Überblick
Wer Windows Server administriert, muss Netzwerke verstehen – von den physischen Übertragungsmedien über das TCP/IP-Protokollmodell bis zu den Routing-Mechanismen, die Datenpakete durch Unternehmensnetze steuern. Dieser Kurs legt das konzeptionelle und technische Fundament für alle, die in der Serveradministration oder im IT-Betrieb tätig sind oder dies anstreben. Die Inhalte orientieren sich an den vier klassischen Lektionen eines strukturierten Netzwerkgrundlagen-Trainings und werden in einer virtuellen Laborumgebung praktisch vertieft.
Kursinhalte & Lernziele
Lektion 1 – Was ist ein Netzwerk? Grundlagen und historische Entwicklung Dieser erste Block schafft das konzeptionelle Fundament. Zunächst wird erklärt, warum Computernetzwerke überhaupt entstanden sind, welche Unternehmensanforderungen sie erfüllen und wie sich die Technologie historisch entwickelt hat. Begriffe, die in der täglichen Systemarbeit häufig auftauchen, werden hier präzise definiert.
- Einführung: Wozu Computernetze? Historische Meilensteine
- Unternehmensanforderungen an moderne Netzwerkinfrastruktur
- Grundbegriffe: Host, Knoten, Segment, Backbone, Broadcast-Domäne
- Darstellung typischer Unternehmensnetzwerke: Skizzen und Szenarien
- Best Practices für die Netzwerkplanung im KMU-Umfeld
Lektion 2 – Begrifflichkeiten und Konzepte moderner Datennetze Dieser Abschnitt vertieft das theoretische Fundament: Wie werden Daten physisch übertragen? Wie funktioniert Adressierung? Welche Standards gelten für Netzwerke, und welche Rolle spielen Protokolle bei der Kommunikation zwischen Geräten?
- Theorie der Datennetze: Signalformen, Modulation, Übertragungsgeschwindigkeit
- Übertragungsmedien: Kupferkabel, Glasfaser, Funk
- Übertragungsverfahren: Simplex, Halbduplex, Vollduplex
- Topologien: Stern, Ring, Bus, Mesh und deren Vor- und Nachteile
- Zugangsverfahren: CSMA/CD, CSMA/CA, Token Ring
- Protokolle und Schichtenmodell: OSI-Modell und TCP/IP-Stack
- Adressierung und Routing: MAC-Adressen, IP-Adressen, Default Gateway
- Standards: IEEE 802.x-Familie und wichtige RFC-Dokumente
Lektion 3 – Elemente eines Netzwerkes: Hardware, Infrastruktur und Windows Hier werden die physischen und logischen Bausteine realer Unternehmensnetzwerke behandelt. Neben klassischer Netzwerkhardware liegt ein besonderer Schwerpunkt auf Windows-spezifischen Netzwerkkomponenten und der Rolle von Netzwerkbetriebssystemen.
- Kabel und Leitungen: Cat-5/6/7-Standards, Patchkabel, Glasfaserverbindungen
- Koppelelemente: Hub, Switch, Router, Access Point, Gateway
- Strukturierte Verkabelung nach EN 50173: Primär-, Sekundär-, Tertiärverkabelung
- LAN-Technologien: Ethernet (IEEE 802.3), Fast Ethernet, Gigabit-Ethernet
- Wichtige LAN-Protokolle: Spanning Tree, VLAN (IEEE 802.1Q), VoIP-Grundlagen
- Windows-Netzwerkfunktionen: Netzwerkkarte, Treiber, Netzwerk-Diagnosetools
- Netzwerkbetriebssysteme: Rolle des Windows Server im LAN
- Weitverkehrsanbindungen (WAN): DSL, MPLS, VPN-Überblick
- Windows Dial-Up Networking (DUN): historische Einordnung, aktuelle Relevanz
Lektion 4 – TCP/IP Version 4: Vom Datagramm bis zum Routing TCP/IP bildet das Rückgrat aller modernen Netzwerke und ist unentbehrliches Wissen für jede Person, die Server oder Netzwerkdienste administriert. Diese Lektion behandelt das Protokoll vollständig – von der IP-Schicht über Routing-Mechanismen bis zu den Transportprotokollen.
