiben
- IPv6 als Nachfolger von IPv4 verstehen und den Migrationskontext einordnen
- Drahtlose Netzwerke (WLAN) nach IEEE 802.11 technisch erklären und sicherheitlich einordnen
- Grundprinzipien der Netzwerksicherheit (Kryptographie, Authentifizierung, Firewall) anwenden
- IPSec und VPN-Netzwerke in ihrer Funktionsweise beschreiben
- Typische Netzwerkprobleme identifizieren, diagnostizieren und beheben
- Die erlernten Netzwerkkonzepte auf Cisco- und Microsoft-Technologien übertragen
- Grundbegriffe und Konzepte für weiterführende IT-Zertifizierungskurse anwenden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an alle, die einen fundierten, systematischen Einstieg in die Netzwerktechnik suchen — unabhängig davon, ob sie bereits IT-Erfahrung mitbringen oder aus einem anderen Berufsfeld wechseln.
- Quereinsteiger ohne IT-Hintergrund, die eine Umschulung oder Weiterbildung zum IT-Administrator planen
- IT-Helfer und First-Level-Supporter, die ihre Netzwerkkenntnisse strukturiert aufbauen wollen
- Studienanfänger in IT-nahen Fächern, die ihr Lehrbuchwissen durch praxisnahe Übungen ergänzen
- Personen, die im nächsten Schritt einen CCNA- oder AZ-104-Kurs belegen wollen und zunächst Grundlagen legen möchten
- Mitarbeitende aus Fachbereichen, die regelmäßig mit IT-Admins zusammenarbeiten und das Fachgespräch auf Augenhöhe führen wollen
Grundlegende Computerkenntnisse und Vertrautheit mit Windows oder Linux als Betriebssystem sind ausreichend. Spezifische Vorkenntnisse in Netzwerktechnik werden nicht vorausgesetzt — der Kurs startet bei null. Lernbereitschaft und die Bereitschaft, Konzepte auch außerhalb des Unterrichts durch Eigenübungen zu festigen, sind der wichtigste Beitrag der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Ablauf & Abschluss
Jedes Modul folgt einem bewährten Ablauf: Konzepteinführung durch den Dozenten, visuelle Erläuterung mit Netzwerkdiagrammen und Animationen, anschließend Demo in einer Simulationsumgebung und geführte Lab-Übung durch die Teilnehmer. Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt — als virtueller Klassenzimmerunterricht mit gleichzeitiger Lab-Umgebung. Sowohl Vollzeit- als auch Teilzeit-Durchläufe sind möglich; konkrete Terminoptionen sind beim Anbieter erfragbar.
Der Kurs ist kompakter als weiterführende Zertifizierungskurse konzipiert. Je nach Format (Vollzeit oder Teilzeit) dauert er typischerweise eine bis mehrere Wochen. Alle neun Module inklusive Labs und Begleitmaterialien sind enthalten.
Nach Abschluss des Kurses erhalten die Teilnehmer ein trägerinternes Lehrgangszertifikat. Der Kurs bereitet inhaltlich auf den Einstieg in Microsoft-Zertifizierungspfade vor — insbesondere AZ-900 (Azure Fundamentals) als Einstieg und AZ-104 (Azure Administrator Associate) als weiterführende Qualifikation. Im Cisco-Bereich bildet der Stoff die Grundlage für CCNA 200-301. Externe Zertifizierungsprüfungen werden separat bei den jeweiligen Herstellern abgenommen; dieser Kurs legt die Grundlage dafür.
Nutzen & Perspektiven
Netzwerkkenntnisse sind für IT-Administratoren kein optionales Zusatzwissen, sondern Kernkompetenz. Wer Netzwerke nicht versteht, kann keine Fehler diagnostizieren, keine Sicherheitskonzepte umsetzen und keine Cloud-Infrastrukturen sinnvoll betreiben. Dieser Kurs schließt die Wissenslücke, die in vielen Quereinsteiger-Lebensläufen klafft, und baut ein belastbares Fundament, auf dem weiterführende Qualifikationen aufsetzen können. Die klare Ausrichtung auf Microsoft- und Cisco-Zertifizierungen ist dabei inhaltliche Absicht, kein Marketing. Wer nach diesem Kurs einen CCNA-Vorbereitungskurs belegt, wird feststellen, dass die Konzepte — Subnetting, Routing, Switching, Protokolle — bereits bekannt sind. Ebenso beim Einstieg in Azure: Virtuelle Netzwerke, Network Security Groups, DNS und VPN Gateways bauen auf exakt den Konzepten auf, die in diesem Kurs vermittelt werden. Das spart Zeit und reduziert den kognitiven Aufwand im Folgekurs erheblich. Für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger ist dieser Kurs besonders wertvoll: Er gibt nicht nur Wissen, sondern auch die Sprache der IT — das Vokabular, die Konzepte und das Systemdenken, das nötig ist, um im technischen Umfeld ernst genommen zu werden und sich weiterentwickeln zu können.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für welche Zertifizierungen bereitet dieser Kurs vor?
Der Kurs legt die Grundlage für Microsoft-Zertifizierungen (AZ-900 Azure Fundamentals als Einstieg, AZ-104 Azure Administrator Associate als weiterführende Qualifikation) und für den Cisco CCNA 200-301. Die externen Prüfungen werden separat bei den Herstellern abgelegt.
Brauche ich Vorkenntnisse in Netzwerktechnik?
Nein. Der Kurs startet bei den Grundlagen — von der Frage, was ein Netzwerk ist, bis hin zu Sicherheit und Troubleshooting. Grundlegende Computerkenntnisse und die Nutzung von Windows oder Linux als Betriebssystem sind ausreichend.
Was ist der Unterschied zwischen diesem Kurs und einem CCNA-Kurs?
Dieser Kurs vermittelt die konzeptuellen Grundlagen der Netzwerktechnik, die für alle weiterführenden IT-Pfade erforderlich sind. Ein CCNA-Kurs geht deutlich tiefer in Cisco-spezifische Konfiguration und Routing-Protokolle. Der hier behandelte Stoff ist die Voraussetzung, die im CCNA-Kurs als bekannt vorausgesetzt wird.
Werden Labs mit echter Hardware oder in Simulatoren durchgeführt?
Die Labs werden in virtuellen Netzwerkumgebungen (Simulation oder Live-Lab) durchgeführt. Das ermöglicht praxisnahe Übungen ohne physische Hardware und erlaubt es, Fehler bewusst einzubauen und systematisch zu beheben.
Wie unterscheidet sich AZ-900 von AZ-104 als Zielzertifizierung?
AZ-900 Azure Fundamentals ist die breite Einstiegszertifizierung für Azure-Cloud-Grundlagen und setzt keine tiefen technischen Vorkenntnisse voraus. AZ-104 Azure Administrator Associate ist eine technische Zertifizierung für Administratoren, die Azure-Ressourcen verwalten, und baut auf soliden Netzwerkkenntnissen auf — genau dem, was dieser Kurs vermittelt.
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