- TCP/IP-Architektur: Schichtenmodell, Vergleich mit OSI, Kapselung von Datagrammen
- IP-Schicht: IPv4-Adressklassen, Subnetting, CIDR-Notation
- IP-Routing: statisches Routing, Default-Route, Routing-Tabellen lesen und interpretieren
- IPv4-Datagramm: Aufbau des IP-Headers, TTL, Fragmentierung
- ARP (Address Resolution Protocol): MAC-zu-IP-Auflösung, ARP-Cache, ARP-Poisoning-Risiken
- Transportprotokolle: TCP (verbindungsorientiert, Drei-Wege-Handshake) vs. UDP (verbindungslos)
- ICMP: Ping, Traceroute, Fehlermeldungen und deren Bedeutung für die Netzwerkdiagnose
Praxis-Block – Labs in der virtuellen Umgebung Die praktischen Übungen finden in einer vorbereiteten virtuellen Netzwerkumgebung statt, in der reale Szenarien simuliert werden. Jede Lektion schließt mit praxisnahen Aufgaben ab, die das Theoriegelernte unmittelbar anwenden.
- Netzwerkdiagramme zeichnen und bestehende Topologien analysieren
- Netzwerkkonfiguration unter Windows: IP-Adresse, Subnetzmaske, Gateway setzen
- Ping und Traceroute zur Fehlerdiagnose einsetzen
- ARP-Cache anzeigen, löschen und Einträge interpretieren
- Routing-Tabelle unter Windows anzeigen und interpretieren (route print)
- Switch-Konfiguration: VLAN anlegen und Ports zuweisen (Grundlagen)
- IPv4-Subnetting: Teilnetze berechnen und überprüfen
- Netzwerkkonnektivität zwischen virtuellen Maschinen herstellen und testen
- ICMP-Fehlermeldungen analysieren und Ursachen identifizieren
- Wireshark-Einführung: Netzwerkpakete mitschneiden und lesen
- Einfache Firewall-Regeln unter Windows Server verstehen und testen
- DNS-Grundlagen: Namensauflösung mit nslookup prüfen
Alle Labs sind in der virtuellen Testumgebung durchführbar, ohne eine produktive Infrastruktur zu berühren. Kursmaterialien und Laboranleitungen sind im Lieferumfang enthalten.
Lernziele:
- Aufbau, Zweck und Geschichte von Computernetzwerken erklären können
- Grundlegende Netzwerkbegriffe und -konzepte sicher anwenden
- Verschiedene Netzwerktopologien, Übertragungsmedien und Zugangsverfahren unterscheiden
- Schichtenmodell der Datenkommunikation und IEEE-/RFC-Standards einordnen
- Kabel, Koppelelemente und strukturierte Verkabelung in Unternehmensnetzen kennen
- LAN-Technologien und wichtige LAN-Protokolle benennen und erklären
- TCP/IP-Architektur und das IPv4-Protokoll vollständig durchdringen
- IP-Routing-Grundlagen und ARP-Mechanismus verstehen
- ICMP für Diagnose und Fehlersuche in Netzwerken einsetzen
- Transportprotokolle TCP und UDP differenzieren und einordnen
- Windows-Netzwerkfunktionen und Netzwerkbetriebssysteme in der Praxis kennen
- Praktische Labs in einer virtuellen Umgebung selbstständig durchführen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich in erster Linie an Systemadministratoren und IT-Fachkräfte, die im Windows-Server-Umfeld tätig sind oder dort einsteigen möchten und ihr Netzwerkwissen systematisch aufbauen oder auffrischen wollen. Ebenso geeignet ist er für Microsoft-Office-Spezialisten, die ihr technisches Verständnis der Netzwerkinfrastruktur erweitern möchten.
- Systemadministratoren mit Lücken im Netzwerkwissen
- Helpdesk-Mitarbeitende, die tiefer in Netzwerkdiagnosen einsteigen möchten
- IT-Quereinsteiger mit erstem Praxisbezug zum Windows-Server-Umfeld
- Techniker, die auf eine Microsoft-Zertifizierung im Netzwerkbereich hinarbeiten
Grundlegende PC-Kenntnisse und erste Erfahrungen mit Windows werden vorausgesetzt. Eigene Netzwerkkenntnisse sind nicht erforderlich – der Kurs beginnt bei den absoluten Grundlagen. Eine Affinität zu technischen Zusammenhängen und die Bereitschaft, in der virtuellen Laborumgebung aktiv zu arbeiten, erleichtern den Lernerfolg erheblich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt und verbindet Präsenz- oder Onlinelernphasen mit eigenverantwortlichen Übungsblöcken in der virtuellen Laborumgebung. Jede der vier Lektionen folgt demselben bewährten Aufbau: Theorie und Konzepte werden zunächst erklärt und mit Best-Practice-Hinweisen angereichert, danach vertiefen hands-on Labs das Gelernte. Die mitgelieferten Schulungsunterlagen ermöglichen ein späteres Nachschlagen und Wiederholen.
Der Kurs wird überwiegend in Teilzeit angeboten, kann aber auch in Vollzeit absolviert werden. Die konkrete Stundenzahl richtet sich nach dem Anbieter und dem Lernformat. Aufgrund der vier klar abgegrenzten Lektionen ist der Kurs auch in Etappen gut durchführbar.
Nach Abschluss des Kurses erhalten die Teilnehmenden eine qualifizierte Lehrgangsbescheinigung. Der Kurs bereitet auf weiterführende Netzwerk- und Windows-Server-Zertifizierungen vor, für die Netzwerkgrundlagen eine Voraussetzung darstellen. Eine herstellerspezifische Zertifizierungsprüfung ist nicht Bestandteil dieses Kurses, kann aber im Anschluss separat abgelegt werden.
Nutzen & Perspektiven
Netzwerke sind das unsichtbare Rückgrat jedes IT-Systems. Wer TCP/IP wirklich versteht, kann Verbindungsprobleme eigenständig diagnostizieren, Konfigurationen nachvollziehen und bei Ausfällen gezielt eingrenzen, wo das Problem liegt – anstatt blind auf externe Unterstützung zu warten. Das macht im Berufsalltag einen erheblichen Unterschied. Die Kombination aus strukturiertem Theorieteil und praktischen Labs sorgt dafür, dass abstrakte Protokollkonzepte nicht nur verstanden, sondern auch angewandt werden. Wer weiß, was ein ARP-Request ist, wie eine Routing-Tabelle aussieht und warum ICMP bei der Fehlersuche hilft, arbeitet deutlich effizienter – und kommuniziert mit Netzwerkspezialisten auf Augenhöhe. Dieser Kurs bildet eine solide Grundlage für alle, die sich auf Microsoft-Windows-Server-Zertifizierungen vorbereiten oder in der IT-Administration aufsteigen möchten. Gerade wer bislang nur mit Windows-Oberflächen gearbeitet hat und nun auch die Netzwerkschicht verstehen will, profitiert unmittelbar vom praxisnahen Aufbau dieses Trainings.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Vorkenntnisse in Netzwerken?
Nein. Der Kurs beginnt bei den absoluten Grundlagen und erklärt alle Konzepte von Grund auf. Vorausgesetzt wird lediglich allgemeiner Umgang mit Windows-PCs. Wer bereits Grundkenntnisse mitbringt, profitiert von der systematischen Vertiefung in den späteren Lektionen.
Was ist in der virtuellen Laborumgebung enthalten?
Die Labs umfassen vorbereitete virtuelle Maschinen und Netzwerkszenarien, in denen die Kursthemen praktisch angewendet werden können. Netzwerkkonfiguration, Diagnose-Tools und Routing-Übungen laufen vollständig in dieser isolierten Umgebung – ohne Eingriff in produktive Systeme.
Bereitet der Kurs auf eine bestimmte Zertifizierungsprüfung vor?
Der Kurs schult das Netzwerkgrundlagenwissen, das für viele Microsoft-Zertifizierungen (z. B. im Windows-Server-Bereich) vorausgesetzt wird. Eine direkte Prüfung ist nicht Bestandteil des Kurses, aber das vermittelte Wissen bildet eine wichtige Grundlage für weiterführende Qualifikationen.
Wird IPv6 auch behandelt?
Der Kurs fokussiert auf IPv4 (TCP/IP v4), da dies nach wie vor der praktisch dominante Standard in Unternehmensnetzen ist. IPv6-Grundlagen sind nicht explizit Kursinhalt, können aber als ergänzendes Thema je nach Anbieter angesprochen werden.
Wie unterscheidet sich dieser Kurs von einer allgemeinen CompTIA-Network+-Vorbereitung?
Dieser Kurs ist explizit auf das Windows-Server-Umfeld zugeschnitten und legt den Schwerpunkt auf Windows-Netzwerkfunktionen, Windows-Diagnose-Tools und den typischen Einsatz in Microsoft-Infrastrukturen. Eine allgemeine Netzwerkzertifizierung wie CompTIA Network+ geht breiter über verschiedene Betriebssysteme und Herstellerökosysteme.
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